Mit ‘kurdistan’ getaggte Beiträge

http://www.voltairenet.org/article193141.html
Die Kurdistan-Projekte

Das aktuelle von Frankreich und den Vereinigten Staaten unterstützte Projekt für Kurdistan hat nichts mit dem legitimen zu tun, das bei der Konferenz von Sèvres (1920) von den gleichen Ländern anerkannt wurde. Es betrifft überhaupt nicht das gleiche Gebiet! Dieses Pseudo-Kurdistan ist nur ein Köder des Westens, um die syrischen Kurden gegen Damaskus umzudrehen. Seine Gründung wäre keine Lösung der kurdischen Frage und würde einen Konflikt verursachen, der mit dem fast 70 Jahre alten Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern vergleichbar wäre. Um die aktuelle Situation zu entwirren, erläutert Thierry Meyssan hier die widersprüchlichen Positionen der neun wichtigsten ausländischen Mächte, die in diesen Fall verwickelt sind.

| Damaskus (Syrien) | 5. September 2016
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Die Kurden sind ein integraler Bestandteil der syrischen Gesellschaft. Hier die Statue des kurdischen Generals Saladin, „Sultan Saladin“ [al-Malik an-Nāṣir /‘der siegreiche Herrscher’] am Eingang der Altstadt von Damaskus. Er befreite Damaskus im Jahr 1174 und gründete die ayyubidische Dynastie.

Die Truppen-Bewegungen und die Schlachten im Sommer in Nord- Syrien sind für Beobachter Augen unverständlich. Dennoch verfolgt jede gegenwärtige Macht ihre eigenen Ziele mit Hartnäckigkeit.

Obwohl alle Protagonisten behaupten gegen Daesh zu kämpfen, bewegt sich das islamische Emirat wohl, aber zieht sich nur in die Wüste zurück. Das wirkliche Thema der Ereignisse ist aber die mögliche Schaffung eines Kurdistans auf Kosten der arabischen und christlichen Bewohner [1].

Hier ist eine Analyse der Kriegs-Ziele der dortigen hauptsächlichen Mächte, wobei klar ist, dass Syrien ein souveräner Staat ist und dass keiner der unten angeführten Protagonisten nicht das geringste Recht besitzt, Syrien zu amputieren, um einen neuen Staat zu schaffen.

Neun Antworten zur kurdischen Frage, wovon sieben illegal sind

1 – Daesh wird sich der Schaffung eines Kurdistan nicht entgegensetzen, solange es nicht östlich des Euphrat liegt

Das von John Negroponte, dann von General David Petraeus erstellte islamische Emirat im Irak, wird nach wie vor von ihm gesteuert. Letzterer vertraute den Befehl dieser Vereinigung der Muslim-Bruderschaft, der Naqchbandis und der syrisch-irakischen sunnitischen Wüstenstämme, der Türkei an.

So zogen sich die Dschihadisten, anlässlich der Einnahme vom Daesh-besetzten Jarablous durch die türkische Armee, ohne Kampf zurück, indem sie ihrem türkischen Mentor gehorchten.

Nach der Schlacht von Ain al-Arab (Kobané) hat Daesh das Prinzip eines Kurdistans akzeptiert, aber nicht östlich des Euphrat.

2- Die Vereinigten Staaten sind jetzt für die Schaffung eines Kurdistan in Syrien

Der amerikanische Präsident Woodrow Wilson hatte während des ersten Weltkrieges die Schaffung von Armenien, Israel und Kurdistan als einige seiner Kriegsziele gesetzt. Am Ende des Konflikts schickte er die King-Crane Kommission zur Beurteilung der Situation. Diese erklärte:

« Die Kurden verlangen ein sehr großes Territorium, auf Grund ihrer Anwesenheit, aber weil sie mit Armeniern, Türken und Anderen sehr vermischt sind, und untereinander in Kizilbash [2] aufgeteilt sind, Schiiten et Sunniten, scheint es besser zu sein, sie auf das natürliche geografische Gebiet einzuschränken, das zwischen dem Vorschlag von Armenien im Norden und von Mesopotamien im Süden liegt, mit der Kluft zwischen Euphrat und Tigris als westliche Grenze und der persischen Grenze als östliche Grenze. (…) Es ist möglich, die meisten Türken und Armenier, die nur wenige sind, durch einen freiwilligen Austausch der Bevölkerung außerhalb dieses Bereichs zu bewegen und so eine Provinz mit etwa 1 Million Einwohnern, fast lauter Kurden, zu erhalten. Die Sicherheit der Chaldäer, Nestorianer und der syrischen Christen, die in der Region Leben, muss gewährleistet werden.“

Die King-Crane-Kommission besichtigte das Gebiet gerade am Ende des Christen-Massakers, das von 1894 bis 1923 dauerte, zuerst durch das Osmanische Reich und dann durch die Jungen Türken mit Hilfe des zweiten deutschen Reichs und der Weimarer Republik [3]. Sie zeigte sich als sehr vorsichtig über die Möglichkeit, Armenier in einem kurdischen Staat leben zu lassen, weil sie wusste, dass die Türken kurdische Kämpfer verwendeten, um Christen zu töten. Seit November 2015 versuchten die Kurden der YPD die assyrischen Christen im Norden von Syrien gewaltsam zu kurdisieren, was diese alte Wunde wiederbelebte [4].

Wie auch immer, ein Kurdistan entstand auf dem Papier durch die Konferenz von Sèvres (1920). Aber gegenüber der türkischen Revolte unter der Leitung von Mustafa Kemal entstand Kurdistan niemals und die Vereinigten Staaten verzichteten darauf durch den Vertrag von Lausanne (1923).

Es sei auf dieser von der Website „Die Schlüssel im Nahen Osten“ genommenen Karte darauf hingewiesen, dass Präsident Wilson geplant hatte, Kurdistan in der aktuellen Türkei und in einem kleinen Teil des aktuellen irakischen Kurdistan zu erstellen. Das aktuelle Syrien war überhaupt nicht von diesem Projekt betroffen.

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Während des türkischen Bürgerkrieges gab das Syrien von Hafez Al-Assad der PKK seine Unterstützung auf der Basis der Vorschläge von Präsident Wilson. Es gewährte dem Führer der PKK, Abdullah Öcalan, politisches Asyl, dessen schriftliches Versprechen lautete, niemals auf das syrische Territorium Anspruch zu erheben. Bei der Volkszählung von 1962 gab es nur 162 000 Kurden in Syrien, 1 Million Kurden suchten Zuflucht in Syrien und erhielten auch politisches Asyl. Sie sind jetzt 2 Millionen und haben im Jahre 2011 die syrische Staatsbürgerschaft bekommen. Zu Beginn des Krieges kämpften sie mit von Damaskus zur Verfügung gestellten Waffen und Gehältern gegen die islamistischen Söldner, um Syrien zu verteidigen.

Die Vereinigten Staaten versprachen dann verschiedenen kurdischen Führern im Irak, Syrien und in der Türkei, als sie ihre Meinung geändert hatten, ein Staat für sie in Syrien zu fertigen, falls sie sich gegen Damaskus wendeten. Manche haben das akzeptiert.

Anfang 2014, als die Gruppe von David Petraeus die Entwicklung von Daesh und die Invasion von Al-Anbar (Irak) geplant hatten, ließ sie die kurdische regionale Regierung Iraks die Ölfelder von Kirkuk erobern. Dies geschah ohne jegliche internationale Verurteilung, die Öffentlichkeit kümmerte sich nur um die begangenen Verbrechen von Daesh.

3- Russland unterstützt die Rechte der kurdischen Minderheit

Zunächst unterstützt Russland das Projekt einer autonomen kurdischen Region in Syrien nach dem Vorbild der eigenen autonomen Republiken. Eine Vertretung der YPG wurde im Februar in Moskau eröffnet.

Bei den empörten Reaktionen der Syrer wurde sich Russland jedoch bewusst, dass die Situation in diesem Land sich von der russischen unterscheidet. Die syrischen Minderheiten sind derart verschachtelt, dass es keine Region gibt, wo sie in der Mehrheit sind. Im Laufe der Jahrtausende hat sich die Verteidigung des Landes aus der Mischung der Bevölkerung organisiert, damit sich der Rest der Bevölkerung überall gegen eine mit einem möglichen Eindringling verbundene Minderheit schützen kann. Daher garantiert der syrische Staat nicht die Rechte von Minderheiten, indem er ihnen die Verwaltung verschiedener Regionen überträgt, sondern durch die Organisation von weltlichen Institutionen und einer weltlichen Verwaltung auf religiöser und ethnischer Ebene.

