Archiv für Juni 21, 2016

| 21. Juni 2016

Während der ehemalige Labour-Premierminister Ehud Barak am 16. Juni aufgerufen hatte, seinen Nachfolger Benjamin Netanyahu mit allen Mitteln zu verjagen [1], bestätigt die Labour-Partei, die Bedingungen eines Friedensabkommens mit der PLO heimlich ausgehandelt zu haben. Es wurde in einem Briefwechsel zwischen Isaac Herzog und Mahmoud Abbas festgelegt.

Dieses Abkommen – das erste das jemals abgeschlossen wurde – könnte nach dem Sturz des aktuellen Ministerpräsidenten durchgeführt werden und 68 Jahre Konflikt regeln.

Es sieht vor :
- Die Schaffung eines palästinensischen Staates in ganz Judäa und Samarien, und in Ost-Jerusalem;
- Die Rückkehr der Flüchtlinge;
- Die Teilung der Altstadt von Jerusalem, deren Klagemauer israelisch wäre. Und die Schaffung einer gemeinsamen kommunale Koordinierungsstelle.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Ehud Barak wirft der Regierung Netanjahu vor, Apartheid zu installieren“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 17. Juni 2016.

 

Armeegeneral Waleri Gerassimow, Generalstabschef der russischen Streitkräfte (Archivbild)

General: Nicht USA, sondern Russland reißt Geduldsfaden wegen Lage in Syrien
© RIA Novosti. Sergei Guneev

Politik

21:52 20.06.2016(aktualisiert 07:56 21.06.2016) Zum Kurzlink
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Nicht den USA, sondern Russland reißt der Geduldsfaden wegen der Lage in Syrien. Das erklärte der Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Armeegeneral Waleri Gerassimow, am Montag vor der Presse in Moskau.

„Wir erfüllen die von uns übernommenen Verpflichtungen und Vereinbarungen zur Feuereinstellung und nationalen Aussöhnung in Syrien in vollem Umfang. Dagegen hat die US-amerikanische Seite immer wieder irgendwelche Probleme mit der von ihr kontrollierten ‚Opposition‘“, kritisierte der General. Zuvor hatte US-Außenminister John Kerry Syriens Präsident Baschar al-Assad und Russland vorgeworfen, die Operation zur Einnahme der wichtigen Stadt Aleppo fortgesetzt zu haben, während die Feuereinstellung auf dem gesamten Territorium Syriens eingehalten werden musste. „Russland sollte sich darüber klar werden, dass unsere Geduld ihre Grenzen hat“, hatte Kerry erklärt.

 

Montag, 20. Juni 2016 13:13
In this handout photograph taken and released on May 3, 2016 by the UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA) Rohingya Muslim residents look on while fire engulfs Bawdupa camp near Sittwe, Myanmar's Rakhine state capital, on May 3, 2016. ©AFP
In diesem Handout Foto genommen und veröffentlichte am 3. Mai 2016 von UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) Rohingya Moslems sehen Einwohner auf, während Feuer Bawdupa Camp in der Nähe von Sittwe, Myanmars Rakhine Landeshauptstadt, am 3. Mai 2016 verschlingt. © AFP

21.06.16 – MYANMAR – Menschenrechtsverletzungen  gegen die Rohingya können auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen: UN

-Die Vereinten Nationen (UNO) hat davor gewarnt, dass weit verbreitet und anhaltenden Menschenrechtsverletzungen gegen Myanmars Rohingya-Muslime auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit hinauslaufen könnten.

-In einem Bericht über die Lage der Minderheiten in Myanmar am Montag veröffentlicht, das UN-Menschenrechtsbüro sagte, das die Rohingya in das südostasiatische Land mehrere schwere Formen der Verletzung der Menschenrechte, einschließlich Staatsbürgerschaft Verweigerung gezwungen Arbeits- und sexuelle Gewalt, unterliegen.

Die Weltorganisation sagte, dass es gibt „ein Muster von Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya…  (die) auf einer weit verbreiteten oder systematischen Angriffs deuten… wiederum dies gibt Anlass zu der möglichen Begehung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit wenn es in einem Gericht festgestellt wird“.

