Archiv für Juni 3, 2016

https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/38662-ex-mossad-chef-ende-fur/
Ex-Mossad-Chef: Das Ende für Netanjahu-Regierung ist nah und ja, wir unterstützen al-Nusra

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu mit seinem neuen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu mit seinem neuen Verteidigungsminister Avigdor Lieberman
Die Macht des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu basiert auf Angst. Seine Tage im Amt sind gezählt, nachdem er den kontroversen Rechtsausleger Avigdor Lieberman zum Verteidigungsminister ernannt hat. Dies sagt der frühere Mossad-Chef Efraim Halevy in einem Interview mit Al Jazeera und räumte nebenbei ein, dass Israel dschihadistische Kämpfer des syrischen al-Kaida-Ablegers al-Nusra medizinisch unterstützt und versorgt.

„Ich denke, er ist ein Panikmacher. Ich denke, er nutzt Angst auf eine Weise wie man das nicht tun sollte“, sagte Efraim Halevy, von 1998 bis 2002 Direktor des israelischen Geheimdienstes Mossad, gegenüber Al Jazeera.

Der zurückgetretene Verteidigungsminister Moshe Yaalon (r.) neben seinem Nachfolger Avigdor Lieberman.

Auch wies der ehemalige Geheimdienstchef in Bezug auf das gezielte Schüren von Panik und jüdischen Extremismus auf das Verhalten von IDF-Soldaten hin. Im März hatte ein Offizier in Hebron einen palästinensischen Angreifer erschossen, der zuvor bereits niedergestreckt wurde.

„Es gibt konkrete Regeln im Kampf – was zu tun ist, wenn ein Gegner angeschossen wurde, die Gefahr neutralisiert wurde, er nicht weiter kämpfen kann, aber noch am Leben ist. Ist es erlaubt ihn zu exekutieren, wie es offensichtlich in diesem Fall geschehen ist?“, fragte Halevy.

Solche Vorfälle von grundloser Gewalt verlangen auch eine Neubewertung der Grundprinzipen, die in der israelischen Gesellschaft vorherrschen.

„Ich denke, niemand sollte eine Entscheidung auf Grundlage von Angst treffen“, fügte Halevy hinzu und bezeichnete in diesem Zusammenhang die Ernennung von Avigdor Lieberman zum neuen Verteidigungsminister als „den Beginn des Endes der Regierung Netanjahu.“

Der frühere Mossad-Chef, der einst selbst unter Netanjahu diente, vermutet, dass, solange dieser an der Macht ist, eine Zwei-Staaten-Lösung für den Nahost-Konflikt nicht umgesetzt werden kann. Der günstige Ausweg aus dem lange andauernden Konflikt wäre allerdings die Hamas Gaza regieren zu lassen.

Anschuldigungen, dass Israel Kämpfer der al-Nusra Front – einem Ableger von al-Kaida – medizinisch versorgt, bestätigte Halevy im Kern und kommentierte, es sei „immer sinnvoll mit Feinden menschlich umzugehen.“

Ins Schleudern geriet der ehemalige Mossad-Chef allerdings, als er im Interview gefragt wurde, ob es dann nicht angemessen wäre, mit Kämpfern der Hisbollah, die von Israel als terroristische Organisation eingestuft wird, ebenfalls so umzugehen. Eine solche Möglichkeit sieht Halevy jedoch nicht, da Israel schon einige Verluste im Kampf mit Hisbollah zu verzeichnen hat, allerdings nie „konkret von al-Kaida angegriffen wurde“.

Vergangene Woche kritisierte auch die israelische Menschenrechtsgruppe B´Tselem die israelische Regierung für deren Unwillen, die Misshandlung von Palästinensern durch IDF-Soldaten angemessen zu untersuchen. In derartige offizielle Untersuchungen war B´Tselem bis dato selbst eingebunden. Die Organisation hat die Zusammenarbeit mit dem israelischen Militär nun für beendet erklärt, da diese Einbeziehung offenbar nur dem „Whitewashing“ dienen solle.

https://deutsch.rt.com/amerika/38695-es-war-putsch-protestwelle-gegen/
„Es war ein Putsch“ – Anwachsende Protestwelle gegen Brasiliens Übergangspräsidenten Michel Temer

Proteste gegen Michel Temer auf Brasiliens Straßen

Proteste gegen Michel Temer auf Brasiliens Straßen
Nach der umstrittenen Absetzung von Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, sieht sich der neue Übergangspräsident des Landes täglich mit mehr gesellschaftlichem Unmut konfrontiert. Nur zwei Prozent der Brasilianer würden in einer freien Wahl Michel Temer zum Präsidenten wählen. Viele Brasilianer werten Rousseffs Absetzung als Putsch. Temers Regierung, erst wenige Wochen im Amt, ist zudem in zahlreiche Skandale verwickelt. RT sprach mit dem politischen Analysten Pepe Escobar über die Situation.
VIDEO  auf  http://www.presstv.ir/Detail/2016/06/02/468554/Elor-Azaria-Abed-AlFattah-Al-Sharif-alKhalil-BTselem
02.06.16 – ISRAEL – Zu sehen wie Israelis ein Messer treten und schieben neben der Leiche der Palästinenser – gekürzt –
-Neue Aufnahmen im Zusammenhang mit der Erschießung ein verletzte Palästinenser von einem israelischen Soldaten, zeigt wie eine Person am Tatort ein Messer in Richtung der Leiche auf dem Boden schiebt in einem Versuch, die Tötung zu rechtfertigen.
-Am 24. März wurde der israelische Sergeant Elor Azaria wurde vor der Kamera erwischt, wie er der unbewaffnete Palästinenser Abed al-Fattah al-Sharif in den Kopf in der besetzten Westbank-Stadt von al-Khalil (Hebron) schoß. Das Opfer war bereits von israelischen Soldaten aufgrund einer angebliche Messer-Angriff verwundet worden.

-Azaria wird nun wegen Totschlags vor Gericht stehen, aber seine Anwälte haben behauptet, dass er Sharif erschossen hat, weil er fürchtete, dass das Opfer könnte das Messer benutzen könnte um andere Menschen zu erstechen. (Von eine verrottete Gesellschaft, wo seine Mitglieder zu 67% plädiren solche Mörder frei zu lassen, ist wirklich nicht viel zu erwarten und der Soldat repräsentiert es vorzüglich. Anm.d.Ü.)

-Das neue Video wurde am Mittwoch von der israelischen Menschenrechtsgruppe B’Tselem während einer Sitzung des Azaria Gerichtsverfahrens veröffentlicht.

-In den Aufnahmen liegt das Messer drei bis vier Meter von der Leiche entfernt, und kann man sehen wie es durch den Krankenwagen, als seine Reifen drüber laufen, leicht verschoben wird. Das Messer wird dann absichtlich viel näher an Sharifs Körper von einer Person geworfen deren Gesicht nicht sichtbar ist.

-Staatsanwalt Oberstleutnant Nadav Weisman, Ermittler in die israelische Armee, sagt das behauptet wird, das Sharif „seine Hand nach einem Messer in der Nähe führte, aber wir zeigen werden, dass diese Behauptung eine falsche Behauptung ist“.

„Es ist eine sehr übersichtliche Dokumentation der Messers Lage vor den Dreharbeiten und nach den Dreharbeiten, und es befindet sich weit fern von der Hand des Angreifers. Der Angeklagte einzige Antwort ist, dass er nicht B’Tselem Video glaubt, und das das Messer von anderen auch dokumentiert wurde und wir werden dies dem Gericht zeigen“, Weisman sagte.

Verwandte und Freunde skandieren Parolen während der Beerdigung von Abed al-Fatah al-Sharif in der besetzten Westbank-Stadt von al-Khalil (Hebron) am 28. Mai 2016. © AFP
Geheimer Krieg

Irrtum von Washington und Moskau

Washington und Moskau arbeiten zusammen um die Kampfkraft der Kurden Syriens, angeblich gegen Daesh zu stärken, in Wahrheit aber gegen Präsident Erdogan, den die beiden Großmächte entsorgen wollen. Aber der Diktator-Lehrling von Ankara bereitet sich darauf vor, den Spieß umzudrehen: Er hat angefangen die Bevölkerung an der syrischen Grenze auszutauschen, um auf diese Weise die türkischen Kurden in die Zange zu nehmen und macht sich gerade daran, mit Hilfe seines syrisch-kurdischen Spions, Salih Muslim – bewaffnet von den USA und Moskau – ein Kurdistan in Syrien zu gründen, um dorthin dann alle türkischen Kurden zu vertreiben.

| Damaskus (Syrien) | 3. Juni 2016
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Die USA und Russland sind im Dezember 2015 übereingekommen, Präsident Erdogan zu stürzen.

Auf russischer Seite ist es die Unterstützung der Freunde Erdogans — die Stiftungen IHH und Imkander — für die Djihadisten des Kaukasus von 1995 bis gegen Ende der Jahre 2000, sodann heute die persönliche Unterstützung von Recep Tayyip Erdogan für Daesh und schließlich der geplante Abschuss einer Soukhoi über Syrien im letzten November, die den Zorn ausgelöst haben. Wohl wissend, dass die türkisch-mongolischen Herrscher die historischen Feinde Russlands waren, beschäftigt sich Moskau nicht vordringlich mit der Zukunft des Landes, einzig und allein um seinen Chef, egal zu welchem Preis, zu stürzen.

Auf Seiten der USA unterscheidet man, ganz im Gegenteil die Türkei, den Mitgliedsstaat der NATO von Präsident Erdogan, einem Selbstherrscher, der sich dem Größenwahn hingibt und die Ideale des Abendlandes mit Füßen tritt. In zu stürzen ist eine Notwendigkeit, einerseits um die NATO weiterhin als ein Verteidiger von Demokratien präsentieren zu können, andererseits, weil kein Führer Washington herausfordern darf, ohne abgestraft zu werden. Der CIA hat ihn bereits die Wahlen im Juni verlieren lassen indem sie mit allen Mitteln die HDP geschaffen hat, dann aber von der massiven Fälschung der Wahlen im September überholt wurde.

Barack Obama und Vladimir Putin haben sich dann darauf geeinigt, die syrischen Kurden gegen Daesh zu unterstützen, wobei sie dachten, daß diese letztendlich eine ausreichende Militärmacht darstellen könnten, die in der Lage wäre das Spiel des Hitler-Lehrlings von Ankara zu verwirren. In der Tat hat Recep Tayyip Erdoğan mit Vehemenz die Unterstützung der YPG durch die USA verdammt, genauso wie die Reisen des Kommandanten der Anti-Daesh-Koalition, Bret McGurk, wie auch des Chef des CentCom, General Joseph Votel, nach Syrien. Fakt ist, die türkischen Geheimdienste (MIT) haben ihre Daesh-Unterstützung verstärkt, damit es dieser Offensive widerstehen kann.

Aber es scheint, dass sich das Weiße Haus und der Kreml in ihren Gegegnern getäuscht haben. Weit entfernt davon, die Entwicklung der YPG für gefährlich zu halten, hat Präsident Erdogan sie in seine Strategie integriert.

Die USA wie die Russen irren gewaltig, wenn sie meinen, daß die Kurden Syriens eine verschweißte Gruppe bilden. In Wahrheit ist die YPG der bewaffnete Arm der PYD, die zwei Co-Präsidenten hat: Eine Frau, Asya Abdullah, und einen Mann, Salih Muslim. Die erste folgt treu den Prinzipien Abdullah Öcalan – dem Gründer der PKK – und will ein Kurdistan auf türkischem Boden schaffen. Der zweite ist ein Verräter, der bei einem geheimen Treffen am 31. Oktober 2014 im Elysee-Palast, eine Vereinbarung mit den Präsidenten Hollande und Erdogan ausgehandelt hat.

Unter diesen Bedingungen versucht Recep Tayyip Erdoğan die Falle, die ihm USA und Russen stellen, zu seinem Vorteil um zu drehen.

Unter seinen Anweisungen, führen die Polizei und die türkische Armee aktuell Operationen gegen die Kurden der PKK durch. Diese Kräfte der Repression haben bereits mehrere Dörfer zerstört und terrorisieren die Bevölkerung mehrerer anderer und zwingen diese zur Flucht. Im Lauf der letzten Wochen hat diese Terrorkampagne bereits die Vertreibung der kurdischen Bevölkerung mehrere Dörfer an der Syrischen Grenze nach sich gezogen. Der Weiße Palast hat also diese Behausungen syrisch-sunnitischen Flüchtlingen angeboten, die er für die Djihadisten für vorteilhaft hält. Auf diese Weise begann ein Bevölkerungswechsel die ganze türkisch-syrische Grenze entlang.

Um zu verstehen, was Präsident Erdogan da gerade dabei ist zu tun, muss man sich nur an das Ende des 19. Jahrhunderts erinnern, Sultan Abdülhamid II – der auch bereits die türkische Bevölkerung homogenisieren wollte – ermutigte die Kurden die Christen zu vertreiben, was heißt, sie zu massakrieren. Dieses Programm dauerte an und gewann richtig an Fahrt mit jungen Türken, die Ein und eine Halbe Million pontische Griechen und Armenier massakrierten. Am Ende dieses vermuteten Programmes wird man wohl dieses Mal die Kurden vertreiben, um sie schließlich durch Türken oder stattdessen durch sunnitische Araber zu ersetzen.

Das ist genau das Programm, welches sich Frankreich 2011 engagiert hatte, mit der Türkei durchzuführen, um die Massaker zu begrenzen. Nach einem Geheimvertrag, unterzeichnet von den seinerzeitigen Außenministern, Alain Juppé und Ahmet Davutoglu, sollten Paris und Ankara einen neuen Staat in Syrien gründen, um dorthin die Kurden der PKK zu vertreiben. Das ist genau diese Vereinbarung, die Francois Hollande sich engagiert hatte durchzuführen, indem er im Elysee-Palast das Treffen Erdogan – Muslim organisiert hat. Und es ist diese Vereinbarung, welche, ohne es zu wissen, Washington und Moskau gerade umsetzen.

Übersetzung
Ralf Hesse

Quelle
Al-Watan (Syrien)

beigefügte Dokumente

Al-Watan
(PDF – 165.4 kB)