Russland geht heute die kurdische Frage daher anders an. Es setzte sich für den Schutz der Minderheiten im Allgemeinen und besonders von dieser kurdischen ein, aber drängte sie, sich zu entscheiden: für oder gegen die Islamisten. In der Tat, für den Augenblick kämpfen die Kurden aller Arten gegen die Islamisten, nicht weil sie Islamisten sind, sondern um Territorien zu gewinnen und sie wiederum zu ihrem Vorteil zu besetzen. Daher befahl Russland ihnen anzugeben, mit wem sie verbündet sind: Washington oder Moskau.

4- Die Türkei will ein Kurdistan in Syrien, das von den Barzani verwaltet wird

Ankara verweigert die Existenz eines syrischen Kurdistans als Rückhalts-Basis für die PKK, das sich auf seine Kosten auf die Türkei ausdehnen könnte. Ankara unterhält ein sehr gutes Verhältnis mit der regionalen Regierung des irakischen Kurdistan und hat keinen Grund, gegen die Schaffung eines syrischen Kurdistan zu sein. Deshalb hatte Präsident Recep Tayyip Erdoğan ein geheimes Abkommen mit einem der zwei Ko-Vorsitzenden der syrischen YPG geschlossen, um diesen Staat zu unterstützen. Dieses Abkommen widerstand jedoch nicht der Unterdrückung der türkischen Kurden durch den gleichen Erdoğan, nach ihrem Durchbruch in den Parlamentswahlen vom Juni 2015 [5].

Die türkischen Rechtsextremen, sei es die MHP und die Grauen Wölfe oder die Milli Görüş von Präsident Erdoğan, besitzen eine rassistische Ideologie. Laut diesen Parteien und Milizen muss die Türkei islamisch sein und auf einer türkisch-mongolischen Rasse beruhen, was die Vertreibung der Christen und Kurden gebietet. Diese Ansicht wird nicht von der Opposition geteilt, so dass eine große Anzahl von Kurden perfekt integriert ist.

Als der Gründer der Grauen Wölfe, Alparslan Türkeş, stellvertretender Ministerpräsident wurde und öffentlich die mögliche Liquidation der Kurden nach dem Modell der Liquidation der Christen während des Völkermords der Armenier und der anatolischen Griechen vom Schwarzen Meer evozierte, baut Abdullah Öcalan die PKK auf. Er bekommt politisches Asyl in Damaskus bis zum Jahr 1998, bis Ankara seinem Nachbarn droht ihn zu vernichten, wenn er ihm weiterhin Asyl gewährt. Hafez Al-Assad bittet dann Öcalan, ein anderes Gastland zu finden. Er wird schließlich vom Mossad, mit Hilfe der Kurden der KDP in Kenia entführt und in der Türkei inhaftiert.

5- Iran ist gegen die Schaffung eines Kurdistans

Etwa 4,5 Millionen Kurden sind Iraner. Sie haben eine Region, wo sie die Mehrheit bilden. Wenn sie auch rechtliche Gleichstellung haben, bleibt ihre Region Objekt der Diskriminierung und ist weniger entwickelt als jene, die mit Persern bevölkert sind.

Die Islamische Republik hängt sehr an der Unantastbarkeit der Grenzen, besonders weil die Schaffung eines neuen Staates den Separatismus von anderen Minderheiten, wie z. B. der Balutschen, fördern könnte.

Schließlich kann der Iran als Verbündeter von Syrien nicht gestatten, dass ein Kurdistan auf seine Kosten geschaffen wird.

6- Die kurdische regionale Regierung vom Irak befürwortet die Schaffung eines Groß-Kurdistans diesseits und jenseits der irakisch-syrischen Grenze

Die kurdische regionale Regierung Iraks betrachtet mit Sorge die Kurden Syriens. In der Tat, die beiden Gruppen der Bevölkerung sprechen nicht die gleiche Sprache (nämlich Gorani und Kurmandschi) und hatten eine konfliktreichen Geschichte während des Kalten Krieges. Die Kurden vom Irak filtern den Zugang der Kurden Syriens zu ihrem Hoheitsgebiet und verbieten ihn jenen, die sie verdächtigen, immer noch der türkischen PKK anzugehören.

Präsident Massoud Barzani hat seine Machtposition seit 2012 eigenmächtig verlängert und die Abhaltung von Wahlen verhindert. Er errichtete ein korruptes und autoritäres Regime und zögert nicht, seine Gegner ermorden zu lassen. Er hat das Territorium seiner Region mit Hilfe von Daesh um 40% vergrößert, die Ölfelder von Kirkuk annektiert, und dann das von Daesh gestohlene Öl über eine Pipeline verschachert. Die Eroberung der auf der Karte unten schraffierten Gegend ermöglicht eine geografische Kontinuität zwischen seinem Gebiet und einem möglichen nord-syrischen Kurdistan.

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Nachdem die kurdische regionale Regierung Iraks während der Schlacht von Ain al-Arab (Kobané) Daesh unterstützt hatte, näherte sie sich auf Antrag Washington der YPG und gab ihr symbolische Unterstützung. „Präsident“ Massoud Barzani verkündet regelmäßig, dass seine Region ihre Unabhängigkeit erklären werde und dass er dann vorhabe, einen Teil von Syrien zu annektieren. Er ist jedoch entschieden gegen die Schaffung eines Kurdistans unter der Leitung von Saleh Muslim.

7- Israel ist für die Schaffung eines Groß-Kurdistans im Irak und in Syrien, aber nicht in der Türkei

Um seine Sicherheit zu garantieren hat Israel zunächst auf die Schaffung von entmilitarisierten Zonen an seinen Grenzen, auf Kosten seiner Nachbarn, gesetzt: den ägyptischen Sinai und den Süd-Libanon. Aber mit der Entwicklung der Raketen, hat es diese Strategie aufgegeben und sowohl den Sinai als auch den Süd-Libanon evakuiert. Seit 1982 entwickelt Israel eine Strategie zur Kontrolle von hinten der drei großen Mächte in der Region, von Ägypten, Syrien und dem Irak. Dazu förderte es die Gründung eines unabhängigen Staates, des Süd-Sudan, und arbeitet heute an der Schöpfung eines Groß-Kurdistans halb auf Syrien, halb auf dem Irak.

Seit dem Kalten Krieg unterhält Israel sehr enge Beziehungen mit der Barzani-Clan, der heute im irakischen Kurdistan an der Macht ist.

8- Frankreich ist für die Lösung des Kurdenproblems ohne das türkische Gebiet einzuschränken

2011 haben die französischen und türkischen Minister für auswärtige Angelegenheiten, Alain Juppé und Ahmet Davutoğlu, einen Vertrag für die Unterstützung der Türkei in den Kriegen gegen Libyen und Syrien (der noch nicht begonnen hatte) unterzeichnet, und zwar als Gegenleistung für die Unterstützung der künftigen türkischen EU-Mitgliedschaft und für die Lösung der kurdischen Frage auf Kosten der Nachbarn der Türkei. Mit anderen Worten, Frankreich setzt sich ein, einen unabhängigen Staat zu schaffen, in Syrien, im Irak oder zugleich in beiden Ländern, um die PKK-Mitglieder dorthin zu vertreiben. Dieser Vertrag, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit plante, ist natürlich geheim geblieben und nicht von den Parlamenten ratifiziert worden.

Am 31. Oktober 2014 empfing François Hollande Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Elysée-Palast. Einer der zwei Ko-Vorsitzenden der syrischen YPG, Saleh Muslim, kam heimlich zu ihrer Sitzung. Die drei Männer verpflichteten sich, in Syrien, auf Kosten seiner derzeitigen Bewohner ein Kurdistan zu schaffen, für welches Saleh Muslim zum „Präsidenten ernannt werden sollte“.

Jedoch nach der Schlacht von Ain al-Arab (auf kurdischem Kurmandschi: Kobané) empfing Präsident Hollande, diesmal aber offiziell, auf Antrag der Vereinigten Staaten, den anderen Co-Präsidenten der YPG, Asya Abdullah, was in Ankara (8. Februar 2015) Wut aufkommen ließ. In der Tat, Frau Abdullah gilt als eine dem Führer der PKK, Abdullah Öcalan, loyale Person und damit gegen eine Präsidentschaft von Saleh Muslim.

Nach der neuen Haltungs-Änderung von Paris als Folge der Pariser Attentate hat Frankreich durch den Sicherheitsrat die Resolution 2249 durchgebracht, militärisch gegen Daesh intervenieren zu können, was ein ausgezeichnetes Alibi für die Schaffung des neuen Staates bietet. Aber die Vereinigten Staaten und Russland wiesen im letzten Moment das französische Projekt zurück, so dass Paris ohne Zustimmung von Damaskus in Syrien nicht eingreifen könnte.

