Mit ‘Russalnd’ getaggte Beiträge

http://www.voltairenet.org/article193424.html

Pravda TV

Syrien, der russische Brückenkopf im Nahen Osten

Thierry Meyssan beantwortete die Fragen von Alexandre Artamonov für Pravda TV, über die Situation in Syrien und die Geopolitik des Mittelmeers.

| Moskau (Russland) | 22. September 2016

Eine kurze, nicht wörtliche Übersetzung des Interviews:

Pravda TV : Guten Tag auf Pravda.ru. Ich, A. Artamonov, habe das Vergnügen hier T. Meyssan, den bekannten Geoanalytiker per Skype aus Syrien zu empfangen. Guten Tag T. M. Jeder kennt T. Meyssan, in Frankreich und in Russland und so brauche ich ihn nicht vorzustellen mit seinem Website Voltaire.

Erste Frage an TM: Laut dem fr. Außenminister Y. Le Drian (11.Sept 2016) käme die französische Flotte auf Dauer ins Mittelmeer und ins Schwarze Meer, was einer Änderung der Politik der Nato gleichkäme.

TM: Zuerst zur dauernden Anwesenheit der Flotte: laut den internationalen Abkommen dürfen die westlichen Schiffe nicht länger als 21 Tage im Schwarzen Meer verweilen. Daher wird es sich um ein kontinuierliches Abwechseln der westlichen Schiffe handeln. Ich glaube nicht dass es etwas Neues ist, da die NATO, besonders seit dem Kiew-Putsch, dort schon präsent ist. Dann zum Mittelmeer im Allgemeinen: es ist ein Meer mit Geschichte. Es ist nicht, wie man glaubt, eine konfliktreiche Geschichte zwischen dem Norden und Süden, sondern seit Jahrhunderten ein Konflikt zwischen dem Westen und dem Osten des Mittelmeeres. Die Staaten die dort Interesse besitzen sind Frankreich, England, aber auch die USA, Russland und was man vergisst, auch China, weil schon am Ende des Altertums das Mittelmeer ein chinesisches Meer war.

Pravda TV: Hm. Einverstanden. Und noch etwas zum Schwarzen Meer: Ein franz. Schiff „Le Dupuy de l’homme“ (genauer Name unverständlich) wäre permanent im Schwarzen Meer anwesend.

TM: haha! Es ist ein Spionage Schiff, aber es wird nicht lange dort bleiben, weil Russland dort, wie hier in Syrien und in Kaliningrad [ehemaliges Königsberg;] an der deutschen Grenze eine Art Störgerät, das die Nato-kommunikationen im Umkreis von 300km unmöglich macht, rund um die Krimbasis installiert hat. So glaube ich nicht, dass dieses Schiff dort noch lange bleiben wird.

Pravda TV: Auf dem Natogipfel von Warschau sprach man von dem Schwarzen Meer als russische Achse sowie das Mittelmeer als Achse des französischen Imperiums im 19. Jht. angesehen wurde. Sind Sie damit einverstanden?

TM: übertrieben. Aber das ist eine Art und Weise für die Nato, zuzugeben, dass sie das Wort dort nicht mehr hat.

Pravda TV: Zur Türkei: Glauben Sie dass die Türkei und Russland dort (schwarzen Meer) gemeinsam gut auskommen können?

TM: Ich persönlich glaube absolut nicht an die Annäherung dieser beiden Staaten, die von gewissen Autoren vorgebracht wurde. Sie sind grundlegend feindliche Staaten; schon bei dem Terrorismus der 90er Jahre im Kaukasus wurden die Dschihadisten von der Türkei, d.h. von der Mili Gorus, dessen Chef Erdogan war, unterstützt. Die Türkei hat eine lange Tradition der Destabilisierung von Russland. Beide Länder sind auch in Syrien Feinde. Nur die Sorge, dass die PKK und die syrischen Kurden gemeinsam einen Staat vom Norden Syriens abzweigen könnten, bildet eine einmalige Annäherung der beiden Länder. Es gab einen ökonomischen Bruch zwischen ihnen, die Wirtschaft wurde dann wiederhergestellt, sehr gut, aber Wirtschaft ist nicht Politik, noch eine militärische Angelegenheit. In dieser Hinsicht ist die Opposition der beiden Staaten unwiderruflich. Geschichtlich existiert seit sehr langer Zeit eine Opposition zwischen den beiden und die Türkei hat sich da auch nicht sehr anständig benommen. Ich glaube nicht, dass sich das ändern wird.

