Archiv für Oktober 4, 2016

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Diskrete Barbaren: Wie US-Beamte den Krieg gegen Russland planen

Ein Bradley-Panzer im Jahr 2004 im Irak: Total veraltet, brauchen wir etwas neues...

Ein Bradley-Panzer im Jahr 2004 im Irak: Total veraltet, brauchen wir etwas neues…
Beamte aus dem Militär und den Geheimdiensten in den USA konkretisieren ihre Pläne, Russland direkt militärisch anzugreifen. Natürlich geht es auch um viel Geld für die Rüstungsindustrie und die militärischen Apparate.

Die Außenminister der NATO-Staaten haben in diesen Tagen wieder ein lohnenswertes Propaganda-Motiv. Dass die russischen Streitkräfte die syrische Regierung dabei unterstützen, die vom Westen bezahlten Rebellen aus Aleppo zu vertreiben, das sei Barbarei, Apokalypse und Kriegsverbrechen. Wie immer besteht die aktuelle Propagandawelle aus einer Mischung aus Übertreibung und Verschweigen.

Übertrieben dargestellt wird, welche Auswirkungen die aktuellen Kämpfe um den Westen von Aleppo haben. Verschwiegen wird dabei eine fast endlose Reihe von barbarischen Akten, welche die westliche Außenpolitik und ihre Söldner in Syrien begehen. Das beginnt damit, dass Paris, London und Washington im Jahr 2011 begannen, eine friedliche Opposition aufzustacheln und zu bewaffnen und endet nicht damit, dass ihre Schützlinge erst letzte Woche den angebotenen Waffenstillstand ablehnten.

Hinter diesem täglichen Kleinkrieg vollzieht sich jedoch ein anderer Prozess. Die Militärs und Geheimdienstler in den USA können es kaum erwarten, dass Barack Obama endlich seine Amtszeit beendet. Ihre Sehnsucht nach Krieg, und damit nach mehr Steuermilliarden, bricht sich inzwischen konkrete Bahnen. Egal ob es um Syrien, die Ukraine oder einen Atomschlag geht: Hinter den Kulissen arbeitet der militärisch-industrielle Komplex auf Hochtouren.

So berichten Regierungsmitarbeiter dem Wall Street Journal, dass sie hinter den Kulissen erneut an einem Plan B für Syrien arbeiten. Nachdem ihre Alliierten den Waffenstillstand haben platzen lassen, will die CIA den Rebellen mehr Feuerkraft zur Verfügung stellen. Sie wollen „ihre Partner“ in der Region ermächtigen, Waffensysteme zu liefern, die es den Söldnern ermöglichen, russische Einheiten „aus größeren Entfernungen“ anzugreifen.

Start der Minuteman III-Intercontinental-Rakete auf der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien am 25. Februar 2016.

Gegenüber Reuters überlegten amerikanische Beamte, dass Saudi-Arabien und die Golfstaaten nun endlich schultergestützte Raketen und Artilleriewaffen an die Söldner liefern könnten, was diese schon lange verlangen. Nach US-Lesart müssten sich ihre Dschihadistenfreunde „effektiver gegen syrische und russische Angriffe verteidigen“. Tatsächlich habe Washington in den letzten Wochen jede Menge Kriegsmaterial an seine Verbündeten weiterleiten lassen, während die Gespräche mit Moskau liefen.

„Die Saudis haben immer gedacht, dass sie die Russen auf die gleiche Art zurückschlagen, die vor 30 Jahren in Afghanistan funktioniert hat: Indem sie ihre ihre Luftwaffe unschädlich machen und den Mudschaheddin Manpads geben.“

Aber Syrien ist nicht der einzige Kriegsschauplatz und die Dutzenden an Milliarden Dollar für Geheimdienstoperationen sind nur Peanuts, im Vergleich zu dem, was konventionelle Kriegführung kosten kann. Gegenüber dem ‚Center for Strategic and International Studies‘ stellte General Herbert McMaster kürzlich dar, welche militärischen Kapazitäten die Amerikaner zukünftig in der Ukraine und in Osteuropa brauchen.

Die Erfahrung aus dem Konflikt im Osten der Ukraine sei, dass man zukünftig mehr Artillerie mit neuen Arten der Munition benötige. Auf der Wunschliste des Militärs stehen neue Raketen und Mörser. Dazu kommt das gesamte Feld der technischen Aufklärung, von Drohnen bis zu Satelliten. Zudem verfüge Russland inzwischen über entwickelte Fähigkeiten in elektronischer Kriegführung und sei in der Lage, die gegnerische Kommunikation auszuschalten.

Schließlich, und jetzt kommen die großen Summen, sei der amerikanische Bradley-Panzer zwar hervorragend, aber leider viel zu groß. „Wir müssen erneut in die Entwicklung von Kampffahrzeugen investieren“, so General Herbert McMaster. So hätten die Ukrainer es nicht geschafft, auch nur einen einzigen der modernen T-90-Panzer auszuschalten, mit denen die dortigen Aufständischen angeblich operieren. Geht man die Berichte des amerikanischen ‚Army’s Capabilities Integration Center“ durch, so wünscht sich die US-Armee die Mittel für einen kompletten konventionellen Krieg auf europäischem Boden.

Vollkommen veraltet: Ein B-2-Bomber wirft eine B61-11 Bombe zu Übungszwecken ab, Whiteman Air Force Base, Missouri, 1998.

Aber auch das ist selbstverständlich noch nicht das Ende der aktuellen Rüstungsstange. Richtig ins Geld geht die atomare Aufrüstung. Verteidigungsminister Ashton Carter verkündete am vergangenen Montag, dass das Pentagon in den nächsten fünf Jahren 108 Milliarden US-Dollar investiert, um Interkontinentalraketen, ballistische U-Boote und strategische Bomber zu „verbessern“. Er kündigte außerdem an, dass die NATO ihre Atomwaffenstrategie anpasst, um „Russland abzuschrecken“.

Jenseits des Atlantiks, das heißt in Europa, müsse man mithilfe der neuen Atomwaffenstrategie dazu kommen, dass die konventionelle und die nukleare Abschreckung aufgefrischt und besser integriert wird.

„Wir müssen sicherstellen, dass wir Russland davon abhalten können, zu denken, dass sie durch die Verwendung von Atomwaffen in einem Konflikt mit der NATO profitieren können“, so Carter am Montag.

Als daraufhin das russische Außenministerium mit „ernsthafter Besorgnis“ reagierte, insistierte Ashton Carter sogar, dass das „Recht auf einen Erstschlag“ schon immer zur amerikanischen Nuklearstrategie gehört habe. Das sei die aktuelle Doktrin und man habe nicht die Absicht, davon Abstand zu nehmen.

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http://www.voltairenet.org/article193532.html

« Die Kunst des Krieges »

Psyop: Operation Syrien

Während das Emirat Katar die internationale Tournee einer Ausstellung, über die der Arabischen Republik Syrien zugeschriebenen Verbrechen promotet, erinnert Manlio Dinucci, Beweise im Anschlag, was wir wirklich über diesen Konflikt wissen.

| Rom (Italien) | 4. Oktober 2016
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Scheik Tamim ben Hamad Al Thani, seit 2013 Emir von Katar. Katar ist eine absolute Monarchie. Theoretisch verfügt das Land seit 2003 über eine Verfassung, welche die Wahl eines Parlamentes vorsieht. In der Realität sind politische Parteien verboten und die Parlaments-Wahlen werden immer wieder verschoben.

Die „Psyop“ (psychologischen Operationen), mit welchen Sonderheinheiten von US-Armee und -Geheimdiensten beauftragt werden, sind vom Pentagon definiert als „geplante Operationen dazu bestimmt, über gezielte (Falsch-)Informationen die Emotionen und Motivationen und damit auch das Verhalten von öffentlicher Meinung, Organisationen und ausländischen Regierungen zu beeinflussen, um dadurch Verhaltensweisen hervorzurufen oder zu verstärken, die für die geplanten Ziele günstig sind“.

Genau die Aufgabe der kolossalen politico-mediatischen Psyop gestartet gegen Syrien.

Nach fünf Jahren, während derer man versuchte den Syrischen Staat zu zerstören, indem man ihn mit von außen eingeschleusten bewaffneten Terror-Gruppen von innen zerschlug und dabei mehr als 250.000 Tote in Kauf nahm; jetzt nach fünf Jahren, wo die militärische Operation davor steht zu scheitern, startet man die psychologische Operation um die Regierung und all diejenigen, welche der Aggression widerstanden haben, als Aggressor erscheinen zu lassen.

Speerspitze der Psyop: Die Verteufelung von Präsident Assad (wie zuvor Milosovic und Ghadhafi), präsentiert als ein sadistischer Diktator, dem es ein Vergnügen ist Krankenhäuser zu bombardieren und Kinder auszulöschen, mit Hilfe seines Freundes Putin (geschildert als Neo-Zar eines aus der Asche wiedererstehenden russischen Reiches)

Zu diesem Zweck wird in Rom Anfang Oktober, auf Initiative diverser „humanitärer“ Organisationen, eine Fotoausstellung präsentiert, finanziert von der absoluten Monarchie Katar und auf Initiative von USA, Saudi-Arabien und der Türkei, bereits bei der UNO im Holocaust Museum gezeigt. Sie enthält einen Teil von 55.000 Fotos eines mysterieusen syrischen Deserteurs, Namenscode „Caesar“, welcher diese im Auftrag der syrischen Regierung in Damaskus aufgenommen haben will, mit dem Ziel die Folterungen und die Ermordungen von Gefangenen zu dokumentieren, also ihre eigenen Verbrechen. (zur Glaubwürdigkeit dieser Fotos siehe die Referenzen weiter unten)

In diesem Punkt ist also eine andere Ausstellung nötig, um alle diejenigen Dokumentationen aufzuführen, welche die „Informationen“ der Psyop über Syrien, demolieren.

Zum Beispiel das offizielle Dokument des Nachrichtenbüros des Pentagons, mit Datum vom 12. August 2012 (freigegeben am 18. Mai 2015 dank der Initiative von „Judicial Watch“): Es berichtet, dass „die westlich des Golfes und der Türkei liegenden Länder in Syrien die Kräfte der Opposition unterstützen um in West-Syrien ein salafistisches Fürstentum zu errichten. Dies ist von diesen Mächten, welche die Opposition unterstützen bewusst gewünscht, um das syrische Regime zu isolieren“.

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Somit erklärt sich die (fotografisch dokumentierte) Zusammenkunft von US-Senator McCain in Syrien für das Weiße-Haus und Ibrahim al-Badri, den „Kalifen“ an der Spitze von Isis.

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Auf diesem Bild (Mai 2013) sieht man Senator John McCain mit dem künftigen Kalifen Ibrahim, Chef von Daesh (links). In einer Email hat das Büro des Senators unsere Interpretation dieses Fotos als „absurd“ qualifiziert, wobei es auf die Todesdrohungen von Daesh gegen ihn abhob. Indessen räumte der Senator ein Jahr später selber ein, die Lenker von Daesh persönlich zu kennen und mit ihnen in permanenter Verbindung zu stehen.

Senator McCain räumt im Fernsehen im Oktober 2014 ein, mit den Lenkern von Daesh in permanenter Verbindung zu stehen.

Das erklärt auch, warum Präsident Obama 2013 heimlich die Operation „Timber Sycamore“ genehmigt, durchgeführt vom CIA und finanziert von Riad mit Millionen von Dollar, um die „Rebellen“ zu bewaffnen und auszubilden nach Syrien einzusickern. (siehe New York Times [1])

Ein weiteres Dokument befindet sich unter den Mails von Hillary Clinton (freigegeben „Fall Nummer F-2014-20439, Doc N° C057944983), wo sie in der Robe des Außenministers im Dezember 2012 schreibt, dass bezüglich der „strategischen Beziehung“ Iran-Syrien, „der Sturz Assad’s eine ungeheure Wohltat für Israel darstellen würde und gleichzeitig die verständliche israelische Befürchtung ihr nukleares Monopol zu verlieren, verringern würde“.

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Um die „Informationen“ der Psyop auseinander zu nehmen bedarf es auch einer historischen Retrospektive über die Art und Weise, wie die USA im ersten Golfkrieg 1991 die Kurden instrumentalisiert haben. Seinerzeit um den Irak zu „balkanisieren“, heute um Syrien zu spalten. Die heute von den USA in der kurdischen Zone installierten Luftwaffenbasen dienen der Strategie des „teile und herrsche“, welches nicht die Befreiung, sondern die Versklavung der Völker inklusive der Kurden zum Ziel hat .

Übersetzung
Ralf Hesse

Quelle
Il Manifesto (Italien)

beigefügte Dokumente

[1] “U.S. Relies Heavily on Saudi Money to Support Syrian Rebels”, Mark Mazzetti & Matt Apuzzojan, The New York Times, January 23, 2016.