Mit ‘Propaganda’ getaggte Beiträge

https://deutsch.rt.com/inland/37254-zeit-bild-und-nato-trolle/
ZEIT, BILD und die NATO-Trolle

"Angela, meine Geheimdienstler sagen, deine Geheimdienstler erzählen, dass ich dich stürzen will?" "Ach, nimm das nicht so ernst. Du weißt doch, dass meine Geheimdienstler deinen Geheimdienstlern immer verheimlichen wollen, dass ich dich stürzen soll."

„Angela, meine Geheimdienstler sagen, deine Geheimdienstler erzählen, dass ich dich stürzen will?“ „Ach, nimm das nicht so ernst. Du weißt doch, dass meine Geheimdienstler deinen Geheimdienstlern immer verheimlichen wollen, dass ich dich stürzen soll.“
In den vergangenen Tagen trieben die Journalisten erneut eine alte Propaganda-Sau durchs Dorf. Putin will angeblich Merkel stürzen. Deshalb schickt der russische Präsident die Flüchtlinge und die Russlanddeutschen, und vom russischen Steuerzahler finanzierte Medien. Was die NATO-Trolle sich sonst noch ausgedacht haben:

Am Mittwoch veröffentlichten zahlreiche deutsche Verleger erneut massive und unsachliche Vorwürfe gegen die Außenpolitik der Russischen Föderation. Im Mittelpunkt stand ein Bericht vom auflagenstärksten Blatt der Axel Springer SE, der BILD-Zeitung. Das Blatt beruft sich auf Informationen der Geheimdienste BND und Verfassungsschutz. Die hatten wohl schon im Februar den Abgeordneten des deutschen Bundestages erzählt, dass Russland angeblich „über Propaganda Einfluss auf die deutsche Politik“ nehmen will.

John McCain bei seiner

Besonders hässlich: Die Geheimdienstler markieren eine ganze Gruppe in der deutschen Bevölkerung anhand ihrer Herkunftsmerkmale als „gefährlich“, nämlich zwei Millionen Menschen, die als „Russlanddeutsche“ ihre Vorfahren im Gebiet der heutigen Russischen Föderation haben.

Besonders dumm: BND-Vizepräsident Guido Müller und der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen versuchten wohl ernsthaft, den Parlamentariern in der Parlamentarischen Kontrollkommission einzureden, dass die russische Regierung die Absicht habe, das politische System in Deutschland zu „destabilisieren“. Noch eins drauf: Putin will angeblich Bundeskanzlerin Angela Merkel stürzen.

Besonders auffällig: Natürlich sind Sitzungen des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) „streng geheim“. Andererseits scheinen die dort verbreiteten Informationen geradezu für die Öffentlichkeit bestimmt zu sein. Jedenfalls brachten gestern alle Medien der großen deutschen Verlagshäuser wortgetreu, massiv und konsonant den schmerzhaften Unfug, den Müller und Maaßen den Abgeordneten aufgetischt hatten.

Besonders interessant: In den Medienberichten wurden die Urheber der absonderlichen Kampagne recht genau benannt. Im letzten Sommer richtete die NATO ein Exzellenz-Zentrum für strategische Kommunikation (Stratcom COE) in der lettischen Hauptstadt ein. Dessen Aufgabe soll es sein, den Informationskrieg gegen Russland zu führen. Zudem berichtet die Wochenzeitung Die Zeit, herausgegeben von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, in ihrem Propaganda-Beitrag, dass auf EU-Ebene bereits seit März 2015 an dem Projekt gearbeitet wird.

Angesichts der dürftigen Faktenlage, mit der Müller und Maaßen hausieren gehen, fragt sich natürlich, warum die Chefs der deutschen Geheimdienste sich mit einem derartigen Unfug lächerlich machen. Eine Antwort lautet: Sie spielen mal wieder die Wasserträger im Rahmen ihrer NATO-Verpflichtungen. Insofern liegt Russlands Außenminister Sergej Lawrow vollkommen richtig, wenn er sich über diese debilen Anwürfe gar nicht erst in Berlin beschwert, sondern gleich direkt mit John Kerry darüber spricht.

Opa erzählt vom Krieg. Hier noch relativ frisch, auf dem Halifx-Forum im Jahr 2012.

Zum schmutzigen Geschäft gehört aber auch die Regel: „Was ich selber mach und tu, trau ich auch den anderen zu.“ Der von Hitlers Geheimdienstlern gegründete Dienst, Spitzname in der Nachkriegszeit ‚Bundesnazidienst‘ (BND), stützt sich im operativen Geschäft bis heute auf die blutsverwandte Gemeinde im Ausland, sprich Auslandsdeutsche. In der völkischen Vorstellungswelt der BND-Leute sind Russlanddeutsche natürlich ebenso interessant wie verdächtig.

Es muss also durchaus ernst genommen werden, wenn Müller und Maaßen jetzt ankündigen, dass sie ihre Agenten auf den Teil der deutschen Bevölkerung ansetzen, der selbst in Russland geboren ist, oder auf Menschen, deren Eltern von dort stammen. Dabei wird es aber kaum darum gehen, russische Propaganda aufzudecken.

Besorgniserregend ist dabei, mit welchem Gleichmut die deutsche Öffentlichkeit es inzwischen hinnimmt, dass die Geheimdienste ankündigen, sie werden nicht nur bestimmte Bevölkerungsgruppen bespitzeln, sondern auch in Deutschland aktive Journalisten, Blogger und Internetaktivisten. Sobald das NATO-Fußvolk nur behauptet, die zukünftigen Opfer ihrer Rechtsbrüche seien die „Fünfte Kolonne Putins“, freuen sich auch bestimmte Journalisten darüber, dass Angehörige ihrer eigenen Berufsgruppe neuerdings vogelfrei sind.

Dass Journalisten und Medien im Westen neuerdings öffentlich zur geheimdienstlichen Bearbeitung freigegeben sind, sobald ihre Berichterstattung von der NATO zu „hybrider Kriegsführung“ deklariert werden kann, das wird deutsche Politiker und Journalisten-Kollegen natürlich nicht daran hindern, sich weiterhin weltweit als Gralshüter der Meinungsfreiheit aufzuspielen.

Quelle: Manfred Sauke

Natürlich kann die Axel Springer SE erwarten, dass ihre diversen Lizenzausgaben in Russland, darunter Ableger der Computer BILD, des Magazins OK! und der Zeitschrift Forbes, nicht etwa als hybride Kriegsführung eines NATO-Staates behandelt werden. Vor wenigen Jahren erst erweiterte Axel Springer Societas ihr Portfolio am russischen Medienmarkt um Titel wie Geo, Gala Biografia und Geo Traveller sowie einige Internetportale.

Ebensowenig würde Holtzbrinck sein Engagement im Ausland als Propaganda behandelt sehen wollen. Wie es sich in einer globalisierten Welt gehört, verkauft das Unternehmen politische und wirtschaftliche Informationen in über 80 Ländern. Noch stärker internationalisiert ist der Geschäftsbereich Wissenschaft: Gemeinsam mit dem Finanzinvestor BC Partners (BCP) kontrolliert die Holtzbrinck Publishing Group einen der größten Wissenschaft- und Bildungsverlage der Welt.

Doch genug vom schnöden Mammon. Am Ende geht es natürlich um Politik. Und hier hält die aktuelle Kampagne noch eine besondere Anekdote bereit: Niemandem, am allerwenigsten der Bundeskanzlerin, ist entgangen, dass seit dem Sommer 2015 eine massive Kampagne gegen ihre Person stattfindet. Wer die Produkte von Springer und Holtzbrinck käuflich erwirbt, weiß auch, dass die in Europa ankommenden Flüchtlinge in dieser Kampagne eine besondere Rolle spielen.

Natürlich fragt man sich, wer diese Kampagne führt. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der NSA-Spionage kennen die Methoden der Verbündeten von jenseits des Atlantik recht gut. Und im NSU-Ausschuss liegen genug Informationen vor, um einschätzen zu können, wessen V-Leute Hogesa und Pegida gegründet haben. Die CDU-Mitglieder wissen natürlich, wer in den Landesverbänden Hessen, Thüringen und Sachsen Stimmung gegen die Kanzlerin macht.

Fest steht: Dort war und ist weit und breit kein Russe zu sehen. Innerhalb der konservativen Netzwerke hat sich der Unmut über die Politik der Bundeskanzlerin jahrelang angestaut. Und ein Europa unter deutscher Hegemonie stört noch ganz anderes Klientel. Anstatt dem Vorschlag der US-Amerikaner zu folgen, den Ukraine-Konflikt weiter zu eskalieren, rief die Kanzlerin das Normandie-Format zusammen. Sie lässt ihren Außenminister Druck bei den Iran-Verhandlungen machen und ihren Wirtschaftsminister Teheran besuchen.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Oktober 2015 auf einer Arbeitsplattform in der Nordsee.

Kaum standen die Flüchtlinge vor Amerikas Kriegen an der Grenze, erklärte Merkel, ohne irgendwo nachzufragen, dass die Präsidentschaft Assads natürlich kein Hindernis für eine Friedenslösung in Syrien sein darf. Und sie telefoniert häufiger mit Putin als mit Obama. Zu guter Letzt lässt sie einfach die Nordstream 2-Geschäfte wiederaufnehmen, nachdem das gesamte NATO-Personal drei Jahre lang hart daran gearbeitet hatte, Russland aus dem europäischen Energiemarkt zu drängen.

Diese Frau soll Wladimir Putin stürzen wollen? In diesem Text wurde viel Herabwürdigendes über NATO, BND und Verfassungsschutz geäußert. Deshalb zum Schluss etwas Versöhnliches:

Die Unverschämtheit, mit der bestimmte konservative Netzwerker, dubiose Geheimdienstler und NATO-Propagandisten nun dem Iwan ihre eigene Kampagne unterschieben wollen, die muss jedem politischen Beobachter Respekt abnötigen. Andererseits ist das bei diesen Leuten gar nicht so ungewöhnlich: Wer hat ihrer Meinung nach den „Islamischen Staat“ unterstützt? Assad. Wer ist schuld am Krieg in Syrien? Putin. Wer schickt die Flüchtlinge nach Europa? Auch Putin. Ehrlich gesagt, ist diese dreiste „Haltet-den-Dieb-Masche“ eine Standard-Operation.

VIDEO auf  http://www.presstv.ir/Detail/2016/02/10/449483/Russia-US-France-2-PBS-NewsHour-Euronews-Konashenkov-Syria-Daesh

10.02.16 – USA – EUROPA – RUSSLAND – Westliche Medien rechtfertigen US-geführten Koalition in Syrien mit Russland Streiks Filmmaterial –

-Für die so genannte US-geführten Koalition in Syrien, der beste Weg seine militärischen Operationen zu rechtfertigen scheint  Plagiat-Aufnahmen, die die russische Kampfflugzeuge in ihrem unvermindert Feldzug gegen die Terrororganisation Daesh Takfiri und andere Terror-Organisationen aktiv im Krieg zerstörten arabischen Land aufgenommen wurden. 

-Laut einem Bericht von RT am Dienstag veröffentlicht, der staatliche Fernsehsender France 2 hat ein Sendebericht am 2. Februar ausgestrahlt, dass die russische Kampagne in Syrien kritisierte und in der gleichen Zeit lobte die Erfolge der US-geführten Koalition und dabei Aufnahmen von Anti-Terror-Luftangriffe von den russischen Jets gezigt und sie als Koalition Operationen angegeben.

-„Die Flugzeuge der US-Koalition haben eine harte Zeit Ziele zu finden die sie zerstören wollen“, die Reporter sagte: während Bilder von russischen Luftangriffen gezeigt wurden. Die Reporter ging weiter und sprach über die Schwierigkeit terroristische Ausbildungslager, Hauptquartiere, Munition Depots und Öl Einrichtungen zu zerstören, während der Bericht mehr Videos von russischen Anti-Terror-Luftangriffe zeigte.

-Dies ist beileibe nicht zum ersten Mal, das westliche Medien Film-Material der russischen Luftangriffe in Syrien verwenden, und sie als von den USA geführten Koalition darstellen.

-Am 16 Dezember letzten Jahres, der russische Verteidigungsministerium Sprecher Igor Konashenkov erzählte Journalisten in Syrien Latakia Provinz, über einer letzten Sendung vom Euronews Fernsehsender, in dem „ein Vertreter der United States Army Central Command“ die Erfolge  von der US-geführten Koalition kommentierte, und „der Start der russischen Marschflugkörper durch strategische Bomber Tu-160“ zeigte.

-Auch am 19. November, ein weiterer Fall von Bombardierung Plagiat kam raus, als die amerikanischen PBS NewsHour Programm ein Bericht über „das erste Mal, das die USA Öl Lieferwagen angreift“ über Daesh in Syrien sendete, und zeigte schwarz-weiß Militär Film-Material des russischen Verteidigungsministeriums, wo gezeigt wurde, wie russische Kampfflugzeuge, einen Öl-Depot und ein großer Öl-LKW-Konvoi von der Terrorgruppe attackierten und zerstörten.

