Mit ‘ZDF’ getaggte Beiträge

ZDF Frontal 21 auf dem Prüfstand: Die Protagonisten kommentieren
Logo der ZDF-Sendung Frontal 21. Quelle Screenshot
Logo der ZDF-Sendung Frontal 21. Quelle Screenshot
Führt Russland einen geheimen Propagandakrieg gegen Europa? Diese Vorwürfe erhob die ZDF-Sendung Frontal 21 gestern zur besten Sendezeit. Zu Wort kamen auch mainstreamkritische Stimmen. Gegenüber RT Deutsch kommentieren die Protagonisten, wie sie die „journalistische Leistung“ des ZDF einschätzen.

Rund 250 Menschen aus ganz Deutschland beteiligen sich an der Friedensfahrt von Berlin nach Moskau. Bild: NuoViso.tv

In der Frontal 21-Sendung „Putins geheimes Netzwerk – Wie Russland den Westen spaltet“ wird den Friedensaktivisten um Dr. Rainer Rothfuß die zweifelhafte Rolle zuteil, in der Erzählung über Russlands angeblichen „Propagandakrieg“ als „nützlicher Idiot“ des Kremls zu dienen.

Hintergrund: Der frühere Universitätsprofessor Dr. Rainer Rothfuß hatte gemeinsam mit seinen Mitstreitern privat eine zweiwöchige Friedensfahrt von Berlin nach Moskau organisiert. Dass in dem Tross, bestehend aus rund 250 Teilnehmern, auch ein ZDF-Team dabei war, stimmte die Aktivisten hoffnungsvoll. Besteht vielleicht doch die Chance auf faire Berichterstattung, wenn sich die Reporter die Zeit nehmen, um sich ein eigenes Bild zu machen?

Mitnichten: Statt einen ausgewogenen Beitrag über die Aktion zu drehen, sollten Rothfuß und Co. dem ZDF lediglich als Statisten in einem Sammelsurium von Vorwürfen gegen Russland dienen. Der Wissenschaftler kommentiert gegenüber RT Deutsch, wie er das Ergebnis von ZDF Frontal 21 bewertet.

Auch Owe Schattauer, Aktivist und Musiker, beteiligte sich als Mitorganisator an der Friedensfahrt Berlin-Moskau.

Was in der ZDF-Version aus der Aktion für Frieden und Völkerverständigung gemacht wurde, überrascht Schattauer nicht wirklich, bietet aber Anlass für ein paar deutliche Worte:

Mit Filmemachen kennt Mark Bartalmai sich aus. Auf eigene Faust reiste er in die umkämpften Gebiete der Ostukraine und drehte einen Dokumentarfilm über den dortigen Krieg.

Diese Arbeit brachte Bartalmai auch einen Auftritt bei Frontal 21 im ZDF ein. Gegenüber RT Deutsch erläutert der Filmemacher, wie er über das Bild denkt, welches von ihm und seiner Arbeit in der öffentlich-rechtlichen Produktion gezeichnet wurde.

Der Blogger Frank Gottschlich ist schon seit langem schwer enttäuscht von der Arbeit deutscher Mainstreammedien und engagiert sich deshalb als Medienaktivist.

Für die abweichende Meinung Gottschlichs, vor allem zum Thema Ukrainekonflikt, gibt es für die ZDF Frontal 21-Macher nur eine Erklärung:

Der Blogger verbreitet Propaganda, man selbst natürlich nur die Wahrheit.

Doch ist es wirklich der „Arm Putins“, der bis in deutschsprachige Blogs reicht, oder ist Gottschlich nicht vielmehr einer von vielen Menschen, die sich lieber ihr eigenes Bild machen?

Und auch eine konkrete Antwort ließ nicht lange auf sich warten. In einer Petition fordert Rothfuß nun: „Keine GEZ-ielte Kriegs-Propaganda in den öffentlich-rechtlichen Medien mehr!

„Machtmensch Putin“ im ZDF – Stimmungsmache der plumpen Art

 2006 redete man noch miteinander: Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner

2006 redete man noch miteinander: Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt ZDF-Polittalkerin Maybrit Illner
-Am 15. Dezember sendete das ZDF die Dokumentation „Machtmensch Putin“. Von Wladimir Wladimirowitsch persönlich dazu gezwungen, musste sich die RT Deutsch-Redaktion das Machwerk anschauen und sich mit den zahllosen Verdrehungen im Film auseinandersetzen. Aufgrund der nahezu unüberschaubaren Menge an Fehldarstellungen und Manipulationen eine eher undankbare Mammutaufgabe.

-Bereits nach einmaligem Anschauen der neuesten ZDF-Glanzleistung „Machtmensch Putin“ bleibt der Eindruck: Irgendwie ging ein Großteil der Sendezeit für kalauernde personenbezogene Herabwürdigungen und Psychologisierungen zuungunsten des russischen Präsidenten drauf.