-Der Bericht fordert Myanmar, eine unabhängige und umfassende Untersuchung aller Menschenrechtsverletzungen gegen die Rohingya Muslime zu starten.

-Unterdessen, der UN Menschenrechte Chef Zeid Ra’ad Zeid al-Hussein, hat in einer Erklärung, dass Myanmar „eine Situation geerbt hat, wo Gesetze und Richtlinien sind so entworfen worden, um grundlegende Rechte an Minderheiten zu verweigern, und wo Straflosigkeit für schwere Verstöße gegen solche Gemeinschaften weiter gefördert werden Gewalt gegen sie hat“. (Es riecht nach Israel und Verwaltungshaft, Häuser Abriss etc. Anm.d.Ü.).

Rohingya muslimische Kinder betrachten verkohlten Unterstände, nach einem Brand, der Bawdupa Camp in der Nähe von Sittwe, Myanmars Rakhine Landeshauptstadt, am 3. Mai 2016. (AFP-Foto)

-Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte betont, dass Diskriminierung von Muslimen überall in Myanmar umfangreich und weit verbreitet ist.

-„Es wird nicht einfach, diese tief verwurzelte Diskriminierung rückgängig zu machen“ betonte Zeid, und fügte hinzu, „Es muss oberste Priorität sein, die andauernden Menschenrechtsverletzungen zu stoppen und verhindern, dass weitere gegen Myanmars ethnischen und religiösen Minderheiten dazu kommen“.

-Während seiner einjährigen Untersuchung, das Rechte Büro der Vereinten Nationen hat festgestellt, es gab „ein alarmierender Anstieg“ der religiösen Intoleranz und Aufstachelung zum Hass durch Ultra-nationalistischen buddhistischen Gruppen in dem Land gegen die Rohingya-Muslime stattfindet.

-Die Vereinten Nationen und der Europäischen Union (EU) haben zum Ausdruck gebracht, das unter Aung San Suu Kyi Regierung die Lage bessern würde. Viele internationale Beobachter hofften auch, dass die neue Regierung, den Zustand der im Landen verfolgte muslimische Rohingya Ethnizität sich verbessern. (Eigentlich, wenn man Beamter in solchen Institutionen ist, sollte nicht so blauäugig sein, unsere Ikone Suu-Kyi war immer eine Kreatur der Westen und der Nobelpreis hat sie nicht verdient, der Westen hat sie damit für ihre Dienste bezahlt, mehr nicht. Tochters einem General , mit einem Engländer verheiratet, hat nie sein Land gedient. Anm.d.Ü.). 

Feuer verschlingt die muslimischen Rohingya Bawdupa Camp in der Nähe von Sittwe, Myanmar, in diesem Handout Foto aufgenommen am 3. Mai 2016 durch das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten. (AFP-Foto)

-Allerdings hat Suu Kyi, die ein Friedensnobelpreisträger ist, ist durch Rechte Gruppen für ihre Haltung über die Gewalt gegen Rohingya unter Beschuss geraten.

-Rohingya und anderen Muslimen, wurden in Myanmar mit Folter, Vernachlässigung und Unterdrückung seit vielen Jahren konfrontiert. Eine große Anzahl von Rohingya sind vermutlich getötet worden, und Zehntausende wurden in Angriffe von Extremisten, die sich als Buddhisten bezeichnen, vertrieben.

-Myanmars Regierung weigert sich Rohingya Muslime als Bürger zu erkennen und kennzeichnet sie als „illegale“ Einwanderer…..wenn auch sie seit 1000 Jahren in das Land leben. Anm.d.Ü.).

-Seit 1982, wenn eine neue Staatsbürgerschaftsgesetz in Kraft trat, Rohingya-Muslime, wurde die Myanmar Staatsbürgerschaft nicht verliehen, und in den vergangenen Jahren, eine Reihe von Angriffen gegen die Rohingya fanden statt.

