Mit ‘berlin’ getaggte Beiträge

https://deutsch.rt.com/22786/wirtschaft/rueckschlag-fuer-us-dollar-als-leitwaehrung-china-zahlt-gazprom-kuenftig-in-yuan/

Rückschlag für US-Dollar als Leitwährung: China zahlt Gazprom künftig in Yuan
Quelle: Ruptly
Quelle: Ruptly
China und die Russische Föderation machen Ernst mit ihrer Ankündigung, bei ihrer Geschäftsabwicklung den US-Dollar so weit wie möglich außen vor zu lassen. Sowohl die Exporte der Gazprom aus der Östlichen Sibirisch–Pazifischen Pipeline nach China als auch das Öl-Geschäft aus der Arktis werden in Zukunft in der Landeswährung Yuan getätigt.

Die aggressive Politik des Westens gegenüber Russland seit Ausbruch der Ukrainekrise und die gesteigerte Präsenz der USA im südostasiatischen und pazifischen Raum haben auch China hellhörig werden lassen und zu einem engeren wirtschaftlichen Zusammenrücken beigetragen.

Dies betonte auch der Premierminister der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, als er am Donnerstag auf dem 17. Weltkongress der russischen Presse äußerte, die vom Westen verhängten Sanktionen hätten Russland in wirtschaftlicher Hinsicht angespornt, mit Asien aktiver zusammenzuarbeiten.

„Mein großer Dank geht an die Staaten, die diese Sanktionen beschlossen haben. Ich bin dabei absolut aufrichtig.“

Die Zusammenarbeit zwischen der Russischen Föderation und dem Reich der Mitte beinhaltet unter anderem auch, Alternativen zum US-Dollar als weltweiter Leitwährung zu schaffen, da die globale Dominanz der USA nicht zuletzt durch die überragende Bedeutung ihrer Währung im weltweiten Wirtschaftsverkehr begünstigt wird.Einen ersten wichtigen Schritt haben nun die Energieunternehmen beider Staaten gesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wickelt Russlands Energie-Riese Gazprom seit Dienstag seinen Öl-Export nach China in Yuan ab. Dieser Schritt stellt zweifellos ein Signal gegen die Monopolstellung des Dollars im Energiesektor dar und illustriert nach Meinung von Beobachtern, was Medwedew und vor ihm bereits andere hohe Offizielle der Russischen Föderation über das engere Zusammenrücken mit Asien geäußert hatten.

Bereits im August 2014 hatte Russland angekündigt, dass alle bilateralen Energie-Geschäfte perspektivisch nur noch in den heimischen Währungen vorgenommen werden sollen. So sollten auch Energieträger-Lieferungen über die Östliche Sibirisch–Pazifische Pipeline in der chinesischen Währung Yuan abgerechnet werden.

Quelle: pixabay

Von dort aus wird Russland ab 2018 China mit jährlich 38 Milliarden Kubikmeter Erdgas versorgen. Die Vereinbarung soll 2048 auslaufen. Der Wert des Abkommens beträgt umgerechnet 400 Milliarden US-Dollar. Auch hinsichtlich des geplanten Verkaufs von 80.000 Tonnen Öl aus der Arktis soll der Rubel genutzt werden.

Andrei Kostin, Chef der Staatsbank VTB, hatte ebenfalls jüngst kritisiert:

„Es ist irgendwie merkwürdig, dass eine Zahlung von Kasachstan an Russland durch New York geht.“

Der Petro-Dollar ist selbst in letzter Zeit zunehmend unter Druck geraten, da der massive Preisabfall beim Öl dazu beigetragen hat, dass der Markt erstmals seit 20 Jahren an Liquidität verliert und die freien Geldmittel nicht länger in Investitionen fließen. Für die USA könnte sich dies nachteilig auswirken, da sowohl ihre Auslandsschulden als auch ihr Leistungsbilanzdefizit nach wie vor als beträchtlich erscheinen.

https://deutsch.rt.com/inland/38756-bundeswehr-drohnen-ratselraten-um-wirtschaftlich/
Bundeswehr-Drohnen: Rätselraten um wirtschaftlich zweifelhaften Deal mit Israel

Bundeswehr-Drohnen: Rätselraten um wirtschaftlich zweifelhaften Deal mit Israel

Pläne der Bundesregierung, die Bundeswehr mit Drohnen auszurüsten, die auch bewaffnet werden können, haben nun für Verstimmung in den USA und Stirnrunzeln bei Haushaltspolitikern gesorgt. Der Grund für die Misstöne ist vor allem der stolze Preis, der für das Leasing der Geräte anfallen soll: Nicht weniger als 580 Millionen Euro soll das deutsche Verteidigungsministerium für vier bis sechs „Heron TP“-Maschinen des israelischen Herstellers IAI hinblättern.

Und das, obwohl Großbritannien kürzlich einen Vertrag über den Ankauf von 16 Predator-Maschinen für umgerechnet knapp 540 Millionen Euro mit dem US-amerikanischen Anbieter General Atomics abgeschlossen haben soll und derselbe Anbieter eine ebenfalls den Bedarf deckende Anzahl von Kampfdrohnen des gleichen Typus für insgesamt 400 Millionen Euro angeboten haben soll – die am Ende ebenfalls ins Eigentum der Bundeswehr übergegangen wären.

Der auf den ersten Blick wenig wirtschaftliche Deal könnte nicht zuletzt damit zusammenhängen, dass die ferngelenkten unbemannten Flugzeuge, die auch mit Raketen und Bomben bestückt werden könnten, lediglich eine Zwischenlösung darstellen sollten, bis es etwa Mitte der 2020er Jahre eine eigene europäische Kampfdrohne geben soll, an deren Entwicklung Airbus bereits arbeiten soll.

Dies vermag jedoch nichts daran zu ändern, dass ein wirtschaftlicher Grund für die Bevorzugung eines teureren Leasing- gegenüber einem preisgünstigeren Kaufangebots auch auf den zweiten Blick nicht erkennbar zu sein scheint.

Die US-Drohne sei, wie selbst deutsche Spitzenmilitärs einräumen, nicht nur günstiger, sondern im Vergleich zum israelischen Modell sogar leistungsfähiger. Immerhin hatten sich neben Großbritannien auch Spanien, Frankreich, Italien und die Niederlande beim US-amerikanischen Hersteller eingedeckt.

Teures Spielzeug: Fünf der israelischen Heron TP-Drohnensysteme sollen laut Bundesregierung 580 Millionen Euro kosten

Bei diesem lässt man auch mehr oder minder deutlich erkennen, dass die Entscheidung zu Gunsten der israelischen Konkurrenz nicht unbedingt als eine nachvollziehbare erscheint. Zumal auch die Harmonisierung der Systeme eine andere Lösung nahegelegt hätte: „Da ist eine gewisse Interoperabilität gegeben zwischen den Systemen und es ist auch eine gewisse Effizienz was Logistik anbetrifft dadurch gegeben“, lässt der CEO von General Atomics, Linden P. Blue, gegenüber der Tagesschau-Redaktion wissen. Die US-Anbieter wollen nun noch einmal alle Kanäle in Bewegung setzen, um den Auftrag in dreistelliger Millionenhöhe am Ende doch noch in die eigenen Bücher zu bekommen.

Der wehrtechnische Attaché der deutschen Botschaft in Washington soll in einem als vertraulich gekennzeichneten Bericht jedenfalls geäußert haben, dass General Atomics anhaltend bestrebt sei, „den Kontakt mit den politischen Vertretern zu suchen und mit Abgeordneten zu dieser Thematik (…) zu kommunizieren“.

In der Bundeswehr versteht man die Aufregung nicht. Man benutze bereits jetzt das Vorgängermodell der „Heron TP“, weshalb enorme Umschulungskosten bezüglich der Handhabung der neuen Ausstattung nicht mehr anfallen würden. Außerdem soll der israelische Hersteller Wartung und Instandhaltung der Geräte übernehmen.

Anti-RT-Abend an der Freien Uni Berlin – Mit freundlicher Unterstützung der US-Botschaft
Auch lesen: Anti-RT-Abend an der Freien Uni Berlin – Mit freundlicher Unterstützung der US-Botschaft
-Auch lesen: Anti-RT-Abend an der Freien Uni Berlin – Mit freundlicher Unterstützung der US-Botschaft
-„RT gegen die Welt: Russlands globale Medienstrategie“ – unter diesem Titel sprach Ann Cooper von der Columbia University gestern vor Studierenden der FU Berlin. RT Deutsch-Redakteur Florian Hauschild ließ sich das Spektakel nicht entgehen und beschreibt den Abend aus seiner Sicht. Ein Dank geht auch an die Botschaft der Vereinigten Staaten, die als Co-Organisator des Abends half, RT unter den Studenten noch bekannter zu machen.

von RT Deutsch-Redakteur Florian Hauschild

-Was mich da wohl erwartet? An der FU Berlin wird zu einem Vortrag geladen. Der Titel: „RT versus the world: Russias global Media Strategy.“ („RT gegen die Welt: Russlands globale Medienstrategie“).

-Die offene Vorlesung, initiiert von einer Studentengruppe, und wie es in der Begrüßung heißt, „unterstützt und mitorganisiert von der US-Botschaft“, wurde nicht öffentlich angekündigt. Aber natürlich erfuhr die RT Deutsch-Redaktion aus verschiedenen Quellen frühzeitig von der Veranstaltung.

-Da redet jemand über uns? Na, dann sollte man da wohl hingehen, so der Gedanke. Reflexion und Feedback bringen den Menschen bei seiner Arbeit ja generell voran. Auch wenn der Titel des Vortrags leicht verschwörerisch klingt, würde es sicher interessant werden. Oder führt RT tatsächlich einen Krieg gegen „die Welt“, und sind meine Kollegen und ich vielleicht nur ferngesteuerte Schreibdrohnen in diesem Krieg? Wer weiß das schon? Putin?

-In jedem Fall würde es interessant sein, der Dozentin Ann Cooper von der Columbia University, selbst Journalistin mit jahrzehntelanger Erfahrung, Aufmerksamkeit bei ihrer Rede zu schenken. Gesagt, getan.

-Im Hörsaal A an der Uni haben sich knapp 50 weitere Zuhörer eingefunden. Frau Cooper macht einen freundlichen Eindruck und betont zu Beginn ihres Vortrages, dass einige Stimmen – wie etwa Hillary Clinton –  in letzter Zeit davon sprachen, dass es einen Informationskrieg geben würde, den der Westen verliert und den Russland gewinnt. Eine zentrale Rolle dabei nehme das russischstämmige Medienunternehmen RT ein. Doch gibt es überhaupt diesen Informationskrieg oder hat die Berichterstattung von RT überhaupt nennenswerten Einfluss auf die Meinungsbildung? Cooper ist sich bei beiden Fragen nicht wirklich sicher – oder will sich nicht festlegen.

-Während der erste Teil ihres Vortrages die Grundaussage umreißt, dass niemand der Studierenden RT konsumieren muss (soll?), stützt sich der zweite Teil der Rede auf die jüngste Kampagne in der verschiedene westliche Medien – darunter die BBC – die Relevanz von RT kleinzureden versuchten. So kann zwar allein das englischsprachige Angebot über 1,5 Milliarden Klicks auf Youtube verzeichnen, doch sei dies wohl kaum mit politischer Bedeutung gleichzusetzen, da die erfolgreichsten Clips von Naturkatastrophen handeln oder den „Blueberry Hill“ singenden Wladimir Putin zeigen – der dann auch gleich unter partiellem Gelächter seitens der Zuhörerschaft vorgeführt wird. Wieder ein Klick mehr, denke ich nur.

-Dabei unerwähnt bleibt natürlich die Tatsache, dass eines der erfolgreichsten BBC-Videos eine Spinne zeigt, die vor der Linse einer Kamera ihr Netz aufgespannt hat und – während ein Nachrichtensprecher seine Meldungen verliest – eindrucksvoll ihre Beute verschlingt. Ebenfalls beliebt auf BBC: Jimmy Page erklärt wie er „Stairway to Heaven“ geschrieben hat. Letztendlich führen bei jedem Medienangebot besonders amüsante, emotionale oder spektakuläre Inhalte zu den meisten Klicks. Doch indem man den Rest der Medienwelt einfach ausblendet, lässt sich selbst anhand dieser Tatsache schnell eine vermeintliche Argumentations-Keule gegen RT basteln.

-Ungeachtet der von Cooper lange ausgebreiteten „Eventualität“ (generell bleibt an diesem Abend alles im vagen), dass RT keine Relevanz besitzt, nimmt sich die Referentin an diesem Abend gerne die Zeit, um im wissenschaftlichen Gewand rund eine Stunde über den Sender zu referieren. Der einzige Zweck ihres Vortrags scheint zu sein, den Studenten das Interesse an RT zu verderben. Ein Medienangebot, das ohnehin niemand verfolgt?

Putin-Meme. Quelle: Internet

-Bestimmt ist es nur Zufall, dass die Veranstaltung zu Beginn des neuen Semesters stattfindet, wenn es auch in Studierendengruppen und unter Erstsemestern um die Frage geht, wie man mit welchen Quellen umzugehen hat. Darf RT in einer Hausarbeit zitiert werden? Sollte man Videoclips von RT in ein Referat einbinden oder besser darauf verzichten? Nicht ausgeschlossen, dass diese Fragestellungen einige Hörerinnen und Hörer zu dem Vortrag getrieben hat. Und Cooper versucht sich daran, eine eindeutige Antwort zu geben: „Niemand muss RT schauen“, heißt es. Fast schon ein wenig flehend wiederholt die Dozentin dieses Kernanliegen während des Vortrags an verschiedenen Stellen.

-Das Ganze erinnert ein wenig an den Vortrag einer Benimmdame aus dem 19. Jahrhundert, die Heranwachsenden erklärt, sie sollen doch bitte beim Einschlafen die Hände über der Bettdecke lassen. „Ihr könnt auch einfach Schafe zählen.“ – „Ihr verpasst rein gar nichts.“ – „Das ist auch besser so für euch.“ Wen das wohl überzeugen wird?

-Zumal: Es mangelt an Argumenten und einer tatsächlichen inhaltlichen Auseinandersetzung. Ein Vergleich der Narrative zwischen westlichem Mainstream und RT? Ein Faktencheck, gar? Fehlanzeige. Im Grunde werden alle Standards der Wissenschaft an diesem Abend mit Füßen getreten. Weder ist Objektivität zu erkennen, noch werden die Aussagen über RT in Relation zu anderen Medien gesetzt. Es wird sich über einzelne RT-Interviewgäste mokiert, ohne sich die Gästestruktur westlicher Medien auch nur ansatzweise anzuschauen.

-Insgesamt lässt der Vortrag – je weiter er voranschreitet – in wachsendem Maße qualitativ zu wünschen übrig, insbesondere eingedenk der Tatsache, dass die Referentin an der renommierten Columbia University wissenschaftlich tätig ist. Die Einleitung besteht aus einer holprigen Darstellung medialer Propaganda zu Sowjetzeiten, gefolgt von einer Lobhudelei auf die russischen Medien unter Gorbatschow und später Jelzin. Doch diese „goldene Ära“ des russischen Journalismus habe exakt im Jahr 1999 ein Ende genommen. Das Jahr, in dem Wladimir Putins Präsidentschaft begann. Seit dem gebe es zwar irgendwie schon eine freie Presse in Russland, diese lässt sich von westlichen Interessen jedoch nicht wirklich instrumentalisieren. Cooper nennt das: „Putin muss sich keine Sorgen machen“. So treibt wohl viele Vertreter der US-Elite mittlerweile die Frage um, was nun passiert, wenn dieses Russland auch auf globaler Ebene medial wahrgenommen wird.

-Cooper versucht sich deshalb mit einer „Analyse“, die daraus besteht diverse Video-Schnipsel von RT vorzuführen. Inhaltlich wirken die meisten von diesen eher interessant. Präsentiert wird etwa der Pulitzer-Preisträger Chris Hedges im RT-Interview oder Abby Martin bei ihrer legendär gewordenen Auseinandersetzung mit John McCain.

-Zum Attentat auf Boris Nemtsov und dem folgenden Protestmarsch in Moskau zeigt Cooper eine RT-Aufnahme mit Anissa Naouai und merkt an, dass sich die RT-Berichterstattung zu der Demonstration nicht wesentlich von dem unterschied, was man von CNN dieser Tage zu hören bekam: Trauer, Wut und Empörung auf Moskaus Straßen.

-Der vermeintliche Skandal bestünde laut Cooper allerdings darin, dass RT des Öfteren so genannte „fragwürdige Gesprächspartner“ zu Wort kommen lässt. Da sagte ein weiblicher Gast in Bezug auf den Nemtsov-Fall gegenüber RT doch tatsächlich, man solle die offizielle Untersuchung abwarten, bevor man sich in vorzeitige Schuldzuweisungen versteigt. Letztendlich könne jeder hinter dem Attentat stehen, selbst irgendein ausländischer Geheimdienst, so der O-Ton.

-Für die Referentin ist damit der Fall klar: RT will vor allem „verwirren“. Anstatt, wie der übrige Kanon der westlichen Weltpresse, das Attentat ohne große Umschweife Putin und den seinen in die Schuhe zu schieben, will da doch tatsächlich jemand, dass die Untersuchungsbehörden ihren Job machen. Das dauert dann eine Weile? Klarer Fall von Desinformation!

-So oder so ähnlich verläuft dann auch der Rest der Präsentation. Vereinzelte Gesprächspartner von RT werden bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit in Frage gestellt, es wird RT vorgehalten, dass der Sender „mit harten Worten“ die USA kritisiert – wie etwa in Bezug auf die ausufernde Gewalt von Polizisten gegen meist afroamerikansiche Bürger im ganzen Land  – was ja auch schon irgendwie tatsächlich ein Problem sei. Aber wieso thematisiert RT dies so viel mehr als die westliche Presse?

Foto: pk210 / Flickr / CC-BY-SA-2.0

-Coopers Antwort ist nahe an konspiratorischen Interpretationsmustern und bewegt sich in die Richtung des Veranstaltungstitels: „RT gegen die Welt“, „Informationskrieg“.

-Nun ja, aus meinem Redaktionsalltag weiß ich, dass wir bei RT an Kritik in Bezug auf die USA, Israel und die Rolle der deutschen Bundesregierung bei der imperialen US-Kriegsführung kein Blatt vor den Mund nehmen. Warum auch? Ob bei der anhaltenden Besatzung des Gaza-Streifens und der Westbank, der illegalen, vom deutschen Ramstein aus mitausgeführten US-Drohnenkriege oder beim NSA-Überwachungsskandal, der fehlende Part erstreckt sich über zahlreiche Themenfelder, wie auch ein Blick in das RT Deutsch-Archiv zeigt.

-Längst wurde RT, neben anderen Angeboten, zum notwendigen Korrektiv einer ansonsten einseitig durch transatlantische Interessengruppen, Netzwerke und Think Tanks beeinflussten Medienmaschinerie. Eine Marktlücke für Russlandkritik gibt es hingegen schlicht nicht. In der Wirtschaft würde man wohl sagen, dieser Markt ist übersättigt.

-So stellt sich mir langsam die Frage warum die Dozentin es für anrüchig hält, dass RT über all diese Themen berichtet, anstatt sich zu fragen, warum die westliche Mainstream-Presse dies nicht tut – oder wenn, dann nur irgendwo auf Seite 17 in einem Zwölfzeiler.

-Doch da endet der Vortrag auch schon. Auf einer Powerpoint-Folie prangern jetzt, angelehnt an den Titel von Lenins Hauptwerk, die Worte „What to be done?“(„Was tun?“) und darunter „Ban RT“ („RT verbieten“), gefolgt von weiteren Punkten, die schnell und ohne erkennbaren Enthusiasmus von Cooper abgehandelt werden. Neben „Ihr müsst nicht RT schauen.“ ist „Ban RT“ nun die zweite Kernaussage des Vortrages, die sich in das Gedächtnis der Zuhörer brennen soll.

CNN/CIA-Karikatur. Quelle: http://therundownlive.com

-Auf die kritische Nachfrage einer der Studierenden, ob es nicht sinnvoller sei, eine multipolare Welt anzustreben, in der auch Russland seine Interessen und Sichtweisen artikulieren kann, rudert Cooper dann jedoch merklich zurück. Eigentlich sind Verbote ja meistens ohnehin nicht zielführend. Viel wichtiger ist: Niemand muss RT schauen! Lasst die Hände über der Bettdecke!

-Gegen Ende der Diskussionsrunde entschließe ich mich schließlich, den Saal über meine Identität aufzuklären. Ohnehin hatte zuvor jemand die Frage an Cooper gerichtet, wie denn RT-Mitarbeiter ihre Arbeit sehen.

-Ich erkläre mich gerne dazu bereit, spontan einige Fragen zu meiner Tätigkeit zu beantworten und frage die Dozentin ob es nicht möglicherweise mehr über den Westen und dessen Medienlandschaft aussagt, als über Russland, wenn Moskau bereit ist Hunderte von Millionen Dollar an Steuergeldern in die Hand zu nehmen, um der westlichen Berichterstattung etwas entgegenzusetzen. Heißt das nicht, dass der westliche Mainstream eine Menge Informationen und Sichtweisen verschweigt, wenn es ein global agierendes Mediennetzwerk wie RT braucht um diese Lücke zu füllen? Und beweist dies nicht, dass sich die westliche Medienlandschaft in ihrem Narrativ vor allem gegen Russland richtet?

-„Oh, es ist ja nicht nur Russland, das viel Geld in mediale Strukturen und Projekte steckt. Im Grunde tun das alle Länder, um ihre Sichtweise artikulieren zu können“, so Cooper.

-„Russland macht also nur, was alle anderen auch machen?“

„Ja, im Grunde schon.“

-Warum sich der Abend dann einseitig mit RT beschäftigt, bleibt im Dunkeln. Eventuell geht das ja doch auf die Co-Organisation der Veranstaltung seitens der US-Botschaft zurück. Doch auf meine Nachfrage versichert Cooper mir, dass dieser Umstand keinen

Einfluss auf ihren Vortrag hatte. Sie halte viele Seminare ab und sage sonst auch nichts anderes, egal wer geladen hat, bekräftigt die Dozentin und bewirbt noch einmal ein RT-Watchblog, das von Cooper-Studenten ins Leben gerufen wurde, nachdem die Journalistin diese dazu animiert hatte.

-Mich beschleicht das Gefühl, dass, wenn es denn einen Informationskrieg gibt, dieser eher vom Westen gegen RT und Russland geführt wird. Aber vielleicht gibt es auch gar keinen Informationskrieg, sondern nur Kommunikation. Und wie das so ist in der kommunikativen Auseinandersetzung, setzt sich die Seite mit den besseren Argumenten irgendwann durch.

-An Argumenten und einer sachlichen Auseinandersetzung mangelte es aber gänzlich an diesem Abend. So mutierte der Vortrag letztendlich unfreiwillig zu einer Werbe-Veranstaltung für RT. Denn sind es nicht gerade die verbotenen Früchte, die am leckersten sind?

Dr. Daniele Ganser in Berlin: RT Deutsch verlost die letzten verfügbaren Eintrittskarten

-Vom 23. bis 25. Oktober kommt der Schweizer Friedensforscher Dr. Daniele Ganser nach Berlin, um an drei aufeinander folgenden Tagen den Vortrag „Medienkompetenz – Wie funktioniert Kriegspropaganda und was kann man dagegen tun?“ zu halten. Alle Veranstaltungen sind restlos ausverkauft. Doch RT Deutsch verlost nun noch 3×2 Karten für den Vortrag am kommenden Sonntag. (Bitte Teilnahmebedingungen im Artikel beachten.)

12003174_10153025428551583_3585962645055885887_n

-Der Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser gehört zu den Koryphäen seines Faches. Für großes Aufsehen in Fachkreisen sorgte seine im Jahre 2005 veröffentlichte Dissertation „NATO-Geheimarmeen in Europa – Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung“.

-Ein großes Publikum erreichte der Schweizer auch mit seinem jüngsten Besuch in Berlin. Wie am kommenden Wochenende hielt Ganser seinen Vortrag im Berliner Kino Babylon. Die Videoaufzeichnung wurde bereits über 300.000 mal angeglickt:

-Aufgrund dieses großen Interesses spricht Dr. Daniele Ganser nun gleich dreimal im Babylon. Am kommenden Freitag, Samstag und Sonntag geht es um die Fragen:

-Welche Funktion erfüllen die Medien in der Demokratie? Sind sie wirklich, wie es gemeinhin heißt, die „Vierte Gewalt“ im Staat, die Regierungen und Mächtige im Sinne der Bürger kontrolliert? Oder dienen sie vielmehr, wie etwa Noam Chomsky argumentiert, der Fabrikation gewünschter Einstellungen und Gedankengebäude, verbreiten also Propaganda im Sinne der Herrschenden?

Alle Termine sind restlos ausverkauft, doch RT Deutsch-Leser haben nun noch die Chance 3×2 Freikarten für Sonntag, den 25. Oktober 2015 um 13.45 Uhr zu gewinnen. Ausgelost werden drei Sieger, die jeweils eine Begleitperson mitbringen können. Und so funktioniert’s:

  • Für die Teilnahme an der Verlosung benötigt Ihr entweder einen Facebook- oder einen Twitter-Account.

  • Folgt damit RT Deutsch auf Twitter oder liked unsere Seite auf Facebook.

  • Ihr registriert Euch für die Verlosung, indem Ihr unter dem Post zu diesem Artikel (Facebook / Twitter) entweder einen Kommentar oder einen Antwort-Tweet mit folgendem Inhalt sendet:

  • Schreibt: „Teilnahme Verlosung“ und postet den Link des RT Deutsch-Artikels, der Euch bisher am besten gefallen hat.

  • Es nimmt nur an der Verlosung teil, wer in der oben angegebenen Form unter dem angegebenen Post kommentiert/twittert.

  • Kommentieren/Twittern könnt Ihr bis Mittwoch, den 21. Oktober um 23.59 Uhr. Am morgigen Donnerstag werden auf unserer Facebookseite und über Twitter die Gewinner bekannt gegeben und persönlich von uns benachrichtigt.

Viel Glück bei der Verlosung wünscht Euch die RT Deutsch-Redaktion

P.S.: Für alle, die leer ausgehen steht auch der aktuelle Vortrag von Dr. Daniele Ganser in wenigen Wochen auf dem YouTube-Kanal von KenFM zur Verfügung.

Ex-CIA-Analyst Ray McGovern und Elizabeth Murray in Berlin: Direkte Einblicke in das Zentrum des Imperiums

-Die beiden ehemaligen hochrangigen US-Geheimdienst-Mitarbeiter Ray McGovern und Elizabeth Murray besuchten gestern Berlin und referierten zu dem Thema „Wie werden Kriege gemacht?“. Doch der Vortrag könne genauso gut „Wie werden Flüchtlinge gemacht?“ heißen, so McGovern. Das müsste eigentlich jeden in Deutschland interessieren. Doch die deutsche Mainstream-Presse ignorierte, wie miteinander abgesprochen, die Veranstaltung – was wohl vor allem an den Antworten lag, die McGovern und Murray gaben.

Ray McGovern und Elizabeth Murray in Berlin. Foto: Stefan Böhme

Ray McGovern und Elizabeth Murray in Berlin. Foto: Stefan Böhme

von RT Deutsch-Redakteur Florian Hauschild

-Der Beruf des Geheimdienst-Analysten ist alles andere als eine dankbare Tätigkeit. Während es die eigentliche Aufgabe eines Analysten ist, möglichst valide Informationen über die politische und militärische Faktenlage in der Welt zusammenzutragen und aufzubereiten, so dass politisch Verantwortliche möglichst weise Entscheidungen treffen können, leiden die Analysten selbst unter dem negativen Image, welches Geheimdienste im Zuge ihrer Bedeutung für die anlasslose Massenüberwachung von Bürgern und die Legitimation von Angriffskriegen seit Langem haben. Hinzu kommt, dass die Arbeiten der Analysten häufig und gerne von Strategen in den eigenen Reihen für unlautere Zwecke missbraucht werden.

Volles Haus im Berliner Sprechsaal beim Vortrag von Ray McGovern und Elizabeth Murray. Foto: Bianca Budnick

-Da die ehemaligen US-Geheimdienst-Mitarbeiter Ray McGovern und Elizabeth Murray genau diese Erfahrungen machten, trafen sie die Entscheidung, sich nach Antritt ihres Ruhestandes in der Organisation Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) zu engagieren. Heute klären die beiden ehemaligen Top-Analysten weltweit über die Machenschaften ihrer ehemaligen Arbeitgeber, vor allem in Sachen Kriegsführung und Propaganda, auf. Am Abend des gestrigen Mittwochs platzte der Sprechsaal in Berlin aus allen Nähten. Knapp 200 Gäste wollten hören was McGovern und Murray zu sagen haben.

-McGoverns einleitenden Worte spiegelten die Realität im Raum wieder. „Die Presse ist nicht frei“, sagt der 76-Jährige und beklagt, dass Stimmen wie die seine – oder die seiner Co-Referentin Elizabeth Murray – im medialen Mainstream konsequent unterdrückt werden. Und in der Tat, neben der RT-Videoagentur Ruptly sind zwar auch KenFM und Weltnetz.tv mit Kamerateams vor Ort. Das was man in Deutschland jedoch „Qualitätspresse“ nennen würde, fehlt geschlossen. Dabei handelt es sich nicht um irgendwelche Referenten, die den Weg nach Deutschland angetreten sind, sondern um Kenner der innersten Entscheidungszirkel der US-Politik.

-Murray war Offizierin im National Intelligence Council und auf Nahost-Analysen spezialisiert. In ihrem Vortrag berichtet sie von persönlichen Unterredungen mit dem ehemaligen Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, Paul Wolfowitz. McGovern war als CIA-Mitarbeiter 27 Jahre lang – in der Amtszeit von sieben US-Präsidenten – für die morgendliche Geheimdienst-Berichterstattung im Weißen Haus zuständig.

Auch lesen: Analyse von Ray McGovern für RT Deutsch zum Gipfel in Elmau: „Hohe Einsätze für die G7″

-Allein die Tatsache, dass der deutsche Mainstream kein Interesse an dem Vortragsabend im Herzen Berlins – nur wenige Minuten von dem ARD-Hauptstadtstudio entfernt – zu haben scheint, bestätigt alles, was die beiden im Laufe des Abends sagen werden.

-McGovern betont, der Titel des Abends könne genauso gut „Wie werden Flüchtlinge gemacht?“ heißen. Denn vier Millionen Menschen mussten bereits aus dem Irak fliehen, nachdem die USA das Land angegriffen haben. Ebenso viele aus Syrien, seit der Westen sich an der Destabilisierung des Landes versucht.

-Um zu belegen, dass es sich bei all dem nicht um irgendwelche „Verschwörungstheorien“ handelt, berichtet Elizabeth Murray von ihren Erlebnissen kurz vor dem US-Angriff auf den Irak im Jahre 2003. Die Analystin erhielt von ihren Vorgesetzten klare Anweisungen, Verbindungen zwischen Al-Qaida und Saddam Hussein zu finden, untersuchte dafür mit ihrem Team die gesamte irakische Presse, analysierte alle Reden von Saddam Hussein, durchsuchte jede Quelle. Ihr Fazit:

„Ich fand absolut nichts.“

-Mit diesem Ergebnis konfrontierte sie schließlich den damaligen Staatssekretär im Pentagon und Bush-Vertrauten Paul Wolfowitz, der sich mit dieser Antwort jedoch nicht zufrieden gab. Immer wieder insistierte Wolfowitz, Murray solle eine Verbindung finden. Auf Murrays Gegenfrage, was denn Wolfowitz‘ Belege für dessen Vermutungen seien, sollte es aber nie eine Antwort geben. McGovern harkt ein:

„Die Analysten in den Geheimdiensten werden korrumpiert.“

9/11 habe alles verändert. Seit den Anschlägen gäbe es keine ehrliche Arbeit in den Nachrichtendiensten mehr. Genauso wie bei der angeblichen Verbindung von Saddam Hussein zu Al-Kaida sei man auch bei der Mär der „irakischen Massenvernichtungswaffen“ vorgegangen. Von der Führungsebene wurden haltlose Behauptungen aufgestellt und die Analysten wurden unter Druck gesetzt, die herbei phantasierten Geschichten zu belegen.

-Die treibende Kraft bei diesem Narrativ war der damalige Chef der US-Satellitenaufklärung James Clapper. Heute ist Clapper Nationaler Geheimdienstdirektor, koordiniert die verschiedenen Dienste der USA und verteidigt öffentlich die Massenüberwachung durch die NSA.

-McGovern deutet an, dass solche Karrieresprünge eines offensichtlichen Lügners nur möglich sind, da selbst US-Präsident Barack Obama von diesen Kräften eingeschüchtert wird und verweist auf die Attentate auf Martin Luther King und John F. Kennedy.

-Die Erzählung der angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen schaffte es mit einer absurden Beweisführung schließlich sogar vor den UN-Sicherheitsrat. Der Angriff auf den Irak wurde beschlossen. Dank ihrer PR-Arbeit und Propaganda – bei denen vor allem die Mainstream-Medien eine tragende Rolle spielen – schafften es Wolfowitz, Clapper, Cheney, Bush und Co. sogar, dass bei Beginn des Krieges 69 Prozent der US-Amerikaner glaubten, Saddam Hussein sei persönlich für die Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001 verantwortlich gewesen.

-Dass mit derselben Argumentation ein Angriffskrieg gegen Afghanistan begründet wurde, zeigt das Maß an Manipulation der öffentlichen Meinung zu der die kriegstreibenden Kräfte fähig sind.

Auch lesen: RT Deutsch-Interview mit Reiner Braun und Pedram Shahyar zur Stopp Ramstein-Kampagne: „Sand ins Getriebe der Militärmaschine streuen“

-Kaum war der Angriff auf den Irak durchgeführt, verfolgte die Bush-Regierung geradezu blutdürstig das Ziel, den Iran ebenfalls anzugreifen. Hier konnten die Analysten Schlimmeres verhindern, so McGovern, indem sie eindeutig belegten, dass der Iran schon 2003 alle Anstrengungen zur Entwicklung nuklearer Waffen beendete und diese nie wieder aufnahm.

-Der ehemalige CIA-Analyst sieht auch Parallelen zu aktuellen Fällen versuchter Schuldzuweisungen gegenüber unliebsamen politischen Gegnern. So konnte ebenfalls nie belegt werden, dass der syrische Präsident Bashar al-Assad für den Chemiewaffenangriff von Ghuta am 21. August 2013 verantwortlich war, auch konnten nie Belege gefunden werden, dass ostukrainische Kampfverbände – oder gar Russland – für den Abschuss der MH 17 am 17. Juli 2014 verantwortlich waren. Trotzdem wurden genau diese Narrative für jeden sichtbar von politischen Stichwortgebern in Umlauf gebracht und über die Netzwerke der Mainstream-Medien transportiert.

-Wie ein roter Faden zieht sich der Begriff „Ramstein“ durch den Vortrag. Immer wieder betonen McGovern und Murray:

„Die USA können nirgendwo hin, ohne Ramstein.“

Und:

„Ramstein is German Hoheitsgebiet.“

-Klar und eindeutig ist die Botschaft an die Zuhörenden, sich an der aktuellen Stopp Ramstein-Kampagne zu beteiligen und am 26. September 2015 an der Demonstration vor der US-Militärbasis teilzunehmen, um dem völkerrechtswidrigen Drohnenkrieg der US-Regierung Einhalt zu gebieten. Die Deutschen sollen sich nicht einreden lassen, hier keinen Einspruch erheben zu können, und daher ihre Regierung unter Druck setzen, die wichtigste ausländische Schaltzentrale des US-Militärs zu schließen.

-Der von Ramstein mitorganisierte Drohnenkrieg sei nicht nur ein weiteres Kriegsverbrechen, er diene auch geradezu als Rekrutierungsprogramm für Extremisten und ist ein weiterer Grund für die immer weiter wachsenden Flüchtlingsströme aus den angegriffenen Ländern.

-Zum Abschluss des Vortrages gibt Elizabeth Murray auch ihre persönlichen Gründe für ihr jetzigen Engagement preis. In ihrer Zeit beim National Intelligence Council habe sie lernen müssen, dass humanitäre Aspekte in der US-Politik nicht die geringste Rolle spielen. Vielmehr herrsche eine psychopathische Mentalität bei den Entscheidungsträgern in Washington vor.

-Offen kritisiert Murray auch den Ausbau der Massenüberwachung, die seit 9/11 grenzenlos betrieben wird. Mit Verweis auf den Film „Das Leben der anderen“ sagt die Ex-Analystin:

„Wir haben einen Stasi-Staat in den USA.“

Auch lesen: Ex-US-Drohnenpilot Brandon Bryant in Berlin: „Alles was mit Drohnen zu tun hat, läuft über Ramstein“

-Doch ein Grund aufzugeben ist dies weder für McGovern noch für Murray. Dank der Enthüllungen von Edward Snowden kam es gleichsam zu einem gewissen „Snowden-Effekt“. Immer wieder trauen sich ehemalige Verantwortliche im US-Politik-, Geheimdienst- und Militärapparat an die Öffentlichkeit, um die zahllosen Verbrechen in diesen Strukturen aufzudecken. Ein Beispiel dafür sei auch der ehemalige US-Drohnenpilot Brandon Bryant, vor einigen Monaten ebenfalls schon Gast in Berlin.

-Jeder solle sich fragen, was er selbst beitragen kann, um die herrschende Kriegs- und Lügenpolitk zu stoppen, schlägt McGovern vor. Dabei ist es nicht wichtig, dass man unbedingt Erfolg hat, sondern, dass man überhaupt etwas tut und nicht in Lethargie verfällt. Geradezu aufmunternd und als gewaltfreie Kampfansage an den Überwachungsstaat wirkt es, als Murray die Zuhörerschaft gegen Ende ihres Vortrags dazu motiviert, gemeinsam das deutsche Volkslied „Die Gedanken sind frei“ von Hoffmann von Fallersleben zu singen.

Selbst vor dem Sprechsaal, wo sich Zuhörer, die im Raum kein Platz mehr fanden, versammelten, wurden Lautsprecher aufgebaut. Foto: Bianca Budnick

.Für Murray und McGovern geht es direkt nach dem Vortrag weiter nach Stuttgart und Köln. Dort referieren die beiden heute und morgen – sicherlich ebenfalls wieder in völlig überfüllten Räumen

-Auch in Köln sind viele deutsche Mainstream-Medien beheimatet. Doch auch hier werden diese es wohl kaum zustande bringen, in angemessener Form von Murrays und McGoverns Besuch zu berichten. Wer sich fragt, warum dies so ist, sollte sich genauer anhören was die beiden zu sagen haben.