Eine russische Sukhoi Su-30SM-Kampfjet landet auf der russischen Hmeimin-Militärbasis in syrischen Latakia Provinz auf 16. Dezember 2015. (AFP)

-Seit September 2014, die USA zusammen mit einigen seiner Verbündeten hat angeblich Luftangriffe gegen Daesh Terroristen in Syrien ohne Genehmigung von Damaskus oder ein UN-Mandat, durchführt. Die Angriffe in Syrien sind eine Erweiterung der US-geführten Luft-Kampagne gegen angebliche Daesh-Stellungen im Irak, die im August 2014 gestartet wurden.

-Moskau begann die Luftangriffe gegen Daesh und andere Terrorgruppen in Syrien im September 2015, auf  Antrag von der syrischen Regierung. Seitdem hat es Hunderte von Daesh Terroristen und andere ausländische unterstützten Militanten getötet und schweren Sachschäden zu ihnen zugeführt.

Kommentar: Ich bin kein Analytiker, aber könnte man sich nur Folgende vorstellen: die USA/Koalition Luftangriffe gegen Daesh bestehen nur auf dem Papier, daher sie sind nicht in der Lage Film-Material zu präsentieren, bzw diese Angriffe werden nicht auf Daesh sondern auf syrische Regierungsanlage durchführt um Präsident al-Assad zu schwächen, wie man schon berichtet wurde, und daher die USA können die Bilder nicht publizieren. Es gab auch ein Bericht aus dem Irak, wo ein Abgeordnete erzählte, das Koalition-Flugzeuge starten, aber von 10, 8 kommen mit der Bomben-Ladung zurück, die sie nicht abgeworfen haben, da sie nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden können.

„Es war einmal eine objektive BBC“ – RT dekonstruiert Doku über „korrupten und kriminellen Putin“

"Es war einmal eine objektive BBC" - RT dekonstruiert Doku über "korrupten und kriminellen Putin"

RT zeigt die (eher banalen) Propaganda-Kniffe in der BBC-Doku „Putin ist korrupt“. Über den manipulativen Einsatz von Musik und grafisch veränderten Bildern bis zur dramatisierenden Off-Stimme und dem massiven Einsatz von Suggestivfragen. Es war einmal vor langer Zeit, da gab es im Vereinigten Königreich noch eine unparteische und hochprofessionelle öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt namens BBC….
Gearoid O Colmain zu den Attentaten von Paris – Virales RT-Interview in deutscher Übersetzung

In der englischen Originalfassung haben sich schon über eine halbe Millionen Menschen das RT-Interview mit Gearoid O Colmain zu den Anschlägen in Paris angesehen. Der unabhängige Analyst und Autor sagt: Es gibt eine gezielte Propaganda-Kampagne um in Europa die Angst vor Muslimen zu schüren. Den Krieg gegen den Terror nennt er „vom Ausland aus orchestriert“. Ziel der gewollten Destabilisierung sei es, eine neue globale Ordnung zu schaffen, die lediglich einer kleinen Elite nütze.
Anti-RT-Protest in der US-Hauptstadt bringt ganze 6 Leute auf die Straße

-Ganze sechs Menschen haben sich am Sonntag vor dem RT-Büro in Washington D.C. zusammen gefunden, um gegen die „russische Propaganda“ zu demonstrieren.

Quelle: Ruptly

Quelle: Ruptly
ZDF-Berichterstattung über russische Luftangriffe in Syrien: „Danke für die tägliche Dosis Propaganda“

-Die stark tendenziöse Berichterstattung des ZDF im Falle der russischen Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien sorgt für massive Empörung in den Sozialen Medien. Auf der ZDF-Facebookseite kommen die Zensoren des Staatsfernsehens mit ihren Zensurmaßnahmen gegenüber unerwünschten Meinungen nicht mehr nach. Kritisiert wird insbesondere die spekulative und unsachliche Berichterstattung, die unkritische Nutzung höchst fragwürdiger Quellen wie z.B. al-Nusra-Kämpfern, sowie Doppelmoral im Verhältnis zu den Tausenden Opfern US-amerikanischer Invasionen und Drohnenangriffe.

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-Über 600 Kommentare – vorwiegend kritische und ohne jene mitzuzählen, die einer massiven Löschwelle zum Opfer fielen – erhielt der Bericht von „ZDF heute“. Kritisiert wird hierbei vor allem die spekulative und unsachliche Berichterstattung, die sich vor allem auf höchst fragwürdige Quellen (vor allem dschihadistische al-Nusra-Kämpfer) stützt.

Quelle: Screenshot Twitter

Zudem wird behauptet, die Angriffe seien auf die Stadt Homs geflogen worden, während diese auf zwei Dörfer 10 und 20 Kilometer nördlich der Stadt mitten im IS-Gebiet durchgeführt wurden.

-Ein kritischer Nutzer merkte zudem an, dass ausländische (darunter auch US-amerikanische, arabische und israelische) Medien, die ansonsten grundsätzlich zugunsten der USA und gegen Russland argumentieren, deutlich sachlicher berichteten. Israelische Medien (u.a. The Israel Times) berichteten demnach darüber, dass Dschihadisten getötet wurden. Die Meldung, wonach es sich um Zivilisten handeln solle, die den russischen Luftangriffen zum Opfer fielen, wäre demnach Propaganda der al-Nusra, die gezielt Fehlinformationen streut.

-Ansonsten zeigt sich immer wieder der Tenor, dass das ZDF an Doppelmoral nicht zu überbieten ist. Denn wenn das US-Militär zu Hunderten und Tausenden unschuldige Zivilisten mit ihren Drohnen abschlachtet oder wenn die US-unterstützten Saudis im Jemen Hochzeitsgesellschaften bombardieren, schweigt man beim Zweiten Deutschen Fernsehen. Denn die Amerikaner sind ja „die Guten“. Ein Kommentator drückte es passend aus: „Danke für die tägliche Dosis Propaganda, ZDF!“

-Ein anderer Kommentator reagierte auf die Lösch- und Sperrwelle des ZDF heute Teams mit dem Kommentar: „Liebes ZDF heute, sperrt mich ruhig, aber eure sogenannten ‚Journalisten‘ haben sie nicht mehr alle – und ihr auch nicht!“ Ein anderer schrieb: „Die Propagandamaschine läuft auf Hochtouren! Es gibt keine unabhängigen Journalisten in Syrien, die Quellen von dort sind mehr als fragwürdig und eindeutig interessengesteuert. Derlei zu veröffentlichen ist mehr als fahrlässig, das ist schlicht Manipulation!“

-Auf jeden Fall zeigt es sich immer deutlicher, dass die deutsche Bevölkerung sich nicht mehr jede Propaganda des Staatsfunks kritiklos unter die Nase reiben lässt. Auch deshalb, weil es Dank des Internets immer mehr Möglichkeiten gibt, sich bei verschiedenen Quellen zu informieren und sich dann ein umfassenderes Bild von der Lage zu machen. Insbesondere dann, wenn man zudem noch mindestens einer Fremdsprache mächtig ist. Das Vertrauen der Menschen in die – ohnehin nicht vorhandene – Objektivität des öffentlich rechtlichen Fernsehens bröckelt immer weiter.