-Immer wieder ziehen sich als roter Faden – unterlegt von finsterer Gruselmusik – wenig schmeichelhafte Überlegungen zu Putins Persönlichkeit und Privatleben durch die „Dokumentation“. Und nicht nur beim Titel des Films kupfert das ZDF hier von einem seiner früheren „Werke“ ab. Trotz des, dank der GEZ-Zwangsgebühren, gut ausgestatteten Produktionsbudgets des Senders, bestehen weite Teile der Dokumentation „Machtmensch Putin“ aus einem Remix des Anfang des Jahres ausgestrahlten Films „Mensch Putin“.

Quelle: Screenshot ZDF

-Da eine reine Wiederholung jedoch wenig Interesse wecken würde, wird die neueste ZDF-Produktion zum Thema Putin und Russland mit einigen besonders reißerischen O-Tönen aufgepeppt. Wie in einer der zahllosen Ranking-Shows des deutschen Privatfernsehens dürfen so etwa Boris Reitschuster und Ben Judah in flotten Einblendungen mit dem Habitus überdrehter Comedians küchenpsychologische Bewertungen in Richtung des russischen Präsidenten abfeuern. „Putin isst gerne Hüttenkäse“, ist ein Langschläfer und sehe sich als eine „Reinkarnation von Ivan dem Schrecklichen und Peter dem Großen“, erfährt man so ohne weitere Kommentierung.

-Eine Expertenstimme, die ein etwas weniger voreingenommenes Bild von Putin vermitteln würde, wie etwa der langjärige Kenner und anerkannte Biograph des russischen Präsidenten Hubert Seipel, fehlen in dem äußerst einseitigen Film völlig.

Doch dies würde auch nur das priorisierte pseudo-freudianische Narrativ der Filmemacher stören: Der russische Präsident leite sein Amt quasi in Form eines persönlichen Rachefeldzuges am Rest der Welt, welchem vermeintliche Erniedrigungen in Kindheitstagen zu Grunde liegen, so das Script. Wenn Reitschuster und Judah einen der üblichen James Bond-Bösewichte beschreiben müssten, man würde kaum Unterschiede heraushören können.

-So bemängelt auch Anja Bötcher in einer an das ZDF gerichteten Programmbeschwerde, die RT Deutsch vorliegt:

„Die Russische Föderation wird in dem Beitrag dargestellt als ein Land, dessen Regierung lediglich aus seinem dominanten und finsteren Präsidenten besteht, der für seine persönliche paranoide Persönlichkeitsstörung ein ganzes Land in Haftung nimmt und aus einer pathologischen Herrschsucht von der Obsession besessen ist, die europäische Union zu zerstören.“

-Wie erwähnt: Die gezielte Pathologisierung Putins, audiovisuell gekonnt in Szene gesetzt, bildet die große Klammer um den Film. Inhaltliche Argumente hingegen sind rar. Dennoch lohnt es sich auf einige Verdrehungen und Falschdarstellungen – zum widerholten Male – einzugehen.

-Sinnvoller wäre es jedoch, die ZDF-Verantwortlichen würden einfach mal zu einem guten Buch greifen, wie etwa zu „Wir sind die Guten“ von Mathias Bröckers und Paul Schreyer. Das würde allen Beteiligten Zeit ersparen. Schließlich haben wir bei RT Deutsch eigentlich auch Besseres zu tun, als das alles zum x-ten Male den Verantwortlichen in den deutschen Medien zu erklären.

-Auch wäre es hilfreich – wenn man denn schon über die Ukraine und Geopolitik diskutieren will – sich Victoria „Fuck the EU“ Nuland oder den Stratfor-Chef George Friedman und dessen „Cordon sanitaire“ ins Gedächtnis zu rufen.

-Die reale – entgegen vorheriger Versprechungen gegenüber Russland – durchgezogene NATO-Osterweiterung in Folge der Wiedervereinigung Deutschlands, wäre ein weiteres zu behandelndes Thema. Man kann mit all dem eigentlich Bücher füllen – und diese sollten auch gelesen werden. Dennoch: einige inhaltliche Gegendarstellungen – jetzt wo wir uns „Machtmensch Putin“ mit all seinen Verdrehungen schon ansehen mussten – formulieren wir natürlich gerne, in der naiven Hoffnung, dass das ZDF bei seiner nächsten Doku vielleicht doch investigative Qualität vor faktenlose Diffamierung setzt:

Die alte Leier der Annexions-Lüge

-Bereits nach drei Minuten fährt das Öffentlich-rechtliche mit einer seiner Lieblings-Räuberpistolen in Sachen „Putin ist böse“ auf – der sogenannten „Krim-Annexion“.

-„Putin bricht das Völkerrecht. Er besetzt die Krim“, erfährt man von dem Sender eines Staates, der gerade erst eine völkerrechtswidrige Kriegsbeteiligung in Syrien beschlossen hat. Abgesichert wird dieser Vorwurf ausgerechnet durch US-General und Supreme Allied Commander Europe Philip M. Breedlove, der in „Machtmensch Putin“ als Kronzeuge herhalten muss.

-Was hinter dieser Behauptung der „Annexion“ steckt, erklärt die annerkannte Osteuropa- und Russlandexpertin Gabriele Krone-Schmalz hier in 120 Sekunden:

-Des Weiteren sei an dieser Stelle auf die Einschätzung von Reinhard Merkel, Professor für Strafrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Hamburg, verwiesen:

Herr Professor Merkel, hat Russland die Krim annektiert?

Eine klare Form von Annektion ist das nicht gewesen. Es ist allerdings auch keine eindeutige, um nicht zu sagen saubere Form einer anderen Modalität des Sichabsonderns, Sichabspaltens von einem Mutterstaat gewesen, nämlich keine klare, deutliche Form von Sezession. Es ist aber, um die Frage noch einmal ganz pointiert und deutlich zu beantworten, keine Annektion gewesen.

Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig?

Nein, Solche Referenden können nicht gegen das Völkerrecht verstoßen. Das Völkerrecht kümmert sich primär um die Beziehungen zwischen den Staaten und dann auch darum, wie Staaten nach innen ihre Macht ausüben, jedenfalls jenseits einer gewissen Grenze des Machtmissbrauchs, wenn also Staaten beginnnen, Genozide oder massive Formen der Unterdrückung zu organisieren, Folter, etc. Das geht inzwischen alles auch das Völkerrecht an. Das Völkerrecht wird nicht auf den Plan gerufen von separatistischen oder sezessionistischen Bestrebungen. Daher ist das wohl ein Verstoß gegen ukrainisches Verfassungsrecht gewesen, diese Bemühungen auf der Krim sich abzuspalten, nicht aber ein Verstoß gegen das Völkerrecht. […]“

-Die westliche Reaktion auf die Krim-Krise ist bekannt: Wirtschaftssanktionen, die nicht nur der russischen, sondern auch der europäischen (jedoch nicht der US-amerikanischen) Wirtschaft schaden. Welcher Akteur im Großen Spiel geht hier wohl aggressiv vor?

Der Krieg im Donbass

-Die Behauptung des ZDF, es befinden oder befanden sich „manchmal ganze Einheiten“ der regulären russischen Armee in der Ostukraine, wird eingeführt von den Worten „Westliche Geheimdienste sind sich sicher…“. Welche Geheimdienste dies genau sein sollen und welche Beweise sie für ihre „sichere“ Einschätzung der Lage vorlegen können, bleibt natürlich im Dunkeln. Ebenso wie die Frage, ob westliche Geheimdienste vielleicht auch ganz andere Interessen haben, derartige Anschuldigungen in Richtung Russland zu formulieren. Stattdessen werden verschwommene Youtube-Videos und „verräterische Postings in sozialen Netzwerken“ präsentiert. Kennzeichnend für die oberflächliche Machart der Reportage ist auch die Off-Stimme zu den Bildern, die angeblich die Präsenz von russischen Panzern in der Ukraine nach dem Maidan-Putsch belegen:

„Diese Bilder gingen im März 2013 [sic!] um die Welt“

-Dass dieser Fauxpas es bis in die Endfassung der Reportage geschafft hat, spricht Bände. Zudem nutzt das ZDF an dieser Stelle ausgerechnet Aufnahmen von CNN, die längst als Foto-Manipulation enttarnt wurden. CNN hatte nachweislich Bilder von einem russischen Militärmanöver im Jahr 2008 als „Beweis“ für eine angenommene „russische Invasion“ in der Ukraine im Jahr 2014 ausgegeben. Doch zumindest hat sich CNN, im Gegensatz zum ZDF, nicht auch noch bei der korrekten Jahresangabe der Ukraine-Krise blamiert.

Gezielte Dämonisierung von Russlands Präsident Wladimir Putin in deutschen und internationalen Medien.

-Kurz darauf wird einem gewissen Igor Sutjagin als „führender Experte zu russischen Streitkräften“ das Wort erteilt. Sutjagin wurde 1999 – noch unter dem West-Darling Boris Jelzin – in Russland angeklagt und 2004 wegen Hochverrats verurteilt. 2010 wurde er im Zuge eines Austauschprogramms gefangener Agenten mit den USA (!) durch den heutigen Ministerpräsidenten und damaligen Präsidenten Russlands Dmitri Medwedew begnadigt.

-Sutjagin mag über großes Wissen bezüglich russischer Militärtechnik verfügen, ein unvoreingenommener „Experte“, als der er vom ZDF präsentiert wird, ist der offiziell enttarnte und durch die USA freigetauschte Spion – der mit Putin wohl auch noch eine persönliche Rechnung offen hat – mit Sicherheit nicht.

-Neben Sutjagins bloßem Wort von „regulären russischen Truppen“ in der Ostukraine, zitiert das ZDF abermals vage „westliche Geheimdienste“. Als „Smoking gun“ wird dann bei Minute 9:24 von „Machtmensch Putin“ wieder ein Youtube-Video gezeigt. Darin angeblich eine Kolonne von T-72B3-Panzern. Es sollte jedoch klar sein, dass Aufnahmeort und -zeit bei solchen Quellen niemals sicher sind. Auch ist nicht klar, wer in diesen Panzern sitzt und in welche Richtung sie fahren. Dennoch – so das ZDF – soll der Clip das Eingreifen der russischen Armee in der Ostukraine belegen.