Pravda TV : Gut. Ich vertraue Ihnen. Wir wurden ja alle überrascht durch diese unglaubliche Wende, die dem komischen, versagten Putsch in der Türkei gefolgt hätte. Anderer Punkt: die fr. Ausgabe des Saker, (aus den USA), behauptet, Putin könnte Schiedsrichter zwischen Erdogan und al-Assad spielen.

TM: ich glaube das ist ein Irrtum. Leider kann nichts zwischen Syrien und all den Ländern, die Syrien angreifen, verhandelt werden. Das einzig mögliche wäre Frieden zu machen. Dieser Krieg existiert heute nur, weil ausländische Mächte, die Türkei, Saudi-Arabien und der Katar, auf Anfrage der USA, militärisch und finanziell bewaffnete Gruppen aus allen Ländern unterstützen, die man „moderate Rebellen“ nennt, die aber weder Rebellen sind, weil Ausländer, noch moderate, weil sie den grausamsten Terrorismus betreiben. Vorzugeben, dass Putin eine Schiedsrichterrolle spielen könnte, ist falsch, und würde glauben machen, dass dieser Krieg von zwei gegeneinander eingestellten Mächten mit geteilten Interessen ausgetragen wird. Leider ist es ein existenzieller Krieg und nicht ein Krieg für Ressourcen in Syrien. Ich denke daher, dass es eine Illusion seitens der USA ist. Ich glaube unsere Freunde haben schlecht verstanden, was im Sommer in der Türkei passiert ist. Es gab einen Putschversuch und es ist für alle klar, dass er von den USA organisiert wurde. Aber es ist auch klar, dass dieser Versuch derart gemacht wurde, damit er versagt. Nichts wurde gegen Erdogans Hauptquartier unternommen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten diesen Versuch zu interpretieren: entweder war es eine „Warnung“ an Erdogan, damit er sich beruhigt…die aber sehr unwahrscheinlich ist, oder ein gewollter Fehlschlag des Putsches mit Einverständnis von Erdogan, um ihm die Mittel zu geben, um seine Opposition niederzumachen. Was Erdogan auch sofort unternahm. Wenn er auch zuerst einige Güllenisten verhaftete, war das nur eine Täuschung, F. Güllen ist ein Islamist, während die Urheber des Putsches ja Kemalisten sind. Erdogan dehnt heute seine Repression auf alle laizistischen Gruppen und auf Anhänger der kurdischen Minoritäten aus.

Pravda TV: Danke. Zurück zum Flugzeugträger Thema im Mittelmeer: Der Hafen Tartus in Syrien. Er ist seit langem ein russischer Stützpunkt aber das strategische Observatorium (Schweiz, Autor Richard Labeier,(?) (15 sept) behauptet in einem Artikel (Titel „Das Mittelmeer ist nicht mehr ein westliches Meer“) von gestern, die Chinesen würden sich auch dort neben den Russen einrichten.

TM: Ich bestätige: Eine chinesische Einheit macht dort Arbeiten, um später, nicht sofort, einen Anlegeplatz für chinesische Schiffe vorzubereiten. Derzeit gibt es keine chinesischen Soldaten in Syrien und ganz allgemein, die chinesische Armee geht jeglicher Konfrontation mit den westlichen Mächten, außerhalb ihres Einflussgebietes, aus dem Weg. Etwas sehr wichtiges, das man verstehen sollte. Während der ganzen Kriegszeit in Syrien hat China vermieden, sich militärisch einzumischen, wohl aber intensiv auf diplomatischer Ebene mitgemacht, und es hat Russland im Sicherheitsrat bei allen Vetos gefolgt, und hat auch verboten, Suchgeräte für die syrische Verteidigung gegen die von den Dschihadisten, der Nato also, gegrabenen Tunnel zu liefern. Die Dschihadisten haben enorme Befestigungen gebaut, grösser als die deutschen Bauten, mehr Beton als für die Siegfried Linie. Das Nichteinmischen Chinas ist noch immer heute so. Daher glaube ich, dass der Anlegeplatz für China in Tartus auf kurze oder mittlere Zeit keine militärische Auswirkung auf den aktuellen Konflikt haben wird.