-Der Artikel erschien zunächst auf Contra-Magazin und wurde im Zuge einer Content-Partnerschaft von RT Deutsch übernommen.

Vereinigen wir uns gegen das Al-Kaida- und Daesh-Projekt
| Damaskus (Syrien) | 30. September 2015
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-Der Konflikt, der Syrien heimsucht, ist kein Bürgerkrieg zwischen syrischen Gemeinschaften, sondern ein Krieg zwischen zwei Gesellschaftsprojekten.

-Auf der einen Seite ein modernes und säkulares Syrien, das heißt, eins das ethnische, religiöse und politische Vielfalt respektiert; auf der anderen Seite die Ideologie der Muslimbrüder, die seit ihrer Gründung im Jahr 1928 versuchen, das osmanische Kalifat durch den Dschihad wiederherzustellen.

-Die Muslimbruderschaft versichert, den Islam verteidigen und verbreiten zu wollen. Aber ihre Interpretation des Korans schließt jegliche spirituelle Erfahrung von Allah aus und macht aus ihm ein einfaches Rechts-Handbuch. Sie predigt eine Religion ohne Gott.

-Obwohl die Muslimbruderschaft zwei ägyptische Premierminister ermordet hatte, beschloss die CIA ab 1954, sie zu benutzen, um sowohl die Sowjetunion zu destabilisieren als auch die arabischen nationalistischen Bewegungen zu bekämpfen. Daher musste Syrien bis zur Niederlage des militärischen Arms der Organisation in Hama einem Zyklus von mörderischen Angriffen (1978-82) widerstehen.

-Im Jahr 1979 beschloss der Westen, die Muslimbrüder mit Hilfe von Saudi-Arabien und unter dem Kommando von Osama Ben Laden zu benutzen, um die afghanische kommunistische Regierung zu bekämpfen. Während des Kalten Krieges und darüber hinaus wurden die Männer von Ben Laden als paramilitärische Kämpfer im ehemaligen Jugoslawien (Bosnien und Herzegowina und Serbien) und dann im russischen Kaukasus (Tschetschenien) verwendet.

-Im Jahr 2005 übernahm der Katar die Nachfolge der Saudis. Mit diesem neuen Sponsoring gelang es den Brüdern, manche von uns zu überzeugen, dass sie sich geändert hätten und jetzt die Macht ausüben könnten. David Petraeus unterstützte den „arabischen Frühling“ gegen den Rat des Weißen Hauses. Obwohl die Tunesier, Ägypter, Libyer und Syrer zunächst davon begeistert waren, lehnten sie sich bald gegen die Brüder auf.

-Im Jahr 2012 verlangte das verärgerte Weiße Haus die Abdankung des Emirs von Katar und trennte sich von David Petraeus. Die Brüder stellten sich dann unter den Schutz von Recep Tayyip Erdoğan.

-Ein weiterer Schritt erfolgte mit der Entscheidung von Daesh, trotz des Widerstandes der Al-Kaida, für die die Zeit noch nicht gekommen war, ein Kalifat zu verkünden. Allmählich versammelte sich eine Vielzahl von fanatischen, durch die Brüder inspirierten Randgruppen, in Afrika und Asien, um das blutbefleckte Schwert des „Kalifen“ herum. Der Terrorismus entwickelt sich weiter. Nach den politischen Morden, nach paramilitärischen Operationen, gehen die Brüder zur ideologischen Säuberung in großem Maßstab über, indem sie die sunnitische Gemeinschaft säubern und alle anderen abschlachten, um schließlich nur über einen riesigen Friedhof zu herrschen. Sie verbergen nicht ihre Absicht, alle arabischen Regimes, eins nach dem anderen, zu stürzen und uns hier bei uns anzugreifen.

-Wir müssen eine Bilanz des Handelns der Brüder aufstellen und unsere auf Lügen dieser unglücklichen Allianz basierenden Annahmen überprüfen.

-Gegenüber dem kontinuierlichen Ansturm der Dschihadisten aus aller Welt, einschließlich jener bei uns, haben die Syrer gewählt, eher ihr Volk zu retten als ihr Land zu verteidigen. Derzeit waren 12 Millionen von ihnen gezwungen vor den Kämpfen zu fliehen. 4 Millionen sind Flüchtlinge in den Nachbarländern, während 8 Millionen sich retten konnten, indem sie in Gebiete zogen, die von der Republik verwaltet sind. Von den 19 Millionen, die noch in Syrien wohnen, sind etwa 500.000, über ein riesiges Gebiet verstreut, im Griff der Dschihadisten.

-Seit dem „islamischen Emirat von Baba Amr“ (2012) wurden in allen besetzten Bereichen, einschließlich derjenigen, die durch die „freie syrische Armee“, die wir ’legitimen Widerstand’ nennen, besetzt sind, die Schulen geschlossen oder abgebrannt, der Alkohol verboten, Frauen können nicht das Haus verlassen, ohne verschleiert und von einem Mann aus ihrer Familie begleitet zu sein, und die Polygamie wurde legalisiert. Überall, sogar unter unseren Verbündeten, die wir als „demokratisch“ bezeichnen, wurde das Wahlrecht aufgehoben, unser gemeinsames Erbe wurde zerstört, Homosexuelle werden fenstergestürzt und die Sklaverei ist wieder hergestellt. Die Dschihadisten rauben Frauen, die ihnen gefallen, als Beute, und missbrauchen sie. Die Kinder werden gezwungen, Soldaten, Selbstmordattentäter oder Henker zu werden.

-Syrien ist eine Republik, das heißt, dass seine Regierung mit der Kontrolle des allgemeinen Wahlrechts dem allgemeinen Interesse dient. Die Tatsache, dass sein Volk in Massen an den Wahlen teilgenommen hat und dass Diplomaten in Damaskus sie als rechtmäßig erklärt haben, genügt dies zu beweisen, selbst wenn wir dagegen sind oder abwesend waren. Seit der Unterzeichnung des Genf-Kommuniqués (2012) respektiert die syrische Regierung gewissenhaft dessen Empfehlungen und das Land bewegt sich jeden Tag ein wenig mehr in Richtung Demokratie.

-Wir bleiben jedoch verblendet durch die Kriegspropaganda unserer Verbündeten sowie die der «OSDH», ein Londoner Büro der Muslimbruderschaft, oder durch den „Nationalrat“, eine nicht gewählte Versammlung, die von den Brüdern dominiert wird. Daher beschuldigen wir Syrien weiterhin, eine Diktatur zu sein, chemische Waffen zu benutzen oder unter Folter 11 000 seiner Mitbürger getötet zu haben. Allerdings sind wir nicht mehr so sicher: Nach der Unterzeichnung des Abkommens 5 + 1 mit dem Iran hat die Koalition den Syrern geholfen, Hassake zu verteidigen.