Das Übliche

-Es folgt ein weiterer Block Reitschuster’scher Psychologisierungen bis bei Minute 15 eine Sequenz folgt, die – würde sie sich mit 9/11 beschäftigen – aggressivste Verschwörungstheorie-Vorwürfe zur Folge hätte. Kurz angerissen wird, wie im Jahre 1999 eine Anschlagsserie Russland erschütterte. Cui bono? Putin! Untermalt von arythmischem Klaviergeklimper, wird zunächst eher schüchtern vom ZDF suggeriert, Putin habe selbst die Terrorakte organisiert, um sich so den Griff nach der Macht™ zu sichern. Die Autorin Masha Gessen spricht dies im Anschluss dann auch offen so aus. Eine genaue Untersuchung der Fälle? Fehlanzeige. Doch andere als „Aluhüte“ zu diffamieren, damit ist man dann an anderer Stelle wieder ganz schnell.

Obligatorisches RT-Bashing

-Was wäre eine zünftige Anti-Putin-Doku ohne das obligatorische RT-Bashing? Treu dem Narrativ des westlichen Mainstreams, wird das äußerst ambitionierte international aufgestellte russische Medienunternehmen – das gerade seinen 10. Geburtstag feierte – quasi als „Mutterschiff“ der legendären „Putin-Trolle“ und notorisches Lügenmedium herabgewürdigt.

-Als entsprechender „Beweis“ wird in „Machtmensch Putin“ ein Video-Beitrag von RT-Reporterin Paula Slier gezeigt, die von der Situation der Juden – sowohl in Kiew, als auch auf der Krim – berichtet. Nie behauptet Slier etwas anderes. Im Beitrag wird stets eingeblendet, ob die Aufnahmen aus Simferopol (Krim) oder aus der ukrainischen Hauptstadt (Kiew) stammen. Auch wird Misha Kapustin eindeutig als Rabbi aus Simferopol vorgestellt, als er bei Minute 0:55 seine Synagoge aus Angst vor künftigen Übergriffen für immer verlässt.

-Dies hindert das ZDF jedoch nicht daran, seinen Zuschauern zu suggerieren, hier würde ein von der Krim fliehender ukrainischer Jude, in manipulativer Art und Weise von RT als ein aus der ukrainischen Hauptstadt flüchtender dargestellt. Vermeintlich belegt dadurch, dass es den ZDF-Doku-Machern tatsächlich gelungen ist, RT-kritische Töne von Kapustin einzufangen.

-RT-Reporterin Paula Slier, selbst Jüdin, ging es in ihrem Bericht jedoch darum, vor dem im ganzen (!) Land bedenklich anwachsenden Antisemitismus der Post-Maidan-Ukraine zu berichten. Rabbi Kapustin beklagt selbst, dass Juden nach dem politischen Machtwechsel nicht mehr vor Übergriffen geschützt werden, man kann das post-maidanrevolutionäre Chaos erahnen, über das der Kriembewohner Kapustin von der Halbinsel berichtet. Jedoch: Sliers Videobeitrag ist auf den 15. März 2014 datiert. Das Referendum zur Abspaltung der Krim von der Ukraine war erst einen Tag später.

-So wird ein, vor grassierendem Antisemtismus mahnender RT-Beitrag einer Jüdin, vom deutschen Staatsfernsehen mal eben als „russische Lügenpropaganda“ umgedeutet. Man denkt an schaurig dunkle Zeiten zurück.

Ludmilla

-Eine der Lieblingsverschwörungstheorien deutscher Mainstreammedien, ist die der „russischen Trollfabriken“. Wo sonst sollen die kaum noch zählbaren Kritiker der einseitigen Berichterstattung der Transatlantik-Presse herkommen? Ludmilla Sawtschuk gilt von BILD über FAZ bis Spiegel und ZDF als so etwas wie die Edward Snowden „russischer Trollverbrechen“.

Quelle: Team 29

-Kaum ein deutsches Medium, das 2015 nicht von der hübschen Russin, eine vorgebliche Aussteigerin aus einer vermeintlichen Sankt Petersburger „Troll-Fabrik“, berichtet hat. Was jedoch nicht Eingang in die Berichterstattung fand: Die derzeitigen Aktivitäten Ludmilla Sawtschuks werden von der NGO „Team 29“ finanziert, deren Geldgeber sind wiederum das Open Society Institute des US-Milliardärs George Soros sowie die halbstaatliche und als CIA-nah geltende US-Stiftung National Endowment for Democracy (NED).