Pravda TV: Ok. Zur Konfrontation mit Isis oder Daesh, die ihrer Meinung nach eine Kreation der NATO ist: Eine franz. Quelle zitiert 400000 Dschihadisten. Sie versteckten sich in der Wüste. Sie müssen aber versorgt werden mit Brot, Wein und Wasser. Wie funktioniert das?

TM: Niemand weiß mit Genauigkeit wieviele sie sind, außer jenen, die sie finanzieren (Gelächter). Von syrischer Seite ist die Schätzung in Syrien: 200000 bis 250000 Kämpfer. Sie sind aber auch im Irak. Zusammen könnten sie 400000 ausmachen.

Pravda TV: Sie müssen aber essen! Enorme Menge Leute. Wie ein Armeekorps des 2. Weltkrieges.

TM: Ja enorm! Aber es handelt sich um einen Weltkonflikt der sich in zwei Staaten abspielt, ein Weltkonflikt! Am Anfang des syrischen Krieges haben 130 Staaten und 16 internationale Institutionen daran teilgenommen. Heute sind sie natürlich weniger zahlreich, weil (unverständlich aber es bedeutet: „sie wissen dass der Krieg nicht gewonnen werden kann“) und der Krieg hat schon immense Summen, Dutzende Milliarden Dollar für die hauptsächlichen Akteure gekostet.

Pravda TV: Einverstanden aber wie machen sie es, um sie zu finanzieren? Versorgungswege, die Logistik? Nach dem Abgang von Erdogan, wie soll das weitergehen?

TM: Nein, nein, nein! Es gibt keinen Abtritt von Herrn Erdogan aus dem syrischen Konflikt. Herr Erdogan hat sich eingesetzt, um die Schaffung eines kurdischen Staates im Norden von Syrien durch die PKK und die syrischen Kurden zu verhindern. Er bekämpft diese Leute aber absolut nicht Daesh! Es gab auch keine einzige, absolut keine Schlacht mit Daesh außer einem Scharmützel mit einigen Toten. Sie haben sich in Dscharablus einfach in moderate Rebellen verwandelt. Die Türkei hat nie aufgegeben in den Syrienkrieg einzugreifen.

Pravda TV: Ok. Aus Zeitmangel, die letzte Frage: Laid, die Muslim-frau, hätte ein fürchterliches Blutbad der Dschihadisten in einem Schlachthaus miterlebt (Dutzende Ermordungen, Abschlachtungen). Die Schweizer Journalisten sagen, das Video nur 10 Sekunden ausgehalten zu haben. Ich bin ehemaliger Soldat aber hielt das Anschauen dieses Videos auch nicht aus. Wozu so etwas machen?

TM: Es ist eine gut überdachte Strategie von Daesh, die aus einer Zeit datiert (2004), als Daesh noch nicht existierte. Man braucht einen spektakulären Terrorismus. Anfänglich hieß Daesh das Islamische Emirat von Irak, geschaffen von J. Negroponte und General D. Petraeus und alles ist schriftlich reichlich dokumentiert. Dann wird es Daesh im Jahr 2014, Invasion von Syrien, finanziert von Saudi-Arabien und dem Katar. Es ist ein Shock and Awe Model. Nichts neues seit Apokalypse Now aus dem Vietnam Krieg. Er ist nicht so lange her. Diese schockierenden Bilder werden von profi-Filmregisseuren von einer britischen vom MI6 geförderten kommerziellen Firma gemacht, die Ableger in London Washington und in der Türkei hat. Die Ästhetik und der Terror sind Profi-Produkte die sich an jene richten die sie anschauen.