-Unsere Aggressivität ihnen gegenüber kommt von einem Missverständnis. Wir waren überzeugt, dass sie den Tod des israelischen Volkes wollten. Das ist nicht der Fall. Sie sind ein friedliches Volk. Sie verlangen nur, gemäß den einschlägigen Resolutionen der Vereinten Nationen, die Rückgabe ihrer illegal besetzten Golan-Höhen. Präsident Bill Clinton organisierte Verhandlungen in diesem Sinne, die nur wegen der israelischen Seite scheiterten, so wie er es in seinen Memoiren bezeugt. Syrien wartet darauf, sie wieder aufzunehmen und sie abzuschließen.

-Durch die Unterstützung der Muslimbruderschaft haben wir die Pforten der Hölle geöffnet. Helfen wir den Syrern und Irakern, sie wieder zu schließen. Schließen wir uns dem Aufruf des Präsidenten Putin an. Gemeinsam überwinden wir die Barbarei, retten wir die Zivilisation und stellen den Frieden wieder her.

Übersetzung
Sabine
Horst Frohlich

Die Vorbereitung des russischen Militäreinsatzes in Syrien geht weiter

-Eine Kampagne von Gegnern des Abkommens zwischen den USA und dem Iran wurde gestartet, um die Russische Föderation zu beschuldigen, Syrien wie die Krim militärisch annektieren zu wollen. In Wirklichkeit bereitet Moskau in Umsetzung der Beschlüsse der Vereinten Nationen eine Operation gegen die Dschihadisten vor, und wird sie mit oder ohne Washington durchführen. Das Weiße Haus hat bereits eine gemeinsame Operation der internationalen Koalition und Syrien organisiert. Frankreich versucht auf den fahrenden Zug aufzuspringen, obgleich es noch hofft, die USA/Iran Versöhnung sabotieren zu können.

| Damaskus (Syrien) | 14. September 2015

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Am Rande des Wirtschaftsforums von Wladiwostok hat Präsident Wladimir Putin am 4. September 2015 seine Absicht einer Intervention in Syrien gegen die Dschihadisten bestätigt.

-Die Vorbereitung des russischen Militäreinsatzes in Syrien geht weiter und verärgert den Westen. Die Ankündigung über die Einrichtung der gemeinsamen syrisch-russischen militärischen Kommission, die russische Satelliten-Informationsübertragung, die Ankunft vieler russischer Experten und die Lieferung von verbesserten Waffen, die ich in meiner wöchentlichen Kolumne von Al-Watan [1] gemacht hatte, hat einen Sturm ausgelöst, als sie durch die israelische Websites Ynet [2] und DebkaFile [3] bestätigt wurde. Später fügte ich diesen Elementen die Modernisierung und Erweiterung des Flughafen in Latakia hinzu [4].

-Doch wieder einmal verdrehten die israelischen Journalisten die Realität. Sie gaben zu verstehen, dass Russland seine Luftwaffe und seine Infanterie bereitstellen würde, um eine dem Tode geweihte syrische Regierung zu verteidigen. Einige Kommentatoren, in Anbetracht einer möglichen Übertragung von Sewastopol der 810. Brigade der russischen Marine, verwiesen auf das Beispiel der Krim und sprachen über eine mögliche russische militärische Annexion von Syrien [5].

Viele atlantische Fernsehen veröffentlichten ein Video der Kämpfe in Latakia, in dem man hörte, dass die syrischen arabischen Armee-Offiziere Russisch sprachen. Laut Yuri Artamonov erlaubt eine Analyse des Waffenlärms die Folgerung, dass die Stimmen nicht von syrischen Truppen, sondern von Dschihadisten stammen, die sie bekämpfen [6]. Seit Langem haben wir festgestellt, dass die meisten Daesh Offiziere per Walkie-Talkie auf Türkisch und Russisch und nicht auf Arabisch kommunizieren.

-So ist es natürlich nicht. Die Russische Föderation sucht weiterhin eine politische Lösung des inter-syrischen Konflikts und organisiert einen Dialog zwischen der Regierung und der Opposition, gemäß des Genfer Abkommens vom 30. Juni 2012 [7].

-Zur gleichen Zeit plant die Russische Föderation, auf Anruf der syrischen arabischen Republik unter den einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrats, dem Beispiel der durch die Vereinigten Staaten geführten Koalition gegen Daesh zu folgen und ihre eigene Operation gegen die Dschihadisten zu starten.

-Russland hat am 28. August den US-Gesandten, Michael Ratney, während seiner Reise nach Moskau darüber informiert [8]. Darüber hinaus forderte Sergej Lawrow öffentlich eine Abstimmung mit der US-Armee gegen die Dschihadisten [9].

-Und das ist genau, was den Petraeus/Allen/Clinton/Feltman/Juppé/Fabius-Clan so erschreckt. In Syrien trennt eine riesige Kluft die Realität von der Medien-Fiktion. Und wie immer in dieser Art der Situation, sind es mit der Zeit die Propaganda-Produzenten, die sich in ihrer Rhetorik verfangen und sie sind letztendlich selbst jene, die durch ihre eigenen Lügen getäuscht werden.

-Die Russische Föderation will nicht Daesh ’reduzieren’, sondern alle Dschihadisten besiegen, egal ob sie sich auf das islamische Emirat, auf Al-Kaida, auf die islamische Front oder irgendeine andere Organisation berufen. Plötzlich erkennt jeder, dass es derzeit keine regierungsfeindliche bewaffnete Gruppe mehr gibt, die nicht mit Dschihadisten verbunden ist. Das ist so wahr, dass das Pentagon zugibt, keine Nachrichten von den „gemäßigten Rebellen“ mehr zu haben, die es für die Bekämpfung von Daesh ausgebildet hatte, weil alle, ohne Ausnahme, sich bereits al-Kaida angeschlossen haben. Die Syrer, die sich den ausländischen Kämpfern zu Beginn des Krieges angeschlossen haben, sind durch die zahlreichen von der Regierung umgesetzten Versöhnungs-Abkommen seit drei Jahren von der Republik aufgenommen worden, oder haben die Dschihadisten Partei ergriffen.

-Daher, wenn sie beschließen ans Werk zu gehen, werden die Russen alle bewaffneten Gruppen angreifen, die Terror in Syrien verbreiten. Die Westler können nicht mehr verheimlichen, dass die „Nationale Koalition der Oppositionskräfte und der Revolution“, die sie als die Vertreter des syrischen Volkes anerkannt haben, die Dschihadisten unterstützen. Sie müssen daher die politischen Parteien von Syrien, einschließlich derjenigen in Verbindung mit der Baath-Partei berücksichtigen, um die Dschihadisten zu bewältigen.

