Mit ‘Kalter Krieg’ getaggte Beiträge

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US-Falken wollen die Eskalation: Anstiftung zu Kriegsverbrechen gegen Russland

US-Falken wollen die Eskalation: Anstiftung zu Kriegsverbrechen gegen Russland

Die US-Denkfabrik Atlantic Council ermutigt Polen zu proaktiven Angriffen gegen zivile Ziele in Russland wie die Moskauer Metro, Atomkraftwerke und RT. Gleichzeitig ruft der ehemalige Vize-CIA-Direktor Michael Morell, der aktuell um einen Posten unter einer möglichen Präsidentin Clinton buhlt, dazu auf in Syrien verdeckt Russen zu killen. Die US-Kriegsgelüste nehmen immer hysterischere Züge an. Doch im Bann der Terrorangst bleibt der gesellschaftliche Aufschrei bisher aus.

von Rainer Rupp

Obwohl der islamistische Terrorismus in unserer westlichen Gesellschaft unvergleichlich weniger Opfer fordert, als etwa der Alkoholgenuss im täglichen Straßenverkehr, liegt es in der Natur unserer Regierungen, keine Krise ungenutzt zu lassen, um die eigene Agenda zu befördern. Diese ist innenpolitisch durch überwachungs- und polizeistaatliche und außenpolitisch durch militaristische und interventionistische Merkmale geprägt. Um von den eigentlichen Zielen abzulenken wird gemeinsam mit den Mainstreammedien die „Bedrohung durch den Terrorismus“ derart aufgebauscht, dass die meisten Menschen, die um viele Dimensionen größere Gefahr eines großen Krieges hier in Europa gar nicht erkennen. Tatsächlich aber ist die Möglichkeit eines Krieges zwischen den wichtigsten Ländern der Welt zurückgekehrt.

Zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges machen sich die militärischen Planer in den Vereinigten Staaten, in der NATO, in Russland und Asien wieder ernsthaft Gedanken, wie ein solcher Konflikt aussehen könnte. In einer Welt ohne Mangel an Atomwaffen sollte das höchst alarmierend sein. Aber die Masse der Bevölkerung in NATO-Europa scheint vollkommen arglos und scheint den scheinheiligen Phrasen ihres politischen Führungspersonals von Frieden und Sicherheit zu vertrauen. Dabei würde gerade Europa zweifellos zum Hauptkriegsschauplatz einer von den USA provozierten, bewaffneten Auseinandersetzung zwischen der NATO und Russland werden.

Aber angesichts der absolut gewissenlosen Kriegsversessenheit, die derzeit vor dem Hintergrund der US-Präsidentschaftswahlen bei dem potentiellen Führungspersonal einer Hillary Clinton-Regierung offenkundig wird, ist Vertrauen in unsere US-hörigen Politiker absolut nicht angebracht. Oder was soll man davon halten, wenn der ehemalige stellvertretende Chef der CIA, Michael Morell in einem Interview mit Charly Rose von PBS am Montag erklärte, wie er in Syrien alles viel „besser“ machen würde, nämlich – wie in Libyen – einen US-Bombenkrieg gegen die rechtmäßige Regierung führen, gegen Ministerien und andere Regierungsinstallationen, gegen Flugzeuge und das syrische Militär, usw. Und natürlich müssten laut dem Folter-Befürworter Morell, der eng mit der Hillary-Wahlkampagne zusammenarbeitet, auch Iran und Russland für ihre Unterstützung der rechtmäßigen Regierung in Damaskus bestraft werden. Dazu ein Ausschnitt aus besagtem Interview:

Morell: „Die Iraner müssen in Syrien einen Preis bezahlen; wir müssen dafür sorgen, dass auch die Russen den Preis bezahlen.“

Rose: „Wir sorgen dafür, dass sie den Preis bezahlen indem wir Russen töten und Iraner töten?“

Morell: „Ja. Aber verdeckt. Man muss das nicht der ganzen Welt erzählen. Wir stellen uns nicht vors Pentagon und sagen, dass wir das getan haben.“

Wie Russland und Iran auf derartige Maßnahmen vom potentiellem Nationalen Sicherheitschef oder CIA-Direktor einer Präsidentin Clinton reagieren würden, schien Morell nicht zu kümmern.

Ein weiteres, noch groteskeres Beispiel für die geradezu hysterisch-versessene Kriegsgeilheit großer Teile des US-sicherheitspolitischen Establishments gegen das unbotmäßige Russland, das sich der US-Vorherrschaft nicht beugen will, ist ein Ende Juli 2016 erschienener Bericht der politisch wohl einflussreichsten US-Denkfabrik „United States Atlantic Council“. In dem wird die Regierung von Polen dazu angehalten, im Falle einer russischen Bedrohung präventiv zivile Ziele in Russland anzugreifen. Namentlich genannt werden zum Beispiel die U-Bahn in Moskau und eines der größten Atomkraftwerke bei St. Petersburg sowie die Server des Nachrichtensenders RT in Moskau. Jener Kanal auf dem auch dieser Text erscheint.

Diese Ermunterung der Polen zu Kriegsverbrechen – denn Angriffe auf zivile Ziele dieser Art sind das zweifelsfrei – wurden von dem zivil-militärischen Verbrecher-Duo, dem britischen General Richard Shirreff und dem polnischen Bank(st)er Maciej Olex-Szczytowski zu Papier gebracht. Wenn es in unserem Land mit rechten Dingen zuginge, müssten beide bei ihrem nächsten Besuch in Deutschland wegen Planung und Anstiftung von Kriegsverbrechen sofort verhaftet werden.

Der so genannte „Bericht“ der beiden liest sich wie eine Werbebroschüre für die US-Rüstungsindustrie. Entsprechend lautet der Titel des Pamphlets “Arming For Deterrence.”(„Aufrüstung für die Abschreckung“). Demnach brauchen die baltischen Staaten, vor allem aber Polen, mehr moderne Waffen. Der Grund: Der Kreml ist unberechenbar und er könnte sich jederzeit dazu entscheiden, Polen anzugreifen. Allerdings habe das russische „Regime“ „Respekt vor einer Demonstration der Stärke“ und es würde vor einem Angriff zurückschrecken, wenn Polen ein ausreichendes Arsenal von neuen US-Waffen vorweisen könnte.

Wenn Polen erstmal diese neuen Waffen hätte, einschließlich solcher zur Führung von Cyber-Angriffen, dann könnte es – natürlich unter dem Schutzschirm der NATO – viele aggressive und gefährliche Schritte in Richtung Russland unternehmen. In diesem Zusammenhang wird auch die Lahmlegung der Moskauer U-Bahn, die über 10 Millionen Passagieren am Tag transportiert, durch Cyber-Angriffe genannt. Man mag sich das dabei entstehende Chaos, die Panik, die tot getrampelten und verletzten Menschen gar nicht vorstellen. Das gleiche gilt für den im Bericht vorgeschlagenen Cyberangriff auf das Kernkraftwerk bei Petersburg, der sich leicht zu einer atomaren Katastrophe entwickeln könnte.

Aber bevor Warschau den russischen Bären mit derlei Maßnahmen provozieren kann, müsste Polen – so im Bericht weiter – erst noch „der taktischen Kernfähigkeitsregelung innerhalb der NATO beitreten und seine F-16 (Jagd-Bomber) zu Trägern von taktischen Atomwaffen umrüsten“, um damit Ziele bis hinter Moskau treffen zu können.

Die Rechnung für das Polen vorgeschlagene Programm zur „Aufrüstung zur Abschreckung“ gegen die nicht vorhandene „russische Aggression“ beläuft sich auf „nur“ 26 Milliarden Dollar. Allerdings kommen noch die ohnehin bereits geplanten polnischen Rüstungsausgaben von 34 Milliarden Dollar dazu. Und hier wird denn auch das eigentliche Motiv der beiden schamlosen Autoren deutlich:

Der neue Kalte Krieg tobt bisweilen vor allem an der Medienfront

Beide sind Waffenverkäufer, die auf dem Niveau der großen Politik operieren. Im Westen ist dazu General Richard Shirreff als ehemaliger stellvertretender Oberkommandeur der NATO-Europa und heute Partner bei der Waffenlobbyfirma „Strategia Worldwide Ltd.“ bestens vernetzt. Der polnische Bankster Maciej Olex-Szczytowski ist ein auf Rüstungsgüter spezialisierter „Business-Berater“, der in den Verteidigungsministerien der osteuropäischen NATO-Länder stets offene Türen findet. Unisono raten die beiden Waffenverkäufer dann auch der polnischen Regierung : „Polen sollte unverzüglich mit den Beschaffungen beginnen“, wenn es nicht das Risiko eingehen will, von überlegenen russischen Kräften angegriffen zu werden.

Daher ergänzen sich Olex-Szczytowski und Shirreff ideal als Verkaufsduo und der einflussreiche US-Atlantic Council bietet sich als Werbeagentur zur Veröffentlichung ihrer Rüstungsgüterbroschüre an. Da diese zugleich eine politische Hetzschrift gegen Russland ist, dient sie auch den Interessen des Atlantic Council. Genau wie die zahlreichen anderen militärischen-und außenpolitischen Denkfabriken, die vom Rüstungs- und Sicherheitskomplex finanziert werden, konfektionieren sie die Propaganda von der nicht existenten russischen Bedrohung. Dies ist aber ein hoch gefährliches Spiel. Die Russen sehen in der Feindschaft und Gehässigkeit, vor allem aber in der realen Aufrüstung unmittelbar an ihren Grenzen eine echte und akute Bedrohung und entsprechend reagieren sie, wodurch die Lage immer explosiver wird.

https://deutsch.rt.com/meinung/39836-trump-kandidat-fur-frieden/

Trump, Kandidat für den Frieden?

Die Anti-Trump-Kampagne kann kaum noch hysterischer werden. Cartoons rücken ihn in die Nähe von Hitler, ein General droht kaum verholen mit einem Putsch. Vernünftige Stimmen halten dagegen, z.B. der bekannte US-Russland-Experte Stephen F. Cohen, Mitglied des einflussreichen US-Council of Foreign Relations, der in Trump einen Hoffnungsträger sieht, der den neuen Kalten Krieg in hochgefährlicher Situation beenden will. Zugleich bröckelt die öffentliche Unterstützung für die US-Kriege.

von Rainer Rupp

Donald Trump „ist ungeeignet dafür, Präsident zu sein“, erklärte Präsident Obama am Dienstag dieser Woche auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus nach einem Treffen mit Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong. Die Republikaner im Kongress forderte er auf, ihren Präsidentschaftskandidaten zu desavouieren:

„Sie [die Republikaner] müssen sich die Frage stellen, wenn man immer wieder in sehr starken Worten erklären muss, dass das, was er [Trump] gesagt hat, nicht akzeptabel ist, warum unterstützen sie ihn dann immer noch. Was sagt das über Ihre Partei aus, wenn Trump ihr Standartenträger ist?“

Tatsächlich nimmt die Hetzkampagne gegen Trump immer hysterischere Züge an.

Die Anti-Trump-Kampagne der Medien ist an einem Punkt angelangt, dass selbst in Cartoon-Clips wie „The Simpsons“ Propaganda für Hillary gemacht und Trump verteufelt wird. Da wird z.B. Trump mit einem Buch mit dem Titel „Große Reden von A. Hitler“ als Bettlektüre gezeigt. Derweil hat der reichste Mann der Welt und König des Klüngel-Kapitalismus Hillary versprochen, bis zum November alles zu tun, um ihr die Wähler an die Urnen zu treiben.

Geradezu atemberaubend ist auch die lange Liste der Kriegstreiber aus dem Establishment der Republikanischen Partei, darunter viele führende Neokonservative, die sich inzwischen öffentlich gegen den Kandidaten ihrer Partei, Donald Trump, gestellt und erklärt haben, dass sie ihre Stimme lieber Hillary Clinton geben werden.

Zugleich hat Ex-General John Allen der US-Marines, der RT-Deutsch Besuchern bereits bekannte, ehemalige Oberkommandeur in Afghanistan [siehe Rezept für den Dritten Weltkrieg] auch für die innere Stabilität der USA mit katastrophalen Zuständen gedroht, falls Trump zum Präsidenten gewählt würde. General Allen, dem vor einigen Jahren nur ein Skandal in letzter Minute die Beförderung zum Oberkommandeur NATO-Europa (SACEUR) verbaut hat, erklärte letzten Sonntag gegenüber dem US-Nachrichtensender ABC, dass die Wahl Trumps zum Präsidenten „eine zivil-militärische Krise auslösen würde, wie sie das Land bisher noch nicht gesehen hat“.

Aber was bedeutet diese Warnung des passionierten Hillary-Unterstützer Allen wirklich, wenn er sagt, dass Trump als Präsident zum Zusammenbruch der Beziehungen zwischen der zivilen und militärischen Führung führen würde? Inzwischen hat sich sogar das US-Finanzportal „Zero Hedge“ im Internet die berechtigte Frage gestellt, ob der US-General hier nicht mit einem Militärputsch gedroht hat?

Zum Glück gibt es unter den geo-strategischen US-Experten und auch unter den Politikern der republikanischen Partei nicht nur Kriegstreiber. So hat z.B. ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat der Republikaner, der libertäre Patrick Buchanan, am Dienstag in einem im Internet veröffentlichten Aufsatz Trump wegen seiner frischen Herangehensweisen über die Rolle der NATO, die frei von ideologischen Vorstellungen aus dem Kalten Krieg sind, als Kandidat des Friedens gelobt.

Auch Stephen Cohen, der sowohl in den USA als auch international als Russland-Experte hoch angesehen ist, bezeichnet Trump als Garant des Friedens mit Russland und in Europa. Stephen F. Cohen, Professor emeritus für Russland Studien der Uni an der NY-University und Princeton, und zugleich Mitglied des einflußreichen US-Council of Foreign Relations, hatte letzten Samstag mit Smerconish von CNN über Donald Trump, Wladimir Putin und den ‚Neuen Kalten Krieg‘ gesprochen.

Laut Cohen leisten die Medien dem amerikanischen Volk einen riesigen Bärendienst, indem sie die Substanz von Trumps Argumenten über die NATO und zu Russland einfach ignorieren und stattdessen die simplistische Schmutzkampagne Clintons verbreiten, dass Trump „ein russischer Agent“ ist. Das müsse „unbedingt aufhören“, so Cohen. „Wir nähern uns einem Punkt, der mit der kubanischen Raketenkrise und ihrer nuklearen Konfrontation mit Russland auf allen Ebenen vergleichbar ist. Und darüber gibt es in den amerikanischen Medien absolut keine Diskussion, keine Debatte“.

„Dann kommt ganz unerwartet Donald Trump vorbei“, führt Cohen weiter aus: „Er sagt, dass er den neuen Kalten Krieg beenden und mit Russland auf verschiedenen Gebieten zusammenarbeiten will und – zum allgemeinen Erstaunen – sind die Medien voll mit Beschuldigungen, die man nur noch als neo-McCarthyistisch bezeichnen kann, dass er ein russischer Agent ist, dass er ein Manchurian Kandidat ist und dass er ein Geschäftskunde von Putin ist.“

 „Aktuell befinden wir uns in einem Jahr der Präsidentschaftswahl, wo eine Debatte stattfinden muss. Aber das bieten uns heute die Medien nicht.“

In Bezug auf die angebliche „russische Bedrohung“ in Osteuropa und dass Russland die Unabhängigkeit der baltischen Staaten beenden will, sagte Cohen: „Dafür gibt es keine Beweise. Absolut keine.“ Weiter führt er aus:

„Gehen wir zurück zu dem, was Trump über die NATO gesagt hat. Von Anfang an hat er gesagt, er wolle wissen, welche Mission die NATO – 60 Jahre nach ihrer Gründung – heute noch hat. Hunderte von Politik-Experten haben in Washington seit dem Ende der Sowjetunion vor 25 Jahren die gleiche Frage gestellt. Ist die NATO eine Organisation auf der Suche nach einer Mission?“

„Das ist eine berechtigte Frage. Aber wir diskutieren sie nicht. Wir fragen nicht. Wir sagen nur, oh, Trump will die NATO verlassen.“ Soweit Prof. Cohen.

Aber wie haben die Wähler, d.h. das sogenannte „Mittelamerika“, bisher auf den Vorwurf der Kriegstreiber in beiden Parteien reagiert, dass Trump die Sicherheitsarchitektur untergraben habe, welche in den letzten 65 Jahren den Friedens gesichert habe? Mittelamerika hat überhaupt nicht reagiert. Die Wähler sind weder entsetzt noch geschockt. Und was besagt das? Die öffentliche Unterstützung, d.h. das Fundament, auf dem Washington Dutzenden von Ländern in Europa, im Mittleren Osten und in Asien seit 1949 eine Kriegsgarantie gegeben hat, ist zusammengebrochen.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

https://deutsch.rt.com/international/37880-russland-hatte-irak-noch-kurz/
„Der Spion im CENTCOM“ – Wie Russland den Irak mit detaillierten US-Invasionsplänen versorgte

"Der Spion im CENTCOM" - Wie Russland den Irak mit detaillierten US-Invasionsplänen versorgte

Die Sowjetunion pflegte über Jahrzehnte hinweg enge Beziehungen zum Irak unter der Herrschaft der Baath-Partei. Diese überdauerten auch deren Ende und die Russische Föderation blieb Saddam Hussein so weit verbunden, dass sie diesen bis zuletzt mit Geheimdienstinformationen über den bevorstehenden US-amerikanischen Angriff versorgte. Wie jetzt bekannt wurde, waren diese Informationen sehr detailliert, da Moskau eine Quelle direkt im Kommandostab des US-Militärs hatte.

Russland war traditionell einer der tatkräftigsten Förderer des Iraks, seit die Monarchie im Land 1950 gestürzt wurde. Frühzeitig machten die Baath-Partei, die nationalistischen Panarabismus und revolutionären Säkularismus mit den Elementen eines arabischen Sozialismus verbindet, und deren Machthaber Saddam Hussein die Sowjetunion zu einem ihrer engsten Alliierten. Später diversifizierte Bagdad seine Beziehungen nach Europa, als Saddam auch westliche Länder zu Verbündeten machte, doch Moskau blieb weiterhin ein enger Partner.

Bevor es schließlich 2003 zur US-amerikanischen Invasion im Irak kam, glaubte Saddam Hussein, der russische Präsident Wladimir Putin könnte das westliche Unterfangen stoppen. Dieser Fall trat nicht ein. Moskau versorgte Bagdad jedoch mit Geheimdienstinformationen über den drohenden US-amerikanischen Einmarsch im ölreichen Staat.

Noch kurz vor Beginn des militärischen Angriffs soll der russische Botschafter im Irak der Baath-Regierung Details hinsichtlich der Interventionspläne der Bush-Administration zugespielt haben. Ein auf den 5. März 2003 datiertes irakisches Dokument, welches von US-Truppen sichergestellt worden sein soll, sagt aus, der russische Botschafter habe Informationen über US-Truppenverlegungen, die Bewaffnung der Truppen und ihre Position der Saddam-Regierung zur Verfügung gestellt.

Eine andere gefundene Datei, die auf den 25. März 2003 datiert ist, gibt Auskunft darüber, dass der russische Diplomat konkrete Invasionspläne der USA an Bagdad weiterleitete. Das Dokument sagt aus, die Koalition würde ihren Hauptangriff via Basra starten und von dort aus weiter über den Euphrat nach Bagdad vorstoßen. Weitere Informationen wiesen auf US-Militärbewegungen aus dem Norden über die Türkei hin.

In diesem Zusammenhang gibt es Hinweise darauf, dass Moskau einen hochrangigen Spion im Zentralkommando der Vereinigten Staaten, CENTCOM, in Katar, unterhielt, der Russland mit Informationen aus erster Hand versorgt haben soll.

Die Geheimdienstinformationen hatten zwar keinen erkennbaren Einfluss auf den Ausgang der Invasion gegen das irakische Volk, aber sie deuteten klar auf die engen Beziehungen zwischen Moskau und Bagdad hin.

Saddam Hussein soll in der Tat fest daran geglaubt haben, Moskau würde die US-Invasion im Land stoppen. Er war davon überzeugt, Russland werde den Angriff über sein Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat blockieren. Dabei stützte er sich auf zahlreiche Beweise, heißt es vonseiten des Analysten-Blogs „Musings of Iraq“.

Noch im Herbst 2002 hatte Russland insistiert, dass Diplomatie als Mittel im Umgang mit Irak genutzt werden sollte und nicht der Waffeneinsatz. Am 4. Oktober 2002 schrieb der russische Botschafter im Irak der Regierung in Bagdad einen Brief, in dem er versprach, dass sein Land sich gegen einen Krieg der USA stellen werde. Anfang 2003 rief der russische Präsident Wladimir Putin den US-Präsidenten George Bush an, um ihn von einer Abkehr von einem militärischen Vorgehen gegen den Irak zu überzeugen.

Im darauffolgenden März sagte der russische Botschafter der irakischen Regierung, Moskau habe gemeinsam mit Frankreich und Deutschland bei den Vereinten Nationen Initiativen vorangetrieben, um die USA und Großbritannien davon abzuhalten, einen Krieg zu autorisieren.

Letztlich sollten sich jedoch die Falken in Washington und London durchsetzen. Moskau jedoch bewies, dass es bereit war, seine Beziehungen zur irakischen Regierung bis zuletzt aufrechtzuerhalten.

Seit der damalige irakische Präsident Ahmet el-Bakr 1972 einen Freundschaftsvertrag mit Moskau unterschrieben hatte, waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern konstruktiv und in zahlreichen Arbeitsfeldern sehr umfassend. Moskau entwickelte sich später zum größten Rüstungsversorger der irakischen Armee. Entscheidende Hilfen kamen selbst zu Zeiten des Iran-Irak-Krieges.

US-General Breedlove: „Die USA sind bereit, gegen Russland in Europa zu kämpfen und es zu besiegen“

US-General Breedlove: „Die USA sind bereit, gegen Russland in Europa zu kämpfen und es zu besiegen"

Die USA seien bereit, gegen Russland in Europa zu kämpfen und es zu besiegen, wenn das notwendig wäre, erklärte der Supreme Allied Commander Europe (SACEUR), General Philip Breedlove. „Wir sind bereit zu kämpfen und zu siegen, wenn das notwendig sein wird“, so der US-Spitzenmilitär im Wortlaut bei der heutigen Anhörung im Repräsentantenhaus-Ausschuss für Streitkräfte. Die Anhörung stand unter dem Motto: „Gegenmaßnahmen zur Abwehr der russischen Aggression in Europa“.

Zuvor hatte das Europäische Kommando der Vereinigten Staaten (USEUCOM) seine aktualisierte Strategie in Europa veröffentlicht, wo es zu seiner wichtigsten Priorität die „Eindämmung der russischen Aggression“ erklärt hatte.

Der Westen hatte Russland mehrmals der „Aggression“ beschuldigt, weil sich russische Truppen im Laufe der Ukraine-Krise unter anderem in der Ostukraine aufgehalten hätten. Russland weist solche Anschuldigungen entschieden zurück.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im vorigen Jahr in einem Interview für die italienische Zeitung „Il Corriere della Sera“ alle Parolen über „aggressive Handlungen“ Russlands „eine Spekulation mit der Angst“ genannt.

Bischof von Aleppo: „Russische Luftkampagne ist unsere Rettung und Mehrheit der Syrer ist dafür“

Bischof von Aleppo: "Russische Luftkampagne ist unsere Rettung und Mehrheit der Syrer ist dafür"

-Der Bischof von Aleppo begrüßt die Operationen der russischen Streitkräfte in Syrien. Gegenüber RT berichtet Georges Abou Khazen, dass „die Mehrheit der Syrer die russischen Militäreinsätze positiv sieht“. Dies sei umso mehr der Fall, weil die militärische Unterstützung für die syrische Regierung von Friedensverhandlungen begleitet werde, so Bischof Abou Khazen. Unterdessen vertrieb die syrische Armee die letzten Terroristen aus der Provinz Latakia.

-Die Beraterin des syrischen Präsidenten, Bouthaina Shaaban, erläutert im Interview mit RT die Sichtweise der Regierung auf die so genannte Opposition. „Diese Terroristen waren das Mittel der Türkei auf syrischem Boden. Sobald die Türkei sieht, dass sie scheitern, geht sie nach Syrien rein, um ihnen zu helfen.“

This file photo shows a column of Russian armored vehicles on the move, August 23, 2008. (AFP photo)
Dieses Datei-Foto zeigt russischen gepanzerten Fahrzeugen unterwegs, 23. August 2008. (AFP-Foto)

04.02.16 – USA – NATO, USA, können Russland im Baltikum nicht besiegen: RAND Corp.  oder….Kriegstreiber am Werk –

-Sollte einen Krieg  im Ostseeraum ausbrechen,die russische Streitkräfte werden rasch die North Organisation (NATO) und den USA in weniger als drei Tage besiegen, sagt eine militärische US-Think-Tank.

-Die RAND Corporation, bestehend aus amerikanischen militärischen und zivilen Beamten, hat die Projektion am Dienstag, in einer Analyse über die NATO Kriegsspiele in Osteuropa gemacht.

-„Der Spiele Ergebnisse sind eindeutig: in der derzeitigen Sicherheitsumfelds, NATO kann nicht erfolgreich das Gebiet der exponiertesten Mitglieder verteidigen“ ist in den Bericht zu lesen.

-Es wurde gesagt, dass mehrere Kriegsspiele zwischen 2014 und 2015, die von US Truppen und Truppen aus dem Baltikum Länder Estland, Lettland und Litauen durchführt wurden, wurde deutlich, dass sie nicht imstande sind der Vormarsch der mechanisierten russischen Einheiten zu stoppen und   schwere Verluste haben werden.

-Das angebotene Szenario hat vorausgesehen, dass die russischen Streitkräfte an die Türen der estnischen Hauptstadt Tallinn oder der lettischen Hauptstadt Riga innerhalb von 36 bis 60 Stunden klopfen wurden.

-„Solch eine schnelle Niederlage, wurde die NATO mit einer begrenzten Anzahl von Optionen lassen und sie sind alles schlecht“, so der Bericht führt fort.

-Nach dieser Analyse die US-geführten Allianz könnte versuchen, einen tödlichen Gegenangriff zu führen, der durch eine dramatische Eskalation des Kampfes durch Russland als Antwort haben wird, da Moskau dies als Bedrohung seiner Heimat betrachten wurde.

-Die zweite Option wäre auf Kalten Krieg Taktik zurückgegriffen, wo die NATO Russland mit einer massiven Vergeltung mit Atomwaffen bedrohen würde….nun…. Dr. Strangelove lässt wieder grüßen….. ein paar russische Atom-Bomben könnte auch bei uns einschlagen, was zu Armageddon führen wurde….Anm.d.Ü

-Eine dritte Möglichkeit für die NATO wäre eine temporäre Niederlage zugeben und zahnlos erscheinen, während man einen neuen Kalten Krieg gegen Moskau vorbereitet. (Während des zweiten Weltkrieges, nannte es „strategische Rückzüge“ Anm.d.Ü.).

-Jedoch RAND schlug vor, dass NATO könnte präventive Maßnahmen im Ort implementieren, und das durch der Einsatz von etwa sieben Brigaden in der Gegend, einschließlich drei schwere gepanzerte Brigaden, die durch Luftwaffe und Artillerie-Unterstützung gesichert werden sollten „um zu verhindern, dass die Grenzen der baltischen Staaten schnell überschritten werden können“.

-US-Verteidigungsminister Ashton Carter enthüllt Pläne am Dienstag, weitere schwere Waffen und gepanzerte Fahrzeuge an die Ostgrenze der NATO zu stationieren.

-Er fügte hinzu, dass der neue Pentagon-Haushalt hat die Ausgaben für Osteuropa Operationen von ungefähr 800 Millionen $ für dieses Jahr auf 3,4 Milliarden $ für das Jahr 2017 erhöht werden sollte.

Kommentar: wenn man ins Internet geht, wird bald merken, dass nur Cheerleaders findet, was verständlich ist, gleichzeitig merkt man, dass RAND ein Riesen ist, die schwer verdaulich bzw. gefährlich werden kann, und in der Lage ist, Situationen zu manipulieren. Mit diesem Untergang-Szenario, denke ich, RAND will Angst in der USA schüren, d.h. das US-Kongress veranlassen noch mehr Geld für Waffen und das Militär zu genehmigen…..die Waffen-Lobbies, AIPAC, das Militär und die US-Kriegstreiber bedanken sich. Man soll nie vergessen, dass die Korruption hat in USA einen Stand erreicht hat, die nicht mehr aufzuhalten ist. RAND wie viele andere Organisationen, ist bis auf dem Knochenmark korrupt. Diese Zustand wird das Land in dem Abgrund führen, leider werden wir (Europa) das Imperium begleiten, da unsere Politiker nicht in der Lage sind, uns aus dieser Knechtschaft zu befreien.

 

Vor 50 Jahren: US-Luftwaffe verliert vier Atombomben über Spanien und verstrahlt ganze Region

Eine bewaffnete B52 startet von Stützpunkt der britischen Royal Air Force in Fairford, England, März 2003.

Eine bewaffnete B52 startet von Stützpunkt der britischen Royal Air Force in Fairford, England, März 2003.
-Bei einem Zusammenstoß über Spanien fielen vor 50 Jahren vier Atombomben aus der verunglückten B52. Bis heute ist die Gegend um Palomare in Spanien verseucht. Das Land entging haarscharf einer Superkatastrophe.

-Am Morgen des 17. Januar 1966 überflog ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe in geheimer Mission Spanien. Die Welt befand sich mitten im Kalten Krieg und in Spanien herrschte der Diktator Franco. Bei einem Tankmanöver kam es zum schlimmsten anzunehmenden Unfall. Der riesige Bomber stieß bei einem Tankmanöver mit dem Stratotanker zusammen, an dessen Rüssel die Maschine hing. Sieben Besatzungsmitglieder aus den beiden Maschinen starben.

-An Bord der B-52 befand sich jedoch eine Last, die schwerer wiegt als einige Menschenleben. Vier B28-Wasserstoffbomben fielen bei dem Zusammenstoß aus dem Bomber und krachten auf den Ort Palomares, an der spanischen Mittelmeerküste.

-“Nur ein glücklicher Umstand bewahrte die die spanische Bevölkerung in der Region vor einer Katastrophe“, kommentierte später ein sowjetischer Offizier. Aber der konventionelle Sprengstoff in zwei der H-Bomben detonierte. Die Explosion verbreitete Atomstaub in der Gegend. Das in den Bomben enthaltene Plutonium verwandelte sie in „schmutzige Bomben“.

Vollkommen veraltet: Ein B-2-Bomber wirft eine B61-11 Bombe zu Übungszwecken ab, Whiteman Air Force Base, Missouri, 1998.

-Hunderte amerikanische Soldaten, die am Unfallort eingesetzt waren, setzten sich der Strahlung aus. Sie konnten nur drei Bomben wiederfinden. Als die Suche auf dem Land keine Ergebnisse brachte, begannen die Militärs im Mittelmeer weiterzusuchen. Es startete die größte Unterwasser-Suche zu diesem Zeitpunkt. Gleichzeitig tauchten sowjetische U-Boote und Kriegsschiffe in der Region auf. Die Amerikaner fürchteten, dass die sowjetische Marine die wertvolle Bombe schneller findet.

-Bis heute, ein halbes Jahrhundert später, handelt es sich beim Absturzgebiet um ein militärisches Sperrgebiet. Der Boden ist immer noch verstrahlt. Inzwischen gaben Regierung und Militär hunderte von Millionen Dollar für die Reinigung der Böden aus. In Spanien und selbst in Palomares erinnert sich heute kaum noch jemand an den Unfall. Am Strand tummeln sich die Badegäste.

-Die Bomber überflogen Spanien im Rahmen der geheimen Operation Chrome. Es handelte sich um eine von mehreren Operationen des Strategic Air Command der United States Air Force. Damit sollte eine 24stündige Bereitschaft der US-Atomwaffen in Europa garantiert werden. Es flogen rund um die Uhr bis zu zwölf B52-Bomber auf festgelegten Routen über Westeuropa. Die Maschinen wurden in der Luft betankt, damit sie durchgängig in der Luft bleiben konnten. Durch dieses System befanden sich mehrere Bomber stets in der Nähe des sowjetischem Territoriums.

-Der Absturz in Palomares sowie ein Unfall zwei Jahre später über Grönland, bei dem ebenfalls erhebliche Mengen an radioaktiven Substanzen freigesetzt wurden, führte dazu, dass die wurden die Operationen Operation Chrome schließlich eingestellt wurde. Die Amerikaner setzten zukünftig stärker auf Interkontinentalraketen.

-Der später über Spanien abgestürzte Flieger kam aus dem amerikanischen North Carolina nach Spanien, an Bord befanden sich vier Atombomben mit der 70fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe. Kurz vor dem Tankmanöver stellte der Pilot fest, dass seine Maschine viel zu niedrig flog. Der Versuch, die Höhe schnell zu korrigieren, führte vermutlich zu dem Zusammenstoß.

-„Um 9 Uhr 22 sahen wir Feuerbälle und den mittleren Teil einer Tragfläche“, hieß es in einem Bericht von Piloten, die den Unfall aus unmittelbarer Nähe beobachteten. Insgesamt befanden sich elf Soldaten am Bord der beteiligten Maschinen, vier davon konnten sich retten und landeten im Mittelmeer. Spanische Fischer griffen sie auf. Die Trümmerteile der Maschinen regneten über der gesamten Region nieder.

-Unmittelbar darauf wies Präsident Lyndon B. Johnson seine Truppen an, “alles zu unternehmen, um die Bomben sofort sicherzustellen.” Als die Soldaten eintrafen, hatten spanische Militärs bereits den Aufschlagspunkt der ersten Bombe markiert. Sie war voll funktionsfähig am Strand aufgeschlagen. Die nächste Bombe entdeckten die Soldaten erst am nächsten Morgen, “massiv durch den Aufschlag beschädtigt”. Ein Teil der konventionellen Sprengladung war explodiert.

-“Die größte Sorge betraf die Plutoniumverstrahlung”, hieß es später in einem Bericht: “Sofortige Messungen ergaben einen signifikant höheren Strahlenwert in der Gegend.” Nur Stunden später fand das Rettungsteam die dritte Bombe. Sie befand sich im selben Zustand wie das zweite Geschoss. Auch in ihrem Umfeld war die Gegend stark verstrahlt. Als die vierte Bombe nicht gefunden werden konnte, zog die US-Army bis zu 600 Mann zusammen. Ein Zeuge berichtete, er hätte etwas mit einem Fallschirm über dem Meer niedergehen sehen.

-Nun startete die größte Suchaktion, die es im Meer bis dahin gegeben hatte. Beteilligt waren über 100 Taucher, Minensuchschiffe sowie normale und spezielle Tiefwasser-U-Boote. Schließlich vergingen Monate bis die Navy die Bombe mehr als fünf Meilen vom Absturzort entfernt fand. Im April 1966 wurde sie aus großer Tiefe geborgen.

Schon fast 100.000 Unterzeichner. Quelle: Change.org

-Zu diesem Zeitpunkt hatten Atomphysiker bereits starke Strahlenbelastungen in der Region festgestellt, im Meer wie auch auf dem Land. Das Militär begann die Böden in der Gegend abzutragen. Die einheimischen Bauern erhielten eine finanzielle Entschädigung. Tonnenweise Pflanzen und Böden wurden abtransportiert. Über 5.000 Fässer füllten die eingesetzten Soldaten mit verseuchtem Bodenmaterial.

-Laut einem von Wikileaks veröffentlichten diplomatischen Bericht zahlten die USA bis 2006 etwa 12 Millionen US-Dollar an Spanien, damit die Strahlenwerte weiter kontrolliert und die lokale Bevölkerung geschützt wird. In diesem Bericht kommen die Diplomaten auch zu dem Ergebnis, dass die Verstrahlung sehr viel schwerwiegender ausfiel, als zunächst behauptet. Noch Jahre später bezeichnete die damalige Außenministerin der USA, Hillary Clinton, Palomares als einen „lang andauernden, offenen Fall“.

Karte der Flüge im Rahmen der Operation Chrome
Karte der Flüge im Rahmen der Operation Chrome

Gladio: NATO-Terroristen im Untergrund

Gladio: NATO-Terroristen im Untergrund

-Im Kalten Krieg existierten in Westeuropa zahlreiche Untergrundorganisationen, die im Fall eines sowjetischen Überfalls als Partisanen Sabotageaktionen ausführen sollten. Dazu wurden Kämpfer geschult und geheime Waffendepots angelegt. In der Bundesrepublik unterstand diese Stay-Behind-Truppe dem BND. Erst Anfang der 1990er Jahre flogen die illegalen Netzwerke auf. Über den aktuellen Forschungsstand zum Thema sprach Jens Wernicke mit dem Filmemacher und Journalisten Ulrich Stoll.

Jens Wernicke: Herr Stoll, soeben erschien Ihr Buch „Die Partisanen der NATO“, in dem Sie gemeinsam mit Erich Schmidt-Eenboom den sogenannten Stay-Behind-Truppen der NATO auf dem Gebiet der Bundesrepublik nachspüren, deren Existenz vor einigen Jahren der Schweizer Historiker Daniele Ganser aufgedeckt hat. Was sind Stay-Behind-Truppen und wieso gab es diese in der BRD?

-Ulrich Stoll: Nach 1945 und bis in die 1970er Jahre gingen westliche Militärs davon aus, dass im Kriegsfall weite Teile der Bundesrepublik innerhalb weniger Tage von den Angreifern überrollt würden. Stay-Behind-Netzwerke sollten nach einem Angriff des Warschauer Paktes im besetzten Deutschland, also im Rücken der sowjetischen Front, tätig werden – als Saboteure, Schleuser und Nachrichtenübermittler.

Jens Wernicke: Diese „Partisanen“, wie Sie sie nennen, waren also dazu da, um im Falle eines sowjetischen Angriffs Widerstand zu leisten? Dazu und zu nichts sonst?

Auch die ZDF-Sendung

-Ulrich Stoll: Interessant ist an frühen Stay-Behind-Netzwerken, die die CIA in Westdeutschland aufbaute, dass sie auch im Inneren tätig werden sollten. Diese Partisanen waren oft frühere SS-Männer, die von fanatischem Antikommunismus geprägt waren. Sie hatten nicht nur das Feindbild Sowjetunion, sondern misstrauten auch allen Demokraten, die nicht bedingungslos hinter den USA standen.

Jens Wernicke: Das heißt, diese Truppen sollten im Zweifelsfall auch gegen „linke Regierungen“ aktiv werden? Womit und wodurch denn genau?

-Ulrich Stoll: Reinhard Gehlen teilte noch 1956 als Chef der US-geführten „Org“ und wenige Tage, bevor er BND-Präsident wurde, den Amerikanern mit, dass er Stay-Behind-Truppen im Innern gegen deutsche Politiker einsetzen würde, falls diese Westdeutschland auf Neutralitätskurs bringen würden.

-Und eine frühe CIA-geführte Stay-Behind-Truppe, der Bund Deutscher Jugend – Technischer Dienst, hatte Anfang der 1950er Jahre ganz konkrete Pläne ausgearbeitet, wie man linke Demonstrationen bekämpfen wollte. Man würde einfach in die Menge schießen, frei nach dem Motto: „Frühes Blut spart viel Blut“. Die Truppe war also zu einem brutalen Vorgehen gegen innenpolitische Gegner bereit und wollte KPD- und SPD-Politiker auch gewaltsam aus dem Verkehr ziehen – durch Festnahme oder Mord.

Jens Wernicke: Aber, entschuldigen Sie, sind derlei Aktionen nicht vielmehr als Terrorismus denn als Partisanentum anzusehen?

-Ulrich Stoll: Ganz klar: Ja. Es kam aber nicht zu solchen Gewaltakten, weil die Bundesrepublik im Sinne der US-Interessen stabil blieb. In Griechenland und der Türkei unterstützten Stay-Behind-Truppen hingegen Militärputsche, und in Italien war die dortige Stay-Behind-Organisation „Gladio“ in Bombenattentate gegen Polizisten und Bürger involviert. Die Bereitschaft, Stay Behind gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, um eine kommunistische Regierungsbeteiligung zu verhindern, war da.

Jens Wernicke: Wer baute diese Organisationen denn auf und wem unterstanden sie? Die Regierenden waren offenbar ja nur zu geringen Teilen oder gar nicht mit derlei Strukturen vertraut?

-Ulrich Stoll: Die Regierung Adenauer war nicht souverän und musste die US-Geheimdienste in Deutschland gewähren lassen. Adenauer wusste sicher über Stay Behind Bescheid, denn er verhinderte ja die Strafverfolgung der Terroristen des BDJ-TD, als diese Gruppe aufgeflogen war. Die von der CIA aufgebauten Partisanen-Netze wurden 1956 dann vom BND übernommen, wodurch der Auslandsgeheimdienst rechtswidrig im Inland tätig wurde.

Jens Wernicke: Der CIA und BND stecken also – auf verschiedene Arten und Weisen und zu verschiedenen Zeiten – hinter diesen paramilitärischen Einheiten? Und das weit überwiegend ohne Wissen der Regierenden?

-Ulrich Stoll: Teile der Regierung müssen Bescheid gewusst haben, die parlamentarischen Kontrollgremien wurden jedoch systematisch getäuscht und waren bis 1990 ahnungslos.

-Der BND übernahm 1956 die Partisanen-Netze, die in Deutschland nach dem Krieg von amerikanischen, niederländischen, dänischen und französischen Geheimdiensten aufgebaut worden waren.

-Das ist übrigens eine der erstaunlichsten Erkenntnisse aus den jetzt freigegebenen BND-Akten: Nicht nur die CIA, sondern weitere westeuropäische Staaten hatten in Deutschland Stay-Behind-Partisanen rekrutiert. Was in der entsprechenden Aufzählung auffällt: Die Briten fehlen.

-Britische und US-amerikanische Dienste hatten nach dem Krieg untereinander die Länder aufgeteilt, in denen sie Untergrundtruppen aufbauten. In Österreich und Deutschland muss es daher sowohl britische als auch US-amerikanische Stay-Behind-Gruppen in den jeweiligen Besatzungszonen gegeben haben. Die Briten gewähren, anders als die Amerikaner, bis heute jedoch keinerlei Akteneinsicht. Die britische Stay-Behind-Organisation verschwindet 1956 also völlig von der Bildfläche.

Jens Wernicke: Und bezüglich der Ihnen nun vorliegenden Informationen: Wie viele Personen waren hier für welche Stay-Behind-Gliederung tätig? Und vor allem: Wie und durch wen wurde eine solche überhaupt gesteuert und gelenkt?

-Ulrich Stoll: Die größte frühe Stay-Behind-Organisation, der BDJ-TD, hatte 2.800 Kämpfer ausgebildet und plante, bis zu 7.000 Antikommunisten als Partisanen zu rekrutieren. Die vom BND geführte Stay-Behind-Organisation hatte anfangs rund 500 „Schläfer“, die als Partisanen im Kriegsfall aktiv werden sollten. Deren Zahl sank bis in die 1980er Jahre auf rund 100 Personen. Es gab aber eine unbekannte Zahl von Helfern und ein paar Dutzend hauptamtliche Offiziere. Der militärische Arm der Stay-Behind-Organisation, die als Bundeswehreinheit getarnte Lehr- und Ausbildungsgruppe für das Fernspähwesen der Bundeswehr, sollte auf bis zu 375 aktive Fallschirmspringer ausgebaut werden.

-Stay Behind wurde von der Stay Behind-Zentrale in München aus gesteuert und das Alliierte Koordinationskomitee steuerte die gemeinsamen Aktivitäten wie etwa multilaterale Übungen.

„Schon in den frühen fünfziger Jahren sorgte die BDJ-Affäre für entsprechende Schlagzeilen. Im Januar 1953 verboten mehrere Landesinnenminister den drei Jahre zuvor gegründeten Bund Deutscher Jugend (BDJ) und dessen Technischen Dienst (TD). Tatsächlich stellte das eine, der Bund, den legalen Mantel für das andere, für den konspirativ organisierten Dienst dar. Unter Leitung des Arztes und Publizisten Paul Lüth sollte mit ehemaligen Soldaten der Wehrmacht und Waffen-SS eine bewaffnete Organisation aufgebaut werden, mit der man im Falle eines Linksrucks in der Bundesrepublik oder gar des befürchteten Einmarsches der Ostblock-Armeen den Partisanenkampf aufnehmen wollte. Bei Razzien gegen die Doppelorganisation, die nach außen als Vereinigung in der Tradition der bündischen Jugend auftrat, hatte die Polizei 1952 auch Mordlisten mit Namen von prominenten SPD-Politikern wie Erich Ollenhauer gefunden.
Umfangreiche Untersuchungen der damaligen hessischen Landesregierung ergaben, dass der BDJ/TD – quasi als klandestiner Verbündeter im Kalten Krieg – von US-Geheimdiensten finanziert und mit Waffen und Bomben versorgt wurde. Und der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz stellte im November 1952 mäßig überrascht fest, dass die vom BDJ/TD verwendeten Personenblätter zu ihrer Mordliste „in Anlage und Aufbau jenen gleichen, wie sie das Bundesamt für Verfassungsschutz verwendet“. Ganz offensichtlich hatten Lüth und die Seinen entsprechende Unterstützung erhalten.“

Die Zeit: „Für Volk und Nation

Jens Wernicke: Sie widmen ein Kapitel in Ihrem Buch ja auch dem Oktoberfestattentat. Wäre denn wirklich denkbar, dass hier Paramilitärs im Auftrag von Sicherheitsdiensten oder anderen Akteuren des Tiefen Staates gegen die eigene Bevölkerung tätig geworden sind und das bis heute unentdeckt blieb? Das klingt doch sehr nach Verschwörungstheorie…

-Ulrich Stoll: Es gibt keinen Beweis, dass staatliche Stellen hinter dem Oktoberfestattentat stecken. Aber die Informationsblockade der Bundesregierung zu Stay Behind und die viel zu schnelle Festlegung auf Gundolf Köhler als Einzeltäter, der ohne Hilfe die Oktoberfestbombe gebaut, transportiert und gezündet haben soll, hat Raum für Spekulationen geschaffen.

-Das könnte die Bundesregierung durch Aktenfreigabe klären. Aber erst seit dem letzten Jahr ist dem Oktoberfestopferanwalt Werner Dietrich Einblick in Ermittlungsakten gewährt worden. Und erst jetzt ermittelt der Generalbundesanwalt wieder – auf öffentlichen Druck hin und nachdem fast alle Asservate längst vernichtet sind.

-Die Rolle des Rechtsterroristen Heinz Lembke ist auch noch vollständig ungeklärt – auch hier ein viel zu schnelles Ermittlungsende trotz deutlicher Hinweise auf Mittäter bei der Beschaffung von Waffen und Sprengstoff. Das hat Verschwörungstheorien Raum gegeben – wie jetzt auch beim NSU, den der Generalbundesanwalt ja auch nur als isoliertes Trio sehen will.

Jens Wernicke: Und derlei „Untergrundarmeen“, wie Sie sie im Buch auch nennen – nach der Abwicklung der bekannten Stay-Behind-Netzwerke ab 1991 dürfte derlei nun als „erledigt“ erachtet werden, ja? Ich frage, weil mir Wolf Wetzel im Interview vor einigen Tagen zumindest andeutete, die Staatspraxis im Bereich des NSU werfe doch mehr und mehr die Frage auf, ob dieser nicht etwa, wie gern behauptet, weniger von diesem „überwacht“ als vielmehr durch diesen überhaupt erst ermöglicht und später geschützt worden sei..

-Ulrich Stoll: Da sind wir wieder im Bereich der Verschwörungstheorien. Ich kann mir den NSU nicht als staatlich gesteuerte Terrortruppe vorstellen. Gleichwohl ist es falsch, das von V-Leuten der Geheimdienste durchsetzte Umfeld des Trios nicht genau zu durchleuchten. Da hat der Generalbundesanwalt offenbar eine Beißhemmung wie damals beim Umfeld Köhlers, wo es von V-Leuten ebenfalls wimmelte. Das nährt natürlich den Verdacht, dass staatliche Zuträger damals wie heute von Gewalttaten wussten oder sie sogar förderten.

-Zu Stay Behind will ich aber noch etwas zu bedenken geben: In den 1970er Jahren fand ein Anwerbeversuch eines hohen deutschen Offiziers im Verteidigungsministerium durch britische Offiziere statt. Es gab damals also weiterhin eine britische Stay-Behind-Gruppe in Deutschland, die bis heute geheim gehalten wird und die natürlich nie parlamentarischer Kontrolle unterlag.

-Darüber hinaus hat die Bundesregierung zwar immer betont, dass ihre Stay-Behind-Organisation seit Anfang der 1970er Jahre unbewaffnet gewesen sei. Es wurden jedoch noch in den 1990er Jahren Waffen- und Funkausrüstungslager geborgen. Das wurde uns 18 Jahre lang verschwiegen. Es ist also denkbar, dass es noch immer Stay-Behind-Sprengstoff- und Waffendepots gibt und also auch die Gefahr, dass Unbefugte diese entdecken und nutzen können.

Jens Wernicke: Damit ich nicht durcheinanderkomme: Es gab eine deutsche Stay-Behind-Organisation, die ursprünglich vom CIA aufgebaut worden war, und davon unabhängig noch mindestens eine niederländische, dänische und französische sowie eine bis heute vollkommen unerforschte britische?

-Ulrich Stoll: Ganz genau, das ist in den deutschen Papieren aktenkundig. Aber wir haben bis heute nicht die ergänzenden Akten der Alliierten zur Verfügung.

Jens Wernicke: Und mit derlei Wissen und Enthüllungen: Wie gehen Sie damit um? Welche Schlüsse ziehen Sie daraus? Was sind Ihre Wünsche und Forderungen an die politische Debatte im Land?

-Ulrich Stoll: Das Europäische Parlament hat 1990 nach der Enttarnung des Gladio-Terrornetzwerkes gefordert, dass in allen EU-Ländern Untersuchungsausschüsse eingesetzt werden. Gladio war der Übungspartner der deutschen Stay-Behind-Organisation. Doch obwohl der BND dankenswerterweise einige Akten zur Stay-Behind-Organisation freigegeben hat, werden Hinweise auf Partnerorganisationen weiterhin zurückgehalten. In nur drei Ländern gab es bisher Untersuchungskommissionen, und die wurden zudem oftmals, wie etwa in Belgien, auch noch unzureichend informiert.

-Dabei ist Stay Behind Zeitgeschichte und dieses düstere Kapitel sollte endlich europaweit untersucht und aufgearbeitet werden. Zum einen, um Spekulationen um staatlichen Terror entgegenzutreten, zum anderen, um endlich den Bürgern Europas das Ausmaß dieser ungesetzlichen und gefährlichen Aktivitäten zu offenbaren.

Jens Wernicke: Da Sie gerade noch einmal „ungesetzlich“ sagen: Wenn das parlamentarische Kontrollgremium belogen wurde und die Stay-Behind-Gruppen zumindest potentiell auch als Terroristen gedacht waren – wieso gibt es eigentlich keine Ermittlungen gegen in diese Machenschaften verstrickte Politiker, Geheimdienstler und andere Akteure? Noch jenseitiger des Grundgesetzes geht es doch gar nicht…

-Jens Wernicke: Eine solche Ermittlung könnte der Generalbundesanwalt einleiten. Er hat es jedoch 1990 nicht getan, als die Stay-Behind-Strukturen noch bestanden. Und heute dürfte es noch schwerer sein, Belege und Zeugen zu finden. Politiker wie der damalige Kanzleramtsminister Lutz Stavenhagen oder die damaligen Verteidigungsminister leben nicht mehr.

Jens Wernicke: Ich bedanke mich für das Gespräch.

-Ulrich Stoll, Jahrgang 1959, Studium der Geschichte, Literatur- und Theaterwissenschaft in München ist seit 1984 freier Journalist für den WDR (ZAK, Monitor), seit 2001 Reporter des ZDF-Magazins Frontal 21, Autor zahlreicher TV-Dokumentationen für ARD, ZDF und ARTE, darunter »Hitlers Traum von Micky Maus – Zeichentrickfilm im III. Reich« (ARTE 1999), »Im Fadenkreuz des Staates – Der Große Lauschangriff« (mit H.-C. Schultze, ARD 2004) und „Die Schattenkrieger der NATO“ (ZDF Info 2014).

-Dieser Text erschien zuerst auf den „NachDenkSeiten – die kritische Website„. Die Zweitveröffentlichung durch uns erfolgt im Rahmen der Creative Commons Lizenz 2.0 Non-Commercial, unter welcher er publiziert wurde.

Weiterschauen:

Kommentar mundderwahrheit: nie vergessen….Gladio wurde in Italien gegründet….
Wikipedia: Gladio (ital. „Kurzschwert“; von lat.Gladius) war der Deckname für eine geheime paramilitärische Einheit der NATO in Italien, die im Fall einer Invasion von Truppen des Warschauer PaktesGuerilla-Operationen und Sabotage gegen diese durchführen sollte.Ab 1950 wurden in Italien Agenten für Guerillaoperationen und Sabotage gegen Besatzertruppen des Warschauer Pakts ausgebildet. Dazu wurden europaweit geheime, illegale Waffendepots angelegt. Die Existenz der Untergrund-Armee wurde geheim gehalten und war nur einem kleinen Kreis von Regierungsmitgliedern bekannt. In den einzelnen Ländern wurde die Anwerbung und Führung der Agenten meist von Unterabteilungen der jeweiligen nationalen Geheimdienste übernommen. Die militärische Befehlsgewalt hatten die geheimen Kommandostellen Allied Clandestine Committee und Clandestine Planning Committee im NATO-HauptquartierSHAPE im belgischen Mons.[1]