Mit ‘Medienkritik’ getaggte Beiträge

UN rügen Financial Times: Ban Ki-moons Aussagen zu Syrien und Russland falsch wiedergegeben

Fühlt sich falsch wiedergegeben: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon

Fühlt sich falsch wiedergegeben: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon
Es kommt nicht oft vor, dass die Vereinten Nationen sich an eine als renommiert geltende Zeitung wenden müssen, weil deren Journalisten die Worte des UN-Generalsekträrs Ban Ki-moon gezielt verdrehen. Genau das passierte jetzt aber im Falle der Financial Times, die Aussagen Bans zu Russlands Syrieneinsatz aus dem Zusammenhang gerissen und falsch wieder gegeben hat. Die Vereinten Nationen fordern nun eine Richtigstellung. Ein Musterbeispiel in Sachen transatlantischer Medienmanipulation.

Eine schmerzlichere Rüge kann es für eine Zeitung wohl kaum geben, als das, was der Financial Times nun widerfuhr. Deren Journalist Sam Jones hatte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon interviewt und auf Grundlage des Gespräches später einen Artikel für sein Blatt geschrieben. Es ging in dem Interview um Syrien, den Krieg und möglichen Frieden. Für Jones ging es aber vor allem um Russland.

Ein an Sam Jones‘ Chef, Lionel Barber, gerichtetes Schreiben, von Stéphane Dujarric, dem Sprecher des UN-Generalsekretariats, bemängelt gleich in drei wesentlichen Punkten, dass das, was Jones am Ende aus Bans Worten gemacht hat, letztlich nichts mit dem Gesagten gemein hat.

So behauptet Jones gleich zu Beginn, der UN-Generalsekretär habe gesagt, die russischen Luftangriffe in Syrien hätten die Friedensgespräche von Genf scheitern lassen. Eine Aussage, die der UN-Sprecher so nicht stehen lassen will. Aus den Aufnahmen des Interviews ginge vielmehr hervor, dass Ban mit keinem Wort Russland namentlich benannt hatte.

In diesem Stil gehen dann auch die Verdrehungen weiter, die Stéphane Dujarric richtig stellen muss. Aus der Aussage, alle beteiligten Parteien sollten sich enger an die Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrates halten, macht Jones „Ban warnte, Russland und Syrien würden sich nicht ausreichend an die Resolution halten.“

Blick durch das Zielfernrohr eines

Hier muss Bans Sprecher noch einmal darauf hinweisen, dass der Generalsekretär seine Worte natürlich mit größter Sorgfalt wählt: „Hätte er sich mit seinen Aussagen auf nur auf zwei Konfliktparteien beziehen wollen, hätte er dies getan.“

Auch bei der Behauptung, Ban zufolge würde Russlands Unterstützung für al-Assad einen sehr negativen Einfluss auf den Friedensprozess haben, den die Vereinten Nationen auf den Weg gebracht haben, muss Dujarric widersprechen. Wieder wird Russland von Jones in Bans Aussagen hineininterpretiert. Aus einer allgemeinen Aussage wird, nachdem diese durch den Filter des Financial Times-Redakteurs gelaufen ist, eine spezifische. Natürlich zu Ungunsten Russlands.

Das Schreiben endet mit der deutlichen Aufforderung, die angeführten Korrekturen zu veröffentlichen. Man darf gespannt sein, ob dies geschieht.

 

Tweet auf    https://deutsch.rt.com/inland/36331-couch-versus-frontbericht–wie/

Couch-Potato gegen Frontbericht: BILD versucht RT-Berichterstattung zu Madaja zu diffamieren

BILD berichtet über Syrien lieber aus der sicheren Distanz des Axel-Springer Gebäudes in Berlin-Mitte

BILD berichtet über Syrien lieber aus der sicheren Distanz des Axel-Springer Gebäudes in Berlin-Mitte
-RT hat Reporter direkt im syrischen Frontgebiet und berichtete die letzten Tage aus der belagerten Stadt Madaja. Dabei zeigte RT, wie erstmals eine Gruppe von Frauen und Kindern die Stadt im Zuge eines humanitären Hilfskonvois des Roten Kreuzes und der UN verlassen durften. BILD-Reporter behaupten nun von ihrer Couch in Berlin-Mitte aus, die Flüchtlinge seien „Schauspieler“, alles sei inszeniert. Einziger Beleg: Ein ominöser „Aktivist aus der Region“, den BILD telefonisch kontaktiert haben will.