Ein umfassender Fehler der Diagnose

-Die Westler, die ihre Botschaften geschlossen und sich damit alle Mittel zur Analyse der Geschehnisse in dem Land genommen haben, haben mehrere Fehler in der Beurteilung begangen. Sie ignorieren die Wandlung der syrischen Gesellschaft durch vier Kriegsjahre.

-Erstens gibt es wohl politische Konflikte in Syrien, aber keinen Bürgerkrieg. Fast alle Bürgerinnen und Bürger stehen hinter Präsident Al–Assad, gegen die ausländische Aggression, die das Überleben der Zivilisation der Levante bedroht.

-Die Atlantiker Presse glaubt, dass das Regime nur mehr 20 % des Territoriums kontrolliert und dass es daher bald einstürzen wird. Tatsächlich ist das bewohnbare syrische Gebiet beschränkt, während die Wüste groß ist. Die Republik hat entschieden, die Bevölkerung zu verteidigen, an Stelle des Landes mit seinen so begehrten Öl-Feldern. Aus der Perspektive der Regierung mussten 20 % der Bevölkerung wegen der Kämpfe Zuflucht im Ausland suchen, 75 % stehen unter dem Schutz der Republik, und höchstens 5 % leben in den riesigen Gebieten, in denen die Dschihadisten tätig sind.

-Dann, als im Jahr 2011 viele an den Mythos des „arabischen Frühlings“ glaubten, ist es aber heute nicht mehr so. Das Projekt des Department of State, die Muslim-Bruderschaft in der arabischen Welt an die Macht zu befördern, ist im Sand verlaufen. Das Ägyptische Experiment wurde ein abschreckendes Beispiel. Seit der Operation „Vulkan von Damaskus“ vom Juli 2012 ist der Konflikt ein Dschihadisten-Krieg. Die Wahl ist nicht mehr, für oder gegen die nationalistische Baath-Partei zu sein, sondern für oder gegen die Modernität. Die Dschihadisten verteidigen ein Gesellschaftsmodell, das von polygamen Männern beherrscht wird, wo Frauen ihre Häuser nur verschleiert und von einem Mann der Familie eskortiert verlassen können, in denen Homosexuelle zum Tode verurteilt werden, wo nur der Islam erlaubt ist und wo die Wahhabiten-Praxis Pflicht ist. Es ist schon verwunderlich, dass 5 % der Bevölkerung damit einverstanden sind, in Gebieten zu leben, wo die Dschihadisten herrschen. Und es ist absurd zu hoffen, dass sie zahlreicher werden könnten [10].

-Mit dem Festhalten an dem Mythos des „arabischen Frühlings“, den sie selbst geschaffen und selbst zerstört haben, haben die Westler den Kontakt zur Realität verloren. Sie behaupten, eine dem Präsidenten Al-Assad feindlich gesinnte demokratische Bewegung zu unterstützen. Aber, wenn in Kriegszeiten die Demokratie ein Luxus zu sein scheint, unterstützen nicht nur die Demokraten Präsident Al-Assad gegen die Dschihadisten, sondern er erscheint auch ihr bester Trumpf zu sein.

-Da die Atlantiker Presse ihre Informationen allein bei der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH) einholt, hat sie sich immer selbst und die öffentliche Meinung getäuscht. Die OSDH ist kein neutraler Verein, sondern ein Propagandaorgan der Muslimbruderschaft. Und die Bruderschaft ist die Matrix aller dschihadistischen Gruppen. Alle ihre Anführer sind Mitglieder oder ehemalige Mitglieder der Muslimbruderschaft, von Ayman al-Zawahiri, bis zu Zahran Alluche. Die Westler bezahlen jetzt die Folgen einer vierjährigen Propaganda.

Der Fall von Frankreich

-Präsident Hollande hat angekündigt, er erlaube seinen Streitkräften das syrische Gebiet zum Sammeln von Informationen über Daesh zu überfliegen, und könnte anschließend ihnen auch erlauben, die Dschihad-Organisation zu bombardieren.

-n dieser Ankündigung liegt ein Stück verzweifelter Gestik. In der Tat rechtfertigt François Hollande sie durch die Unmöglichkeit, Daesh wirksam zu bekämpfen, wenn es nur im Irak bombardiert wird; aber das ist genau das Argument, das Präsident Obama verwendet hatte, um ihn im Jahr 2014 zu überzeugen, das er aber damals abgelehnt hat. Ebenso ist es eine Form von Angeberei vorzugeben, dass die Luftschläge am 8. September begonnen hätten, als ein Sandsturm von historischer Stärke in dem Nahen Osten wütete, die elektronischen Navigationssysteme außer Betrieb stellte und das Abheben von Flugzeugen unmöglich machte. Vor allem ist es eine seltene böse Absicht zu behaupten, dass die syrische arabische Armee französische Flugzeuge nicht abschießen würde, weil sie nicht mehr den Norden des Landes kontrolliert, während Frankreich heimlich eine militärische Botschaft nach Damaskus gesendet hatte, um die erforderliche Überflug-Genehmigung einzuholen.

Obama setzt die Umsetzung des Abkommens von Lausanne fort

-Es scheint jedoch, dass Frankreich die Konsequenzen des Abkommens zwischen Washington und Teheran vom 14. Juli in Lausanne gezogen hat, und dass es nicht wünscht, in einem Nahen Osten in vollständiger Reorganisation isoliert dazustehen.

-Obwohl die internationale Anti-Daesh Koalition das Islamische Emirat seit einem Jahr absolut nicht bekämpft hat, weder im Irak noch in Syrien, sondern es stattdessen durch massive und wiederholte Abwürfe mit Waffen unterstützte, befahl Präsident Obama ihr, der Arabischen Republik Syrien zu helfen, um Hassake zu verteidigen. Am 27. und 28 Juli haben die beiden Kräfte gemeinsam Daesh zurückgeworfen. Die Bombardierung der Koalition tötete fast 3000 Dschihadisten.

-Logischerweise sollte der nächste Schritt sein, die russischen Streitkräfte in der Anti-Daesh-Koalition aufzunehmen, aber das ist unwahrscheinlich. Tatsächlich wollen jene US-Amerikaner und Franzosen, die gegen den Frieden mit dem Iran sind, das Chaos nicht nur in der Levante, sondern auch in Nordafrika und im Schwarzen Meer verbreiten. Es sind diejenigen, die Russland vorwerfen, Assad vor dem Arabischen Frühling „retten“ zu wollen. Man sollte eher mit der Bombardierung von Daesh durch zwei separate Koalitionen rechnen; auch auf längere Sicht mit einer Differenzierung der Rollen, wo die Vereinigten Staaten sich mit dem Irak und Russland mit Syrien beschäftigen.