9- Die drei wichtigsten kurdischen Fraktionen sind für die Schaffung eines Kurdistans, wo auch immer, solange sie die Kontrolle darüber innehaben und nicht ihre Konkurrenten

Die Kurden haben sich während des Kalten Krieges in pro-US-amerikanische (PDK) und pro-russische (PKK) Parteien geteilt. Die YPG stellt die Flüchtlinge der PKK in Syrien dar. Zu dieser fundamentalen Trennung kommen dann noch andere hinzu, wodurch es heute etwa 20 kurdische Parteien gibt.

Die kurdische Gesellschaft ist eine Clan Gesellschaft, die an jene im Süden von Italien erinnert, in der die politische Zugehörigkeit eher durch die Familie als individuell entschieden wird.

Im 18. und 19. Jahrhundert haben die kurdischen Führer immer Allianzen mit Großmächten bevorzugt und nicht mit den Menschen, mit denen sie lebten. So zogen sie sich aus der Affäre auf Kosten der eigenen Bevölkerung; eine Situation, die an das Verhalten der maronitischen Führer im Libanon erinnert.

1974 / 75 verbündeten sich die Kurden im Irak mit den Vereinigten Staaten gegen Ahmad Hassan al-Bakr. Aber sie griffen nicht ein, als dieser sie unterdrückte. Von einem Senatsausschuss befragt, ob er sich nicht schäme sie verlassen zu haben, antwortete Staatssekretär Henry Kissinger trocken: „die Außenpolitik der Vereinigten Staaten ist keine gemeinnützige Sache.“

Die kurdischen Führer, die das amerikanische Projekt akzeptiert haben mit der Hoffnung in der Zukunft einen Zugriff auf wichtige Funktionen des Staates zu bekommen, lehnen die Verantwortung für die Nakhba ab, um nicht von den künftigen Machtpositionen ausgeschlossen zu werden [6]. Es würde in der Tat genügen, die arabischen und christlichen assyrischen Bevölkerungen, die im nördlichen Syrien leben und die sie freundlich aufgenommen hatten, zu vertreiben oder zu töten.

Der heutige Einsatz von Gewalt, um jedes dieser Projekte voranzutreiben

Im Laufe des Sommers 2016 haben die Vereinigten Staaten direkt die FDS (d.h. Mitglieder der YPG und einige arabische und christliche Söldner) unterstützt, um die von Daesh besetzte Stadt Manbij einzunehmen, welche sie selbst indirekt über die Türkei unterstützen. Sofort nach dem Sieg hat das Pentagon die YPG zum Rückzug aus der gerade eroberten Stadt gezwungen, zum Vorteil von Gruppen die Gegner von Damaskus sind.

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Am 23. August 2016 haben der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und sein Kollege vom kurdischen Irak, Massoud Barzani, im weißen Palast ein Bündnis gegen die anderen Kurden geschlossen.

Am 23. August wurde der Präsident der regionalen Regierung vom irakischen Kurdistan, Massoud Barzani, von den wichtigsten türkischen Führern mit Ehren empfangen. Er bekam ein zweistündiges Interview mit Präsident Erdoğan. Das Irakische Kurdistan hat der Türkei Unterstützung gegen die Kurden der PKK geboten und mit der Türkei einen Plan ausgearbeitet, um ihre Einrichtungen in den irakischen Bergen zu zerstören. Darüber hinaus erwähnten beide Parteien die Zusammenarbeit im Energiebereich – wahrscheinlich die Art und Weise weiterhin das von Daesh gestohlene Öl zu verkaufen-.

Noch am selben Tag fiel die türkische Armee im syrischen Gebiet ein und nahm Daesh die Stadt Dscharablus (zwischen der Grenze und Manbij) weg. Dieser Vorgang erfolgte ohne Kampf, weil Daesh seinem türkischen Mentor gehorcht. Darüber hinaus gab es bis jetzt nie eine Schlacht zwischen der türkischen Armee und Daesh, weder hier noch anderswo.

Um ihren Vorteil weiter voran zu treiben ist die türkische Armee weiter vorgestoßen, indem sie Dörfer einnahm und Manbij näher rückte. Obwohl die Vereinigten Staaten ihr geboten, zu stoppen, setzte sie ihren Marsch fort. Die CIA gab darauf der YPG Anti-Tank Raketen, die sie zunächst auf die türkischen Panzer abfeuerte (aber nicht in Jarablous) und dann auf den türkischen Flughafen von Diyarbakır. Die türkische Armee hatte die Nachricht schnell kapiert und zog sich auf Jarablous zurück und übergab die Dörfer im Süden der Stadt an turkmenische Milizen, die diesmal unter der leeren Flagge der freien syrischen Armee FSA operierten.

Am Tag nach dem Besuch von Massoud Barzani besuchte auch US-Vizepräsident Joe Biden die Türkei. Als er Senator war, hatte er ein Gesetz eingereicht, um die Unabhängigkeit des Irakischen Kurdistan zu verkünden. Er hat erklärt, er habe die YPG gebeten, sich vom Westen des Euphrat Flusses – ein Gebiet, zu dem Manbij gehört-, zurückzuziehen, sonst würde Washington alle Unterstützung „für die“ Kurden beenden. Aber da Daesh bereits wissen ließ, dass es nicht die YPG östlich des Euphrat Fuß fassen lassen würde, ist es nicht klar, welches Territorium der YPG noch übrigbleibt.

Letztlich ist eine stillschweigende Vereinbarung zwischen Ankara und Damaskus entstanden, um ein von der YPG verwaltetes Kurdistan zu verhindern, während eine andere Vereinbarung zwischen dem Pentagon und der YPG formell abgeschlossen wurde, damit sie sich nicht untereinander beschießen, trotz der neuen Wende von Washington gegen die Schaffung eines Kurdistan.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] In diesem Artikel sind die vier großen kurdischen Parteien:
- die PKK, während des Kalten Krieges von Abdullah Öcalan geschaffene marxistisch-leninistische Partei
- die YPG, erstellt von politischen nach Syrien verbannten Türken der PKK.
- die KDP, um die Familie Barzani im Irak, deren Führer während des Kalten Krieges öffentlich für den Mossad gearbeitet haben und die mit Israel in Verbindung bleiben.
- die PUK, nahe der Familie Talabani, dem Iran nahestehend.

[2] Die Kizilbash sind ein iranischer Sufi-Orden.

[3] „Die Türkei von heute setzt den armenischen Genozid fort“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 2. Mai 2015.

[4] „Die Vereinigten Staaten und Israel beginnen die Besiedlung des Nordens von Syrien“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 2. November 2015.

[5] „Erdoğan: Schon 5.359 Kurden „neutralisiert““, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk, 31. März 2016.

[6] Die Nakhba (Arabisches Wort das Katastrophe bedeutet) bezieht sich auf die ethnische Säuberung und Vertreibung von 700 000 bis 750 000 Palästinensern, anlässlich der Auto-Proklamation des Staates Israel im Jahr 1948.

China und Syrien
Der Niedergang der Nato
Die neue britische Außenpolitik

 

 Der Irak bombardiert gegen den Willen der USA einen Daesh-Konvoi
Deutschland stellt sich Fragen über Verbindungen zwischen der Türkei und Daesh

 

Exklusiv: Saudi-Arabien baut eine Botschaft in Israel
Libanons Banken teilweise durch ein US-Gesetz blockiert

 

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/40334-erdogan-turkei-befreite-400-quadratkilometer/
Erdoğan: Türkei „befreite“ 400 Quadratkilometer von IS und YPG

Der türkische Präsident Erdoğan zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der von der türkischen Armee unterstützten Offensive im Norden Syriens zufrieden. Washington und Moskau mahnen jedoch zur Zurückhaltung gegenüber den kurdischen YPG-Milizen.

Der türkische Präsident Erdoğan zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf der von der türkischen Armee unterstützten Offensive im Norden Syriens zufrieden. Washington und Moskau mahnen jedoch zur Zurückhaltung gegenüber den kurdischen YPG-Milizen.
Die türkische Offensive im Norden Syriens verläuft nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan erfolgreich. Der Armee sei es gelungen, große Landstriche vom IS und der US-unterstützten kurdischen YPG zu „befreien“.

Die Türkei will das Grenzgebiet Nordsyriens nicht nur vom IS

„Keiner kann von uns erwarten, dass wir einen Terrorkorridor an unserer Südgrenze zulassen“, wurde Erdoğan aus einer Nachrichtenkonferenz von der Agentur Reuters zitiert.

