Mit ‘UNO’ getaggte Beiträge

http://www.voltairenet.org/article192718.html
Der Sicherheitsrat schickt sich an Israel den Bruch mit al-Kaida aufzuerlegen

Israel hat sich an der Vertreibung der Blauhelme aus der Pufferzone der Golanhöhen im August 2014 beteiligt und hat seit zwei Jahren dieses Gebiet al-Kaida anvertraut, der es den Nachschub sicherstellt. Dann hat Benjamin Netanyahu seine Absicht angekündigt, die Resolution 338 brechen und den besetzten Golan annektieren zu wollen. Das brachte das Fass zum überlaufen. Die USA und die Russische Föderation haben beschlossen, Israel zur Ordnung zu rufen.

| Damaskus (Syrien) | 3. Juli 2016
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Am 17. April verhöhnte Benjamin Netanyahu die internationale Gemeinschaft indem er eine Sitzung des Ministerrates auf dem Golan-Plateau organisierte und erklärte, dieses nie mehr an Syrien zurück geben zu wollen.

Der Sicherheitsrat dürfte demnächst eine gemeinsam von den USA und der Russischen Föderation Resolution aufgesetzte Resolution annehmen über die Kräfte der Vereinten Nationen, die damit beauftragt werden den Abzug (FNUOD/UNDOF)[1] zu beobachten, d.h. über die Blauhelme, die damit beauftragt werden sich auf dem Golan-Plateau zwischen Israel und die arabisch-syrische Republik zu stellen.

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45 Blauhelme der Fidjis wurden von Al-Kaida gefangen genommen und gegen Überweisung eines Lösegeldes auf ein Bankkonto wieder freigelassen.

Am 28. August 2014 gelang es der al-Nusra Front (al-Kaida) in die Pufferzone vorzudringen und 45 Blauhelme der Fidjis als Geiseln zu nehmen. Die Befehle der Vereinten Nationen ignorierend, versuchten phillippinische Blauhelme sie zu retten. Schließlich gelang es irischen Blauhelmen, begleitet von israelischen Soldaten den Kontakt mit den Djihadisten herzustellen. Nach langen Verhandlungen weigerte sich die UNO al-Nusra von der Liste der terroristischen Organisationen zu streichen, beschloß aber ein Lösegeld per Banküberweisung (!) zu bezahlen. Die Befreiung der Geiseln wurde nicht von der UNO verkündet, sondern von London durch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, eine NGO die dem MI6 als Deckmantel dient. Nie hat die UNO ihren Befehl, die Fidjis fallen zu lassen begründet, noch wurden Ermittlungen zum Bankkonto al-Kaidas aufgenommen.

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Premierminister Benjamin Netanjahu beglückwünscht al-Kaida Djihadisten die in Israel medizinisch versorgt werden

Seitdem gibt es keine Blauhelme mehr um die Anwendung der Resolution 338 sicher zu stellen, deren Rolle an al-Kaida niedergegangen ist. Wenn Djihadisten von der syrisch-arabischen Armee angegriffen und verletzt werden, ziehen sie sich auf israelisches Territorium zurück und werden im Ziv Medical Centre medizinisch versorgt, sowie anschließend von der israelischen Armee wieder an die Front begleitet, um den Kampf wieder aufzunehmen.

Am 17. April 2016 leistete Israel sich eine Provokation indem es den Ministerrat auf dem Golan einberief. Premierminister Bejamin Netanjahu hatte damals erklärt, dass sein Land niemals die Resolution 338 anwenden und niemals den Golan zurückgeben werde.

Am 14. Juni 2016 hatte der ehemalige Premierminister Ehud Barak die unverantwortliche Politik des Herrn Netanjahu angeprangert und die israelischen Führer dazu aufgerufen diesen mit allen Mitteln zu stürzen.

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Israelische Soldaten haben die Pufferzone an al-Kaida an Ort und Stelle der UNDOF übergeben.

Das Resolutions-Projekt formuliert namentlich:

- “ der Sicherheitsrat unterstreicht, dass es zu keinerlei militärischen Aktionen von Oppositionsgruppen in der Trennungszone kommen darf und bittet die Mitgliedsstaaten inständig, den bewaffneten syrischen Oppositionsgruppen eindeutig klar zu machen, dass sie jede Tätigkeit, welche die Soldaten des Friedens in Gefahr bringen könnten einzustellen und dass sie den Angestellten der Vereinten Nationen sämtliche Freiheiten einzuräumen haben, die sie benötigen um ihr Mandat in völliger Sicherheit durchzuführen.

- fordert alle Gruppen, die nicht den UNDOF angehören, jegliche Kampfstellungen, wie auch den Passierpunkt von Kouneitra aufzugeben und Fahrzeuge, Waffen und jegliches andere Material, welches Blauhelmen gehört, zurück zu geben.

Während sechzig Jahren hat Israel die Gefahr des arabischen und muslimischen Terrorismus an die Wand gemalt. Währenddessen hat es auf dem Golan geholfen die UNDOF zu vertreiben und die Pufferzone al-Kaida anvertraut.

Nach zwei Jahren der vorsätzlichen Verletzung des Völkerrechtes, sollte der Sicherheitsrat jetzt die UNDOF wieder in Stellung bringen und Israel seine Unterstützung für die Terrororganisation einstellen.

Der Staat Israel hat bis heute fast keine einzige der Resolutionen des Sicherheitsrates, die ihn selbst betrafen, respektiert.

Übersetzung
Ralf Hesse


http://www.voltairenet.org/article192136.html
Uno, EU und die Daesh-Schizophrenie

Die zwischenstaatlichen Organisationen können sich mit den Bestrebungen ihrer Mitgliedstaaten verbinden, um zu Ergebnissen zu kommen, die sie allein nicht erreichen könnten. Man sollte daraus schließen dürfen, dass die Uno und die EU auf den Kampf gegen Daesh eingestimmt sind. Stattdessen werfen diese beiden Organisationen den Akteuren vor Ort Knüppel zwischen die Beine und verschleiern die staatliche Unterstützung für den internationalen Terrorismus.

| Damaskus (Syrien) | 6. Juni 2016

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Jeffrey Feltman, Direktor für politische Angelegenheiten der Uno, und Federica Mogherini, Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Dienen diese beiden hohen Beamten dem Frieden oder lügen sie zum Nutzen des US-Imperialismus?

Während im Kalten Krieg die Forschungsmittel für die Sozial- und Politikwissenschaften in Studien des „Totalitarismus“ flossen – das heißt in die Gleichsetzung von Nationalsozialismus und Stalinismus –, wurden sie nach dem 11. September 2001 neu ausgerichtet auf den „Terrorismus“. Plötzlich tauchten Tausende von Experten auf, die Geldmittel erhalten, um im Nachhinein die offizielle Version der Anschläge, die Kriege in Afghanistan und gegen den Irak und die Verkündung des Patriot Act zu rechtfertigen.