Kommentar: Myanmar wird von den USA gegen China gebraucht, daher die Menschenrechte der muslimische Rohingyas spielen absolut keine Rolle. Alle Alliierten der USA dürfen tun und lassen was sie wollen, wenn sie das Imperium dienen. Unsere westlich Ikone Aung-San-Suu-Kyi ist genau so korrupt wie seine westliche und Heimat Anhänger. Weiterhin, es wird damit bewiesen, das Buddhisten sind auch Menschen, und genau so brutal sein können. Dies  widerspricht die allgemeine Vorstellung, das Buddhisten friedlich sind. Jesus und Lord Buddha drehen sich schon lange ständig im Grab um! In westliche Medien sind  die Rohingyas kein Thema, nur PressTV berichtet darüber.

https://deutsch.rt.com/russland/39010-russischer-militar-vereitelt-terroranschlag-in/
Russischer Militär vereitelt Terroranschlag in Syrien und lässt dabei sein Leben

Russischer Militär vereitelt Terroranschlag in Syrien und lässt dabei sein Leben

Ein russischer Marineinfanterist wurde in der syrischen Provinz Homs tödlich verwundet, als er den Durchbruch eines Selbstmordattentäters in einem mit Sprengstoff beladenen Wagen zur Ausgabestelle für die Verteilung von humanitären Gütern vereitelte. Er ist damit offiziell der elfte russische Militärangehörige, der in Syrien seit Oktober 2015 ums Leben kam.

„Am 15. Juni 2016 vereitelte der Militär, Andreij Timoschenkow, der einen Konvoi des russischen Zentrums für Versöhnung in Syrien bewachte, den Durchbruch eines mit Sprengstoff beladenen Autos zur Ausgabenstelle der humanitären Hilfe an die Zivilbevölkerung“, teilte das  Verteidigungsministerium gegenüber Nachrichtenagentur Interfax mit.

Laut der Militärbehörde stoppte Sergeant Timoschenkow einen mit Sprengstoff beladenen Wagen durch Beschuss mit seinem Maschinengewehr. Bei der Explosion des von dem Selbstmordattentäter gesteuerten Autos wurde der Soldat tödlich verwundet.

„Die Militärärzte haben auf dem Luftwaffenstütztpunkt Hmeimim länger als ein Tag um das Leben des Militärs gekämpft, aber Andrej Timoschenkow ist an seinen schweren Verletzungen am 16. Juni gestorben. Sergeant Andrej Timoschenkow wurde von seinem Kommando posthum zur Auszeichnung vorgeschlagen“, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Laut russischen Medien sei Timoschenkow Sergeant der im russischen Exklavengebiet Kalinigrad stationierten Marineinfanteriebrigade und werde im Dorf Jerschitschi im Gebiet Smolensk beerdigt.

Ferner wurde ein Video eines syrischen Kriegsberichterstatters veröffentlicht, das den Vorfall zeigen soll: Ein Militär in sandfarbener Uniform, die der der russischen Streitkräfte ähnelt, steht hinter einem Leichtlastkraftwagen und beschießt ein durch das Gewehrfeuer rasendes Auto, das nahe der syrischen Wehrtechnik explodiert.

Am 16. Juni meldete die Pressestelle des russischen Verteidigungsministeriums den Tod des in Syrien verletzten russischen Soldaten, Michail Schirokopojas, in einem Moskauer Krankenhaus. Anfang Mai sei er in der syrischen Provinz Aleppo bei einem Beschuss der Kraftwagenkolonne des russischen Zentrums für Versöhnung in Syrien verletzt worden. Der Soldat starb am 7. Juni und wurde in seiner Heimat im Gebiet Amur mit militärischen Ehren bestattet. Postum wurde ihm der Tapferkeitsorden verliehen.

Insgesamt sind nach offiziellen Angaben schon elf russische Soldaten in Syrien umgekommen.