Der Präsident fügte hinzu, die Türkei habe lange die Bildung einer „Sicherheitszone“ in Syrien angestrebt. Andere Weltmächte hätten dieses Ansinnen allerdings ignoriert.

Erdoğan insistierte darauf, dass der „Islamische Staat“ und die kurdische YPG, die als syrischer Ableger der PKK gilt, in gleichem Maße eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Türkei darstellen würden. Ankara lehnt es ab, einen Unterschied zwischen beiden Gruppierungen zu machen.

Von der Türkei unterstützte FSA-Rebellen sind am 24. August in Dscharablus, der syrischen IS-Hochburg an der türkischen Grenze, einmarschiert. Nachdem der IS zurückgedrängt worden war und sich auf die Stadt al-Bab zurückgezogen hatte, rückten türkische und FSA-Truppen auf Stellungen der YPG vor, die zuvor ihrerseits in das durch den Abzug des IS entstandene Vakuum nördlich des Flusses Sadschur eingesickert waren. Pro-türkische Einheiten drängten die Kurden-Kämpfer, die in Syrien von den USA und anderen westlichen Staaten unterstützt werden, binnen 30 Stunden in die Region südlich von Sadschur zurück.

Insgesamt soll die von der türkischen Armee gestützte Offensive bis dato dazu geführt haben, dass sich der IS und die YPG aus einem Territorium von insgesamt 400 Quadratkilometern zurückgezogen hätten.

US-Beamte reagierten auf die Konfrontationen mit der Forderung an die Türkei, die YPG nicht anzugreifen. Für Washington stellten die Zusammenstöße einen „Quell tiefer Besorgnis“ dar, heißt es. Auch Moskau rief Ankara mit Blick auf das Vorgehen gegen die kurdischen Milizen zur Räson. Außerdem solle die Türkei ihre Operationen mit Regierungsvertretern in Damaskus koordinieren, erklärte Russland.

Die Regierung in Damaskus indes verurteilte die türkische Intervention als Verletzung der syrischen Souveränität. Insgeheim soll die Türkei jedoch die al-Assad-Regierung auf dem Umweg über Moskau über die militärischen Operationen gegen den IS und die YPG informiert haben, heißt es aus inoffiziellen Quellen. Mindestens 1.500 FSA-Kämpfer, darunter mehrheitlich Turkmenen, schlossen sich bislang den türkischen Operationen an, berichten einige Medien. Andere Quellen sprechen von bis zu 4.000 FSA-Kämpfern, die an der türkischen Operation „Schild des Euphrat“ beteiligt sein sollen.

 

http://www.presstv.ir/Detail/2016/08/30/482408/Iraq-Kurdistan-SOMO

Di 30. August 2016 15.29 Uhr
Diese Datei Foto zeigt das SN Olivia Tanker.
Diese Datei Foto zeigt das SN Olivia Tanker.

31.08.16 – IRAK für den Versand von Kurdistan Öl 3 Tanker in der schwarzen Liste

-Die irakische staatlichen Ölfirma hat drei Tanker in der Transport von Rohöl aus der halbautonomen nördlichen Region Kurdistan beteiligt, in seine schwarze Liste gesetzt, die die Zentralregierung in Bagdad umgehrn um Öl zu exportieren.

-In einem Brief an Ölmarktteilnehmer gesendet und von Reuters gesehen, die staatliche Organisation für die Vermarktung von Öl (SOMO) sagte, dass es nicht die Schiffe Maran Centaurus, Four Smile und SN Olivia erlauben würde irakische Häfen zu andocken  oder Ausfuhr kurdische Rohöl zu betreiben.

-Die Entwicklung kam einen Tag nachdem der irakischen Regierung ein Abkommen mit der irakischen Kurdistan Regionalregierung (KRG) erreichte, um Gespräche über Öl-Einnahmen-Aufteilung der  zu starten.

-Die Verhandlungen konzentrieren sich über die Produktion und Verteilung von Rohöl aus der kurdischen Region und dem nahe gelegenen Kirkuk Bereich, sagte das Büro des irakischen Premierministers Haider al-Abadi in einer Erklärung.

-Anfang dieses Monats, Bagdad hat auch Versand von Rohöl aus den Kirkuk Felder nach Kurdistan wieder aufgenommen.

-Letzte Woche jedoch, Bagdad hat davor gewarnt, man könnte die Kirkuk Rohöl in den Iran mit dem LKW schicken. anstatt es in Kurdistan über eine Pipeline zu befördern, wenn die Gespräche mit der KRG zusammenbrechen würden.

-Die irakische Regierung hat sich in einer Ölstreit mit der KRG eingelassen. Seit Mitte 2015 hat Kurdistan Rohöl unabhängig exportiert und beschuldigte Bagdad eines Öl Revenue-Sharing-Abkommen nicht beachtet zu haben und nicht genug Geld nach Erbil übertragen.

-Kurdistan exportiert rund 500.000 Barrel  ihrer Rohöl aus dem türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan, pro Tag (bpd).

-Sinkende Ölpreise haben die kurdische Region schwer getroffen, die wie die Hauptstadt Bagdad, stützt sich stark auf die Öleinnahmen, die die Mehrheit ihre Einkommen darstellen.

-Dies ist, während die nördlichen und westlichen Teilen des Irak von grausamen Gewalt seit Daesh Terroristen im Juni 2014 eine Offensive starteten, geplagt wurden.

https://mundderwahrheit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=35958&action=edit
Syrien: Manbidsch vollständig durch kurdische YPG-Einheiten vom IS befreit

Die Freude ist groß: Kämpferinnen der SDF umarmen sich.

Die Freude ist groß: Kämpferinnen der SDF umarmen sich.
Vertreter der Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) haben erklärt, dass sie die Stadt Manbidsch vollständig von IS-Terroristen befreit haben. Seit dem 31. Mai tobte ein erbitterter Kampf um die Stadt.

Ein hochrangiger Vertreter der SDF, ein Zusammenschluss mehrerer Milizen unterschiedlicher Ethnien unter Führung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), sagte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Sputnik, dass das gesamte Stadtgebiet vom IS befreit wurde. Manbidsch liegt im Norden Syriens, zwischen Arfin und Kobane, zwei von den syrischen Kurden ausgerufene Kantone.

Die Operation zur Befreiung der Stadt begann am 31. Mai und dauerte 73 Tage. Am 10. Juni wurde die Stadt vollständig eingekesselt. Angaben der SDF zufolge wurden 172.000 Zivilisten gerettet und in sichere Gebiete gebracht.

Gestern konnten sich die salafistischen Terroristen nur noch in einem einzigen Viertel halten. Heute Morgen leiteten die SDF-Kämpfer eine Operation zur Säuberung dieses Viertels von IS-Terroristen ein. Der kurdischen Nachrichtenagentur ANF zufolge wurde das Viertel um 17:05 Uhr Ortszeit vollständig befreit.

Insgesamt 3.000 dschihadistische Terroristen wurden laut SDF während der Operation zur Befreiung der Stadt getötet. 283 SDF-Kämpfer starben.

Die nordsyrische Stadt liegt auf einer der wichtigsten Versorgungsrouten des IS: über Manbidsch erhielt die Terrororganisation Nachschub aus der Türkei.

Ex-CIA Agent zu RT: USA versuchen Erfolge anderer in Syrien als eigenen Verdienst zu verkaufen

Syrische Regierungstruppen während einer Offensive gegen den IS.

Syrische Regierungstruppen während einer Offensive gegen den IS.
Die USA hätten nicht genügend Feuerkraft, um in Syrien eine Wende herbeizuführen. Aber das Obama-Team tendiere dazu, die Leistungen anderer als die eigenen auszugeben, um den Eindruck zu vermitteln, sie hätten etwas richtig gemacht, so der pensionierte Mitarbeiter des US-Außenministeriums und Ex-CIA Agent Larry Johnson im Interview mit RT.

Wie groß ist der Beitrag der US-Streitkräfte bei der Unterstützung der YPG-Kämpfer in der Raqqa-Offensive? Haben die USA keine Pläne, Raqqa einzunehmen?

Die USA sind nicht in der Lage, Raqqa einzunehmen. Wir haben nicht genug Truppen in der Gegend, um das zu schaffen. Nur indem sie die Kurden und die irakische Armee unterstützen, kann möglicherweise ein erfolgreicher Angriff erfolgen. Aber die USA haben nicht genügend Streitkräfte vor Ort.

Warum lesen wir Berichte über US-Beteiligung, wenn Offensiven erfolgreich waren? Ist das nur Zufall, oder nicht?