Dreizehn Jahre später hat sich das Phänomen anlässlich der Ausrufung des Daesh-Kalifats wiederholt. Ab jetzt geht es weniger darum, gegen eine diffuse terroristische Bedrohung zu kämpfen, als um die Bekämpfung eines sehr realen, wenn auch nicht anerkannten Staates und die Verhinderung der Transfers von Waffen, Geld und Kämpfern, die er produziert.

Zwei zwischenstaatliche Organisationen, die Uno und die Europäische Union, haben ein gigantisches Werk vollbracht, um eine Strategie zur „Prävention gegen gewalttätigen Extremismus“ festzulegen und gegen Daesh zu kämpfen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen wird diese Ausarbeitungen am 30. Juni und 1. Juli prüfen. Offenbar ist zu befürchten, dass die „Prävention gegen gewalttätigen Extremismus“ nichts anderes als eine Rechtfertigung für die Unterdrückung jeder Opposition ist.

Beim Lesen der verfügbaren Schriftstücke – die (1) des Generalsekretärs der Uno, (2) des Ausschusses1373 für Terrorismusbekämpfung, (3) des Teams für Analytische Unterstützung und Überwachung der Sanktionen und (4) des Auswärtigen Dienstes der Europäischen Union – kommt Schwindel auf wegen dem, was nicht wie ein Schlachtplan aussieht, sondern wie die Ausarbeitung einer politisch korrekten Rhetorik.

Die Uno und die EU stützen sich ausschließlich auf westliche Quellen, die weit entfernt sind vom örtlichen Geschehen; niemals erwähnen sie die durch den Irak, Syrien oder Russland übermittelten Informationen, nicht einmal deren Existenz. Diese Informationen sind aber durch die Botschafter Mohamed Ali Alhakim, Baschar al-Dschafari und Vitali Tschurkin vorgelegt worden. Sie sind frei verfügbar.

Syrien und in geringerem Ausmaß der Irak haben täglich Informationen über den Transfer von Geld, Waffen und Dschihadisten geliefert, während Russland fünf Berichte in Umlauf gebracht hat zu den Themenbereichen
- 1. der illegale Kohlenwasserstoffhandel;
- 2. die Rekrutierung ausländischer terroristischer Kämpfer;
- 3. der Antiquitätenhandel;
- 4. die Lieferungen von Waffen und Munition;
- 5. die Komponenten für die Herstellung von improvisierten Sprengvorrichtungen.

Die Gesamtheit dieser Dokumente beschuldigt Saudi-Arabien, Qatar und die Türkei direkt. Diese drei Staaten – allesamt Verbündete der USA – haben mit pauschalem Leugnen reagiert, ohne sich jemals auf die Diskussion der geringsten Anschuldigung einzulassen.

Daesh ist zweckmäßig für vier Ziele der US-Strategie, sei es um im Irak einen Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten zu erzeugen oder für das Projekt der Teilung des Irak in drei föderale Bestandteile, oder das der Unterbrechung der Verbindung zwischen dem Iran und Libanon oder noch immer für den Plan zum Umsturz der Arabischen Republik Syrien. So dass man sich fragen kann: Wenn es Daesh nicht gäbe, müsste Washington es dann nicht erfinden?

Es wäre falsch zu glauben, dass die Nichtbeachtung der oben genannten Dokumente Zeichen eines antiirakischen, antisyrischen oder antirussischen Vorurteils wäre. Tatsächlich werden die öffentlichen und privaten westlichen Quellen, die derselben Auffassung sind, gleichermaßen ignoriert. Zum Beispiel die deklassifizierten Dokumente des US-Verteidigungsministeriums oder die Artikel in „Jane’s“, der Fetisch-Zeitschrift der Nato-Offiziere. Nein, die Uno und die EU gehen das Thema Daesh mit einem einfachen und eindeutigen Vorurteil an: Dieser Staat soll spontan auf der Bildfläche erschienen sein, ohne irgendwelche Unterstützung zu beziehen.

Die Verblendung der Uno geht so weit, dass ihr Generalsekretär Ban Ki-moon der durch Washington geführten internationalen Koalition die Siege zuschreibt, die durch die Opfer der irakischen und der syrischen Armee, durch den libanesischen Widerstand und durch den massiven Einsatz der russischen Streitkräfte erreicht wurden.

Uns wird versichert, das „Ergebnis“ von 15 Jahren „Krieg gegen den Terror“ wäre es, mehr als 1 ½ Millionen Zivilisten für 65 bis 90.000 vermutliche Terroristen getötet zu haben, und vom diffusen terroristischen Angriff (al-Qaida) direkt bei einem terroristischen Staat (Daesh) angekommen zu sein! Nachdem man uns erzählt hat, dass etwa 15 Mitgliedstaaten der Uno trotz jahrelanger internationaler Hilfeleistungen „gescheitert“ sind (Failled States) sollen wir glauben, dass es einer Gruppe von ungebildeten Kämpfern innerhalb einiger Monate gelungen sei, allein einen Staat zu gründen und den Weltfrieden zu bedrohen.

Al-Qaida hat sich langsam vom Status einer „Bedrohung“ zu dem eines „Verbündeten“ je nach Fall entwickelt. Sie durfte die AKP in der Türkei finanzieren, der Nato helfen, Muammar al-Gaddafi in Libyen zu stürzen, und „gute Arbeit“ in Syrien machen, während sie auf der Liste der Uno für terroristische Organisationen blieb. Niemand hat es für nötig gehalten, uns diese Entwicklung und diesen Widerspruch zu erklären. Es spielt keine Rolle mehr, denn der Status des „Feindes“ ist ja nun auf „Daesh“ übergegangen.

Wir haben gesehen, wie das westliche Lager 15 Jahre lang seine Theorie des 11. September und der Bedrohung durch al-Qaida entwickelt hat. Nach meiner Kritik dieses Ammenmärchens und obwohl die Attentate sich vervielfacht haben, hat die öffentliche Meinung langsam begonnen, die Aufrichtigkeit ihrer Regierungen anzuzweifeln, sich dann langsam von deren offiziellen Erklärungen abgewandt, so dass sie heute nicht mehr daran glaubt. Wobei einige Staatschefs – in Kuba, im Iran und in Venezuela – öffentlich erklärt haben, dass sie sich nicht betrügen lassen.