Der russische Syrien-Ansatz wurde am 30. September 2015 auf Antrag des Präsidenten des Nahostlandes, Baschar Al Assad, gestartet. Das ist die erste großangelegte Militäroperation in der postsowjetischen Geschichte Russlands außerhalb der Ex-UdSSR.

http://www.voltairenet.org/article192422.html
Daesh und die Homosexuellen

Im Anschluss an das Blutbad von Orlando ruft Thierry Meyssan in Erinnerung, dass der Konflikt zwischen Daesh und der Arabischen Republik Syrien in erster Linie ein Kampf zwischen zwei Gesellschaftsformen ist, die eine, die von Männern dominiert wird, und die andere, die für gleiche Rechte ist. Es ist auch für ihn eine Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die syrische Zivilisation eine lange unbekannte Geschichte der Integration von Homosexuellen hat, welche Daesh versucht zu zerstören.

| Damaskus (Syrien) | 20. Juni 2016

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Im Jahr 2011, am Anfang des Krieges in Syrien, erscheint ein Blog unter dem Namen „Gay Girl in Damascus“ (ein homosexuelles Mädchen in Damaskus). Die Autorin erzählt ihr Leben als freie Frau in der syrischen Hauptstadt und kritisiert das „Regime von Baschar.“ Dezember wird von einem ihrer Vetter eine Meldung auf dem Blog gepostet, die besagt, dass das Mädchen von der „Mukhabarat“ (innerer Geheimdienst) verhaftet wurde. Die westlichen Homosexuell-Vereinigungen, die nichts von Syrien wissen, mobilisieren sich gegen die „Diktatur“. Später erfährt man, dass das Mädchen nie existiert hat. Der Blog wurde nur für Propagandazwecke von Tom MacMaster von der University of Edinburgh betrieben, wahrscheinlich im Auftrag vom MI6.

Das Massaker von Orlando hat die Behandlung der Homosexuellen durch Daesh ins Rampenlicht gezerrt. Jedoch der Attentäter, der sich zur terroristischen Gruppe bekannte, war selbst ein Kunde von dem Schwulen-Nachtclub und hatte Geschlechtsverkehr mit mindestens einem anderen Kunden. Es scheint also, dass er eine Diskothek und nicht einen homosexuellen Nachtclub zum Ziel hatte.

Wie auch immer, das Töten von Homosexuellen ist nicht das Vorrecht von Daesh, es ist eine Praxis von vielen sektiererischen Gruppen, von verschiedenen Religionen, und insbesondere islamistischen Gruppen. Dies war zum Beispiel der Fall bei der Widerstandsarmee des Herrn in Uganda in den 90er Jahren -, die sich auf Jesus beriefen – oder jetzt bei den Dschihadisten – die sich auf Mohammed berufen. Ganz allgemein, ein Großteil der Juden, Christen und Muslime betrachten die Sexualität zwischen Personen des gleichen Geschlechts als „Sünde“, auch wenn man zugibt, dass man nicht bestimmt, in wen man sich verliebt.

Aus ethnologischer Sicht ist die Verurteilung der Homosexualität im Namen dieser Religionen gleichgestellt mit einer Gesellschaft, in der Männer Frauen dominieren. Sie existiert nicht in Gesellschaften, in der die Menschen gleichberechtigt sind.

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Die „Herr Gay von Syrien“-Wahl von 2016 wurde von Subhi Nahas im Mai in Istanbul organisiert und nicht in Deir Ez-Zor. Dem Gewinner wurde ein Schengen-Visum verweigert, der also bei der Wahl des „Mr. Gay World“ in Malta nicht konkurrieren können wird.
© Bradley Secker / Daily Mail

Daesh und der Baath: zwei Auffassungen der Gesellschaft

Wie ich schon vor einem Jahr schrieb, hat «der Rückhalt, den Daesh bei gewissen Bevölkerungen genießt“, nichts mit dem Koran oder dem Klassenkampf zu tun. Es ist die Revolte einer Lebensart die im Verschwinden ist, einer gewalttätigen, von Männern beherrschten Gesellschaft, gegen eine Lebensart, die das Leben der Frauen respektiert und Geburten kontrolliert.“ [1]. Daher ist das Massaker von Homosexuellen für Dschihadisten ein Argument geworden, um „die Herzen und Köpfe zu erobern“.

