Mit ‘ARD’ getaggte Beiträge

Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau: Desinformation zur Lage in Aleppo

Programmbeschwerde gegen ARD-Tagesschau: Desinformation zur Lage in Aleppo

Der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam hat gemeinsam mit Friedhelm Klinkhammer, Ex-Vorsitzender des ver.di-Betriebsverbandes NDR, erneut Programmbeschwerde gegen die ARD eingereicht. Sie werfen der ARD Desinformation und „propagandistisch aufgezogene Halbinformation“ über den Krieg in Syrien und insbesondere die Situation in Aleppo vor. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.
Programmbeschwerde: Desinformation zum Thema Luftbrücke nach Aleppo am 13.08. 2016
http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-aleppo-121.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-15481.htmlSehr geehrter Herr Marmor,

ARD-aktuell glänzt weiter mit propagandistisch aufgezogener Halbinformation über den Krieg in Syrien. Diesmal wird der zwar werbewirksame, ansonsten jedoch folgenlose und lediglich  „menschelnde“, nicht aber menschenfreundliche Vorschlag Bundesaußenminister Steinmeiers berichtet, nach Aleppo eine Luftbrücke zur Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern einzurichten. Die Meldung verstößt gegen die staatsvertragliche Verpflichtung, wonach ARD-aktuell umfassend und vollständig zu berichten hat.

Quelle: Screenshot Tagesschau

Zur Vollständigkeit des Berichts über Steinmeiers populistischen Vorstoß hätte der Hinweis gehört, dass in Aleppo zwei sehr unterschiedliche Stadtteile der Versorgung bedürften: ein größerer, von der syrischen Armee befreiter und gehaltener Teil, den die vom Westen unterstützten Söldner und Terroristen belagern; im östliches Aleppo ein Quartier, in dem die syrische Armee die Söldner und Terroristen des Westens bekämpft.  Welchem Stadtteil Steinmeiers Luftbrücke Entlastung bringen soll, hat er wohl kenntlich gemacht. ARD-aktuell hingegen berichtete nicht,

„Warum Steinmeier die rund 300 000 Menschen in dem von den Milizen gehaltenen „Allahu-akbar“-Teil Aleppos mit einer Luftbrücke versorgen will und nicht die 1,2 Millionen im syrischen Teil, das bleibt sein Geheimnis. Den 300 000 wurde mehrfach die Möglichkeit gegeben, die Kampfzonen zu verlassen. Sie konnten also gehen, aber sie wollten nicht oder sie sollten nicht. Doch das ist denen anzulasten, die für die 1,2 Millionen Menschen in Aleppo Terroristen sind.“

Zur Vollständigkeit des Berichts hätte ferner gehört, dass auch die Einrichtung einer militärisch gesicherten Luftbrücke völkerrechtswidrig ist, wenn kein entsprechendes Ersuchen und keine Einwilligung der Regierung des betroffenen Landes vorliegt.
Zwingend wäre vor allem die Information gewesen, dass die Bundesregierung mit einem Verzicht auf das seit fünf Jahren bestehende EU-Embargo gegen Syrien eine sofort wirksame, sogar kostenlose und völkerrechtlich einwandfreie sowie viel effektivere humanitäre Hilfe für die Syrer – auch die in Aleppo – leisten könnte. ARD-aktuell hätte hervorheben müssen, dass die Regierung diese Chance absichtlich auslässt, obwohl sie auch ein wirksames Mittel zur „Bekämpfung der Fluchtursachen“ wäre.

Das Weglassen dieses Kontextes bewirkt beim Zuschauer vollkommen unzutreffende Vorstellungen von Wert und Ziel der Steinmeierschen Erklärung. Das journalistische Minimum, nämlich ihr ARD-Hauptstadtstudio mit einer kritischen Befragung des Außenministers im hier gemeinten Sinne zu beauftragen, leistete ARD-aktuell ebenfalls nicht. Es ist bekanntlich nicht der Stil dieses „Flaggschiffs“ der TV-Nachrichtengebung, Distanz zur Bundesregierung zu wahren und deren Politik kritisch zu hinterfragen. Die Redaktion lässt sich vielmehr mit „offiziellen“ Erklärungen der Regierung abspeisen, wie sich immer wieder zeigt; erst jüngst erwies es sich, als ARD-aktuell aufgrund eines „glasklaren Dementis“ (so Chefredakteur Gniffke) der Regierung unterließ, über glaubwürdige Hinweise auf einen illegalen Syrien-Einsatz des Bundeswehr-KSK zu informieren. Der Kontrast zu den Zielsetzungen in Programmauftrag und Programmrichtlinien des NDR-Staatsvertrags ist offensichtlich.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

PS: Das Datum der hier berichteten Steinmeier-„Initiative“ ist historisch – an einem 13. August wurde die Berliner Mauer gebaut. Die Erinnerung an die Berliner Luftbrücke (Sommer 1948 -1949) lag da nicht mehr fern und mag Steinmeiers Eingebung bewirkt haben; damals musste ja auch eine von „Terroristen“ umzingelte Bevölkerung dringend versorgt werden. Oder gehen wir da jetzt ebenfalls auf Steinmeiers Leimrute? Die hätte dann unsere Tante Tagesschau gar wirksam ausgelegt….

https://deutsch.rt.com/meinung/38963-sie-sind-dumm–rt/
„Sie sind dumm“ – RT-Interview mit Olga Skabejewa nach Vorfall mit ARD-„Dopingexperten“ Seppelt

„Sie sind dumm“ – RT-Interview mit Olga Skabejewa nach Vorfall mit ARD-"Dopingexperten" Seppelt

Stimmungsmache ist laut westlicher Medien ihr Geschäft. Die russische Journalistin Olga Skabejewa arbeitet seit mehreren Jahren für den staatlichen Fernsehsender „Rossija 1“. Vor kurzem hatte sie eine sehr unangenehme Begegnung mit dem ARD „Dopingexperten“ Hajo Seppelt. Da Seppelt bisher ausschließlich seine Version der Vorkommnisse in den deutschen Medien präsentieren konnte, hat RT Deutsch mit Olga Skabejewa nun die „Gegenseite“ interviewt.
https://deutsch.rt.com/inland/37964-bei-ard-sitzt-atlantik-brucke/
Bei der ARD sitzt die Atlantik-Brücke in der ersten Reihe: Ingo Zamperoni wird Tagesthemen-Moderator
Das Logo der Tagesthemen. (Screenshot)
Das Logo der Tagesthemen. (Screenshot)
Die ARD hat gestern bekanntgegeben, dass der 41-Jährige Ingo Zamperoni ab Oktober im Wechsel mit Caren Miosga die Tagesthemen moderieren wird. Die Medienbranche kommentiert die Entscheidung wohlwollend bis lobend. Was dabei jedoch unter den Teppich gekehrt wird: Ebenso wie der Moderator des ZDF heute journals, Claus Kleber, ist Zamperoni langjähriges Mitglied des Vereins Atlantik-Brücke e.V., ein Netzwerk, das die Stärkung der Elitenpositionen dies- und jenseits des Atlantiks zum Ziel hat.

Die ARD-Tagesthemen gelten als eines der einflussreichsten Nachrichten-Magazine im deutschen Fernsehen. Ähnlich wie das ZDF heute journal behandelt und vertieft das Format am späten Abend noch einmal die – aus Sicht der Redaktion – wichtigsten Ereignisse des Tages. Beide Sendungen prägen so in besonderer Weise das Agenda-Setting in der politischen Landschaft.

Die Auswahl bestimmter Gesprächspartner oder der Spin, der einer Berichterstattung oder einem Interview gegeben wird, bestimmt nicht selten mit, in welcher Weise die Print- und Online-Erzeugnisse des kommenden Tages über ein bestimmtes Thema berichten.

Da wäre es besonders wünschenswert, dass die Sendungen nicht von Protagonisten präsentiert werden, die schon von Hause aus eine gewisse politische Einseitigkeit mitbringen. Beim ZDF heute journal mit Claus Kleber ist dies erwiesenermaßen nicht der Fall.

Auch wenn dies nicht alle Themenbereiche betrifft, ist es doch augenscheinlich, dass gerade das außenpolitische Narrativ der NATO- und US-Interessen immer wieder bei der ZDF-Sendung im Vordergrund steht. Im Gedächtnis bleibt etwa Klebers Interview mit Siemens-Chef Joe Kaeser, in dem der ZDF-Moderator den Manager für dessen Geschäfte mit Russland zu maßregeln versuchte. Kein Wunder: Kleber ist Kuroratoriums-Mitglied der Stiftung der Atlantik-Brücke e.V., ein Verein, der sich laut Eigendarstellung zum Ziel gesetzt hat, „eine Brücke zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten zu schlagen.“

Der Watchdog Lobbypedia beschreibt den Verein weniger wohlwollend:

„Die Atlantik-Brücke ist ein logenähnlicher Interessenverband, dem führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Medien angehören, die über das gemeinsame Netzwerk gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen und Kontakte pflegen. Unter den Mitgliedern spielen Spitzenmanager und diesen nahestehende Politiker eine herausragende Rolle.“

Screenshot: ZDF heute auf facebook

Während RT Deutsch beispielsweise aber bei jeder Gelegenheit die russische Herkunft vorgeworfen wird, dürfen sich Kleber und Co. als die Speerspitze des deutschen Qualitätsjournalismus feiern lassen.

Ganz ähnlich läuft es nun im Falle der baldigen Neubesetzung der Hauptmoderation der Tagesthemen. Ab Oktober soll der derzeitige Washington-Korrespondent der ARD, Ingo Zamperoni, den Job von Thomas Roth übernehmen und die Sendung im Wechsel mit Caren Miosga moderieren.

Dass der smarte Deutsch-Italiener ebenfalls Mitglied im Atlantik-Brücke e.V. ist, findet in den gestrigen vorauseilend lobenden Meldungen im Medien-Mainstream allerdings keine Beachtung. Vom Spiegel wird lediglich pseudokritisch erwähnt, dass Zamperoni sich bei der Fußball-EM 2012 in einer Moderation sichtlich über die 2:0-Führung der italienischen Nationalmannschaft über das deutsche Team freute.

Pikant, wo sich der Kreis schließt: Zamperonis erster Chef bei seinen Einsätzen in den USA war Claus Kleber, der damals ebenfalls noch für die ARD arbeitete.

Programmbeschwerde gegen Tagesschau wegen falscher Tatsachenbehauptung und Panikmache zum Einsatz russischer Marschflugkörper

Die Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat erneut Programmbeschwerde gegen tagesschau.de gestellt. Hintergrund ist die Berichterstattung zu den russischen Marschflugkörpern die gegen den IS in Syrien eingesetzt wurden. Die Publikumskonferenz wirft der ARD in diesem Zusammenhang „irreführende Behauptungen und Bewertungen, fehlende Logik und Faktengrundlagen sowie pure Panikmache“ vor. RT dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de

Programmbeschwerde wegen kritikloser Übernahme von „US-Kriegspropaganda“ auf tagesschau.de

Norddeutscher Rundfunk

Herrn Marmor

Rothenbaumchaussee 132

20149 Hamburg

Programmbeschwerde

Tagesschau.de vom 12.10.2015: EASA warnt vor russischen Raketen im Luftraum – Die Angst vor einer Wiederholung von MH17

Sehr geehrter Herr Marmor,

-der Beitrag auf der Seite von Tagesschau.de vom 12.10.2015 enthält unzutreffende und damit irreführende Behauptungen und Bewertungen, die wegen fehlender Logik und Faktengrundlagen als pure Panikmache für potentielle Air-Touristen zu sehen sind, mit schädlichen Folgen auch für die betroffenen Air-Lines.

NDR

-Falsch war die Behauptung, dass es sich bei den von Russland eingesetzten Waffen um Boden-Luft-Raketen gehandelt hat. Boden-Luft Raketen werden, wie der Name schon sagt, vom Boden gegen angreifende Flugzeuge in größerer Höhe eingesetzt.

-Russland dagegen startet von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer aus Marschflugkörper, besser bekannt als Cruise Missiles, die IS-Ziele in Syrien treffen sollen. Dass als Abschussbasen außer raketenbestückten Zerstörern auch Flugzeugträger eingesetzt sind, ist eine blanke Erfindung der ARD.

-Die Behauptung der Redaktion von tagesschau.de über den Einsatz von Boden/Luftraketen wurde wegen ihrer ersichtlichen Unhaltbarkeit zwar korrigiert, trotzdem wird der Vorwurf aufrechterhalten, Russland gefährde mit den Waffen die zivile Luftfahrt über dem Kampfgebiet Syrien/Irak. Ein unsinniger Vorwurf, weil Marschflugkörper (200m) die Überflughöhe von 10 000 m für Zivilflugzeuge nicht annähernd erreichen und deshalb auch keine Gefährdung darstellen können.

-Dass der Beitrag trotz der zwingenden Korrektur nicht vollständig von der Web-Site genommen wurde, stellt unter Beweis, dass es der Tagesschau allein um die übliche Agitation gegen Russland geht.

-Der im vorliegenden Beitrag enthaltene Vergleich mit dem MH 17-Abschuss sagt inzidenter aus, Russland wiederhole und riskiere ein Gefährdungsrisiko für Passagiere in Verkehrsmaschinen, eine Vermutung, die bisher nicht einmal von der Untersuchungskommission in den Niederlanden gegenüber Russland im Hinblick auf die MH 17 erhoben wurde.

„Unterdrückung des Amnesty-Berichtes zu Kriegsverbrechen von Saudi-Arabien im Jemen“

-Bezeichnend für die ARD-Berichterstattung ist auch, dass keinem der Journalisten bisher aufgefallen war, dass die US-Allianz ein Jahr lang insgesamt 7000 IS-Angriffe – in teilweise großen Höhen – geflogen hat und niemand auf die Idee kam, darin ein Gefährdungsrisiko für die internationale Zivilluftfahrt zu sehen.

-Die erwähnten Falschbehauptungen und propagandatypischen Bewertungen im beanstandeten Bericht verstoßen gegen die NDR-Programmgrundsätze lt. Staatsvertrag.

-Wir erheben dagegen Beschwerde und fordern Überprüfung.

-Zum Zwecke der Transparenz werden diese Beschwerde und weiterführender Schriftverkehr auf der Webseite des Vereins veröffentlicht.

Mit freundlichen Grüßen

A. Maren Müller

Vorsitzende

Programmbeschwerde gegen Tagesschau wegen „Verstoß gegen Wahrheitspflicht“ in Bezug auf Gasstreit zwischen Ukraine und Russland

-Die ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien hat erneut Programmbeschwerde gegen die Berichterstattung der Tagesschau eingereicht. Hintergrund ist die Berichterstattung zum sogenannten russisch-ukrainischen „Gasstreit“. Laut Einschätzung der Publikumskonferenz verstößt die ARD in ihrer Darstellung „gegen die Wahrheitspflicht“ wie sie im Rundfunkrecht verankert ist, indem die „besondere Verantwortung der Ukraine“ in Bezug auf den Gasstreit in keinster Form thematisiert wird. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Screenshot Tagesschau

Screenshot Tagesschau

Westdeutscher Rundfunk Köln

Intendanz

Herrn Buhrow

Appellhofplatz 1

50667 Köln

-Programmbeschwerde

-Sehr geehrter Herr Buhrow,

hiermit erheben wir Programmbeschwerde gegen den Beitrag „Ukraine und Russland legen Gasstreit bei“, der in der Tagesschau vom 26.09.2015 um 20:00 Uhr zu sehen war.

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung zu BRICS-Gipfel in Ufa

-Im Beitrag wird das Ende des aktuellen Gasstreites zwischen Russland und der Ukraine unter Vermittlung der EU thematisiert und für vorläufig beigelegt erklärt.

-Der innerhalb der Nachrichtengebung der ARD inzwischen omnipräsente „Kreml-Kritiker“ Pawel Felgenhauer kommt mit abwegigen Thesen zu Wort und ARD-Korrespondentin Birgit Virnich ist bemüht, die besondere Verantwortung der Ukraine im Gasstreit mit keinem Wort zu thematisieren.

-So wolle sich Russland, laut Virnich, international als verlässlicher Partner aufwerten. Russland und vor allem Gazprom brauchten schlichtweg Geld. Geld wäre knapp wegen der fallenden Gaspreise und wegen der Wirtschaftssanktionen. Auch das dürfte die Verhandlungen beflügelt haben.

-Offenbar ist es bei den Korrespondenten der ARD noch nicht angekommen, dass auch Russland seine Energieexporte marktwirtschaftlich definiert und somit das Recht hat, für Lieferungen und Leistungen eine angemessene Bezahlung zu verlangen.

-Virnich verliert kein Wort darüber, dass die Ukraine seit Jahren Gas-Schulden bei Russland angehäuft hat und weder in der Lage ist die exorbitanten Schulden in Höhe von mehreren Milliarden Euro, noch die Verpflichtungen aus den laufenden Lieferungen zu begleichen.

Wieder erwischt! Programmbeschwerde gegen ARD-Brennpunkt wegen falscher Tatsachenbehauptung

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-Kein Wort auch über den Umstand, dass frühere Lieferstopps, insbesondere mit nicht erfolgten Zahlungen Kiews und in Folge mit vermehrt stattgefundenen illegalen Entnahmen von Gas aus Transitleitungen für die EU, begründet wurden.

-Kein Wort darüber, dass als Ergebnis eines Treffens zwischen der EU und Russland in Wien vereinbart wurde, dass die EU 500 Millionen Euro als Anzahlung für das vierte Quartal 2015 und das erste Quartal 2016 an Gazprom überweisen wird. Da die EU etwa ein Drittel ihres Gasbedarfs aus Russland bezieht und rund die Hälfte davon durch das Territorium der Ukraine fließt, hat die EU naturgemäß ein besonderes Interesse an der Beilegung dieses Streits.

-Bereits im vergangenen Jahr hatte der russische Präsident Putin in einem Brief an 18 europäische Staats- und Regierungschefs gemahnt, dass Russland die Last zur Unterstützung der ukrainischen Wirtschaft nicht mehr allein tragen könne.

-Dass sich das Land nicht weiterhin bereit erklärt, die EU-Sicherheiten aus eigener Tasche zu bezahlen, die insbesondere durch illegale Entnahmen seitens der Ukraine nötig wurden, ist ein, für das durchschnittlich verständige Publikum, nachvollziehbarer Schritt.

-Nicht nachvollziehbar dagegen ist die Desinformation des Publikums durch die führende deutsche Nachrichtensendung Tagesschau und deren Korrespondentin Birgit Virnich. Durch das bewusste Aussparen wesentlicher Informationen wird suggeriert, dass Russland lediglich aus wirtschaftlicher Schwäche und aus politischem Kalkül heraus handele.

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung über US-Gesetz, welches weitere Unterstützung des Asow-Bataillions verbietet

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-Dass die EU nicht nur als unbeteiligter Vermittler auftritt, wie der Beitrag suggeriert, sondern vielmehr mit 500 Millionen Euro ausdem Eigentum der europäischen Steuerzahler dem Nicht-EU-Land Ukraine die Rechnungen bezahlt und somit dem Land über den Winter hilft, wird ebenfalls verschwiegen.

-Abgesehen von der absurden Darstellung der Intention Russlands im Gasstreit innerhalb des beanstandeten Beitrages sehen wir die unerfreuliche Tendenz, dass die Redaktion der Tagesschau zunehmend die Intelligenz der Rezipienten beleidigt.

-Der beanstandete Beitrag verstößt in eklatanter Weise gegen die Wahrheitspflicht.

-Der Wahrheitspflicht nachzukommen heißt, vollständige Informationen zu geben. Vollständigkeit heißt wiederum nichts wegzulassen, was wichtig ist. Entlastendes wie Belastendes sind gleichermaßen darzustellen (BHG, NJW 1997, 1148). Fehlende Sendezeit oder zeitlicher Informationsdruck sind dem gegenüber unbeachtlich. (hier: Hahn/Vesting, Beck‘scher Kommentar zum Rundfunkrecht, Seite 450, Randnotiz 57)

-Laut WDR-Gesetz hat die Nachrichtengebung allgemein, unabhängig und sachlich zu sein. Nachrichten sind vor ihrer Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf Inhalt, Herkunft und Wahrheit zu prüfen.

-Wir erwarten umgehend eine umfassende, dem thematisierten und bislang unzureichend vermittelten Sachverhalt gerecht werdende, Berichterstattung an einem geeigneten Sendeplatz.

-Auf den Einsatz tendenziöser Einlassungen sogenannter Experten sollte im Interesse einer unparteiischen und objektiven Nachrichtengebung dauerhaft verzichtet werden.

-Zum Zwecke der Transparenz werden wir diese Beschwerde sowie die Antwort der Programmverantwortlichen auf der Webseite des Vereins veröffentlichen.

-Mit freundlichen Grüßen

A. Maren Müller

Vorsitzende

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung zu BRICS-Gipfel in Ufa

Der ehemalige ARD-Nachrichtenredakteur Volker Bräutigam hat förmlich Programmbeschwerde gegen die Berichterstattung der ARD, anlässlich des BRICS-Gipfels im russischen Ufa gestellt. Der Vorwurf lautet auf Nachrichtenunterdrückung des Gipfeltreffens einer Vereinigung auf welche 42 Prozent der Weltbevölkerung, 27 Prozent des Weltsozialprodukts und 17 Prozent des Welthandels entfallen und folglich für deutsche Zuschauer von großem Interesse sei. Die Tagesschau hatte diesen Gipfel jedoch völlig ignoriert und stattdessen über einen U-Bahnstreik in London sowie den Abschied Schweinsteigers vom FC Bayern berichtet. RT Deutsch dokumentiert die Programmbeschwerde im Wortlaut.

Tagessschau Weisung Washington

Vorsitzende des NDR-Rundfunkrates, Frau Dagmar Pohl-Laukamp

Intendant des NDR, Herrn Lutz Marmor

Stellv. Intendant des NDR, Dr. Arno Beyer

Programmbeschwerde wg. Nachrichtenunterdrückung: BRICS und SCO in Ufa

Sehr geehrte Frau Vorsitzende Pohl-Laukamp, sehr geehrte Herren Intendanten Marmor und Dr. Beyer,

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Nachrichtenunterdrückung über US-Gesetz, welches weitere Unterstützung des Asow-Bataillions verbietet

hier eine weitere Programmbeschwerde über ARD-aktuell, wiederum mit dem Vorwurf der Nachrichtenunterdrückung, diesmal die Konferenz der BRICS- sowie der SCO-Staaten in Ufa in der zweiten Juli-Woche betreffend.

Über dieses Ereignis berichtete lediglich und höchst bescheiden die Webseite tagesschau.de, allerdings auch nur in einem einzigen Beitrag.

In der Tagesschau selbst gab es bloß am 9.7. in der Vormittagssendung um 9 Uhr einen Hinweis, dass der iranische Präsident nach Ufa gefahren sei. Über die Konferenz und deren Ziele bzw. Ergebnisse nichts.

Und auch ansonsten: NICHTS. Kein Wort.

Die nach Ufa gereisten Staatschefs besetzen Gegenpositionen zur neoliberalen und unipolaren Weltordnung unter US-Vormundschaft. Welche Beschlüsse sie fassten, auf welchen Gebieten sie verstärkt gemeinsam tätig werden wollen und welche Ziele sie sich setzten, das war und ist für deutsche Zuschauer von großem Interesse. Nicht nur, weil die BRICS einen erheblich höheren Anteil der Weltbevölkerung repräsentieren als die G7 und ihr Anteil am weltweiten BIP sich dem der G7 annähert, sondern auch, weil dort weltpolitisch bedeutsame Initiativen entwickelt werden, allen voran eine Alternative zum IWF.

Welches Gewicht andere sogenannte Qualitätsmedien der Konferenz beimaßen, entnehmen Sie bitte der Wochenzeitung ZEIT, die ich hier stellvertretend für alle auszugsweise zitiere, um das Ausmaß der redaktionellen Fehlentscheidung von ARD-aktuell kenntlich zu machen:

Russland und China entwerfen eine neue Weltordnung

Seit einem halben Jahr starrt Europa auf Griechenland. Darüber gerät unseren überforderten Politikern alles andere aus dem Blickfeld (…) nur Spezialisten nehmen überhaupt wahr, wie sich die tektonischen Platten der Geopolitik zwischen dem Ural und dem Pazifik gegenwärtig verschieben. Russland und China sind dabei, eine neue Weltordnung zu entwerfen, die nicht länger von Amerika und Europa dominiert wird. Dies jedenfalls ist die Botschaft, die vorige Woche von der im südlichen Ural gelegenen Stadt Ufa ausging. Dort versammelten sich in den diesen Tagen nacheinander die Staats- und Regierungschefs der BRICS und der Shanghai Cooperation Organization (SCO) – zweier Zusammenschlüsse von Staaten, die entschlossen sind, sich der westlichen Vorherrschaft zu entziehen, die sie als unerträgliche Bevormundung empfinden (…).

BRICS-Treffen als weiterer Meilenstein auf dem Weg zur multipolaren Weltordnung

Brics: (…) fünf aufstrebende Länder, (…) auf die heute mit ihren 42 Prozent der Weltbevölkerung 27 Prozent des Weltsozialprodukts und 17 Prozent des Welthandels entfallen(…) Aus aufstrebenden Märkten sollten aufstrebende Mächte werden.

(…) Bei dem SCO-Gipfel in Ufa wurden nun auch Indien und Pakistan aufgenommen. Beobachterstatus haben die Mongolei, Iran, Afghanistan und Weißrussland. Die Organisation soll die Zusammenarbeit der beteiligten Länder auf allen Gebieten fördern (…).

Die hier oft dokumentierten Anstrengungen in aller Welt, sich vom Joch des Westblocks zu befreien, sind einen Schritt weiter gekommen. Die Beziehungen unter den BRICS-Staaten sind noch einmal enger geworden. Bei ihrem zweitägigen Treffen in der russischen Metropole Ufa verkündeten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika, dass ihre neugegründete Entwicklungsbank bereits ab Beginn kommenden Jahres Investitionen tätigen soll.(…).

Quelle: Zeit vom 14. Juli 2015

Soweit die ZEIT, ein gewiss nicht prorussischer bzw. linker Tendenzen verdächtiger Zeuge.

Dass Tagesschau und Tagesthemen für diese Informationen keine Sekunde Platz hatten, wohl aber viele Sendeminuten für so weltbewegende Nachrichten wie:

South Carolina holt die Südstaatenfahne ein / Schweinsteiger verlässt FC Bayern /

Streik bei der Londoner U-Bahn / Tod von Omar Sharif

Wie das noch mit dem NDR-Staatsvertrag in Einklang zu bringen sein könnte, das bitte ich Sie und den NDR-Rundfunkrat zu klären.

Programmbeschwerde gegen ARD wegen Berichterstattung zu Bellingcat und MH17

Es liegt zumindest ein schwerwiegendes Versäumnis vor, wenn nicht bewusste Nachrichten-Unterdrückung; in jedem Fall eine Fehlleistung, die als typischer Ausdruck antirussischer Tendenzen der Redaktion erscheint.

Programmauftrag

(1) Der NDR hat den Rundfunkteilnehmern und Rundfunkteilnehmerinnen einen objektiven und umfassenden Überblick über das (…) Geschehen in allen wesentlichen Lebensbereichen zu geben. Sein Programm hat der Information (…) zu dienen.

Programmgestaltung

(1) Der NDR ist (…) zur Wahrheit verpflichtet. (…) (…) Ziel aller Informationssendungen ist es, sachlich und umfassend zu unterrichten und damit zur selbständigen Urteilsbildung der Bürger und Bürgerinnen beizutragen. (2) Berichterstattung und Informationssendungen (…) müssen unabhängig und sachlich sein (…).

Auf der Internetseite „Propagandaschau.de“ heißt es kommentierend:

„Wer heute ein ausgewogenes Bild des Weltgeschehens bekommen möchte, ist bei ARD und ZDF an der falschen Adresse und auf russische Medien wie RT oder SPUTNIK geradezu angewiesen.“

Ich teile diese Meinung uneingeschränkt. Auf das Ergebnis Ihrer Prüfung meiner Beschwerde warte ich mit großer Spannung, denn ARD-Aktuell-Chefredakteur Dr. Gniffke wird dazu wieder gehört werden und eine Erklärung abzugeben haben; er wird folglich mit einem weiteren Versuch scheitern, auf einer Glatze Löckchen zu drehen.

Kleine Argumentationshilfe:

„Das ZDF hat ja auch nix über Ufa gebracht.“

Das wäre ebenso zutreffend wie erheiternd. Als Entschuldigung allerdings nicht mehr originell, denn auf diesem Niveau hat sich der Herr ja schon bei einer anderen Beschwerde bewegt. Vielleicht reicht Dr. Gniffke nun beim ZDF eine Programmbeschwerde ein?

Mit freundlichen Grüßen

Volker Bräutigam