Werden wir nun, wo wir wissen, dass dieses Mal der Proteststandpunkt von Anfang an durch mehrere Staaten verteidigt wird, wovon zwei – Russland und China – Mitglieder im Sicherheitsrat sind, werden wir nun die nächsten 15 Jahre damit verbringen, gleichermaßen schizophren zu werden in Bezug auf die „Daesh-Bedrohung“?

Übersetzung
Sabine

Besonders mit der Terror-Angst wird die zunehmende Präsenz von Polizei im öffentlichen Leben begründet

Besonders mit der Terror-Angst wird die zunehmende Präsenz von Polizei im öffentlichen Leben begründet
Vier Tage lang war der UN-Sonderberichterstatter Maina Kiai in Großbritannien und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis hinsichtlich der Bürgerrechte auf der Insel. In seinem Bericht prangert Kiani zunächst die zunehmende Gewalt gegen Demonstranten an. Besorgt zeigte sich der UN-Vertreter auch über das Ausmaß der Internetüberwachung und die automatischen Vollmachten für diese.

Besonders im Fokus der Kritik steht ein Gesetz, das es der britischen Polizei erlaubt, jeden Bürger zu jeder Zeit anzuhalten und zu kontrollieren.

Obwohl die Regierung hier jüngst einige Einschränkungen vorgenommen hat, wird die Regelung weiterhin missbraucht.

Besonders muslimische Bürger sind davon betroffen. Gegenüber RT schildert Massoud Shadjareh, der Vorsitzende des islamischen Menschenrechts-Komitees in London, die Missstände aus seiner Perspektive.

https://deutsch.rt.com/afrika/37919-libyen-analyse-warum-un-einheitsregierung/
Libyen-Analyse: Warum die UN-Einheitsregierung auf Widerstand stößt

Libyen-Analyse: Warum die UN-Einheitsregierung auf Widerstand stößt

Das Vakuum in Libyen, das sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ zu Nutze macht, wird seit dem Sturz von Machthaber Gaddafi immer größer. Eine Initiative des Westens, welche von den Vereinten Nationen unterstützt wird, versucht seit Monaten eine hörige Regierung im Land zu schaffen. Diese stößt aber auf vehementen Widerstand der bereits bestehenden, rivalisierenden Regierungen in Tripolis und Tobruk.

Ein Gastbeitrag von Dzsihad Hadelli

Seit rund anderthalb Jahren herrschen in Libyen zwei Regierungen: Der Nationale Generalkongress (GNC) in der Hauptstadt Tripolis und das Repräsentantenhaus (HoR) in Tobruk, nahe der ägyptischen Grenze. Beide waren ursprünglich Post-Gaddafi-Institutionen, die dem Land einen demokratischen Übergang verschaffen sollten. Die Mandate beider Regierungshäuser sind offiziell abgelaufen, wurden jedoch von untereinander verfeindeten Milizen jeweils wieder ins Leben gerufen.

Und das in vollem Umfang. So sind beide im Besitz einer gleichnamigen staatlichen Nachrichtenagentur, sowie jeweils einer Nationalen Zentralbank, wobei nur in Tripoli tatsächlich Vermögen liegen. Der politische Bruch zwischen Tripolis und Tobruk schaffte ein Vakuum und förderte letztendlich die Ausweitung des IS in der Küstenstadt Sirte – eine fast schon metaphorische Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass Sirte geografisch exakt zwischen den Sitzen der rivalisierenden Regierungen liegt.

Nun hat die UN unter Leitung des deutschen Diplomaten Martin Kobler es zustandegebracht, eine Einheitsregierung, namentlich Regierung der Nationalen Einheit (GNA), aus beiden verfeindeten Regierungen zu bilden, deren Premierminister Faiez Serraj sein soll. Der Präsidentschaftsrat, die Exekutive der GNA, wurde vor wenigen Tagen nach Tripolis entsandt, um die Arbeit aufzunehmen.

Weltweit hagelte es dafür Applaus. Diverse EU-Staaten, u.a. Deutschland, erklärten die GNA sofort zur offiziellen Vertretung des libyschen Volkes und der UN-Sicherheitsrat beschloss eine Resolution, die sämtliche Konfliktparteien sanktioniert, die der Einheitsregierung im Wege stehen.

Am 30. März war es dann so weit: In einer „Nacht-und-Nebel“-Aktion setzte der Präsidentschaftsrat auf einer italienischen Fregatte seine Segel vom tunesischen Sfax zum Marine-Hafen Abu Sitta in Tripolis. Dort errichtete man ein Hauptquartier und wird seither von Pro-GNA-Milizen aus Tripolis und Misrata beschützt.

Der vertragliche Rahmen zu dieser Einheitsregierung wurde bereits im Dezember letzten Jahres in Shikrat (Marokko) unterzeichnet – allerdings von keiner der Kräfte, die eine tatsächliche Entscheidungsmacht in den konkurierenden Regierungen innegehabt hätte; und hier beginnt das Problem.

Zweifel an Unabhängigkeit und Authentizität

Der Präsidentschaftsrat der GNA ist zwar in Tripolis angekommen, wird derzeit jedoch weder vom GNC noch vom HoR anerkannt. Auch Teile der Bevölkerung stehen der von der UN zusammengesetzten Regierung kritisch gegenüber. Und das hat folgende Gründe:

Martin Kobler wurde erst zwei Monate vor Abschluss der einjährigen Friedensverhandlung zum UN-Vermittler ernannt. Genauer gesagt, führte er von da an die Arbeit seines gescheiterten Vorgängers Bernardino Leon weiter. Leon verzichtete im vergangenen September auf seine Position in der UN, nachdem seine Verhandlungsentwürfe von den libyschen Parteien permanent abgelehnt worden waren. Nach seinem Abgang nahm er geradeheraus eine Stelle als Generaldirektor der „Diplomatenakademie von Abu Dhabi“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) an.

Die VAE waren bis dato der vermutlich massivste Unterstützer einer libyschen Konfliktpartei und zwar des HoR in Tobruk und insbesondere dessen Verteidigungsministers Khalifa Haftar, einem ehemaligen CIA-Mann. Nicht nur Waffen, Munition und Militärfahrzeuge werden regelmäßig über die ägyptische Grenze zu ihm nach Tobruk geliefert. Auch militärisch intervenierten die Emiratis in Libyen zugunsten des HoR. So flogen beispielsweise am 18. August 2014 emiratische Kampfpiloten von einem Militärflughafen in Ägypten aus Ziele in Tripolis an und töteten 21 Pro-GNC-Kämpfer.