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Mohammed Allusch, Chef-Verhandlungsführer der gemäßigten Opposition bei den Verhandlungen in Genf, kam zu diesem verantwortungsvollen Posten, indem er selbst Homosexuelle von den Dächern der Duma (Damaskus) stürzte.

Der Chef-Verhandlungsführer der „Moderaten“ bei den Verhandlungen in Genf, Mohamed Allusch, wurde durch den Sturz von Personen von den Dächern der Duma, in den Vororten von Damaskus, berühmt, von Personen, die der Homosexualität beschuldigt waren, ohne den geringsten Protest bei westlichen Sponsoren hervorzurufen. Obwohl seine Gruppe, die Armee des Islams (Dschaisch al-Islam), durch Saudi Arabien finanziert und von britischen Militärberatern geleitet war, wurde er während der Verhandlungen immer von dem französischen Beauftragten für Syrien unterstützt. Dieser Diplomat – einer säkularen Republik – griff ein, damit das Schweizer Hotel, in dem sie untergebracht waren, die Bilder entfernten und die Statuen verdeckten, deren Nacktheit dieses Modell eines „Demokraten“ schockiert haben könnten. Wahrscheinlich denkt er – und man weiß, dass er selbst in einer homosexuellen Beziehung mit einem anderen Diplomaten steht – dass die Verbrechen von Mohammed Allusch weniger schwerwiegend waren als die des „Regime von Baschar.“

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Am 13. Juni sendet François Hollande einen Tweet: „das entsetzliche homophobe Blutbad von Orlando hat Amerika und die Freiheit getroffen.“ Die Freiheit, seine sexuelle Orientierung und seine Lebensweise zu wählen. Der französische Präsident kann nicht verstehen, dass man sich in eine Person des gleichen Geschlechts „verlieben kann“, für ihn ist es eine Frage der „Wahl“.

Jedoch heute, in der arabischen Welt – die eine Minderheit im Vergleich zu den Moslems der Welt ist – nur Syrien, das Sultanat Oman und einige Arabische Emirate integrieren Homosexuelle.

Hier dürfen wir nicht vergessen, im Gegensatz zu einem Bild, das ohne Diskussion verhängt wurde, dass die Arabische Republik Syrien niemals jemanden aus privaten Gründen verfolgt hat. Alle Verbrechen, wirkliche oder öfters imaginäre, die ihr zugeschrieben werden, beziehen sich ausschließlich auf die Unterdrückung von Islamisten, sei es die Muslim-Bruderschaft oder, seit kurzem auch ihre Ableger al-Kaida und Daesh. Im Februar letzten Jahres widmete die libanesische, von der Europäischen Union finanzierte Tageszeitung, L’Orient-Le Jour, bekannt für ihre systematische anti-syrische Haltung, dem Vergleich des schwulen Lebens im Libanon und in Syrien eine Reihe von Artikeln. Während im Libanon die Polizei oft Jugendliche, die durch ihre Familie angezeigt wurden, festnimmt, ihre Handys auf der Suche nach belastenden Fotos durchsucht, ihre Freunde vorlädt, alle Verdächtigen einer ärztlichen Untersuchung unterwirft, die die Änderung der Dilatation ihres Anus bestimmen soll und sie verprügelt, bis einer von ihnen die anderen beschuldigt, während in Syrien, laut der Zeitung, „unter dem Regime von Baschar al-Assad, die schwule Welt schöne Tage verbringt“ [2].

Die Syrer betrachten die Frage der Homosexualität nicht unter dem Gesichtspunkt der Toleranz oder Intoleranz, sondern unter jener der Privatsphäre. Und, Tausende Jahre Zivilisation lehrten sie, dass sie in dieser Region der Welt nur durch ein Zusammenleben überleben können, und dass sie dies nur erreichen können, wenn sie die Privatsphäre eines jeden achten. Es ist daher möglich sich zu deklarieren, dass man Homosexuelle im Allgemeinen verachte, sich aber zu verbieten, jemanden besonderen zu beschuldigen, schwul zu sein.