Pravda TV: Das ist schrecklich ich habe keinen Kommentar. Ich danke Ihnen Herr Meyssan.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle
Pravda.ru (Russland)

http://www.voltairenet.org/article193366.html
Scheinfrieden

Während die durch den US-Außenminister und seinen russischen Amtskollegen ausgemachte Waffenruhe in Syrien zu halten schien – abgesehen von dem israelischen Versuch am ersten Tag -, hat das Pentagon nun zum zweiten Mal die syrische Armee angegriffen. Es behauptet, es handle sich um einen Irrtum, aber die Reaktion der Botschafterin bei den Vereinten Nationen lässt stattdessen auf die Ausführung eines Planes schließen. Was inszeniert hier Washington?

| Damaskus (Syrien) | 20. September 2016

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Bei den Verhandlungen über einen Waffenstillstand mit den Vereinigten Staaten wusste Russland schon, dass sie ihn nicht mehr als die vorherigen respektieren würden. Aber Moskau hatte auf Fortschritte im Hinblick auf die Anerkennung einer multipolaren Welt gehofft. Für die letzte Chance einer Einigung schob Washington, seinerseits, das Ende der Präsidentschaft von Obama vor.

Lassen wir den israelischen Versuch, um den Waffenstillstand für einen Angriff auf Damaskus und den Golan auszunutzen, beiseite. Tel Aviv hat Schüsse einer neuen Raketen-Generation zu spüren bekommen, hat ein Flugzeug verloren und muss eine zweites reparieren. Es scheint, Syrien sei nun in der Lage, die regionale Luftvorherrschaft Israels zu bestreiten.

Lassen wir auch die europäischen Staats- und Regierungschefs beiseite, die dieser Vereinbarung Beifall gezollt haben, ohne den Inhalt zu kennen und die sich damit lächerlich gemacht haben.

Kommen wir zu den Fakten: der humanitäre UN-Konvoi war nämlich voll von Waffen und Munition. Er wartet noch immer an der türkischen Grenze, offiziell, weil die Straße nicht sicher sei, inoffiziell, weil Syrien angefragt hat, ihn vor der Weiterfahrt durchsuchen zu können. Diese Art des Vorgehens der Vereinten Nationen entspricht den Enthüllungen des ehemaligen Leiters des türkischen Anti-Terrorismus, Ahmet Sait Yayla, der derzeit auf der Flucht aus der Türkei ist: das Pentagon und die Türkei verwenden humanitäre Konvois, um die Dschihadisten zu bewaffnen.

Und dann hat das Pentagon eine syrische statische Position bei Deir Ez–Zor angegriffen. Es hat den Angriff erst gestoppt, als Russland es über seinen „Irrtum“ informiert hat. Und das Pentagon ließ die Dschihadisten ihren Angriff auf dem Weg, den man ihnen somit geebnet hatte, weiterführen.

Auf strategischer Ebene, um die syrische arabische Armee an der Befreiung von dem ganzen Deir Ez-Zor Gouvernement zu hindern, genügt es, Daesh in seiner Rolle als Hindernis auf der Straße von Damaskus- Bagdad- Teheran beizubehalten. In der Vergangenheit hatte das Pentagon Daesh erlaubt, Palmyra, die historische Etappe der „Seidenstraße“, zu besetzen. Heute ist die Straße immer noch auf der irakischen Seite durch die Dschihadisten abgeschnitten, könnte aber über Deir Ez–Zor umgangen werden, wenn die Iraker Mosul befreien.

Aus US-amerikanischer Sicht war das Abkommen nur ein Mittel, um Zeit zu gewinnen, um die Dschihadisten zu versorgen und um den Krieg fortzusetzen. Mit der Umkehrung der diplomatischen Situation, hat Russland eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats einberufen, was in Washington Panik auslöste. In der Tat fällt in diesen Zeitraum nicht nur das Ende von Obamas Mandat, sondern auch die Durchführung der Generalversammlung der Vereinten Nationen.

Die offensichtlich sehr besorgte US-Botschafterin am UN-Sicherheitsrat, Samantha Power, verließ den Konferenzraum mitten in der Sitzung, um sich an die Journalisten zu wenden. Sie hoffte so, dass die ersten Agenturdepeschen nur die amerikanische Darstellung verbreiten würden. Sie hat sich daher über die russische „Inszenierung“ lustig gemacht, über etwas, was nur ein einfacher „Fehlschuss“ (62 Tote und 100 Verletzte!) gewesen wäre. Dann gab sie sich einer Schmährede hin, über die weitaus schwerwiegenderen Verbrechen des Regimes von Damaskus. Über die Manipulation alarmiert, verließ der russische Botschafter, Vitali Churkin, dann den Konferenzsaal, um seinen Standpunkt abzugeben. Die vorsichtig gewordenen Journalisten, denen das britische House of Commons die Lügen von Frau Power über die angeblichen Verbrechen von Muammar Gaddafi in Erinnerung gerufen hatte, berichteten dann doch über beide Darstellungen.