Nun zurück zu Bernardino Leon: Wie der Guardian vergangenen November enthüllte, bekam dieser sein Stellenangebot aus den VAE, während er noch als „unabhängiger Vermittler“ zwischen den libyschen Fronten tätig war. Satte 43.000 EUR soll er monatlich für die neue Stelle in Abu Dhabi kassieren. Seine persönlichen E-Mails, die ebenfalls von der britischen Tageszeitung veröffentlicht wurden, zeigten Dialoge, in denen er dem Außenminister der VAE, Abdullah bin Zayed, versicherte, die Einheitsregierung zugunsten des – von den VAE unterstütztem – HoR auszulegen.

Leon bat die UAE sogar um Zustimmung bei seiner Wahl des Premierministers einer künftigen Einheitsregierung. Ein Skandal, der, außer den Geschädigten in Tripolis, anscheinend niemanden interessierte. Die UN versprach lediglich, der Sache nachzugehen und Martin Kobler arbeitete einfach mit exakt denselben Verhandlungsunterlagen weiter. Die Vereinbarung könne nicht mehr geändert werden, war sein schlichter Kommentar dazu. Dabei hätte nach einem solchen Skandal die Vereinbarung völlig neu ausgehandelt werden müssen. Einige Verhandlungspartner boykottierten daraufhin die Gespräche. Die rivalisierenden Regierungen lehnten sie beide ab.

Trotzdem ließ Kobler am 17. Dezember die Vereinbarung von den Verhandlungspartnern unterschreiben, die dazu keinerlei Befugnis vonseiten des GNC oder HoR hatten. Es hat also gar kein Abkommen zwischen den rivalisierenden Regierungen gegeben. Es handelt sich um eine von der UN aufgesetzte Regierung, in der niemand gewählt wurde, die aber nun von beiden akzeptiert werden muss. Wenn nicht, folgen Sanktionen.

Dass dies keine leeren Drohungen sind, beweist die EU, die bereits gegen die Regierungsführer Nuri Abusahmain (GNC) und Agila Saleh (HoR) Sanktionen verhängt hat. Teil der UN-Vereinbarung war auch, dass das HoR die Mitglieder des Präsidentschaftsrats erst bewilligen muss, bevor diese in Libyen ihre Arbeit aufnehmen. Bisher wurde bei jeder Abstimmung dagegen gestimmt. Kobler hingegen entschloss sich dennoch – auch nach massivem Druck aus der EU –, den Präsidentschaftsrat nach Libyen zu schicken und damit erneut gegen die eigene Vereinbarung zu verstoßen.

Diese Entschlossenheit kommt nicht von ungefähr. Libyen besitzt weltweit die neuntgrößten Öl-Reserven. Doch die Ölförderung ist seit dem Sturz Gaddafis immer mehr zum Erliegen gekommen. Die Europäer, vor allem Italien, wollen ihre Öl-Geschäfte wiederaufnehmen und das funktioniert nur mit einer starken und international anerkannten Regierung. Vor allem jedoch verspricht sich die UN mit einer starken Regierung in Libyen zwei Dinge: Zum einen die Eindämmung des außer Kontrolle geratenen Flüchtlingstroms über West-Libyen und zum anderen die Bekämpfung des IS, der in Sirte, nur 500 Kilometer vor den Toren Europas (Malta), nistet und somit näher an Europa liegt als jeder andere IS-Bezirk der Welt.

Mit der GNA will die EU nun anfangen, beides effektiv zu bekämpfen. Die Dringlichkeit einer stabilen libyschen Regierung ist also von hoher Priorität, weil es hier um Probleme geht, die Europa betreffen. Darum muss alles schnell – wenn auch unsauber – ablaufen. Die Einheit der Libyer zu stärken, scheint nur ein günstiges Nebenprodukt der Maßnahmen zur Sicherung Europas zu sein und nicht das primäre Ziel der ganzen UN-Verhandlungen.

Khalifa Haftar ist die rote Linie“

Das HoR ist durch die Einheitsregierung von Beginn an klar begünstigt worden. Trotzdem scheiterte der Übergang durch Hardliner in Tobruk, die unbedingt Khalifa Haftar mit an Bord der Einheitsregierung haben wollten. Dabei sind gerade Haftar und seine seit 2014 anhaltende Offensive gegen oppositionelle Milizen und Politiker – bekannt als Operation Karama – einer der Hauptgründe, weswegen sich in Libyen zwei rivalisierende Regierungen gebildet haben. Dass der Premierminister der Einheitsregierung, Faiez Serraj, ein bekennender Unterstützer der Operation Karama ist, besänftigt die Hardliner in Tobruk nicht, genauso wenig die Tatsache, dass Mehidi Baragati, ein Vertrauter Haftars und Elite der Operation-Karama, für den Posten (auf dem die Hardliner gerne Haftar hätten) von der UN nominiert wurde.

Doch die Hardliner in Tobruk wollen Haftar und sonst niemanden. Das machen auch über Gebäude hängende Plakate in Benghazi klar, auf denen Haftar in Militäruniform zu sehen ist, mit der durchgezogenen Ansage „rote Linie“ in Bezug auf Verhandlungen.

Der größere Verlierer wird der GNC sein. Ihm unterstand die Nationalbank und die Kontrolle über einige der größten libyschen Städte. Er wird zu einem Beraterstatus degradiert, was nicht besonders verwunderlich ist. Denn wie Leon Herrn Bin Zayed bereits in den ersten fünf Monaten der UN-Verhandlungen mailte, arbeitete dieser „an einem politischen Plan, der nicht alle beteiligen werde“ und an einer Strategie, die den GNC „völlig außer Kraft setzen“ würde. Nun, Leon ist zwar abgetreten, es ist aber dennoch gelaufen, wie er es angestrebt hatte.

UN rügen Financial Times: Ban Ki-moons Aussagen zu Syrien und Russland falsch wiedergegeben

Fühlt sich falsch wiedergegeben: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon

Fühlt sich falsch wiedergegeben: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon
Es kommt nicht oft vor, dass die Vereinten Nationen sich an eine als renommiert geltende Zeitung wenden müssen, weil deren Journalisten die Worte des UN-Generalsekträrs Ban Ki-moon gezielt verdrehen. Genau das passierte jetzt aber im Falle der Financial Times, die Aussagen Bans zu Russlands Syrieneinsatz aus dem Zusammenhang gerissen und falsch wieder gegeben hat. Die Vereinten Nationen fordern nun eine Richtigstellung. Ein Musterbeispiel in Sachen transatlantischer Medienmanipulation.

Eine schmerzlichere Rüge kann es für eine Zeitung wohl kaum geben, als das, was der Financial Times nun widerfuhr. Deren Journalist Sam Jones hatte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon interviewt und auf Grundlage des Gespräches später einen Artikel für sein Blatt geschrieben. Es ging in dem Interview um Syrien, den Krieg und möglichen Frieden. Für Jones ging es aber vor allem um Russland.