Auch wenn die Bestimmungen des Strafgesetzbuches von 1949 nicht aufgehoben wurden, hat die Partei des Präsidenten Bachar Al-Assad, die Baath-Partei, eine fast einzigartige Kultur in einem arabischen Land aufgebaut, basierend auf Respekt von Unterschieden. So war L’Orient-Le Jour erstaunt, einen schwulen syrischen Flüchtling sagen zu hören, sein Militär-Dienst wäre „die besten Jahre seines Lebens“ gewesen, und von „Feiern von homosexuellen Paaren in gemieteten Hochzeits-Räumen“ zu hören, „um ihre Union zu feiern“. Nur seit dem Eintreffen von Daesh war er gezwungen, „seine rosa und gelbe Hose zu verstecken und zu üben, in einer männlichen Art und Weise zu marschieren.“

Obwohl die Gründer der Baath zunächst von der französischen Revolution inspiriert sind, ist ihre Ideologie in erster Linie das Ergebnis der syrischen Kultur. Und im Gegensatz zu anderen arabischen Ländern hat Syrien eine lange Tradition für Respekt von unterschiedlichen Lebensstilen.

Die biblischen Religionen und die Sexualität

Das Judentum wurde im Königreich Jerusalem gegründet. Das Christentum von Paulus von Tarsus in Damaskus. Der Islam wurde Mohammad in Arabien gegeben, aber der Koran wurde erst 20 Jahre nach seinem Tod geschrieben, unter der Autorität des dritten Kalifen Othman, in Damaskus. In der Tat sind die drei biblischen Religionen im geographischen Syrien entstanden.

Drei Passagen der Thora beziehen sich explizit auf Homosexualität. Nach Leviticus: „Du wirst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; Es ist ein Gräuel“(18:22) und“ der Mann der mit einem Mann schläft, wie man mit einer Frau schläft: Es ist ein Gräuel, den sie beide begangen haben, sie werden sterben müssen, ihr Blut wird auf sie fallen“(20:13). Schließlich im Deuteronomium: „Damit es keine Prostituierte unter den Töchtern Israels gebe, und dass keiner der Söhne von Israel sich der Schande prostituiere“ (23:17).

In ihren Kontext gesetzt, kommen die ersten beiden Verse aus der patriarchalischen Konzeption der Stämme dieser Zeit, der dritte ist eine Verurteilung der praktizierten heiligen Prostitution in den Tempeln von anderen Stämmen, und wird daher dem Götzendienst gleichgesetzt. Heute interpretieren die Juden ihre Religion neu, um die Stammes-Aspekte vergessen zu machen und haben keine Schwierigkeiten, Homosexuelle zu integrieren. Sie verstehen häufig die Beziehung zwischen Ruth und Naomi und zwischen König David und Jonathan als homosexuelle Beziehungen. Jedoch diejenigen, die sich auf den Bund Gottes berufen, nur mit den Stämmen Israels, sehen weiterhin darin ein „Gräuel“. So integriert der Staat Israel die Homosexuellen, aber die Levaha Gruppe protestiert jedes Jahr gegen die Gay Pride und im Jahr 2005 hat ein ultraorthodoxer Jude sechs Schwule erstochen.

Laut den Evangelien hat Jesus von Nazareth nicht aufgehört, die Verbote und den Formalismus des antiken Judentums zu kritisieren, obwohl er nie das römische Heidentum kritisiert hat. Er förderte eine Form von Spiritualität, die auf Liebe und Opfer basiert und hat nie das sexuelle Thema angeschnitten. Daher gibt es keine biblische Grundlage für die Verurteilung der Homosexualität durch die christlichen Kirchen.

Die frühen Christen waren in zwei Gruppen geteilt. Die Juden, die Jesus für ihren Messias hielten und die Heiden, die ihn für ein Beispiel eines perfekten Menschen hielten. Die ersten waren in Jerusalem um Jakob, „Bruder von Jesus“, organisiert, während letztere sich in Damaskus und in Antiochia versammelten. Die ersten weigerten sich, die Messe mit den zweiten zu feiern, die, als Nichtjuden, in ihren Augen „unrein“ waren. Die erste Gruppe wurde während der römischen Unterdrückung in Jerusalem getötet, nur die letztere überlebte.