„[…] BILD war von vornherein skeptisch, da vor allem die vielen gezeigten Kinder keine Anzeichen von Unterernährung aufwiesen und die internationalen Helfer auch nicht nach Essen fragten. BILD recherchierte weiter, sprach mit syrischen Ärzten in Madaja selbst und oppositionellen Aktivisten. Das Ergebnis der Nachforschungen: Die „300 Geretteten“ seien nie in der eingeschlossenen Stadt gewesen, es handele sich um Familienmitglieder der herrschenden Baath-Partei von Diktator Assad, sagte ein Aktivist aus der Region zu BILD. Sie seien am Morgen des 11. Januars von Hisbollah-Kämpfern extra aus dem fünf Kilometer entfernten Ort Bloudan herangekarrt worden –  einer vorwiegend christliche Stadt, die treu zu Assads Herrschaft steht.“

-So die Darstellung des Boulevard-Blattes in dem Artikel: „BILD erklärt die Hunger-Hölle von Madaja“, die gleich in den ersten drei Sätzen zahlreiche Ungereimtheiten und direkte Lügen beinhaltet:

1. Zunächst zeigt das Bildmaterial von RT, von welchem BILD behauptet, man sehe an den Kindern keine Anzeichen von Unterernährung, selbst für medizinisch nicht geschulte Augen, ganz deutliche Belege für Mangelernährung, erkennbar an den eingefallenen Gesichtszügen sowie dem Zustand der Zähne, wie etwa in diesem RT-Video ab Minute 2:40 sichtbar:

-RT-Syrienkorrespondant Murad Gazdiev unterlegt dies mit zusätzlichen Bildmaterial in einem Tweet:

 Tweet

2. Die nächste Behauptung, dass die Kinder die internationalen Helfer nicht um Essen fragten, stellt BILD einfach so in den Raum, implizierend, sie hätten einen Reporter direkt vor Ort gehabt. Dem ist aber nicht so, obwohl BILD sehr wohl wie RT die Möglichkeit gehabt hätte, auch einen Reporter zum humanitären Hilfskonvoi des Roten Kreuzes und UN-Ernährungsprogramms zu schicken. Doch BILD-Reporter berichten und beurteilen im pseudo-investigativen Duktus über das Geschehen lediglich vom Designer-Stuhl im Axel-Springer-Haus in Berlin-Mitte aus. Dies zudem im konkreten Fall auf der Basis von iranischen, syrischen oder russischen Bildquellen, also eigentlich „Propagandamüll“ im BILD-Verständnis.

Screenshot BILD-Zeitung
Screenshot BILD-Zeitung

3. Dann „argumentiert“ BILD, sie hätten mit Aktivisten und Ärzten direkt in Madaja gesprochen. Auffällig: Dazu gibt es zum einen keine einzige veröffentlichte Ton- oder Bilddatei, zum anderen wird im Plural gesprochen, de facto wird aber nur eine einzige Person namentlich genannt, ein gewisser Dr. Khaled Mohammed [ein absoluter Dutzendname in Syrien], der per Telefon [Mobilfunkgerät] von BILD befragt worden sein soll. Wie die BILD-Zeitung bei einem Anruf auf einem syrischen Handy sicherstellen will, dass diese Person wirklich als Arzt in Madaja tätig ist, wird erst gar nicht problematisiert.