Ein an Sam Jones‘ Chef, Lionel Barber, gerichtetes Schreiben, von Stéphane Dujarric, dem Sprecher des UN-Generalsekretariats, bemängelt gleich in drei wesentlichen Punkten, dass das, was Jones am Ende aus Bans Worten gemacht hat, letztlich nichts mit dem Gesagten gemein hat.

So behauptet Jones gleich zu Beginn, der UN-Generalsekretär habe gesagt, die russischen Luftangriffe in Syrien hätten die Friedensgespräche von Genf scheitern lassen. Eine Aussage, die der UN-Sprecher so nicht stehen lassen will. Aus den Aufnahmen des Interviews ginge vielmehr hervor, dass Ban mit keinem Wort Russland namentlich benannt hatte.

In diesem Stil gehen dann auch die Verdrehungen weiter, die Stéphane Dujarric richtig stellen muss. Aus der Aussage, alle beteiligten Parteien sollten sich enger an die Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrates halten, macht Jones „Ban warnte, Russland und Syrien würden sich nicht ausreichend an die Resolution halten.“

Blick durch das Zielfernrohr eines

Hier muss Bans Sprecher noch einmal darauf hinweisen, dass der Generalsekretär seine Worte natürlich mit größter Sorgfalt wählt: „Hätte er sich mit seinen Aussagen auf nur auf zwei Konfliktparteien beziehen wollen, hätte er dies getan.“

Auch bei der Behauptung, Ban zufolge würde Russlands Unterstützung für al-Assad einen sehr negativen Einfluss auf den Friedensprozess haben, den die Vereinten Nationen auf den Weg gebracht haben, muss Dujarric widersprechen. Wieder wird Russland von Jones in Bans Aussagen hineininterpretiert. Aus einer allgemeinen Aussage wird, nachdem diese durch den Filter des Financial Times-Redakteurs gelaufen ist, eine spezifische. Natürlich zu Ungunsten Russlands.

Das Schreiben endet mit der deutlichen Aufforderung, die angeführten Korrekturen zu veröffentlichen. Man darf gespannt sein, ob dies geschieht.

 

„Allein das syrische Volk entscheidet“ – Opposition blockiert Friedensverhandlungen für Syrien

Kurz vor dem Beginn der Verhandlungen in Genf trafen sich Gruppen der syrischen Opposition im "Hotel de la Paix" (Hotel des Friedens) in Lausanne, Schweiz, 27. Januar 2016.

Kurz vor dem Beginn der Verhandlungen in Genf trafen sich Gruppen der syrischen Opposition im „Hotel de la Paix“ (Hotel des Friedens) in Lausanne, Schweiz, 27. Januar 2016.
-In Genf sollen am Freitag die Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg beginnen. Unmittelbar davor drohen die Parteien aus dem in Saudi-Arabien gegründeten „Hohen Verhandlungskomitee“ das Treffen abzusagen. Neben der Regierung und den unterschiedlichen Milizen sitzen auch deren ausländischen Schutzmächte am Tisch. Bis zum letzten Moment bleibt die Teilnehmerliste umkämpft. RT stellt die wichtigsten Akteure und ihre Ziele vor.

-Unmittelbar vor den Friedensverhandlungen für Syrien drohen Oppositionsparteien aus dem in Saudi-Arabien gegründeten „Hohen Verhandlungskomitee“ erneut das Treffen abzusagen. Der Sprecher der Organisation, Salim al-Muslat, führte als öffentliche Begründung an, dass die reguläre syrische Armee ihre Kampfhandlungen nicht einstellt. Allerdings soll ein Waffenstillstand erst das Ziel der Gespräche sein, die die von Saudi-Arabien unterstützten Syrer nun erneut verzögern könnten.

-Am Donnerstag erinnerte der Außenminister der USA, John Kerry, die syrischen Oppositionellen daran, dass es sich um eine „historische Möglichkeit“ für Gespräche handelt, und dass sie ohne Vorbedingungen in die Verhandlungen gehen sollten. Die „Internationale Unterstützungsgruppe für Syrien“ verständigte sich Ende 2015 auf einen verbindlichen Fahrplan für das zerstörte Land. Der Gruppe gehören neben der Europäischen Union, der Russischen Föderation und den USA auch zahlreiche Staaten der Region an. Neben Saudi-Arabien, das seinen Einfluss in der arabischen Welt in den letzten Jahren aggressiv ausgeweitet hat, sind dies die etwa Türkei und Katar. Außerdem schicken der Iran und der Irak Vertreter in die Verhandlungen.

-Für die UNO, deren Sicherheitsrat den Prozess mit der Resolution 2254 gebilligt hat, leitet der Sondergesandte Staffan de Mastura die Verhandlungen. Er orientierte am Montag darauf, kurzfristig einen umfassenden Waffenstillstand zu erreichen, der es ermöglicht, humanitäre Hilfe in das Land zu schicken und gemeinsam die Terrormiliz Daesh (IS) zu bekämpfen. Das sich diesem Ziel der Irak, Iran und die Russische Föderation anschließen, kann als gesichert gelten.

-Die anderen Teilnehmer verfolgen jedoch Ziele, die teilweise weit über das UNO-Mandat hinausgehen. Um die Mehrheitsverhältnisse während der Verhandlungen von vornherein zu beeinflussen, versuchte insbesondere Saudi-Arabien zahlreiche terroristische Gruppen an den Tisch zu bringen. So bestehen die saudischen Herrscher darauf, dass mit Jaish al-Islam (Armee des Islam) und Ahrar al-Sham (Islamische Bewegung der freien Männer der Levante) zwei sunnitische Extremistenvereine am Tisch sitzen.

-Der Türkei ist es besonders wichtig, die Nationale Syrische Koalition in den Verhandlungen zu haben, die seit Beginn der Unruhen vom türkischen Territorium aus Politik in Syrien macht. Andererseits will der türkische Regierungschef Rejib Erdogan unter allen Umständen verhindern, dass die kurdische PYD-Milizen anwesend sind. Sie betrachtet die bewaffneten kurdischen Verbände als Terroristen. Für Russland und die USA sind die PYD-Verbände hingegen der verlässlichste Partner gegen Daesh.

-Die Resolution 2254 legt fest, dass „allein das syrische Volk über die Zukunft des Landes entscheidet“. Angesichts der Tatsache, die das gesamte aufständische Spektrum seit Jahren von ausländischen Mächten subventioniert wird, von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten, aus der Türkei, den USA und den ehemaligen Kolonialmächten Frankreich und Großbritannien, ist diese natürlich eine unrealistische Vorstellung.

-Hinter der diplomatischen Formulierung versteckt sich jedoch der Umstand, dass die aktuelle Regierung und Präsident Bashar al-Assad bestenfalls nach Neuwahlen abtreten. Wenn sie nicht sogar im Amt bestätigt werden. Einen von außen erzwungenen Regierungswechsel wird es nicht geben. Auf diesen Punkt bestanden insbesondere die Russische Föderation, der Iran und der Irak.

-Die Türkei, Saudi-Arabien und die Golfstaaten, aber auch die USA und die Europäer halten die islamistischen Extremistenverbände hingegen für das kleinere Übel. Sie wollen die Regierung Assad unter allen Umständen loswerden. Zwar besteht inzwischen Konsens, dass die Al-Qaida-Truppe al-Nusra und Daesh (IS) nicht an den Verhandlungen teilnehmen werden. All die Terrororganisationen haben jedoch seit 2011 vom umfangreichen Geldsegen aus den USA und den Golf-Staaten profitiert.

-Insofern werden die Verhandlungen stark davon abhängen, ob sich deren internationale Paten mit den anderen Mächten ins Verhältnis setzen. Die Voraussetzungen dafür stehen nicht besonders gut. Saudi-Arabien, dass sich mit einem 34-köpfigen „Hohen Verhandlungskomitee“ inzwischen die Schirmherrschaft über die Opposition gesichert hat, brach vor kurzem die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

-Das „Koordinierungskomitee“ vertritt die syrischen oppositionellen Gruppen, die in Damaskus aktiv sind. Sein Sprecher ist der alte Oppositionelle Hassan Abdel Azim. Es besteht aus etwa zehn zumeist linken Parteien, kurdischen und aramäischen Gruppen. Außerdem unterstützen zahlreiche unabhängige Aktivisten das „Koordinierungskomitee“. Es handelt sich um den Teil der syrischen Opposition, der sich im Jahr 2011 nicht in den gewalttätigen Widerstand hat verwickeln lassen.

-Seine Mitglieder plädieren für eine Verhandlungslösung mit der Baath-Regierung und lehnen jede militärische Einmischung von außen ab. Außerdem treten sie entschieden gegen religiöses Sektierertum auf. Das Bündnis, dessen Sitz sich in Damaskus befindet, wird von der Regierung zwar toleriert. Einzelne Mitglieder werden allerdings immer wieder schikaniert oder sogar verhaftet.

-Die wichtigste syrisch-kurdische Gruppe ist die „Demokratische Unionspartei“ (Partiya Yekitîya Demokrat, PYD). Sie ist Teil des „Koordinierungskomitee“, spielt aber wegen ihrer Präsenz im Nordosten Syriens eine besondere Rolle. Sie gilt als Ableger der kurdischen Arbeiterpartei PKK aus der Türkei, die in den USA und Europa als Terrororganisation eingestuft ist. Ihr bewaffneter Arm, die Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind der mit Abstand stärkste Gegner von Daesh (IS).

-Mit dem Beginn des Volksaufstands im Jahr 2011 organisierte die PYD in Rojava lokale Räte und Selbstverteidigungseinheiten. Zum Schutz der kurdischen Gebiete gründete die PYD im Oktober 2011 die Volksverteidigungseinheiten (YPG). Nach dem Abzug großer Teile des syrischen Militärs aus den kurdischen Gebieten konnte die PYD mithilfe der YPG zahlreiche kurdische Städte in Nordsyrien unter ihre Kontrolle bringen. Ihre Kämpfer errangen im Jahr 2015 im syrisch-kurdischen Bezirk Rojava wichtige militärische Erfolge gegen Daesh (IS). Auf russischen Druck wird nun auch der PYD-Vorsitzende Saleh Muslim in Genf dabei sein.

-Der vollständige Name des Bündnisses lautet: Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte. Sie wurde im November 2012 in der katarischen Hauptstadt Doha gegründet. Es gründete eine „Übergangsregierung“, die von den Staaten des Golf-Kooperationsrates als „legitime Vertretung des syrischen Volkes“ anerkannt wurde. Das sahen allerdings nicht alle gegen die Regierung engagierten Gruppen so. Die meisten der in Syrien aktiven Gruppen lehnen einen Führungsanspruch der Nationale Syrische Koalition ab.

-Die Nationale Syrische Koalition besteht vor allem aus Exil-Syrern und hat ihren Sitz schon seit längerem in Istanbul. An ihrer Spitze steht der 50-jährige Khaled Khoja. Die stärkste Gruppe ist die von der Türkei unterstützte Muslimbruderschaft. Mit dabei sind auch einige kleinere Kurdengruppen, wie der „Kurdische Nationalkongress“, die der Barzani-Partei KDP im Nordirak nahestehen. Die Nationale Syrische Koalition fordert den Rücktritt von Präsident Bashar al-Assad. Von dieser Position rückte sie erst im Dezember auf Druck ihrer internationalen Geldgeber ab.

-Zu Beginn des bewaffneten Aufstands gegen die Regierung stellte die Freie Syrische Armee einen der stärksten militärischen Verbände. Teilweise handelte es sich um Deserteure aus der regulären Armee, wie die Bewegung Freier Offiziere. Zwischenzeitlich soll sie bis zu 75.000 Militante organisiert haben. Auch in der FSA kämpften zahlreiche Söldner aus dem Ausland, insbesondere aus dem Libanon und Libyen. Seit spätestens Mai 2012 wurden Kämpfer der Freien Syrischen Armee und andere Einheiten der syrischen Opposition vom türkischen Geheimdienst trainiert und bewaffnet.

-Im Jahr 2013 verlor die FSA den größten Teil des von ihr kontrollierten Territoriums an Daesh (IS). Zwischenzeitlich galt die Gruppe als vollständig aufgelöst. Seit der Offensive der Volksverteidigungseinheiten (YPG) und mit dem Kampf gegen Daesh wurde die Organisation wieder stärker, auch weil der Westen sie als Gegengewicht zu den Islamisten versteht.

-Die Islamische Front ist ein Bündnis aus islamistischen Milizen. Sie wurde im November 2013 gegründet. Zusammen sollen die verschiedenen Gruppen damals bis zu 45.000 Kämpfer kontrolliert haben, darunter unzählige ausländische Söldner. Ihre Kämpfer sind salafistisch geprägt, zu Al-Qaida gibt es fließende Übergänge. Gründungsmitglieder sind die islamistische Ahrar asch-Scham, die Syrische Islamische Befreiungsfront, die At-Tauhid-Brigade aus Aleppo und die in Damaskus operierende Dschaisch al-Islam.