Es gibt eine enorme Diskrepanz zwischen dem, was auf dem Boden in Irak und Syrien stattfindet und der eigentlichen Substanz der Politik von Präsident Obama. Seine Politik wird tatsächlich mehr für politische Zwecke in den USA gestaltet – um einen Bild zu erzeugen. Es spielt keine Rolle, ob dieser Eindruck tatsächlich die Realität dessen wiederspiegelt, was am Boden stattfindet, so lange sich nach außen hin vermitteln lässt: „Wir tun etwas, wir sind aktiv, wir haben Erfolg.“ Auch wenn sie nicht wirklich erfolgreich sind. Es ist einfach: Sie setzen auch weiterhin Spezialeinheiten ein, die sie „Berater und Helfer“ nennen, während der Feind, dem wir entgegenstehen, im Grunde eine konventionelle Armee ist. Spezialeinsatzkräfte mit Beratungs- und Unterstützungsauftrag sind hier völlig nutzlos […] Es ist fast wie eine Militärpolitik, die auf Pressemitteilungen abzielt, und keinen Bezug dazu hat, was sich eigentlich am Boden ereignet.

Was halten Sie von Obamas Politik in der Region allgemein?

Das ist das letzte Jahr, in dem Barack Obama regiert. Er versucht, den Eindruck zu erwecken, dass er tatsächlich etwas tut und Erfolg hat, statt sich mit der Realität auseinanderzusetzen, dass seine Amtszeit als Präsident im Grunde ein erbärmlicher Misserfolg war.

Also wäre der Vormarsch der YPG-Kräfte auch ohne die Unterstützung des US-Militärs möglich gewesen?

Im Grunde fragen Sie: Versuchen die USA sich die Erfolge anderer als eigenen Verdienst anzurechnen? – Die Antwort ist ja. Die Antwort darauf ist einfach. Die USA haben nicht genug Feuerkraft – weder in Form von Truppen noch in Form von Luftunterstützung, um wirklich einen Wechsel und einen entscheidenden Unterschied am Boden zu bewirken. Also, es gibt eine starke Tendenz. Wir haben es wieder und wieder beobachtet. Barack Obama und sein Team rechnen sich die Erfolge anderer als eigenen Verdienst an. […] Wir sehen einen Präsidenten, der in den letzten sieben Monaten seiner Amtszeit ist. Und in dieser Zeit will er einen Eindruck hinterlassen, dass er etwas richtig gemacht hat, weil jedem objektiven Beobachter, der auf den Kurs der letzten siebeneinhalb Jahren zurückblickt, das Ausmaß der völligen außenpolitischen Katastrophe klar wird.

Denken Sie, dass Raqqa bald fällt?

Nein . Ich denke, es wird einige Zeit dauern. Und zwar bis wir uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass der „Islamische Staat“ nicht nur eine Bande von 30 Leuten ist, die herumlaufen und radikal-islamische Kopfbedeckung tragen. Wir werden uns damit auseinandersetzen, dass sie ein De-facto-Staat und eine De-facto-Armee sind, und müssen es konventionell angehen. Das erfordert Truppen vor Ort, die Kommunikationswege und einen funktionierenden Nachschub haben. Also ich denke, nachhaltige Bemühungen seitens der Syrer mit sowohl russischer als auch iranischer Unterstützung werden einen Unterschied machen.

Erwarten Sie, dass die Zahl amerikanischer Truppen auf syrischem Boden steigen wird?

Nicht signifikant. Es war bisher unsystematisch. Und die Kräfte, die dorthin geschickt werden, sind nicht solche, die etwas bewirken werden. Das sind Soldaten, deren Missionen in Wirklichkeit darin bestehen, sogenannte unkonventionelle Kriegsführung zu fördern. Mit Guerillas und Aufständischen zu arbeiten und im Prinzip Terroranschläge, überfallartige Angriffe, zu verüben. Sie können nichts tun, wenn Sie auf […] eine Armee mit Waffen, Artillerie und Panzern stoßen, die eine signifikante Kraft am Boden darstellen können. Sie kann nicht einfach von zehn oder zwanzig Mann überrannt werden. […] Für mich sieht es nicht so aus, als würden die USA mehr Truppen in die Kombination entsenden, die einen entscheidenden Unterschied auf dem Schlachtfeld bewirken kann.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

http://www.voltairenet.org/article191792.html
Angela Merkels Grauzone: Wie der Islamische Staat (IS) an deutsche Waffen kommt

Seit Oktober 2014 hat Deutschland Irakisch-Kurdistan mit Waffen beliefert. Dies war ein entscheidender Zeitpunkt, der den weiteren Verlauf der deutschen Außenpolitik bestimmte. Unter Druck durch die Vereinigten Staaten hob die deutsche Regierung das Lieferverbot für Waffen und Militärfahrzeuge in kriegsbetroffene Krisengebiete auf. Nach Angaben von deutschen Regierungsbeamten stellte Deutschland fest, dass die Kurden fähig waren, sich gegen die IS-Terroristen zu behaupten. „Die kurdischen Kämpfer stehen in vorderster Linie gegen den ’Islamischen Staat’“, erklärte die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

| 16. Mai 2016

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Dilshad Barzani

Zur gleichen Zeit feierte auch Washington seinen Sieg: Das Weiße Haus hatte erreicht, dass die Deutschen nach der Pfeife der Vereinigten Staaten tanzten. Jedoch ist im Januar diesen Jahres bekannt geworden, dass deutsche Waffen auf Schwarzmärkten im Norden des Irak offen verkauft werden. Berlin forderte die kurdische Führung auf, die Verwendung des gelieferten Waffenarsenals zu belegen. Der Bericht deckte auf, dass ein Teil der Waffen, die von Deutschland an die Kurden geliefert wurden, in die Hände von Terroristen gelangte. Im Syria Media Center konzentrierte man sich auf diesen Punkt und beschloss herauszufinden, auf welchen Wegen das militärische Frachtgut in die irakische Autonome Region Kurdistan geliefert wurde.

Eine sehr wichtige Person (VIP)

Unsere Aktivisten in Erbil fanden heraus, dass Dilshad Barzani (ein Bruder von Masud Barzani, dem Präsidenten von Irakisch-Kurdistan) für die Organisierung der Waffenlieferungen aus Deutschland verantwortlich war. Er lebt schon lange in Deutschland und vertritt in diesem Land jetzt die kurdische Regierung und die Kurdische Demokratische Partei. Die größte kurdische Diaspora Europas mit etwa 1.000.000 Menschen steht faktisch unter seiner Kontrolle. Dilshad Barzani hat enge, auf Vertrauen gegründete Beziehungen zu Angela Merkel und besucht häufig Veranstaltungen der regierenden Christlich-Demokratischen Partei als VIP.

„Der wichtigste Kurde Deutschlands“ hat ein gepanzertes Auto und für gewöhnlich begleiten Beamte des Bundesnachrichtendienstes (BND) seinen Wagen. Er genießt auch den Vorteil verschlüsselter Kommunikationseinrichtungen, die es ihm ermöglichen, jeder Zeit in Verbindung mit der Bundeskanzlerin oder jedem anderen Regierungsmitglied zu treten. Dilshad Barzani ist mit Sicherheit eine sehr mächtige Person in Deutschland.

Deutschland – Bulgarien – Kurdistan

Nun schauen wir uns den Weg an, auf dem die Waffen von Deutschland in den Nahen Osten geliefert werden.

Mit Sicherheit kann Deutschland Kurdistan nicht auf direktem Wege mit Waffen beliefern, weil dies gegen Internationales Recht verstoßen würde. Aber der Westen oder seine besonderen Dienste hatten nie Probleme, eine spezielle Frachtlieferung über Mittlerstaaten in jeden Winkel der Welt zu befördern.

Da Deutsche und Bulgaren vereinbarten, einige Posten Waffen sowjetischer Bauart, die in bulgarischen Depots gelagert waren, an die Kurden zu liefern, wurde es als sinnvoll betrachtet, alle Waffen durch dasselbe Land zu überführen. Zur Berichterstattung waren Einzelheiten dieses Verkehrs ab Anfang 2015 untersucht worden, dabei stellte Berlin fest, dass dies keine perfekter Plan war. Weil Bulgarien ein Nato-Mitgliedstaat ist, war es nicht zweckdienlich, die Operationen auf diese Weise abzuwickeln. So überlegten sie sich einen anderen Weg über die Ukraine, was in diesem Fall eines geheimen Verkehrs von halb-legalen Frachten am ehesten passend aussah. Im Jahr 2015 kamen kurdische Repräsentanten mehrmals nach Kiew, um alternative Verkehrswege auszuarbeiten. Zu den Delegierten gehörten Generalmajor Sirwan Barzani, der Neffe des Präsidenten von Irakisch-Kurdistan, und Brigadegeneral Hazhar Ismail.