Von nun an wird Russland seinen diplomatischen Vorteil weiter nutzen: die Vereinigten Staaten wurden des Verrates in flagranti ertappt. Moskau könnte die Generalversammlung dazu benützen, um seinen Willen anzukündigen, die Dschihadisten zu vernichten. Die US-Manipulation könnte sich gegen jene wenden, die sie ausgedacht haben. Washington hätte nur mehr zwei Optionen: entweder sich in eine offene Konfrontation einzulassen, was es aber nicht will, oder zu akzeptieren, dass seine Schützlinge das Spiel verlieren.

Übersetzung
Horst Frohlich
Sabine

Quelle
Al-Watan (Syrien)

beigefügte Dokumente
http://www.voltairenet.org/article192052.html
Iskander, Albtraum des ballistischen US-anti-Raketen-Schirms

Die Leistungsdaten der Iskander Raketen sind so spezifiziert, dass sie den US-Schutzschild durchdringen können. Infolgedessen kann man sich fragen, wozu die exorbitante Investition in Ost-Europa dienen sollen. Es scheint, dass Washington zunächst versucht den Schutz der Europäer zu rechtfertigen um dann auf lange Sicht darauf zu setzen, seine Kapazitäten, den Schutzschirm schneller modernisieren zu können, als die Russen ihre Raketen verbessern können.

| Bukarest (Rumänien) | 30. Mai 2016

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Mehr und mehr hat die NATO neue Offensiv-Waffen an den Grenzen zu Russland in Stellung gebracht, was Moskau dazu zwingt mit der Entfaltung von Defensiv-Waffen zu antworten. Das System der russischen Boden-Boden-Raketen, Iskander (Nato-Code SS-26 Stone), wird von der Raketenfabrik in Votkinsk (1000 km östlich von Moskau) gebaut. Es wurde speziell dafür konzipiert, den ballistischen US-Anti-Raketenschirm zu durchdringen. Die Rakete Iskander, mit einer Reichweite von 500 km ist nur mit einer Stufe Sojus NPO mit Festbrennstoff bestückt. Die 152.te taktische Raketen Brigade von Insterburg (Chernyakhovsk), in der Enklave Ostpreussen (Kaliningrad), ist mit Iskander-Raketen ausgerüstet und hat damit 300 km entfernt von der Raketenbasis Redzikowo, die Aufgabe den US-Anti-Raketen-Schirm in Polen zu neutralisieren.

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Als Antwort auf die in Rumänien installierten Elemente des Anti-Raketenschirms wird eine Batterie Iskander vorraussichtlich auf der Krim in Stellung gebracht, zusammen mit einem Regiment Langstreckenbomber vom Typ TU-22M3. Die Herstellung der Feuerbereitschaft für eine Batterie Iskander beträgt 4 Minuten. Die eingesetzte Taktik legt fest, dass stets zwei Pare von Iskander simultan in einem mögilchen Abstand zwischen 2 bis 6 Minuten gestartet werden. Die Iskander Raketen können mit konventionellen (thermobarischen [1], Streubomben oder Bunkerbrechern) oder nuklearen Gefechtsköpfen eingesetzt werden. Von der Krim bis zur rumänischen Schwarzmeer-Küste beträgt die Entfernung 378 km und die Reichweite der Iskander Raketen beträgt 500 km.

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Die Flugbahn einer Iskander Rakete ist nicht ballistisch, sonst hätte die Rakete bei einem Gewicht zwischen 3,8 und 4,2 Tonnen eine Reichweite von 1500 km. Der Zielanflug einer Iskander wird bei einer Geschwindigkeit von 7.600 nid 9.300 km/h unter einer Höhe von 60.000 m durchgeführt, wobei ein großer Teil der Flugbahn über den dichten Schichten der Atmosphäre, d.h. über 40.000 km liegt. Dieses Profil ist der Tatsache geschuldet, dass AA-Raketen mit großer Reichweite, wie die MIM-104 Patriot PAC-3, die auch über anti-ballistische Eigenschaften verfügen, ihre maximale Einsatzhöhe zwischen 30.000 bis 35.000 Metern haben. Diese Obergrenze wurde deswegen eingerichtet, weil die Mehrzahl der Kampfflugzeuge niemals eine Höhe von 20.000 m überschreiten. Indessen hat Rumänien keine Patriot-Raketen und die antiballistischen SM-3 block 1b, die den Schild in Deveselu bestücken, können nichts unter einer Höhe von 80.000 Metern abfangen, Höhe ab welcher erst die Funktion der Bordsensoren einsetzt.