Wichtige Punkte:
- Russland bereitet sich vor, Daesh in Syrien, nicht aber die demokratische Opposition zu bekämpfen.
- In vier Kriegsjahren hat sich die syrische Gesellschaft grundlegend geändert. Die Wahl ist heute nicht mehr für oder gegen Präsident Al-Assad, sondern für oder gegen das Gesellschaftsmodell der muslimischen Brüder.
- Es gibt keine bewaffnete anti-Assad Gruppe mehr, die nicht mit den Dschihadisten verbunden ist.
- Nach ihrer Vereinbarung mit dem Iran haben die Vereinigten Staaten eine gemeinsame Operation mit Syrien gegen die Dschihadisten in Hassake durchgeführt.
- Frankreich hat Anfang September eine geheime militärische Botschaft nach Damaskus geschickt, und erhielt die Erlaubnis für den Überflug von Syrien.

Übersetzung
Horst Frohlich

Die gefälschte „Flüchtlingskrise“

-Während die europäischen Medien die Emotionen wecken, indem sie Fotos eines ertrunkenen Kindes und Reportagen über Menschenmassen zeigen, die zu Fuß den Balkan durchqueren, weist Thierry Meyssan darauf hin, dass diese Bilder gefälscht sind. Sicher, sie dienen den Interessen des Chefs der deutschen Firmenchefs Ulrich Grillo und der Nato. Aber sie berichten nicht über das Phänomen in seiner Ganzheitlichkeit und verleiten die Europäer zu ungeeigneten Antworten.

| Damaskus (Syrien) | 7. September 2015
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-Die linke Seite dieses Fotos ist von der atlantischen Presse sehr ausgedehnt veröffentlicht worden. Das Opfer, ein kurdisch-syrisches Kind namens Aylan Kurdi, wird wahrgenommen, als sei es vom Meer angespült worden. Seine Leiche liegt aber senkrecht zu den Wellen statt parallel dazu. Die Anwesenheit eines offiziellen türkischen Fotografen auf der rechten Seite des Bildes bestätigt die Vermutung einer Inszenierung. In der Ferne erkennt man Badende.

-Unerwartet überschwemmt eine Welle von Emotionen die Bevölkerung im Gebiet der Nato. Plötzlich wird ihr das Drama der Flüchtlinge im Mittelmeer bewusst – eine Tragödie, die seit Jahren bei völliger Teilnahmslosigkeit andauert.

-Dieser Umschwung kommt durch die Veröffentlichung eines Fotos zustande, das ein ertrunkenes Kind an einem türkischen Strand zeigt. Es spielt keine große Rolle, dass dieses Bild eine grobe Montage ist: Das Meer wirft die Leichen parallel zu den Wellen an Land, niemals senkrecht dazu. Es spielt auch keine große Rolle, dass dieses Bild sofort in weniger als zwei Tagen auf den Titelseiten fast aller Zeitungen des Nato-Gebietes reproduziert wurde. Man hat Ihnen ja gesagt, dass die westliche Presse frei und pluralistisch ist.

-In dieselbe Bresche schlagen die Fernsehsender, wenn sie die Reportagen über den Exodus von Tausenden von Flüchtlingen zu Fuß, quer durch den Balkan, vervielfältigen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Durchquerung Ungarns gewidmet, das zunächst eine nutzlose Stacheldraht-Barriere errichtet hatte und sich dann in widersprüchliche Entscheidungen verstrickte mit der Folge, dass man die Menschenmenge beim Marschieren auf den Schienen und beim Erstürmen der Züge filmen konnte.

-„In Reaktion“ auf die Emotionen, die sie bei ihren Mitbürgern geweckt haben, zerreißen die „überraschten“ und bekümmerten europäischen Verantwortlichen sich nun über die Art und Weise, wie den Flüchtlingen zu helfen ist. Antonio Guterres, der ehemalige Präsident der Sozialistischen Internationale und zur Zeit Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, schaltet sich in ihre Debatten ein und predigt „die obligatorische Beteiligung aller Mitgliedstaaten der EU. Den vorläufigen Schätzungen zufolge haben die europäischen Länder einen potenziellen Bedarf, die Neuansiedlungsmöglichkeiten um 200.000 Plätze aufzustocken“, erklärt er.

-Was ist das wahre Problem, welches das Werkzeug dafür und mit welchem Ziel?

Die Mittelmeerflüchtlinge

-Seit dem „arabischen Frühling“ 2011 hat sich die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen, das Mittelmeer zu überqueren und in die Europäische Union zu gelangen, stark vergrößert. Sie hat sich verdoppelt und ist 2014 auf 626.000 gestiegen.

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Der Migrantenstrom zur Europäischen Union (in Hunderttausenden)
Quelle: Eurostat

-Indessen handelt es sich – konträr zur verbreiteten Vorstellung – nicht um eine neue und unkontrollierbare Welle. 1992, als die EU nur 15 statt der heutigen 28 Mitglieder hatte, nahm sie noch mehr auf: 672.000 Flüchtlinge bei 380 Millionen Einwohnern. Es gibt also einen beträchtlichen Spielraum, bevor die Migranten die europäische Wirtschaft mit ihren aktuell 508 Millionen Einwohnern aus dem Gleichgewicht bringen können.

-Diese Migranten sind zu zwei Dritteln Männer. Ihren Angaben zufolge ist mehr als die Hälfte zwischen 18 und 34 Jahren. Im Allgemeinen handelt es sich also nicht um Familien.

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Anteil der Männer unter den 2014 in die EU eingereisten Migranten
Quelle: Eurostat

-Im Gegensatz zu den aktuell von den Medien verbreiteten Vorstellungen sind nur weniger als ein Drittel Flüchtlinge aus Kriegsgebieten: 20 Prozent sind Syrer, sieben Prozent Afghanen und drei Prozent Iraker.

-Die beiden anderen Drittel stammen nicht aus Ländern im Krieg und sind hauptsächlich Wirtschaftsflüchtlinge.

-Mit anderen Worten: Das Phänomen der Zuwanderungen ist nur am Rande mit dem „Arabischen Frühling“ und den Kriegen verknüpft. Die Armen verlassen ihre Länder und suchen aufgrund der postkolonialen Ordnung und der Globalisierung ihr Glück in den reichen Ländern. Nachdem diese Erscheinung von 1992 bis 2006 zurückgegangen war, hat sie sich nun wieder eingestellt und nimmt fortlaufend zu. Gegenwärtig steht sie für nur 0,12 Prozent jährlich der europäischen Bevölkerung, wäre also – wenn sie richtet verwaltet wird – keine kurzfristige Gefahr für die EU.