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St. Sergius (oder Sarkis auf Arabisch) und Sankt Bacchus sind in der Levante Beispiele für die Christen. Das ist der einzige Fall eines Paares, das heiliggesprochen wurde, eine Ehre, die verheirateten Paaren nicht anerkannt worden ist.

Während des Altertums, und auch in den ersten Jahrhunderten des Christentums waren die Geliebten gleichen Geschlechts in Gesellschaft und Kirche integriert. Im 3. Jahrhundert wurde der Kommandant der Schola Gentilium (Elitetruppen die die Praetorische Wache ersetzten), Sarkis, und sein Adjutant, Bacchus, durch Kaiser Maximianus in der Nähe von Rakka (aktuelle Hauptstadt von Daesh) gefoltert, weil er sich zum Christen konvertiert hatte und weil er sich weigerte, den römischen Göttern zu huldigen. Die zwei Männer waren Geliebte und waren als solche von der Kirche anerkannt, welche für sie die Adelphopoiia feierte, vergleichbar mit dem Ritus für gleichgeschlechtliche Paare in der römischen Gesellschaft. Bacchus, der degradiert und dann zu Tode geprügelt wurde, erschien Sarkis in einem Traum, als dieser auch gefoltert wurde. In römischer Offiziers-Kleidung ermutigte er seinen Geliebten, seinen Glauben nicht aufzugeben und als Soldat Christi zu sterben. Folglich verbreitete sich der Kult des Heiligen Sarkis und Sankt Bacchus in der ganzen Levante.

Nur seit dem 11. Jahrhundert und vor allem seit der Gegenreformation haben die Christen die Homosexualität verurteilt. Rom nahm dann wieder die vitalistische Philosophie vom Ende des römischen Reiches an, für die das Ziel der Sexualität die Fortpflanzung der Gattung ist. Die Christen des Westens rechtfertigten diese Umkehrung, indem sie sich auf die Briefe des Paulus an die Korinther (VI:9 – 10) und an die Römer (ich: 26-28) stützten, oder sogar zum Leviticus und Deuteronomium zurückkehrten. Abgesehen davon, dass diese Texte wahrscheinlich eine ganz andere Bedeutung haben, haben sie nicht die Autorität Christi. Wie auch immer, die Integration der Homosexuellen setzt sich unter den Christen der Levante bis ins 18. Jahrhundert fort.

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September 2015 richtet Daesh in Hreitan (Aleppo) Personen hin, die der Homosexualität beschuldigt sind, indem es sie von den Dächern stürzt. Einer der geopferten war 15 Jahre alt.

Der Islam präsentiert sich als ein Eingriff Gottes, der die in Saudi-Arabien herrschende theologische Verwirrung klären sollte. Der Koran, der den Mythos der Genesis übernimmt (19), erwähnt sechsmal den Mythos von Sodom und Gomorra (7:80 – 81, 21:74, 26:165 – 166, 27:54-55, 29:28-30 und 54:33 – 34). Diese Verse wurden erst vor kurzem interpretiert, um das „Verbrechen von Loth“ zu verurteilen, Homosexuelle zu steinigen oder sie von der Höhe der Klippen zu stürzen. In Wirklichkeit betrifft der Mythos von Loth nicht die Beziehungen zwischen Personen gleichen Geschlechts, sondern er kritisiert sowohl die Nichteinhaltung von Gastfreundschaft als auch die Vergewaltigung, die die Beduinen als ein Zeichen der Unterwerfung angesehen haben. Darüber hinaus verurteilt der Koran nicht Loth – den er als einen der Propheten des Islams betrachtet, noch die Besucher, die sich als Engel erweisen, sondern die Bewohner von Sodom. Viele Künstler des Goldenen Zeitalters des Islam haben homosexuelle Liebesbeziehungen gefeiert und mehrere Kalifen zeigten ihre Liebe zu anderen Männern (z.B. Al-Amin, Al-Muʿtas̩im und Al-Wathiq).