-Natürlich erwähnt das ZDF auch nicht, dass es vielmehr die US-Botschaft zu Berlin ist, die ganz offiziell freiberufliche „NATO-Trolle“ für den deutschen Sprachraum sucht. An dieser Stelle des Films ist RT dann aber auch schon als großes Troll-Mutterschiff „enttarnt“. Wahrscheinlich als Rache für solche Artikel: Auf Jobsuche? US-Botschaft in Berlin sucht transatlantische „Ludmillas“ für Internet-PR und zum Aufspüren anti-amerikanischer Tendenzen

Der Gasstreit mit der EU und der Ukraine

-Russland ist ein Land, das äußerst reich an Ressourcen ist. Auf die meisten Länder, westlich des größten Flächenstaates der Erde trifft dies nicht zu. Russland verkauft also Ressourcen, andere – auch europäische Staaten – kaufen diese. Am Ende profitieren beide Seiten vom Handel. Die einen erhalten Rohstoffe, die anderen Deviseneinnahmen. Jedoch gehört zu einem solchen Geschäft die Regel, dass gelieferte Rohstoffe auch bezahlt werden. Andernfalls würde der ganze Deal für die Ressourcen-Exporteure wenig Sinn ergeben. Doch das mit der pünktlichen und vollständigen Bezahlung klappt nicht immer, gerade die Ukraine gerät regelmäßig in Zahlungsverzug und schuldet Russland Milliarden.

-Die Reaktion Russlands, ein marktwirtschaftlich völlig normaler Vorgang, bei Nichtbezahlung die Lieferung zumindest zu drosseln, wird vom ZDF kommentiert mit den Worten:

„Wer [politisch] nicht spurt wie die Ukraine dem wird schnell mal der Hahn zugedreht.“

-Dem sekundiert der Wirtschaftswissenschaftler Wolfram Schrettl mit der Aussage, „dies geschieht oftmals unter dem Vorwand, dass die Leute nicht zahlen“. Dass es sich hier nicht um einen „Vorwand“ handelt, sondern die Ukraine schlicht und einfach russische Gaslieferungen in Milliardenhöhe nicht bezahlte, wird bewusst verschwiegen. Das ZDF praktiziert hier genau das, was es wenige Minuten zuvor noch RT zu unterstellen versuchte. Fakten werden entweder verdreht oder direkt ausgeblendet, sobald sie nicht mehr dem ZDF-Narrativ entsprechen.

-So bleibt nach der Beschäftigung mit dem Film in unseren Hirnen – bevor (und nachdem) wir das Bedürfnis verspürten, selbige mit einem großen Schluck Krimsekt zu reinigen – nur ein Gedanke: Mensch, ZDF!

Manipulierte ZDF-Reportage: Ostukrainische „Kindersoldaten“ im Front(al21)-Einsatz

Manipulierte ZDF-Reportage: Ostukrainische "Kindersoldaten" im Front(al21)-Einsatz

-Das ZDF-Magazin Frontal21 berichtete in der Sendung vom 10. November 2015 über Kindersoldaten an der ostukrainischen Front. Der ZDF-Korrespondent Joachim Bartz und der Journalist Arndt Ginzel fuhren in den Donbass, um mit den Jugendlichen vor Ort zu sprechen. Ausgestattet mit Sankt-Georgs-Bändern gaben sie sich als Unterstützer der Donbasser und Lugansker Republiken aus, um das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen.

-Zwei Kadettenschüler – Jewgeniy Schakunow und Semyon Spektor – vertrauten sich den beiden ZDF-Reportern gutgläubig an. Umso größer war die Enttäuschung der beiden, als sie erfuhren was Frontal21 aus ihren Aussagen gemacht hatte. In einem exklusiven Interview mit RT Deutsch erzählen die beiden Jugendlichen über ihre Erfahrungen mit den deutschen ZDF-Journalisten.

Frontal einseitig – ZDF-Bericht über Kriegsverbrechen und Kindersoldaten in der Ostukraine

-Das ZDF-Politmagazin Frontal21 hat am 11. November einen Beitrag unter dem Titel „Kindersoldaten im Front-Einsatz“ ausgestrahlt. Tenor der Sendung: Nur in der Ostukraine gibt es Kindersoldaten im Kampfeinsatz und die Separatisten hätten diesen die Kindheit geraubt und gehören deswegen nach Den Haag. Ein Hinterfragen, was die Kinder zu ihrem Einsatz motiviert hat, findet genauso wenig statt, wie eine Recherche auf der anderen Seite der Front.

„In den Separatistengebieten der Ost-Ukraine wurden Kinder und Jugendliche zu Kampfeinsätzen an die Front geschickt. Das belegen Recherchen von Frontal21. In Interviews räumen Jugendliche ein, dass sie […] an „Säuberungsaktionen“ der Separatisten teilgenommen und selbst Kriegswaffen eingesetzt haben. Der Einsatz von Kindersoldaten stellt laut Völkerstrafgesetzbuch ein Kriegsverbrechen dar.“

-So der Intro-Text zum Beitrag von Frontal21 über Kindersoldaten in der Ostukraine. Und ja, der Einsatz von Kindersoldaten gilt als Kriegsverbrechen, wobei das internationale Kriegsrecht diese Grenze bei Kindern unter 15 Jahren zieht. Ebenso ist es notwendig und legitim diese Entwicklung entsprechend kritisch journalistisch zu begleiten.

-Doch verpasst Frontal21 durch die gesamte Aufmachung des Berichtes die Chance, sich diesem Thema mit der gebotenen journalistischen Objektivität zu nähern. In Konsequenz muss sich das ZDF erneut den Vorwurf einer explizit einseitigen Berichterstattung zur Ukraine und auch der politischen Instrumentalisierung des Themas gefallen lassen. Die Zuschauerkommentare zur Sendung sprechen da eine deutliche Sprache:

-Doch zurück zur Sendung. Zu Beginn wird sogar tatsächlich auf die militärische Ausbildung von Kindern durch den Rechten Sektor verwiesen, allerdings wird im weiteren Verlauf des Beitrages deutlich, dass dieser Verweis auf die Westukraine, nur eine Feigenblattfunktion erfüllt. Denn so die Off-Stimme der ZDF-Journalisten bereits ab Minute 0:41:

„Wir finden keine Belege dafür, dass diese Kinder [ausgebildet vom Rechten Sektor] tatsächlich an die Front geschickt worden. Anders bei den Separatisten.“

Quelle: vk.com/tabir.azovec

-Allerdings zeigt der gesamte weitere Beitrag deutlich, dass die Recherche in Bezug auf den Einsatz von Kindersoldaten von Beginn an ausschließlich auf die Ostukraine konzentriert war. Es wurde erst gar nicht versucht, „Belege“ für den Einsatz von Kindersoldaten durch die Freiwilligen Bataillone des Rechten Sektors oder von Asow und Co zu finden. Dass der ukrainische Präsident Petro Poroschenko bei seinen mehrmals ausgerufenen „Mobilisierungswellen“ explizit Bezug nahm auf Kinder unter 18 Jahren, findet ebenso wenig Erwähnung.

-Am auffälligsten am Frontal21-Beitrag ist aber das beinahe krampfhaft zu nennende Bemühen, die interviewten Kindersoldaten auf keinen Fall zu der eigentlich nahe liegenden Thematik zu befragen, was 15, 16-jährige Kinder dazu treibt, eine Waffe in die Hand zu nehmen und gegen ukrainische Regierungstruppen zu kämpfen. Denn was in dem Bericht, wenn auch nur zwischen den Zeilen deutlich wird, die Kinder wurden nicht zum Dienst an der Waffe gezwungen. Doch eine Frage nach den Gründen des Waffengangs von Kindern und Teenagern im Donbass, hätte dann ja notwendigerweise die Kriegsführung der ukrainischen Regierung gegen die ostukrainische Zivilbevölkerung thematisieren müssen.

Quelle: Ruptly

-Der Frontal21-Bericht verliert sich da lieber in Phrasen wie „verwerflich“, „Kanonenfutter der Separatisten“ und endet mit der beinah höhnisch anmutenden Aussagen:

„Den Kindersoldaten wurde die Kindheit geraubt. Diejenigen die sie raubten, gehören vor Gericht.“

-In der bizarren Darstellungswelt der Frontal21-Macher raubte folglich nicht etwa die Kiewer-Regierung unter Petro Poroschenko, die den Angriff auf die Zivilbevölkerung im Donbass ab Februar 2014 befahl, die Kindheit von Tausenden, sondern diejenigen, die sich gegen die Zerstörung ihrer Wohnzimmer, Krankenhäuser und Schulen zur Wehr setzten.

ZDF-Berichterstattung über russische Luftangriffe in Syrien: „Danke für die tägliche Dosis Propaganda“

-Die stark tendenziöse Berichterstattung des ZDF im Falle der russischen Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien sorgt für massive Empörung in den Sozialen Medien. Auf der ZDF-Facebookseite kommen die Zensoren des Staatsfernsehens mit ihren Zensurmaßnahmen gegenüber unerwünschten Meinungen nicht mehr nach. Kritisiert wird insbesondere die spekulative und unsachliche Berichterstattung, die unkritische Nutzung höchst fragwürdiger Quellen wie z.B. al-Nusra-Kämpfern, sowie Doppelmoral im Verhältnis zu den Tausenden Opfern US-amerikanischer Invasionen und Drohnenangriffe.

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-Über 600 Kommentare – vorwiegend kritische und ohne jene mitzuzählen, die einer massiven Löschwelle zum Opfer fielen – erhielt der Bericht von „ZDF heute“. Kritisiert wird hierbei vor allem die spekulative und unsachliche Berichterstattung, die sich vor allem auf höchst fragwürdige Quellen (vor allem dschihadistische al-Nusra-Kämpfer) stützt.

Quelle: Screenshot Twitter

Zudem wird behauptet, die Angriffe seien auf die Stadt Homs geflogen worden, während diese auf zwei Dörfer 10 und 20 Kilometer nördlich der Stadt mitten im IS-Gebiet durchgeführt wurden.

-Ein kritischer Nutzer merkte zudem an, dass ausländische (darunter auch US-amerikanische, arabische und israelische) Medien, die ansonsten grundsätzlich zugunsten der USA und gegen Russland argumentieren, deutlich sachlicher berichteten. Israelische Medien (u.a. The Israel Times) berichteten demnach darüber, dass Dschihadisten getötet wurden. Die Meldung, wonach es sich um Zivilisten handeln solle, die den russischen Luftangriffen zum Opfer fielen, wäre demnach Propaganda der al-Nusra, die gezielt Fehlinformationen streut.