-Ihr erklärtes Ziel ist der Sturz der Assad-Regierung und die Errichtung eines islamischen Staates. Als wichtigster Unterstützer der Gruppen in der Islamischen Front gelten das Königreich Saudi-Arabien und die Golf-Staaten. Ihr Anführer ist Ahmed Issa al-Scheich. Zwar ist das Bündnis inzwischen nicht mehr so stark, aber die Islamische Armee (Dschaisch al-Islam) und die Islamische Bewegung der Levante (Ahrar al-Sham) verfügen zusammen immer noch über 27.500 Bewaffnete und gehören damit zu den stärksten Milizen in Syrien.

Südsudan: UN spricht von „weltweit größter humanitärer Katastrophe“ und fordert Waffenembargo

Salva Kiir, offiziell der Präsident des Südsudan, bei einem Treffen mit SPLA-Chef Paul Malong Awan. Der unvermeidliche schwarze Cowboyhut von Salva Kiir ist ein persönliches Geschenk von US-Präsident George W. Bush.

-Salva Kiir, offiziell der Präsident des Südsudan, bei einem Treffen mit SPLA-Chef Paul Malong Awan. Der unvermeidliche schwarze Cowboyhut von Salva Kiir ist ein persönliches Geschenk von US-Präsident George W. Bush.
-Das für Sanktionen zuständige Gremium der UN fordert den Sicherheitsrat auf, ein sofortiges Waffenembargo für den Südsudan zu verhängen. Der Präsident der an Erdöl reichen Region, Salva Kiir, und seine Widersacher machen sich weiterhin zahlreicher Gräueltaten an der Zivilbevölkerung schuldig. Der Bürgerkrieg, medial weitestgehend ignoriert, währt schon zwei Jahre. Insbesondere die USA und auch Deutschland spielten eine sehr aktive Rolle bei der Abspaltung des Südsudans im Jahr 2011.

-Der vertrauliche Bericht der UN-Organisation kommt zu dem Ergebnis, dass Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar ihre Streitkräfte vollständig unter Kontrolle haben. Insofern seien sie direkt verantwortlich für die Ermordung von Zivilisten und für andere Maßnahmen, die Sanktionen rechtfertigen.

-Der im Dezember 2013 ausgebrochene Bürgerkrieg im Südsudan führte laut UNO zur gegenwärtig größten humanitären Katastrophe auf der Welt. Bei den Kontrahenten, Präsident Salva Kiir und Riek Machar, handelt es sich um ehemalige Verbündete aus der Südsudanesischen Befreiungsfront (SPLA). Die SPLA wurde spätestens seit 2004 von den USA und anderen westlichen Staaten massiv aufgerüstet, um den ölreichen Süden vom Sudan abzuspalten.

Rebellenkämpfer im Südsudan, Februar 2014.

Rebellenkämpfer im Südsudan, Februar 2014.

-Unmittelbar nach der Gründung des Staates Südsudan im Sommer 2011 kam es jedoch zu Streitigkeiten zwischen den unterschiedlichen Milizen innerhalb der SPLA. Im Südsudan liegen über 80 Prozent der Ölreserven des Sudan. Durch die Abspaltung des Südens verlor die Zentralregierung in Karthum 55 Prozent ihrer Staatseinnahmen. Die Öleinnahmen des Sudan fielen von 11 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf weniger als 1,8 Milliarden im Jahr 2012.

-Die UN-Arbeitsgruppe fordert den Sicherheitsrat nun auf, die Spitzenpolitiker des Südsudan auf eine schwarze Liste zu setzen. Es sollten internationale Reiseverbote verhängt und die Vermögenswerte eingefroren werden. Für Irritationen sorgte, dass die Namen von Salva Kiir und Riek Machar nicht ausdrücklich für die schwarze Liste vorgesehen sind.

-Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin sagte am Montag, er sei besorgt, dass der Sicherheitsrat nur ein einseitiges Waffenembargo verhängt. Dies würde dazu führen, dass eine der beiden Bürgerkriegsparteien bevorzugt werde. Bisher forderte US-Außenmister Kerry nur Sanktionen gegen den Rebellenführer Riik Machar.

-In dem Bericht heißt es nach Angaben von Reuters:

„Es gibt es klare und überzeugende Beweise, dass die meisten während des Krieges begangenen Gewalttaten, einschließlich der Angriffe auf Zivilisten … auf der höchsten Ebene von Regierung und Opposition angeordnet wurden.“

Eine Frau steht in einem Auffanglager für intern vertriebene Flüchtlinge in Nyala, Süd-Darfur.

Eine Frau steht in einem Auffanglager für intern vertriebene Flüchtlinge in Nyala, Süd-Darfur.

-Trotzdem sei die Regierung, also Präsident Salva Kiir, verantwortlich für den größten Teil der Opfer.

-Seit dem Ausbruch des Konfliktes wurden nach Angaben der UNO mehr als 2,3 Millionen Menschen vertrieben. Fast vier Millionen Menschen leiden an akuter Knappheit von Nahrungsmitteln. Nach Ansicht des Flüchtlingshilfswerks UNHCR droht in der Region eine massive Hungersnot. Wie auch im Syrienkonflikt haben sich die meisten Menschen in die Nachbarländer geflüchtet.

-Laut UN-Bericht kaufte die Regierung unter Salva Kiir im Jahr 2014 mindestens vier MI-24 Kampfhubschrauber von einem ukrainischen Unternehmen. Dafür zahlte Südsudan fast 43 Millionen US-Dollar. Auch die Panzer und Hubschrauber, mit denen die US-Regierung die SPLA während des Bürgerkriegs beliefern ließ, stammten bereits aus der Ukraine. Gegenwärtig würden die Rebellen unter Riik Machar zudem versuchen, schultergestützte Flugabwehrraketen zu erwerben, heißt es in dem UNO-Bericht weiter.

-Beide Seiten hatten im August 2015 ein Friedensabkommen unterzeichnet, aber den Waffenstillstand immer wieder gebrochen. In dieser Zeit gingen die Menschenrechtsverletzungen durch die ehemaligen Verbündeten des Westens „unvermindert und bei voller Straflosigkeit“ weiter. Laut dem Bericht gehören dazu außergerichtliche Hinrichtungen, Folter, sexuelle Gewalt, außergerichtliche Festnahmen und Inhaftierungen, Entführungen, Vertreibungen sowie der Einsatz und die Rekrutierung von Kindern.

-Das Gremium berichtet, dass fast jeder Angriff auf ein Dorf mit der Vergewaltigung und Entführung von Frauen und Mädchen einhergeht:

„Alle Parteien nutzen gezielt Vergewaltigung als Kriegstaktik, oft sind es grausame Fälle von Gruppenvergewaltigungen.“

-Die Gefahr von massenhaften Gräueltaten sei im Südsudan höher als in Syrien, Irak und Jemen.

31.07.14 – ISRAEL – UN Hilfsagentur Sprecher bricht in Tränen über Tod von palästinensische Kinder

http://on.rt.com/ct4oxf

Screenshot aus YouTube video

– Ein Sprecher für das Hilfswerk der Vereinten Nationen und Arbeiten-Agentur (UNRWA), der Hilfe für die Palästinenser im Gazastreifen bietet, brach während einem TV-Interview in Tränen aus, das nach dem Mittwoch fatale Angriff auf eine UN-Schule die als Schutz diente stattfand.

– Zwanzig Menschen wurden getötet, nachdem eine Granate die UNRWA-Schule in Jabalia in Gaza traf, wo 3.300 Menschen Zuflucht genommen hatten.

– Chris Gunness, ein Sprecher der UNRWA, bei einem Interview auf Al Jazeera Arabisch am selben Tag, und von den Ereignisse überwältigt, verlor die Kontrolle über sich selbst.

– „Die Rechte der Palästinenser, sogar die von ihre Kinder, werden im Ganze verweigert“, sagte der offizielle vor das er vor der Kamera in Tränen bracht und schluchzte.

– „Es gibt Zeiten, wenn Tränen mehr als Worte sprechen. Alles versinkt in der Bedeutungslosigkeit gegenüber Gaza“, sagte Gunness, die von Reuters zitiert.

VIDEO – http://youtu.be/cu3lYK6OmMI

– In einer umgehend erlassene verurteilende Erklärung, die UN sagte, dass von ihnen versammelte Beweise zeigen, dass Israel hinter dem Anschlag war.

– „Kinder im Schlaf getötet; Dies ist ein Affront gegen alle von uns, und eine Quelle der universellen Schande“, so war in der Erklärung zu lesen.

– Es war das sechste Mal, das Israel, während der aktuellen Kampagne, die Schule in Jablia, die von UN geführte wird beschossen und getroffen wurde.

– Das israelische Militär sagte, den Vorfall wird noch untersucht, und behauptete, dass die Truppen mussten Feuer erwidern, nachdem die Militanten Palästinensern Mörsergranaten aus der Umgebung der UNRWA-Schule schossen.

– BILD –

– Der UNRWA-Generalkommissar Pierre Krähenbühl sagte, dass die Menschen die in der angegriffenen Schule Schutz gefunden hatte, wurden von der israelischen Armee angewiesen ihre Häuser zu verlassen.

– „Die genaue Lage der Jablia Mädchen Grundschule und die Tatsache, dass es Tausende von Vertriebenen beherbergte, wurde der israelischen Armee 17 Mal, um ihren Schutz zu gewährleisten, mitgeteilt, die letzte ist um 20:50 gestern nur wenige Stunden vor dem tödlichen Beschuss geschehen“, sagte der Beamte.

– Die UN bekommen Problemen mit der humanitären Katastrophe fertig zu werden

– Die UN-Agentur in Gaza kämpf schwer, um mit der zunehmenden Flut von Flüchtlingen in der Region inmitten einer humanitären Krise, die durch die anhaltenden Gewalttätigkeiten zwischen israelischen und palästinensischen Kämpfer, immer mehr werden, fertig zu werden.

– „UNRWA ist im Gaza-Streifen überfordert. Wir haben die Schmerzgrenze erreicht; Unsere Mitarbeiter werden getötet, unsere Unterkünfte sind überfüllt. Wo wird es enden… UNRWA hat jetzt 225.178 Vertriebenen in 86 Notunterkünften aufgenommen. Gaza wird zerstört. Also wohin, mit diesen Menschen, wenn der Krieg vorbei ist?“ Gunness sagte.

– Die Organisation hat gesagt, dass aufgrund mangelnder Ressourcen und einer zunehmend verschlechternden Sicherheitsumgebung „seine Ressourcen sind nicht grenzenlos und nicht ermöglichen einen zunehmenden IDP-Zustrom aufzunehmen“. Der verbleibende leere UNRWA Schulen „sind entweder unzugänglich oder unsicher, und andere Schutz-Lösungen, z. B. Zelte, sind keine brauchbare Optionen für Gaza“, die Agentur sagte in einer Erklärung.

– BILD –

– Darüber hinaus angesichts des Fehlens von sauberem Wasser und Sanitäreinrichtungen in Notunterkünften, die Beihilfe-Agentur hat Angst, dass sich eine Gesundheit-Katastrophe zu erwarten ist. Lebensmitteln, Medikamenten und Insektiziden sind auch Mangelwaren. Abgesehen davon, sagte die UN, dass Hunderttausende von traumatisierten Kindern dringend psychiatrische Beratung brauchen werden.

– Laut Reuters, am Donnerstag der UNRWA hat einen eindringlichen Appell Hilfsgelder von 187 Millionen US$ zu genehmigen, um Betten und Grundversorgung für Flüchtlinge zu kaufen und den Anstieg der Erkrankungen einzudämmen.

– Gaza Beamte sagen, in der israelischen Offensive auf die Enklave mindestens 1.361 Palästinenser, die meisten davon Zivilisten, getötet wurden. Israel sagt, dass es bei dem Konflikt 56 Soldaten verloren. Acht UN-Mitarbeiter sind auch im Konflikt getötet worden.

– „Nichts und niemand ist sicher im Gaza-Streifen“, sagte der UNRWA.

– Gaza Beamten sagen, dass ca. 1,361 Palästinenser, meist Zivilisten, während die Offensive von Israeli getötet wurden. Israel sagt 56 Soldaten verloren zu haben. Acht UN wurden auch getötet.

– Kommentar: normale Menschen sind empört und fragen sich wie Menschen geben kann, die sowas erlauben und andere, dass diese Befehle ausführen können. Menschen wie der Scharfschütze David Ovadia oder Ayelet Shaked, Knesset Abgeordnete und Mutter von zwei Kinder, die sich dem Tod von alle palästinensische Mütter wünscht, sind in der Psychiatrie als Menschen erkannt worden, die einfach keine Gewissen besitzen und keine Empathie für andere Menschen empfinden. Ich habe schon lange her Berichte über Studien darüber gelesen. Die ISIL Terroristen, die Iraker und Syrer Reihenweise köpfen oder erschießen, gehören auch in dieser Kategorie. Schlimm wird, wenn solche gestörte Menschen oder von solchen Menschen geführte Organisationen eine Führungsrolle übernehmen (Netanjahu, McCain, Bush, Blair, Fabius, Banker, Wall Street, AIPAC etc.) übernehmen, dann wird die Welt mit Tod und Zerstörung konfrontiert. Wir müssen uns leider damit abfinden, dass die Menschheit voll mit psychisch kranken Menschen ist und es wird keine Besserung geben, auch wenn wir einen Tag Mars erreichen werden oder mit neuen Roboter dem Markt überschwemmen.