-Ebenso aufschlussreich das BILD-Zitat: „Als Mohammed ‚den russischen Fernsehbericht sah, habe er bitter lachen müssen: „Der Bericht von Russia Today ist eine Farce.’” Wie der angebliche Arzt in einer Stadt, die nur sehr sporadische Stromversorgung hat, von einem Internetzugang ganz zu schweigen, und in der nach zahlreichen Berichten, auch der internationalen Hilfswerke, das Telekommunikationsnetzwerk abgeschaltet ist, sowohl ausführlich mit BILD telefonieren und zudem den RT-Bericht hat anschauen können, bleibt wohl für immer das investigative Geheimnis von BILD.

 Tweet

4. Nach dem Verweis auf die befragten „Ärzte“, wird auf einen „Aktivisten in der Region“ verwiesen, der behauptet, die „300 Geretteten“ seien nie in der eingeschlossenen Stadt gewesen, es handele sich um „Familienmitglieder der herrschenden Baath-Partei von Diktator Assad“, die am 11. Januar extra aus dem fünf Kilometer entfernten Ort Bloudan „herangekarrt wurden –  einer vorwiegend christlichen Stadt, die treu zu Assads Herrschaft steht.“

-Zunächst ist aufschlussreich, dass BILD hier von einem Aktivisten „in der Region“ und explizit nicht aus Madaja selbst spricht. Dessen Behauptung, die „Geretteten“ kämen aus einer vorwiegend christlichen Stadt, widersprechen alle verfügbaren Filmaufnahmen, auch denen, die BILD seinen Lesern präsentiert. Denn auf allen Bildern sind ausschließlich muslimische Frauen zu sehen, daran erkennbar, dass sie alle den klassischen Hidschāb (Kopftuch) tragen.

Screenshot BILD-Zeitung
Screenshot BILD-Zeitung
Screenshot BILD-Zeitung
Screenshot BILD-Zeitung

-Wirklich ad absurdum führt sich der BILD-Artikel aber durch die abschließende Behauptung, dass die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz, unter deren Augen sich ja das „syrisch-russische Propagandawerk“ abgespielt hat, sich „zu Statisten in Assads zynischer Propaganda-Show“ gemacht hätten. BILD liefert auch gleich eine Erklärung dazu: „Entweder sie [die Hilfsorganisationen] zeigten die Schauspieler des Regimes oder sie dürften ihre Aufgabe in Syrien nicht mehr weiter ausüben.“

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-Bestätigt sieht sich BILD in ihrer „UN-Rotes-Kreuz-Assad-Putin-Verschwörungstheorie“ durch die Tatsache, dass die in Syrien stationierten Pressesprecher des Welternährungsprogramms und des Roten Kreuzes „für BILD weder am 11. noch am 12. oder 13. Januar zu sprechen [waren].“

-Auf die naheliegende Erklärung, dass in der derzeitigen Situation das Rote Kreuz und das UN-Welternährungsprogramm wahrscheinlich wichtigeres zu tun haben, als einer deutschen Boulevard-Zeitung für eine selbst konstruierte Verschwörungstheorie Rede und Antwort zu stehen, kommen die Autoren des BILD-Artikels jedoch nicht.

-Im Gegensatz zum Roten Kreuz und den Vereinten Nationen zeigen dafür IS-Sympathisanten offen ihr Verständnis und Unterstützung für die BILD-“Journalisten“ und ihre Darstellung der Ereignisse, wie RT-Korrespondent Gazdiev belegt:

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-Dazu passt, dass jüngst BILD-Journalist Julian Röpcke, der in den Sozialen Medien mittlerweile unter der Bezeichnung #jihadijulian zu fragwürdigem Ruhm gekommen ist, verkündet hat, seiner Einschätzung nach sei Al-Kaida die beste Alternative für Syrien:

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-Damit sollte endgültig klar sein, wie ernst man die Syrien-Berichterstattung der BILD zu nehmen hat, wenn einer der Hauptrecherche- und Schreibquellen zu diesem Konflikt Julian Röpcke ist:

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Kommentar: BILD geht davon aus, das seine Leser nicht nur nicht richtig informiert, aber nicht gescheit genug sind, die Lüge/Propaganda hinter diesem Artikel zu sehen – mundderwahrheit

Palim Palim – ZDF zensiert medienkritisches Lied von Dieter Hallervorden bei „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“

-Dieter Hallervorden ist eine TV-Legende, wie es heute nur noch wenige gibt. Zu seinem 80. Geburtstag veröffentlichte der Komiker und Schauspieler ein neues Lied mit dem Titel „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)“. Politisch hat es das Stück, das sich um die zahlreichen Presselügen in Deutschland dreht, in sich. Das ZDF verhinderte nach Angaben von Hallervorden, dass in der gestrigen Sendung „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“ ein Ausschnitt aus dem Video gezeigt wurde.

Dieter Hallervorden, Quelle: Schokohäubchen, CC0

Dieter Hallervorden, Quelle: Schokohäubchen, CC0

-Klar, so macht man sich nicht unbedingt Freunde, in den von Interessengruppen und Lobbyorganisationen durchsetzten deutschen Medien. So heißt es im Text von Dieter Hallervordens Lied „Ihr macht mir Mut (in dieser Zeit)“, das der TV-Star anlässlich seines 80. Geburtstages veröffentlichte, unter anderem:

„Israel macht Mauerbau, SED-Ideenklau.

Waffenhandel, Drohnenmord – sind der Schlager im Export“

Auch lesen: „Die Menschen fliehen vor komplexen Themen“ – ZDF-Nachrichtenchef Elmar Theveßen erklärt sein TV-Publikum für blöd

-Umweltkatastrophen, Ölkriege, Wasserprivatisierung, Finanzkapitalismus, Rufmord gegen Systemkritiker, Griechenlandplünderung, Edward Snowden und die NSA – In Hallervordens Stück fehlt praktisch kein aktuelles politisches Thema.

-Gekonnt macht sich der Komiker über die realtitätsverdrehenden Medienschlagzeilen zu all diesen Themen lustig, gefolgt von dem Refrain:

„So steht’s in der Zeitung drin, was glauben die, wie doof ich bin?“

-Für das gebührenfinanzierte ZDF, selbst häufig an vorderster Front dabei, wenn es um Medienlügen geht, war das wohl zu heikel. Der Sender hatte Hallervorden in seine gestrige Sendung „Menschen auf der Flucht – Deutschland hilft!“ eingeladen. Sehr passend, denn 100 Prozent der Verkaufserlöse von Hallervordens Geburtstags-Lied kommen der Flüchtlingshilfe zu Gute, kein Cent fließt in die eigene Tasche des Entertainers.

-Trotzdem, so gab der Jubilar kurz nach der Aufzeichnung auf Facebook bekannt, weigerte sich das ZDF, einen 51-sekündigen Ausschnitt aus dem Video in der Sendung zu zeigen:

„Morgen läuft im ZDF eine Sendung aus Anlass des derzeitigen Flüchtlingsdramas.

Ich war eingeladen und wollte einen 51-sekündigen Ausschnitt aus dem Musikvideo meines satirischen Songs „Ihr macht mir Mut“ zeigen.

Wohlgemerkt: Die Einnahmen, die sich für mich aus dem Verkauf ergeben, gehen ohne jeden Abzug, also zu 100%, an die Flüchtlingshilfe.

Obwohl die ZDF-Redaktion darüber informiert ist, dass kein Cent in meine Tasche wandert, sondern genau den Menschen zugute kommt, um die es in der Sendung geht, weigerte man sich, den Ausschnitt zu zeigen.

Bin gespannt, wie die Intendanz auf die Inkompetenz des zuständigen Redakteurs reagiert…
Hier ist übrigens der Link zu besagtem Video, dessen Ausstrahlung dem ZDF anscheinend zu heikel ist“

-RT Deutsch hilft gerne bei der Verbreitung des Liedes: