Archiv für Juni 19, 2016

Pulverfass Nahost

Orlando, der Ölpreis und das Pulverfass Nahost
© REUTERS/ Mohamed Al Hwaity

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16:35 16.06.2016(aktualisiert 16:52 16.06.2016) Zum Kurzlink
Ernst Wolff
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Kaum waren die Schüsse des Attentäters von Orlando verhallt, da begannen große Teile der US-Mainstream-Medien bereits mit gezielten Schuldzuweisungen. Noch bevor erste Fakten auf dem Tisch lagen, wurde das Verbrechen mit der Bewegung des Islamischen Staates in Verbindung gebracht.

Dieser vorsätzliche Verstoß gegen alle journalistischen Prinzipien erhellt einmal mehr eine äußerst gefährliche Entwicklung: Die amerikanischen Medien und die hinter ihnen stehenden Kräfte versuchen derzeit mit allen Mitteln, das notwendige Klima für eine Ausweitung des Krieges im Nahen Osten zu schaffen.Anlass für dieses Verhalten sind die zunehmenden Probleme, die der stagnierende Ölpreis Teilen der US-Wirtschaft und dem US-Finanzsektor bereitet. Er gefährdet nicht nur das Überleben der US-Fracking-Industrie, sondern bringt amerikanische und internationale Großbanken in erhebliche Bedrängnis und könnte sich sogar zu einem Gefahrenherd für das globale Finanzgefüge entwickeln.

Öl ist eine der Stützen der US-Weltherrschaft

Öl ist nicht nur die meistgehandelte Ware der Welt, sondern für die USA wegen der Bindung des Öl-Preises an den US-Dollar eine der Stützen ihrer finanziellen Weltherrschaft. Um diese aufrecht zu erhalten, ist das US-Militär seit Jahren gezwungen, im Nahen Osten Krieg zu führen. Da diese Politik immer kostspieliger wird und der kriegsmüden US-Bevölkerung immer schwerer zu vermitteln ist, versuchen die USA seit einigen Jahren, sich von ausländischem Öl und Gas unabhängig zu machen.

Dabei setzen sie vor allem auf die Methode des Fracking. Bis 2014 sah es so aus, als ob sie mit dieser Strategie Erfolg haben würden. Trotz aller Umweltschäden wurden immer größere Öl- und Gasmengen erzeugt, immer neue Firmen schossen aus dem Boden.

Der Aufschwung der Branche und die damit verbundenen Gewinnchancen entgingen den finanzstarken Spekulanten an den Finanzmärkten natürlich nicht. Sie schalteten sich in das Geschäft ein und vergaben Kredite in dreistelliger Milliardenhöhe, die den Fracking-Boom förmlich explodieren ließen und die USA auf den Weg brachten, nicht nur von ausländischen Importen unabhängig, sondern selbst zum größten Erdöl- und Erdgasexporteur der Welt zu werden.

Mehr zum Thema: Wie Öl-Länder ihren angehäuften Reichtum wieder loswerden

Das gefiel den Konkurrenten der USA auf dem Weltmarkt natürlich überhaupt nicht — allen voran ihrem bis dahin engsten der Verbündeten im Nahen Osten, dem Könighaus von Saudi-Arabien. Da dessen Reichtum fast ausschließlich auf den Erdölvorkommen des Wüstenstaats beruht, fühlte es sich durch den Fracking-Boom in den USA ernstlich bedroht. Das Herrscherhaus reagierte, indem es die eigenen Fördermengen drastisch erhöhte. Außerdem machte es seinen Einfluss innerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) geltend und sorgte dafür, dass die in den 70er Jahren eingeführte künstliche Aufrechterhaltung eines hohen Ölpreises durch eine Drosselung der Fördermengen aufgehoben wurde.Die Entscheidung des Hauses von Saud entfesselte weltweit einen erbitterten Preiskampf. Die Rückkehr des Irans an den internationalen Ölmarkt nach der Aufhebung der gegen das Land gerichteten Sanktionen erhöhte die globalen Fördermengen zusätzlich und trieb den Ölpreis, der im Januar 2014 noch über $ 100 gelegen hatte, weiter nach unten. Im Januar 2016 erreichte er mit ca. $ 25 seinen Tiefpunkt.

Die Fälligkeit von Milliardenkrediten zwingt die Verantwortlichen zum Handeln

US-Flagge
© REUTERS/ Stephen Lam

Da die Fracking-Industrie der USA je nach Quelle erst ab $ 45 bis $ 60 pro Barrel kostendeckend arbeitet, brachte der Preissturz existenzgefährdende Verluste mit sich. Bis Ende 2015 mussten deshalb 42 US-Fracking-Firmen aufgeben und Insolvenz anmelden. Dennoch wurden allein von Herbst 2015 bis zum Jahresende mehr als $ 50 Mrd. an zusätzlichen Krediten in die Fracking-Industrie gepumpt. Der Grund: Die Investoren spekulierten auf eine Erholung des Ölpreises.

In der Tat ließ sich seit Jahresbeginn 2016 eine Umkehr des Trends erkennen: Seit Januar 2016 hat sich der Ölpreis wieder nach oben bewegt und stieg vor Anfang Juni 2016 auf etwas über $ 50. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen: Neben Wartungsproblemen in Venezuela (das wegen des niedrigen Ölpreises vor dem Staatsbankrott steht), Waldbränden in Kanada (die den Ausstoß verringerten) und Förderproblemen in Libyen (wegen nicht behobener Kriegsschäden) wirkte sich vor allem die künstliche Verknappung des Angebots durch die größten Ölhändler aus. Es sind derzeit ganze Flotten von Öltankern auf den Weltmeeren unterwegs, die dem Weltmarkt Öl entziehen, indem sie ihre Ladungen nicht löschen.

Diese Taktik kann allerdings nur so lange funktionieren, bis die Kapazitäten aller verfügbaren Tanker vollends ausgelastet sind und die Kosten dieser Maßnahme ihren Nutzen übersteigen – ein Zeitpunkt, der nun erreicht zu sein scheint und den Ölpreis seit einigen Tagen wieder fallen lässt.

Damit steht die internationale Finanzindustrie vor einem riesigen Problem: Die Möglichkeiten der Preismanipulation sind weitgehend erschöpft und ein Anstieg des Preises durch erhöhte Nachfrage ist wegen der weltweiten wirtschaftlichen Stagnation nicht in Sicht. Deshalb droht im Herbst, wenn ein Großteil der Kredite fällig wird, eine Pleitewelle von Fracking-Firmen, die dazu führen wird, dass zahlreiche Banken leer ausgehen werden. Das wiederum hat zur Folge, dass im hochriskanten Bereich der Derivate Kreditausfallversicherungen in unbekannter Höhe (sehr wahrscheinlich ein Mehrfaches der Summe der vergebenen Kredite) fällig werden.

Die USA haben sich ihren terroristischen Gegner selbst geschaffen

Was also tun, um zu verhindern, dass weitere Fracking-Firmen Insolvenz anmelden, Banken Milliardenkredite abschreiben müssen und das globale Finanzgefüge möglicherweise ins Wanken gerät? Um diese Frage zu beantworten, muss man nur nach Nigeria schauen: Dort sind mehrere Ölquellen – nach offiziellen Angaben durch Anhänger der radikal-islamistischen Organisation Boko Haram – zerstört worden und haben so zu einer Verknappung des Angebots und einer Erhöhung des Preises beigetragen.

Es erfordert nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, wie effektiv die Zerstörung größerer Ölquellen im Nahen Osten den Ölpreis in die Höhe treiben und die Fracking-Industrie mit den hinter ihr stehenden Großbanken retten könnte. Genau das ist das Kalkül, das hinter dem systematischen Aufbau von Isis zum angeblichen Hauptfeind der westlichen Zivilisation steht. Die Organisation wird als Vorwand für einen größeren Krieg gebraucht.

Hintergrund für die Akribie, mit der Isis von den US-Medien derzeit ins Rampenlicht gerückt wird, ist das Glaubwürdigkeitsproblem der US-Regierung. Sowohl der Golf-von-Tonkin-Vorfall, der zum Eingreifen der USA in den Vietnamkrieg führte, wie auch Saddam Husseins angebliche Massenvernichtungswaffen, die als Vorwand für die Bombardierung des Irak dienten, sind inzwischen als Lügen entlarvt. Deshalb muss sich die Führung in Washington derzeit mit aller Kraft bemühen, auf glaubhafte Weise ein Klima des Hasses und der Angst vor Terroranschlägen zu schaffen, denn nur so kann es ihr gelingen, die Mehrheit der US-Bevölkerung von der Notwendigkeit eines weiteren Krieges zu überzeugen.

Sollte es tatsächlich dazu kommen, hätten die USA einmal mehr die Quadratur des Kreises geschafft. Schließlich ist ISIS nichts anderes als ein von der US-Politik selbst geschaffener Gegner. Ohne die jahrelang betriebene Destabilisierung des Nahen Ostens durch die USA wäre Isis niemals entstanden und schon gar nicht in der Lage, auch nur einen einzigen gewaltbereiten Anhänger im Ausland zu rekrutieren.

Fighters from the Syrian Democratic Forces (SDF) gather on the outskirts of Manbij on June 10, 2016. © AFP
Kämpfer aus syrischen demokratischen Kräfte (SDF) versammeln sich am Stadtrand von Manbij am 10. Juni 2016. © AFP

16.06.16 – SYRIEN – Deutsche, Französische Spezialeinheiten in Syrien Akt der „Aggression“

-Die syrische Regierung sagt, das französische und deutsche Truppen im Norden Syriens tätig sind, und verurteilen es als einen Akt der „Aggression“.

-Das syrische Außenministerium sagte am Mittwoch, die französische und deutsche Truppen in Ain al-Arab, auch bekannt als Kobani und Manbij, wurden neben US-Militärangehörige bereitgestellt werden. (Das sind eben die Dienste, die Vasallen ihrem Herrn schulden Anm.d.Ü.)

-„Syrien… hält es für eine explizite und ungerechtfertigte Aggression gegen die Souveränität und Unabhängigkeit des Landes“ die amtliche Nachrichtenagentur SANA zitiert das Ministerium.

-Ausländische Truppen unterstützen Syrien demokratischen Kräfte (SDF) in der Nähe von Manbij und syrischen kurdischen YPG Miliz, Bestandteil der SDF in Ain al-Arab, und charakterisieren damit, die Beihilfe im Rahmen einer Offensive gegen Daesh.

-Das Ministerium sagte, jeder Seite die „Terroristen bekämpfen will, muss seine Handlungen mit der legitimen syrischen Regierung, dessen Armee und Volk, die gegen das Terrorismus quer durch das Land kämpfen koordinieren“. (Ja, aber das Problem ist…..wir teilen die Terroristen in gute und böse und auf die gute, darf nicht geschossen werden. Anm.d.Ü.).

-„Solche Präsenz unter dem Vorwand der Bekämpfung des Terrorismus kann kein Land entschuldigen und passende Fragen ausweichen“ wurde hinzugefügt.

-Die Großbritannien ansässigen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, sagte französischen Spezialeinheiten haben für sich eine Basis  in der Nähe von Ain al-Arab gebaut.

-Frankreichs Verteidigungsminister sagte vergangene Woche, man hat es auch Spezialeinheiten in Syrien eingesetzt, um die SDF in der Vortoß Richtung Manbij zu helfen.

-Berlin, war jedoch schnell, um die Anwesenheit der deutschen Special Forces in Syrien, zu leugnen.

-„Es gibt keine deutsche Spezialkräfte in Syrien. Der Vorwurf ist falsch“, sagte ein Sprecher am deutschen Verteidigungsministerium.

-Die Beobachtungsstelle in UK, sagte jedoch, dass deutsche, französische und amerikanische Militärberater und französischen und amerikanischen Spezialeinheiten, die SDF unterstützt wurden…..das machen sie schon seit lange Zeit…nun man wollte es früher nicht wahrhaben Anm.d.Ü.

-Ihre Anwesenheit hat wachsende Verdacht erweckt, dass die USA und Europa eine kurdische Kampagne zur Gründung eines separaten Staates in Syrien unterstützen.

-Am Dienstag, sagte Premierminister Binali Yildirim, das die Türkei würde nicht Zusammenarbeit mit terroristischen Organisationen in Syrien, unter Bezugnahme auf kurdischen Gruppen, die der USA unterstützt, zulassen.

-Über die Rolle der USA syrischen kurdischen Miliz zu unterstützten, Ankara und Washington, liegen schon lang im Streit.

-Türkei sagt, das die Kämpfer sind eine terroristische Organisation, verbunden mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK), aber die USA sehen sie als Partner in Syrien Operationen.

-In einer Rede vor seinem Urteil AK-Partei im Parlament, Yildirim sagte, das die Türkei, die Bildung neuer Staaten in Syrien nicht zulassen wird.

Syrische Männer schauen bei Schäden am 13. Juni 2016 an, das durch die Luftangriffe der vergangenen Nacht auf der al-Mashhad im nördlichen Aleppo entstanden sind. © AFP

-Syrien bekämpft derzeit ausländische unterstützten Militanten wie Daesh und al-Qaida-linked Nusra Front an mehreren Fronten, einschließlich in Aleppo an der Grenzen mit der Türkei.

-Am Mittwoch, der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, sagte, das erbitterte Kämpfe zwischen Regierungstruppen haben zwischen die Truppen und Takfiri Terroristen in Aleppo stattgefunden und in weniger als 24 Stunden haben 70 Todesopfer gefordert.

-Der Monitor sagte, dass die syrische Truppen eroberten die Dörfer Zaytan und Khalasa im Südwesten der Stadt Aleppo wieder, nachdem sie wenige Stunde früher die Kontrolle darüber verloren hatte.

-Der Bereich Blick auf die Regierung Versorgung Straße rund um den Süden von Aleppo, die zu dem Regierung gehaltenen Nayrab Flughafen im Südosten der Stadt und den kontrollierten Gebieten der Regierungstruppen im Westen der Stadt führt.

-Die syrischen Tageszeitung al-Watan sagte Russische Kampfjets haben ihrer Mission in Aleppo wieder aufgenommen, und am Mittwoch haben Positionen der al-Nusra Front und Alliierten Streitkräfte am Mittwoch bombardiert.

Kommentar: wenn man der Artikel von Manlio Dinucci – Il Manifesto – bei mir oder voltairenet.org ließt, wundert man sich nicht mehr….Israel, Katar, Kuwait, Jordanien werden in der NATO „enbedded“ und dürfen mitspielen.

 

Russische Frontbomber vom Typ Su-24 auf dem Stützpunkt Hmeimim in Syrien

Nach tödlicher Verletzung: Zehnter Russischer Soldat in Syrien gestorben
© Sputnik/ Ramil Sitdikov

Panorama

08:58 17.06.2016(aktualisiert 09:44 17.06.2016) Zum Kurzlink
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Der in Syrien verletzte russische Soldat Michail Schirokopojas ist in einem Moskauer Krankenhaus verstorben, teilt der Pressedient des russischen Verteidigungsministeriums mit.

Untersergeant Schirokopojas war Anfang Mai in der syrischen Provinz Aleppo bei einem Beschuss der Kraftwagenkolonne des russischen Zentrums für Versöhnung in Syrien verletzt worden. Nachdem ihn Ärzte vor Ort behandelt hatten, war er mit einem Flugzeug des Verteidigungsministeriums ins Burdenko Militärhospital in Moskau gebracht worden. Dort kämpften die besten Ärzte um sein Leben, die Verletzung war aber tödlich. Der Soldat starb am 7. Juni.

Michail Schirokopojas wurde in seiner Heimat im Amur-Gebiet mit militärischem Ehren bestattet. Postum wurde ihm der Tapferkeitsorden verliehen.

Schirokopojas ist schon der zehnte russische Soldat, der im Syrien-Einsatz sein Leben geopfert hat. Unter den Gefallenen sind der Pilot Oleg Peschkow, deren Su-24 im November 2015 von einer türkischen Rakete an der Grenze zu Syrien getroffen wurde, und der Marine-Soldat Alexander Posynitsch. Im März 2016 war bei der Befreiung der antiken Stadt Palmyra der Offizier Alexander Prochorenko ums Leben gekommen. Im Mai war der Soldat Anton Jerygin in der syrischen Provinz Homs bei der Ausführung seiner Dienstpflicht getötet worden.

https://deutsch.rt.com/kurzclips/38996-japan-hunderte-trauern-auf-okinawa/
Japan: Hunderte trauern auf Okinawa um 20-Jährige, die von US-Marine vergewaltigt und ermordet wurde
Japan: Hunderte trauern auf Okinawa um 20-Jährige, die von US-Marine vergewaltigt und ermordet wurde
Gestern haben Hunderte der vergewaltigten und ermordeten 20-jährigen, Rina Shimabukuro, ihren letzte Ehre erwiesen, als ihre Leiche in einem Sarg in einer Turnhalle in Nago in der Präfektur Okinawa aufgebahrt worden ist. Der Mörder soll ein 32-jähriger US-Marine, der auf der „Kadena Air Base“ eingesetzt war, sein. Er, Kenneth Franklin Gadson, zerrte sein Opfer in einen Busch, wo er auf sie einstach, sie erwürgte und vergewaltigte.