Doch die Situation veränderte sich auf dramatische Weise. Nachdem Russland Einsätze in Syrien einleitete, begannen Ankara und Kiew ihre Positionen glattzustellen. Das ist vor allem durch die Ausweitung der bilateralen und technischen Kooperation wie auch durch den verstärkten Austausch von Geheimdienstinformationen charakterisiert. Da die Peschmerga-Führer befürchteten, geheime Informationen über Waffenlieferungen an die Kurden könnten an die türkischen Fachdienste weitergegeben werden, wurde die Idee von Waffenlieferungen über die Ukraine verworfen.

Schließlich entschieden sie sich für Bulgarien als Hauptvermittler für die Militärfrachtlieferungen nach Kurdistan, wobei die amerikanische Seite die Verantwortung für die Sicherheit und die Aufsicht über die gesamte Operation übernahm. Seit August 2015 haben mit Waffen beladene Frachtmaschinen der deutschen Luftwaffe von dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein bei Kaiserslautern aus regelmäßige Flüge zur Stadt Plowdiw in Bulgarien durchgeführt. Von dort wird die Fracht in Begleitung von US-Botschaftsangehörigen und bulgarischen Sonderdienst-Mitarbeitern zum Hafen Varna befördert. Die „Waren“ werden für eine unbekannte Firma „Eleko“ registriert. Unglücklicherweise konnten wir keinerlei Informationen über diese Firma finden und sie nicht kontaktieren.

Von Varna werden die deutschen Waffen auf dem Seeweg zum Hafen Basra im Irak transportiert. Der Webseite des Marine Traffic zufolge wurden solche Seetransporte seit August letzten Jahres regelmäßig durchgeführt. Von Basra aus wird die Fracht unter dem Schutz amerikanischer Soldaten nach Kurdistan überführt. Ein eigenartiger Umstand ist die Lieferung der Waffen für die Peschmerga durch den Bosporus, buchstäblich vor der Nase der Türkei, die mit allen Mitteln versucht, die Stärkung der Kurden zu untergraben und die Befürchtung hat, dass sie deutsche Waffen benutzen könnten, um gegen das türkische Heer zu kämpfen. Allerdings zwingen die Vereinbarungen mit der EU über Migranten und die finanzielle Unterstützung durch den Westen Ankara, sich damit abzufinden.

Nach den Bedingungen, die von der deutschen Seite gestellt wurden, sollten die Kurden in Bagdad eine Endverbleibserklärung für die gelieferten Waffen erlangen. Dieses Dokument sieht vor, dass der Empfänger die volle Verantwortung für die Verwendung der Fracht übernimmt und nicht vorhat, sie an eine andere Partei weiterzuleiten. Die verantwortliche Schlüsselperson für den Erwerb dieser Bescheinigung ist Hoshyar Zebari, Onkel des amtierenden Präsidenten von Irakisch-Kurdistan und Finanzminister des Irak.

Es muss aber vermerkt werden, dass die irakischen Behörden die Tatsache, dass Drittländer die irakischen Kurden ohne Überwachung durch Bagdad bewaffnen, offensichtlich nicht begrüßen. In ihrem Versuch, auf den Vorgang einzuwirken, verzögert die irakische Regierung absichtlich die Konformitätsbescheinigungen oder verweigert schlicht ihre Herausgabe. In diesen Fällen benutzt Barzani seine Off-Shore-Firmen, um diese Bescheinigungen in dem kleinen afrikanischen Staat Swaziland für 1 Million Dollar pro Dokument zu erwerben.

Kann dies nun ein Grund dafür sein, dass deutsche Waffen in den Waffenmarkt gelangten? Offensichtlich müssen die Kurden solch unvorhergesehene Ausgaben wieder hereinbringen. Und natürlich ist es kein schlechter Weg, durch den Verkauf der Waren auf dem Schwarzmarkt die Verluste zu reduzieren. Und an diesem Punkt tauchen wieder Fragen an die deutsche Führung auf. Hat Merkel wirklich Kenntnis von der Tatsache, dass deutsche Waffen manchmal offiziell nach Swaziland geliefert werden? Überdies drückt das deutsche Verteidigungsministerium bei der Einhaltung von Formalitäten manchmal beide Augen zu. Oft schickt es Militärgut per Luftfracht direkt nach Erbil.

Bei diesem Ablaufschema startet ein Flugzeug von Deutschland nach Bagdad, macht aber auf dem Weg eine erzwungene Landung in der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan unter dem Vorwand technischer Betriebsstörungen oder um Crew-Mitglieder notfallmedizinisch versorgen zu lassen. Bei so einem ungeplanten Stopp werden die Waffen entladen, in Bagdad kommt dann ein leeres Flugzeug an. In diesem Fall ist die irakische Regierung hilflos und hat keine Möglichkeit, die Art und den Zweck der geheimen Fracht zu ermitteln.

Die „Grauzone“ von Angela Merkel

Heutzutage gibt es einen gut entwickelten und effektiven Transport von geschmuggelten Waffen ins Zentrum eines der feindseligsten Gebiete. Die Regionalpolitik von Washington und Berlin hat eine ideale „Grauzone“ entstehen lassen, in der Öl, Menschen, Drogen und Waffen ohne jede Kontrolle verkauft werden. Indem die USA den Norden des Irak und Syriens ins Chaos stürzt, treiben sie ihr eigenes Spiel und versuchen, die eigenen Interessen zu fördern. Warum hilft Angela Merkel, die eher eine Marionette als die Führungskraft eines europäischen Staates ist, ihnen aktiv dabei? Es sind die Deutschen, die diese Frage beantworten müssen.

Deutschland will die Kurden mit 200 Panzerabwehrlenkwaffen „Milan“, 4.000 Sturmgewehren M36 und sieben Millionen Stück Munition dafür beliefern, des Weiteren mit fünf gepanzerten Wagen „Dingo“ im Juni. Trotzdem gibt es absolut keine Garantie dafür, dass diese Waffen nicht in die Hände des „Islamischen Staates“ fallen. Die deutsche Regierung und Angela Merkel persönlich sollten die Verantwortung für die Tatsache übernehmen, dass von Deutschland gelieferte Waffen in die Hände von Terroristen gelangen.

Übersetzung
Sabine

Quelle
The People&8217;s Voice

https://deutsch.rt.com/europa/38069-turkei-krieg-und-tof-fur/
Türkei: Krieg und Tod für die kurdische Bevölkerung – Panzer feuern auf Wohnhäuser
Militärische Spezialeinheiten mit Panzern im kurdisch dominierten Diyarbakir im Südosten der Türkei.
Militärische Spezialeinheiten mit Panzern im kurdisch dominierten Diyarbakir im Südosten der Türkei.
Erneut eskaliert die türkische Regierung den Krieg gegen die kurdische Bevölkerung im Südosten des Landes. RT erreichten beunruhigende Bilder aus der Stadt Nusaybin. Panzer feuern auf Wohnhäuser, zum wiederholten Mal zeigen Bilder aus sozialen Netzwerken Menschenrechtsverbrechen der türkischen Einsatzkräfte. Der kurdische Aktivist Zinar Demeni appelliert an die internationale Gemeinschaft, endlich ihr Schweigen zu brechen.
http://www.voltairenet.org/article190957.html
-Der Beweggrund der Attentate von Paris und Brüssel

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiß man nicht, wer die Attentate von Paris und Brüssel in Auftrag gegeben hat. Mehrere Fährten wurden genannt. Indessen wurde bislang nur die Hypothese einer durch die Türkei veranlassten Operation gestützt. Thierry Meyssan berichtet über den geheimen Konflikt, der seit fünf Jahren die Beziehungen zwischen der Europäischen Union, Frankreich und der Türkei belastet.

| Damaskus (Syrien) | 28. März 2016

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2011 kamen Alain Juppé für Frankreich und Ahmet Davutoğlu für die Türkei überein, heimlich auf dem Rücken des Irak und Syriens ein Sunnistan zu erschaffen (was die Aufgaben von Daesh sein würde) und ein Pseudo-Kurdistan, um die Kurden der Türkei dorthin abzuschieben. Dies Vorhaben wurde von Israel und von Großbritannien unterstützt.

Es ist zu früh, um mit Sicherheit die Auftraggeber für die Anschläge zu bestimmen, die am 13. November 2015 Paris und am 22. März 2016 Brüssel getroffen haben. Doch liefern zur Zeit nur die Elemente, die wir darlegen werden, eine vernünftige Erklärung dazu.