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-Der Präsident des Bundesverbands Deutsche Industrie e.V., Ulrich Grillo, wünscht sich 800.000 zusätzliche ausländische Arbeitskräfte in Deutschland. Die europäischen Verträge verbieten dies und die öffentliche Meinung ist dagegen. Also beteiligt er sich an der Inszenierung der „Flüchtlingskrise“, um die Änderung der gesetzlichen Regelungen anzuschieben.

Stellen die Migranten ein Problem dar?

-Der Strom der Einwanderer beunruhigt die europäische Bevölkerung, aber von den deutschen Arbeitgebern wird er gefeiert. Im Dezember 2014 erklärte der deutsche „Chef der Chefs“ Ulrich Grillo gegenüber DPA mit heuchlerischer Maskerade seiner Interessen durch menschenfreundliche Gefühle: „Wir sind seit langer Zeit ein Einwanderungsland und wir müssen es bleiben.“ „Als Wohlstandsland und auch aus christlicher Nächstenliebe muss unser Staat sich zugestehen, mehr Flüchtlinge aufzunehmen.“ Und dann: „Ich distanziere mich sehr deutlich von den Neonazis und den Rassisten, die sich in Dresden und anderswo versammeln.“ Und ernsthafter: „In Anbetracht der demografischen Entwicklung stellen wir durch die Einwanderung das Wachstum und den Wohlstand sicher“. [1]

-Diese Rede greift dieselben Argumente auf wie die französische Arbeitgeberschaft in den 1970er Jahren. Allerdings ist heute die europäische Bevölkerung relativ betrachtet noch besser gebildet und qualifiziert, während die Mehrheit der Migranten dies nicht ist und leicht für bestimmte Beschäftigungen eingesetzt werden kann.

-Die Ankunft unqualifizierter Arbeitskraft, die Lebensbedingungen unter dem Niveau der Europäer akzeptiert, weckt zunehmend Spannungen auf dem Arbeitsmarkt. Die französischen Arbeitgeber legen deshalb Nachdruck auf die Familienzusammenführung. Das Gesetz von 1976, seine Auslegung durch den Europarat 1977 und die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte haben in hohem Ausmaß die Gesellschaft destabilisiert. Dasselbe Phänomen zeigt sich in Deutschland seit der Einführung derselben Verfügungen mit Aufnahme des Familiennachzugs 2007 in das Zuwanderungsgesetz.

-Im Gegensatz zu einer gängigen Meinung sind die Wirtschaftsmigranten für Europa kein Identitätsproblem, aber sie fehlen in ihren Heimatländern. Andererseits stellen sie in Deutschland ein soziales Problem dar, wo die Arbeiterklasse – aufgrund der namentlich durch Ulrich Grillo eingeblasenen Politik – längst das Opfer grausamer Ausbeutung ist.

Überall sind es übrigens nicht die Wirtschaftsmigranten, die Probleme schaffen, sondern die nachträgliche Familienzusammenführung.

Wer stellt das aktuelle Bild der „Flüchtlingskrise“ her?

-Seit Anfang des Jahres ist der Preis des Transfers von der Türkei nach Ungarn, der früher bei 10.000 Dollar lag, auf 2.000 Dollar pro Person gesunken. Sicherlich sind manche Schlepper Menschenhändler, aber viele wollen einfach den Menschen in Verzweiflung Dienste leisten. Wie es auch sei – wer zahlt den Differenzbetrag?

-Wenn zu Beginn des Krieges gegen Syrien im Qatar gefälschte syrische Pässe gedruckt und an Dschihadisten der al-Qaida verteilt wurden, damit sie atlantische Journalisten davon überzeugen können, dass sie syrische „Rebellen“ und nicht ausländische Söldner sind, dann werden übrigens heute durch manche Schlepper syrische Pässe an nichtsyrische Migranten verteilt. Mit vollem Recht glauben die Migranten, die dies akzeptieren, dass die falschen Papiere ihnen die Aufnahme in der EU erleichtern werden. In der Tat haben die Mitgliedstaaten der EU – bis auf die Tschechische Republik und Rumänien – ihre Botschaften in Syrien geschlossen und können die Echtheit dieser Pässe nicht überprüfen.

-Es ist sechs Monate her, dass ich mich über die Blindheit der EU-Führung gewundert habe, die nicht den Willen der Vereinigten Staaten begreift, ihre Länder zu schwächen – unter anderem durch die „Flüchtlingskrise“ [2]. Letzten Monat hat die Zeitschrift Info Direkt behauptet, den österreichischen Geheimdiensten zufolge würde die Durchreise syrischer Flüchtlinge nach Europa von den USA organisiert [3]. Diese Beschuldigung muss noch bewiesen werden, doch sie ist von jetzt an eine solide Hypothese.

-Übrigens wären diese Ereignisse und Manipulationen ohne große Bedeutung, wenn die EU-Mitgliedsländer dem Familiennachzug ein Ende setzen würden. Das einzig wahre Problem wäre dann nicht die Einreise der Migranten, sondern das Los derer, die unterwegs, bei der Durchquerung des Mittelmeers, sterben – die einzige Tatsache, die keine europäische Führungskraft in Bewegung setzt.

Was bereitet die Nato vor?

-Gegenwärtig hat die Nato, das heißt der internationale bewaffnete Arm der USA, sich nicht gerührt. Aber ihren neuen Aufgaben zufolge behält sich die atlantische Allianz die Möglichkeit der militärischen Intervention bei bedeutenden Bevölkerungswanderungen vor.

-Mit dem Wissen, dass nur die Nato für die Fähigkeit bekannt ist, eine Falschmeldung über alle Titelseiten der Tageszeitungen ihrer Mitgliedstaaten zu verbreiten, ist es hochgradig wahrscheinlich, dass sie die aktuelle Kampagne organisiert. Außerdem deutet die Gleichstellung aller Migranten mit Flüchtlingen aus Kriegsgebieten sowie das Beharren auf der vorgeblich syrischen Herkunft dieser Migranten darauf hin, dass die Nato einen öffentlichen Einsatz vorbereitet, der mit dem Krieg in Verbindung steht, den sie heimlich gegen Syrien führt.

Übersetzung
Sabine

[1] «Allemagne : le patronat veut plus de réfugiés», AFP, 23 décembre 2014.

[2] „Die Blindheit der Europäischen Union gegenüber der Militärstrategie der USA“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Neue Rheinische Zeitung (Deutschland), Voltaire Netzwerk, 27. April 2015.

[3] “Insider : Die USA bezahlen die Schlepper nach Europa !”, Info Direkt, 5. August 2015. „USA wird beschuldigt, Sendungen von Flüchtlingen nach Europa zu finanzieren“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 15. August 2015.