-Ansonsten zeigt sich immer wieder der Tenor, dass das ZDF an Doppelmoral nicht zu überbieten ist. Denn wenn das US-Militär zu Hunderten und Tausenden unschuldige Zivilisten mit ihren Drohnen abschlachtet oder wenn die US-unterstützten Saudis im Jemen Hochzeitsgesellschaften bombardieren, schweigt man beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Denn die Amerikaner sind ja „die Guten“. Ein Kommentator drückte es passend aus: „Danke für die tägliche Dosis Propaganda, ZDF!“

-Ein anderer Kommentator reagierte auf die Lösch- und Sperrwelle des ZDF heute Teams mit dem Kommentar: „Liebes ZDF heute, sperrt mich ruhig, aber eure sogenannten ‚Journalisten‘ haben sie nicht mehr alle – und ihr auch nicht!“ Ein anderer schrieb: „Die Propagandamaschine läuft auf Hochtouren! Es gibt keine unabhängigen Journalisten in Syrien, die Quellen von dort sind mehr als fragwürdig und eindeutig interessengesteuert. Derlei zu veröffentlichen ist mehr als fahrlässig, das ist schlicht Manipulation!“

-Auf jeden Fall zeigt es sich immer deutlicher, dass die deutsche Bevölkerung sich nicht mehr jede Propaganda des Staatsfunks kritiklos unter die Nase reiben lässt. Auch deshalb, weil es Dank des Internets immer mehr Möglichkeiten gibt, sich bei verschiedenen Quellen zu informieren und sich dann ein umfassenderes Bild von der Lage zu machen. Insbesondere dann, wenn man zudem noch mindestens einer Fremdsprache mächtig ist. Das Vertrauen der Menschen in die – ohnehin nicht vorhandene – Objektivität des öffentlich rechtlichen Fernsehens bröckelt immer weiter.

-Der Artikel erschien zunächst auf Contra-Magazin und wurde im Zuge einer Content-Partnerschaft von RT Deutsch übernommen.

Palim Palim – ZDF zensiert medienkritisches Lied von Dieter Hallervorden bei „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“

-Dieter Hallervorden ist eine TV-Legende, wie es heute nur noch wenige gibt. Zu seinem 80. Geburtstag veröffentlichte der Komiker und Schauspieler ein neues Lied mit dem Titel „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)“. Politisch hat es das Stück, das sich um die zahlreichen Presselügen in Deutschland dreht, in sich. Das ZDF verhinderte nach Angaben von Hallervorden, dass in der gestrigen Sendung „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“ ein Ausschnitt aus dem Video gezeigt wurde.

Dieter Hallervorden, Quelle: Schokohäubchen, CC0

Dieter Hallervorden, Quelle: Schokohäubchen, CC0

-Klar, so macht man sich nicht unbedingt Freunde, in den von Interessengruppen und Lobbyorganisationen durchsetzten deutschen Medien. So heißt es im Text von Dieter Hallervordens Lied „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)“, das der TV-Star anlässlich seines 80. Geburtstages veröffentlichte, unter anderem:

„Israel macht Mauerbau, SED-Ideenklau.

Waffenhandel, Drohnenmord – sind der Schlager im Export“

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-Umweltkatastrophen, Ölkriege, Wasserprivatisierung, Finanzkapitalismus, Rufmord gegen Systemkritiker, Griechenlandplünderung, Edward Snowden und die NSA – In Hallervordens Stück fehlt praktisch kein aktuelles politisches Thema.

-Gekonnt macht sich der Komiker über die realtitätsverdrehenden Medienschlagzeilen zu all diesen Themen lustig, gefolgt von dem Refrain:

„So steht’s in der Zeitung drin, was glauben die, wie doof ich bin?“

-Für das gebührenfinanzierte ZDF, selbst häufig an vorderster Front dabei, wenn es um Medienlügen geht, war das wohl zu heikel. Der Sender hatte Hallervorden in seine gestrige Sendung „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“ eingeladen. Sehr passend, denn 100 Prozent der Verkaufserlöse von Hallervordens Geburtstags-Lied kommen der Flüchtlingshilfe zu Gute, kein Cent fließt in die eigene Tasche des Entertainers.

-Trotzdem, so gab der Jubilar kurz nach der Aufzeichnung auf Facebook bekannt, weigerte sich das ZDF, einen 51-sekündigen Ausschnitt aus dem Video in der Sendung zu zeigen:

„Morgen läuft im ZDF eine Sendung aus Anlass des derzeitigen Flüchtlingsdramas.

Ich war eingeladen und wollte einen 51-sekündigen Ausschnitt aus dem Musikvideo meines satirischen Songs „Ihr macht mir Mut“ zeigen.

Wohlgemerkt: Die Einnahmen, die sich für mich aus dem Verkauf ergeben, gehen ohne jeden Abzug, also zu 100%, an die Flüchtlingshilfe.

Obwohl die ZDF-Redaktion darüber informiert ist, dass kein Cent in meine Tasche wandert, sondern genau den Menschen zugute kommt, um die es in der Sendung geht, weigerte man sich, den Ausschnitt zu zeigen.

Bin gespannt, wie die Intendanz auf die Inkompetenz des zuständigen Redakteurs reagiert…
Hier ist übrigens der Link zu besagtem Video, dessen Ausstrahlung dem ZDF anscheinend zu heikel ist“

-RT Deutsch hilft gerne bei der Verbreitung des Liedes:

ZDF zensiert nachträglich US-kritischen Videobeitrag aus der Mediathek

-In den USA läuft der Präsidentschaftswahlkampf bereits auf Hochtouren. Das ZDF heute-journal sendete dazu einen unüblich kritischen Bericht, unter dem Titel: “Gekauft – Die Milliardäre und der US-Wahlkampf”, der sich mit den Geldströmen von US-Oligarchen an die US-Präsidentschaftskandidaten auseinandersetzt. Doch kurz nach der Ausstrahlung wurde der Beitrag aus der ZDF-Mediathek gelöscht und im heute-journal herausgeschnitten sowie mit einem Bericht über Balkan-Flüchtlinge ersetzt.

Im Vorspann der ZDF-Sendung ist der Hinweis auf den später zensierten Beitrag noch zu sehen. Screenshot by propagandaschau.wordpress.com

Im Vorspann der ZDF-Sendung ist der Hinweis auf den später zensierten Beitrag noch zu sehen. Screenshot by propagandaschau.wordpress.com

-Charles G. Koch und David H. Koch, die Gründer und Patriarchen des US-amerikanischen Großkonzerns Koch Industries, mischen sich seit jeher äußerst aktiv in die US-amerikanische Politik ein. So ist etwa das Aufkommen der radikal-konservativen Tea Party eng verwoben mit entsprechenden Geldspritzen der Koch-Brüder.

Zuschauermanipulation – Erneut formale Programmbeschwerde gegen das ZDF Heute-Journal

-Auch wird gemunkelt, dass die beiden Unternehmer massiven Einfluss auf die Besetzung des US-amerikanischen Präsidentenamts haben. „Ist das noch Demokratie, wenn Milliardäre mit ihren Spenden das Amt kaufen?“, fragte der ZDF-Korrespondent Ulf Röller in einem Beitrag für das heute-journal, der am 7. August ausgestrahlt wurde.

-Der knapp vierminütige Videobeitrag bietet alles, was bei den Mainzern normalerweise tabu ist: Ungeschönte Kritik am Zustand westlicher „Demokratien“, zudem werden Ross und Reiter benannt, womit sich Röllers Arbeit von der üblichen Hofberichterstattung merklich abhebt. Würden die etablierten Medien häufiger so arbeiten, die Kritik am medialen Mainstream wäre mit Sicherheit weniger schroff und aggressiv.

-Doch was man beim ZDF von derlei Ansätzen hält, zeigt sich an der Tatsache, dass der besagte Videobeitrag unter fadenscheinigen Argumenten nun aus der ZDF-Mediathek entfernt wurde. Angeblich sei Videomaterial von Fox News verwendet worden, für das keine Lizenz vorliege, so die Begründung, die offenbar auch Röller so hinnimmt.

Auch lesen: „Die Menschen fliehen vor komplexen Themen“ – ZDF-Nachrichtenchef Elmar Theveßen erklärt sein TV-Publikum für blöd

-Doch für derartige Fälle gibt es auch andere Lösungen als die komplette Löschung eines ganzen Beitrages. Schon in der Vergangenheit überblendete das ZDF, etwa bei der Sportberichterstattung, Teile von Videobeiträgen mit dem Hinweis „Der vorliegende Ausschnitt darf aus rechtlichen Gründen nicht im Internet gezeigt werden.“

-Eine weitere Möglichkeit wäre die Rechte für die fragliche Fox News-Sequenz einfach zu erwerben. An finanziellen Mitteln dafür mangelt es dem ZDF in Folge der öffentlichen und nachwievor üppigen Finanzierung mit Sicherheit nicht.

-Möglicherweise ist die ganze Begründung jedoch auch nur vorgeschoben, denn Zitatrecht und Fair Use-Regeln erlauben normalerweise das Einbetten von Videoschnipseln anderer Sendeanstalten in eigene Beiträge.

-Die Vermutung liegt also nahe, dass im Fall von Röllers Beitrag schlichtweg politische Zensur betrieben wurde, beziehungsweise sich der Sender massivem politischen Druck beugen musste. Eine weitere Schmach für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, die sich als Reaktion auf die harsche Kritik am eigenen Handeln und anhaltende „Lügenpresse“-Vorwürfe gerne mit angeblicher journalistischer Unabhängigkeit rühmen.

-Die Realität sieht offenbar anders aus. Was beim ZDF ebenfalls offenbar noch nicht verstanden wurde, ist die Tatsache, dass Zensur im Zeitalter des Internets meist eher zum Gegenteil der Lösch-Intention führt. Der zensierte Beitrag ist nun auf der Internetplattform MyVideo zu sehen und findet von dort sicherlich größere Verbreitung als wenn er einfach in der ZDF-Mediathek verblieben wäre. Auch auf das Gebaren der Koch-Brüder und ihre Rolle bei der Besetzung des US-amerikanischen Präsidentenamtes lohnt es sich wohl genauer zu schauen.

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