* * *

Unmittelbar nach dem Tod des Begründers des türkischen Islamismus Necmettin Erbakan und gleich nach Beginn des „Arabischen Frühlings“ traf die Regierung Erdoğan ein Geheimabkommen mit Frankreich. Nach den Angaben eines Diplomaten, der dieses Dokument geprüft hat, legt es die Bedingungen für die Teilnahme der Türkei an den Kriegen gegen Libyen (der gerade begonnen hatte) und gegen Syrien (der folgen würde) fest. Frankreich, das durch seinen Außenminister Alain Juppé vertreten wurde, setzt sich besonders ein, um die „kurdische Frage“ zu regeln ohne „die Integrität des türkischen Staatsgebietes zu beeinträchtigen“; eine spitzfinde Formulierung als Hinweis darauf, dass anderswo ein Pseudo-Kurdistan geschaffen werden soll und man die Mitglieder der PKK dorthin abschieben will. Dieses Projekt einer ethnischen Säuberung, das nicht neu ist, war bis dahin ausschließlich in der isrelischen Militärliteratur angeführt worden, die den neuen Staat an der Grenze zwischen Irak und Syrien beschrieb.

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Am 31. Oktober 2014 begleitet François Hollande Tayyip Erdoğan zurück an die Freitreppe des Élysée-Palastes. Ein anderer Geladener, der Kurde Salih Muslim, ist gerade diskret durch die kleine Pforte hinausgegangen.

Am 31. Oktober 2014 nutzt Präsident François Hollande einen offiziellen Besuch von Recep Tayyip Erdoğan in Paris, um ein geheimes Treffen im Élysée-Palast mit dem Co-Vorsitzenden der Kurden in Syrien, Salih Muslim, zu organisieren. Dieser verrät die Kurden der Türkei und ihren Führer Abdullah Öcalan, indem er sich bereit erklärt, der Präsident von Pseudo-Kurdistan zu werden, das anlässlich des Umsturzes des demokratisch gewählten Präsidenten Baschar al-Assad geschaffen werden soll.

Dies ist der Zeitpunkt des Kampfes um Kobane. Mehrere Monate lang verteidigen die syrischen Kurden die Stadt gegen Daesch. Ihr Sieg wird das politische Kampffeld verändern: Wer die Dschihadisten tatsächlich bekämpfen will, muss sich mit den Kurden verbünden. Nun haben die syrischen Kurden die Staatsangehörigkeit erst zu Beginn des Krieges erhalten, bis dahin waren sie türkische politische Flüchtlinge in Syrien, die während der Unterdrückung in den 1980er Jahren aus dem Land gejagt worden waren. Die Mitgliedstaaten der Nato betrachteten deshalb die PKK, die wichtigste kurdische Guppierung in der Türkei, als terroristische Organisation. Seit der Zeit unterscheiden sie die schlechte türkische PKK und die gute syrische YPG, obwohl die beiden Organisationen Schwestern sind.

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Am Ende des Kampfes um Kobane wechselt François Hollande das Lager und tut seine Unterstützung für die Kurden kund, als er am 8. Februar 2015 eine Delegation der YPG im Élysée empfängt.

Mit einem Theaterstück kommt Frankreich am 8. Februar 2015 auf sein früheres Engagement zurück. François Hollande empfängt im Élysée-Palast, diesmal offiziell, Asya Abdullah, die Co-Vorsitzende der syrischen Kurden, die Öcalan treu geblieben ist, und die Kommandantin Nesrin Abdullah im Tarnanzug. Salih Muslim ist bei diesem Treffen nicht anwesend.

Recep Tayyip Erdoğan reagiert mit dem Auftrag zu einem Attentat durch Daesch am 20. Juli 2015 gegen eine prokurdische Demonstration in Suruç. Er legt sich die westliche antiterroristische Rhetorik zu und erklärt gleichzeit Daesch und den Kurden den Krieg, setzt seine militärischen Möglichkeiten aber nur gegen die letzteren ein. Dadurch beendet er den Waffenstillstand und bringt den Bürgerkrieg in sein eigenes Land zurück. In Ermangelung eines Pseudo-Kurdistan in Syrien wird er den Exodus der Kurden nach Europa auslösen.

Am 3. September 2015 markiert die Veröffentlichung des Fotos eines ertrunkenen kurdischen Kindes den Beginn einer umfangreichen Migrationswelle von der Türkei in die Europäische Union, vor allem nach Deutschland. In den ersten Wochen beglückwünschen sich die deutschen Führungspersonen für diesen starken Zustrom neuer Arbeitskräfte, für die in ihrer Schwerindustrie großer Bedarf ist, gleichzeitig äußern die Medien Mitleid mit den Flüchtlingern, die vor der syrischen Diktatur fliehen würden. Mehr noch, am 29. September nimmt die französische und die deutsche Führung das Mitgefühl für die Flüchtlinge in den Mund, um die Subventionsmöglichkeiten für die Fortsetzung des Krieges durch Ausschüttung von drei Milliarden Euro an die Türkei zu prüfen; ein Geschenk, das der Öffentlichkeit als humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge präsentiert wird.

Ende September 2015 beginnt Russland seinen Militäreinsatz gegen Terroristen aller Schattierungen. Folglich sieht Recep Tayyip Erdoğan sein Projekt verpuffen. Da bewegt er Salih Muslim dazu, eine Operation zur Zwangskurdisierung Nordsyriens zu starten. Kurdische Brigaden vertreiben die arabischen und assyrischen Lehrkräfte von den Schulen und ersetzen sie durch kurdische Lehrer. Die Syrer lehnen sich dagegen auf und wenden sich an die Russen, die die Lage beruhigen, nicht ohne die spätere Föderalisierung Syriens ins Gespräch zu bringen. Nach Frankreich sucht man vergeblich.

Am 13. November nimmt die Türkei, verärgert über die Kehrtwende von François Hollande, Frankreich als Geisel und gibt die Attentate in Paris in Auftrag, die 130 Tote und 413 Verletzte zum Ergebnis haben.

Damals schrieb ich: „Die aufeinander folgenden französischen Regierungen haben Bündnisse mit Staaten geschmiedet, deren Werte im Widerspruch mit jenen der Republik sind. Sie verpflichteten sich allmählich geheime Kriege für sie zu liefern, bevor sie sich zurückzogen. Präsident Hollande, sein Stabschef General Benoit Puga, sein Außenminister Laurent Fabius und sein Vorgänger Alain Juppé sind heute Gegenstand einer Erpressung, der sie nur werden entkommen können, indem sie zeigen, wie sie das Land irregeführt haben.“ [1]

In Angst und Schrecken versetzt kommt Paris überstürzt auf den Juppé-Plan von 2011 zurück. Mit London bringt es am 20. November den Sicherheitsrat zur Annahme der Resolution 2249. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Daesch geht es darum, die Eroberung Nordsyriens zu rechtfertigen, um dort endlich das Pseudo-Kurdistan zu schaffen, wohin Recep Tayyip Erdoğan „seine“ Kurden vertreiben kann. Doch die Vereinigten Staaten und Russland ändern den Text leicht ab, so dass Frankreich und Großbritannien nicht eingreifen können, ohne durch Syrien dazu eingeladen worden zu sein; eine Situation, die durchaus an den verpassten Kolonialeinsatz von 1956 erinnert, als die französisch-britischen Truppen versuchten, mit der Unterstützung Israels und der Türkei den Suezkanal zu besetzen,, aber sich angesichts des Stirnrunzelns der Vereinigten Staaten und Russlands zurückziehen mussten.

In den fünfeinhalb Monaten des russischen Einsatzes in Syrien hat die Verschlechterung der türkisch-russischen Beziehungen kein Ende genommen. Der Anschlag im Sinai auf den Metrojet-Flug 9268, die Anschuldigungen von Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in Antalya, die Zerstörung der Suchoi Su-24 und die russischen Sanktionen gegen die Türkei, die Veröffentlichung der Luftaufnahmen des Schöpfrades von Tanklastern, die das durch Daesch gestohlene Öl auf den Weg durch die Türkei brachten usw. Nachdem Russland in Betracht gezogen hatte, gegen die Türkei in den Krieg zu treten, entschied es sich schließlich für ein subtileres Vorgehen und für die Unterstützung der PKK gegen die Regierung Erdoğan. Sergej Lawrow gelang es, seinen US-amerikanischen Partner davon zu überzeugen, die von der Türkei ausgehende Destabilisierung zu nutzen, um einen Umsturz des Diktators Erdoğan zu organisieren. Die türkische Regierung sieht die Bedrohung durch Russland und durch die USA zugleich und versucht, neue Verbündete zu gewinnen. Am 5. März begibt Ahmet Davutoğlu sich nach Teheran, während der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif am 18. März nach Ankara reist. Aber die Islamische Republik will sich nicht mit den beiden Großen überwerfen.

Am 14. März kündigt Wladimir Putin den Rückzug der russischen Kampfflugzeuge an, das Projekt Pseudo-Kurdistan wird also wieder möglich. Aber Moskau und Washington sind einen Schritt voraus: Sie beginnen indirekt Waffen an die PKK zu liefern.

Pech, dass nun die Europäische Union nichts mehr von der Kolonisierung Nordsyriens hören will. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten folgt der Außenpolitik, die seit fünf Jahren von Paris – mit dem mangelnden Erfolg, an den man gewöhnt ist – aufgelegt wird. Um ihren Ärger hervorzuheben haben einige Staaten, darunter Belgien, türkischen Kurdenführern politisches Asyl gewährt. Ihre schlechte Stimmung drücken sie beim EU-Türkei-Gipfel am 17. und 18. März aus, in dessen Verlauf sie dazu gezwungen werden, endgültig die Subventionierung Ankaras mit drei Milliarden Euro jährlich zu beschließen.

Ich habe das Verhalten der europäischen Eliten angeprangert, die durch ihre antisyrische Besessenheit blind sind und denselben Fehler wie 1938 wiederholen. Zu jener Zeit hatten sie im Wahn ihres Antikommunismus den Reichskanzler Hitler bei der Annexion Österreichs und in der Sudetenkrise (Münchner Verträge) unterstützt, ohne zu begreifen, dass sie die Hand bewaffneten, die sie schlagen würde [2].

Während des EU-Türkei-Gipfels, also unabhängig von den Entscheidungen, die dort getroffen würden, hält Präsident Erdoğan aus Anlass des 101sten Jahrestags der Schlacht von Çanakkale („die Dardanellenschlacht“; der Sieg des Osmanischen Reiches über die Allierten) und zum Gedächtnis der Opfer des einige Tage zuvor in Ankara verübten Anschlags eine Fernsehrede. Er erklärt: „Hier gibt es keinen Grund, dass die Bombe, die in Ankara explodiert ist, nicht in Brüssel explodiert oder in einer anderen europäischen Stadt (…) Hier appelliere ich an die Staaten, die ihnen die Arme aufmachen, die direkt oder indirekt terroristische Organisationen unterstützen. Sie füttern eine Schlange in Ihrem Bett. Und diese Schlange, die Sie füttern, kann Sie jederzeit beißen. Vielleicht bedeuten die Bomben, die Sie in der Türkei auf Ihren Fernsehschirmen explodieren sehen, nichts für Sie; aber wenn die Bomben beginnen, in Ihren Städten zu explodieren, werden Sie sicherlich verstehen, was wir fühlen. Aber dann wird es zu spät sein. Hören Sie auf, Aktivitäten zu unterstützen, die Sie nie in Ihrem eigenen Land tolerieren, außer wenn sie gegen die Türkei sind“ [3].

Vier Tage später wird Brüssel von den Anschlägen getroffen, 34 Tote und 260 Verletzte sind das Ergebnis. Und auf dass man dies nicht für einen Zufall hält, sondern für eine vorsätzliche Tat, begrüßt die türkische Presse am Tag darauf die Strafe, die Belgien zugefügt wurde [4].

Innerhalb der Türkei hat der Bürgerkrieg, seit Präsident Erdoğan ihn neu begonnen hat, bereits 3.500 Menschen das Leben gekostet.

Übersetzung
Sabine

Der König von Jordanien beschuldigt die Türkei einen Dschihad in Europa vorzubereiten“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 27. März 2016.

http://www.almanar.com.lb/english/adetails.php?eid=256431&cid=22&fromval=1&frid=22&seccatid=55&s1=1

Drei türkische Journalisten von kurdischen Truppen entführt

Turkish policeDrei Journalisten, die für Türkisch staatlichen Nachrichtenagentur Anatolia arbeiten, wurden am Sonntag von Mitgliedern der militanten Kurdistan Workers Arbeiterpartei (PKK) im Südosten der Türkei, entführt, sagte die Agentur.

-Anatolia sagte, dass die Entführung in der Provinz Mardin in Nusaybin stattfand, wo die Sicherheitskräfte eine große Operation durchführten, um PKK Kräfte aus dem Gebiet zu entfernen.

-Die Agentur ist der größte der Türkei und hat ein großes Netzwerk von Journalisten in der Türkei und im Ausland.

-Die Grenzstadt Nusaybin ist ein Schwerpunkt in die Kämpfe, die erneut zwischen der türkischen Armee und der PKK entflammte, nachdem ein fragilen zwei-und-ein-halb Jahre Waffenstillstand im Juli gescheitert war.

-In den letzten Tagen, die Türkei hat seinen Kampf gegen kurdische Kämpfer über die Grenze in Syrien genommen, wo es eine kurdische geführten Koalition bombardiert hat, die territoriale Gewinne bis sehr nah an der türkische Grenze gemacht hat.

Die Türkei, die die Schaffung einer kurdischen Festung entlang der Grenze zu Syrien fürchtet, beharrt dabei und sagt, dass es aus „legitimer Verteidigung“ handelt.

 

HDP: Türkisches Militär verbrannte bei „Anti-Terrorkampf“ 150 Personen bei lebendigem Leib in Cizre

HDP: Türkisches Militär verbrannte bei "Anti-Terrorkampf" 150 Personen bei lebendigem Leib in Cizre

-Verschiedene Quellen, darunter ein türkisches Parlamentsmitglied der pro-kurdischen HDP , beschuldigen das türkische Militär, Gräueltaten im Südosten der Türkei verübt zu haben. Die Rede ist von mehr als 150 Menschen, die in einem Keller eingesperrt bei lebendigem Leib im Rahmen eines „Anti-Terror-Einsatzes“ in Cizre verbrannt worden.

Gegenüber dem Nachrichtenagentur Sputnik sagte Felknas Uca (HDP):

„In Cizre, in der Provinz Sirnak gelegen, wurden rund 150 Menschen in verschiedenen Gebäuden von der türkischen Armee lebendig verbrannt. Einigen Leichen war der Kopf abgetrennt. Einige waren komplett verbrannt, so dass eine Autopsie nicht möglich ist.“

-Auch seien die meisten der Toten Kurden gewesen. Es muss jedoch angemerkt werden, dass Ucas Aussagen bisher noch nicht vor Ort von RT untersucht werden konnten, auch gibt es keine unabhängige Bestätigung der Anschuldigungen durch Dritte. Gleichsam warnt Uca jedoch, dass weiteren 200 Menschen das selbe Schicksal droht. Diese werden weiterhin in verschiedenen Gebäuden in der Region gefangen gehalten

„Die Situation in Diyarbakir ist schrecklich. Im südlichen Distrikt herrscht seit 79 Tagen Ausgangssperre. 200 Menschen sind in Kellern eingesperrt und türkische Spezialkräfte werden sie nicht retten.“

Verwundete Einwohner in der südöstlichen Stadt Cizre haben teilweise seit Wochen keinen Zugang zu medizinischer Infrastruktur

-Seit letztem Juli versuchen türkische Kräfte PKK-Mitglieder aus den südöstlichen Städten zu vertreiben, damit endete ein zwei Jahre andauernder Waffenstillstand. Obwohl das türkische Militär bekannt gab, dass die Operation letzte Woche beendet wurde, blieb die Ausgangssperre in Kraft.

-Erste Berichte von Massakern gab es bereits zu Beginn dieser Woche als die Nachrichtenagentur ANHA berichtete, dass im Süden von Cizre 115 Leichen entdeckt wurden. Diese trugen so schwere Brandmale, dass lediglich zehn von ihnen identifiziert werden konnten.

-Die in den Niederlanden ansässigen kurdischen ANF-Nachrichten berichten, dass auch ein Korrespondent zusammen mit 30 anderen Menschen, darunter Frauen und Kindern in einem Keller eingesperrt ist. Manche von ihnen sind in einem kritischen gesundheitlichen Zustand.

-Der Journalist Ismail Küpeli bezieht sich auf Twitter ebenfalls auf Berichte zu dem Massaker:

Tweeter auf   https://deutsch.rt.com/europa/36876-heftige-anschuldigungen-verubt-turkische-militar/

-Letzten Monat gab die türkische Human Rights Foundation bekannt, dass mehr als 160 Zivilisten getötet wurden, seit dem Ankara den Kampf gegen die PKK im August wieder aufgenommen hat. Unter den Toten sind 29 Frauen, 32 Kindern und 24 Menschen im Alter über 60 Jahren.

Folgende Aufnahmen zeigen den Zustand der Stadt: