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Ukraine: Sanktionen jetzt auch gegen BBC, Die Zeit und Kaspersky Labs

-Der ukrainische Präsident Poroschenko hat am Mittwoch unter dem Banner anti-russischer Sanktionspolitik eine breite Front gegen die Meinungsfreiheit in dem osteuropäischen Bürgerkriegsland beschlossen. Auf die sogenannte Schwarze Liste wurden nicht nur Journalisten der Nachrichtenagentur Ruptly gesetzt, künftig wird auch einigen BBC-, El Pais- und Die Zeit-Reportern die Arbeit in der Ukraine verboten.

Ukraine: Hexenjagd erreicht jetzt auch BBC, Die Zeit und die Kaspersky Labs

Quelle: Ruptly

-Kiew veröffentlichte am Mittwoch die Liste der Betroffenen. Präsident Poroschenko hat dabei über 400 Personen aus Frankreich, Griechenland, Israel, Spanien, Italien, den USA, Russland, Polen, der Schweiz, Deutschland, Großbritannien und einigen anderen Staaten mit Sanktionen belegt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung übernahm die Meldung aus Kiew kommentarlos. Die FAZ wies lediglich in einem Nebensatz darauf hin,  dass sich „darunter auch ein Korrespondenten der deutschen Wochenzeitung Die Zeit befindet“.

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-Die Zeit selbst veröffentlichte einen Artikel unter dem Titel „Russland: Ukraine erweiterte Sanktionsliste“. Dabei distanzierte sie sich regelrecht vom nunmehr sanktionierten Michael Rutz, den sie als „früheren Chefredakteur der Wochenzeitung Rheinischer Merkur und freien Autor“ umriss. Die Wochenzeitung gab die Anschuldigungen aus Kiew gegen ihren Mitarbeiter im Wortlaut und unkommentiert wieder. Demnach sei der Journalist Rutz eine „Gefährdung der nationalen Interessen, der nationalen Sicherheit, der Souveränität und der territorialen Einheit der Ukraine“. Zudem trügen er sowie die übrigen 400 Journalisten „zu terroristischen Aktivitäten [im Land] bei“. Rutz selbst verteidigt sich in dem Artikel mit dem Hinweis darauf, die Sezession der Krim pflichtbewusst mit dem Propagandabegriff „Annexion“ belegt zu haben.

-Überrascht teilte Rutz der Deutschen Presse-Agentur mit:

„Ich war noch nie in der Ukraine und habe auch nicht die Absicht, in nächster Zeit dorthin zu reisen.“

-Michael Rutz ist Mitglied im Lenkungsausschuss des Petersburger Dialogs, welches sich für die Verständigung zwischen der deutschen und russischen Gesellschaft einsetzt, gibt Die Zeit bekannt.

-Auch über einhundert Personen des öffentlichen Rechts stehen auf der neuen Sanktionsliste. Ihnen werden für die Dauer von einem Jahr Reise- und Finanzbeschränkungen auferlegt.

-Die erweiterte Sanktionsliste nimmt weitere 90 Unternehmen, darunter die russische Fluggesellschaft Aeroflot, ins Visier, die angeblich in direkten Beziehungen zu den Volksrepubliken Donezk und Lugansk stünden. Angaben zufolge dürfen ukrainische Behörden auch den Anti-Viren-Dienstleister Kaspersky nicht mehr verwenden.

Mainstream auf dem absteigenden Ast? Nur noch 40 Prozent vertrauen etablierten Medien in Deutschland

– Eine kürzlich veröffentlichte Studie belegt, dass das Misstrauen der Deutschen in die etablierten Medien weiter wächst. Nur noch 40 Prozent der Befragten haben „sehr großes“ oder „großes“ Vertrauen in den deutschen Mainstream. Häufig wird bewusste Fehlinformation, Manipulation und Einseitigkeit beklagt.

Nicht nur in Deutschland: Einseitige Titelseiten verschiedener Printmagazine. Quelle: medien-luegen.blogspot.com

Nicht nur in Deutschland: Einseitige Titelseiten verschiedener Printmagazine. Quelle: medien-luegen.blogspot.com

– Von der Wochenzeitung Die Zeit in Auftrag gegeben und von dem Meinungsforschungsinstitut infratest dimap durchgeführt, belegt eine neue Studie den fortschreitenden Glaubwürdigkeitsverlust etablierter deutscher Medien.

Nachrichtenportal Russia Insider deckt auf: Die schlimmsten deutschen Medien-Lügner

 60 Prozent der Befragten haben entweder „gar kein“ (sieben Prozent) oder nur noch „wenig“ (53 Prozent) Vertrauen in die hiesige Medienberichterstattung.

– Besonders betrifft dies die TV-Berichterstattung und dort insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, aus denen die Mehrheit der Befragten immer noch ihre Informationen bezieht. Auch Printmedien werden weiterhin umfangreich genutzt. Erst danach folgen Radio und Internet. Besonders im digitalen Raum entstehen zunehmend alternative Medien, die nicht dem oft transatlantisch geprägten Narrativ der großen deutschen Redaktionen folgen, aber weiterhin nur von einer Minderheit konsumiert werden.

– Neben der Kritik an handwerklichen Mängeln seitens des Journalismus in Deutschland, wird von den Befragten häufig auch zu starke Einseitigkeit, bewusste Fehlinformation und sogar Manipulation beklagt.

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– Die Umfrage ist dabei nur eine weitere Stufe bei der zunehmenden Entfremdung deutscher Medien von ihren Zuschauern und Lesern. Spätestens im Zuge der Ukraine-Berichterstattung seit dem Frühjahr 2014, setzte eine Welle der Empörung ein, die sich in einem zunehmend scharfen Umgangston in Kommentarspalten und sogar Straßenprotesten äußerte. Auch in den großen Medienhäusern selbst wird seit dem versucht, sich mit den zahlreichen Vorwürfen gegen die eigene Zunft auseinanderzusetzen. Meist mit eher eingeschränktem Reflexionsvermögen bezüglich eigener Verfehlungen. So kritisiert auch der Medien-Watchblog Propagandaschau in einem aktuellen Beitrag, dass die Debatte im Anschluss an die neue Zeit-Umfrage die Vorbehalte gegen die etablierten Medien eher bestätigt, als aus dem Weg räumt.