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Auf der Sitzung des Sicherheitsrats vom 24. August 2015 ließ die ständige Vertreterin der Vereinigten Staaten, Samantha Power, Subhi Nahas, den Direktor einer syrischen Homosexuellen Organisation im Exil in der Türkei, vorsprechen. Der junge Mann beschrieb die Schrecken von Daesh. Aber zur großen Enttäuschung der Botschafterin erklärte er, aus dem Land geflohen zu sein, um den Dschihadisten zu entkommen und weigerte sich, die Arabische Republik Syrien zu verurteilen.

Wer ist mit Homosexualität nicht befangen?

Heute führt Daesh einen Feldzug gegen jene, die „das Verbrechen von Loth“ begehen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am 24. August 2015, auf Initiative von Washington und Santiago, ein Treffen über die Hinrichtungen organisiert, die die terroristische Organisation wegen Homosexualität im Irak und in Syrien praktiziert hatte.

Jedoch sträubten sich einige Mitglieder des Rates, die Ausschreitungen der Dschihadisten zu verurteilen. Angola (80 % Christen) und Tschad (mehrheitlich muslimisch) haben ihre Botschafter gebeten, nicht an der Sitzung teilzunehmen, während andere Mitglieder des Rates verschlossene Türen verlangten, damit es kein Protokoll der Sitzung gibt und der Rat hat sich jeglicher öffentlichen Erklärungen enthalten.

Es ist nicht bekannt, ob er nur die Ausschreitungen von Daesh untersucht hat oder ob er seine Untersuchungen auf andere dschihadistische Gruppen ausgedehnt hat. Im September 2013 versuchte die von türkischen und französischen Offizieren geleitete al-Nusra-Front (al-Kaida) die kleine Stadt Maalula (40 km von Damaskus) einzunehmen. Dieses Ziel hatte keinen strategischen noch taktischen Wert, aber sie ist das Symbol der Christen des Orients. Sie ist die älteste christliche Stadt der Welt, die im Jahre 35 durch Paulus von Tarsus und Santa Thekla konvertiert wurde. Maalula behauptet, die Tradition des ursprünglichen Christentums, unabhängig von der Spaltung zwischen Katholiken und Orthodoxen beizubehalten. Die Dschihadisten gingen brutal auf alle christliche Darstellungen los, besonders auf die Statue der Jungfrau Maria (obwohl von dem Koran verehrt), auf die Reliquien von Santa Thekla (die die Katholiken nicht mehr als heilig anerkennen, weil sie die Sakramente wie ein Mann gab, welche die Orthodoxen aber als den dreizehnten Apostel betrachten) und auf die beiden Klöster Sankt Sarkis und St. Bacchus. Die katholischen und orthodoxen Kirchen, die die Bewohner von Maalula unterstützt haben, haben sorgfältig vermieden, auf diesen Aspekt der Ereignisse zurückzukommen.

Letztlich erscheint der Westen wenig aufrichtig ohne seine Integration von Homosexuellen. Er machte daraus das Symbol der freien Gesellschaften und hat dieses Thema manipuliert, um die Idee zu vermitteln, dass die Arabische Republik Syrien ein repressives Regime sei. Aber die Falschmeldung von dem „Gay Girl in Damascus“ sowie der Manipulations-Versuch von Subhi Nahas sind fehlgeschlagen. Auf der anderen Seite hatte der Westen absolut keine Hemmung, al-Kaida zu unterstützen, als sie die Klöster des Heiligen Sergius und Sankt Bacchus angriffen oder Mohammed Allusch, als er Schwule von den Dächern warf.

Übersetzung
Horst Frohlich

[1] „Die CIA durch Unterstützung von Daesh durch Zivilisten überfordert“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 16. März 2015.

[2] « J’ai caché mes pantalons roses et jaunes, et je me suis entraîné à marcher d’une façon masculine », Chérine Yazbeck, L’Orient-Le Jour, 8 février 2016.

Thierry Meyssan

Thierry Meyssan Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

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