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In der Endphase des Fluges, wenn sie in den Wirkungsbereich der Patriot-Abfangsysteme eintritt, führt die Iskaner Ausweichmanöver aus und wirft 10 Schein-Ziele in Form von Metall-Polyedern aus. Die AA-Verteidigung hat nur ein sehr kurzes Zeitfenster und kann einen Gefechtskopf nicht von Scheinzielen unterscheiden. Um eine einzige Iskander also sicher zu neutralisieren müssten 11 Patriot abgefeuert werden und um ein Paar Iskander abzufangen würden 22 Patriot benötigt. Ihr Flugprofil und ihre Verschleierungs-Ausrüstung verleihen der Iskander hohe Überlebenschancen, wodurch sie fast unmöglich abgefangen werden kann.

Übersetzung
Ralf Hesse

[1] auch high-impulse thermobaric weapons, HITs oder fuel-air explosives (FAE ou FAX) bzw. Aerosol-Bomben genannt mit zunächst hohem Druck und anschließender hoher Depression

http://www.presstv.ir/Detail/2016/03/14/455629/Russia-lavrov-Syria-Raqqah
Russian Foreign Minister Sergei Lavrov arrives for a news conference after the International Syria Support Group (ISSG) meeting in Munich, southern Germany, on February 12, 2016. (AFP photo)
Russlands Außenminister Sergei Lavrov kommt für eine Pressekonferenz nach der Tagung der Internationalen Syrien Support Group (ISSG) in München, Süddeutschland, 12. Februar 2016. (AFP-Foto)

14.03.16 – SYRIEN – Russland bereit mit USA zu kooperieren um Raqqa zu befreien: Lawrow

-Russland sagt, dass es bereit ist mit der US-geführten Koalition in Syrien zu arbeiten, um die Daesh-Hochburg von Raqqa von der Terroristen zu befreien..

„Wir sind bereit, unsere Aktionen mit den Amerikanern zu koordinieren, da Raqqa im östlichen Teil von Syrien liegt und die amerikanische Koalition hauptsächlich … dort operiert“, so Russlands Außenminister Sergei Lavrov sagte in einem Interview mit der Ren-TV-Fernsehsender.

-Lawrow sagte auch, dass Washington zuvor Bereitschaft geäußert haben, die Operationen in Syrien zu teilen, mit den USA und ihre Koalitionspartner die Rückeroberung von Raqqa zu betreiben und Russland sollte der antiken Stadt Palmyra in der zentralen Provinz Homs befreien.

„Vielleicht, es ist kein Geheimnis, wenn ich sage, dass irgendwann die Amerikaner haben vorgeschlagen einer „Arbeitsteilung“ durchzuführen, d.h. die russischen Luftstreitkräfte sollten sich auf die Befreiung von Palmyra konzentrieren, während  amerikanische Koalition, mit Unterstützung Russlands, sollte sich auf die Befreiung von Raqqa konzentrieren“, Lawrow sagte weiter.

-Russland startete ihre Luftoperationen gegen Takfiri Daesh Terroristen und andere Militanten Gruppen in Syrien am 30. September durch einer Antrag von der Regierung von Damaskus.

-Die USA, zusammen mit einigen seiner Verbündeten hat auch Luftangriffe gegen angebliche Daesh Positionen in Syrien ohne eine Genehmigung von Damaskus oder ein UN-Mandat seit September 2014 geführt. Die Luft-Angriffe sind eine Erweiterung der US-geführten Luft-Kampagne im benachbarten Irak, die im August dieses Jahres begonnen hat.

-Viele Parteien in der Koalition werden weithin beschuldigt zu dem Anstieg von Terrorgruppen in Syrien in den letzten Jahren beigetragen zu haben.