Archiv für August 24, 2015

Die russische Armee beginnt sich in Syrien zu engagieren

-In der Levante hat sich soeben ein tiefgreifender und bedeutsamer Wandel vollzogen: Die russische Armee beginnt sich gegen den Terrorismus in Syrien zu engagieren. Während sie seit der Auflösung der Sowjetunion auf der internationalen Bühne fehlt und obwohl sie mit Vorsicht vorangeht, hat sie kürzlich eine russisch-syrische Kommission gegründet, Waffen und Aufklärung geliefert und Berater geschickt. All dies mehr oder weniger abgestimmt mit dem Weißen Haus.

| Damaskus (Syrien) | 24. August 2015

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Gebürtig aus Tatarstan kennt General Waleri Gerassimow, der Generalstabschef der Armee der Russischen Föderation und Stellvertretender Verteidigungsminister, den Islam gut. Darüber hinaus hat er Verbrechen verfolgt, die von russischen Soldaten in Tschetschenien begangen wurden, und hat siegreich die Dschihadisten des islamischen Emirats Itschkerien bekämpft.

-Russland hatte ein regionales Bündnis gegen das Islamische Emirat unter Einschluss von Saudi-Arabien, Syrien und der Türkei ausgehandelt, musste aber nach dem türkischen Umschwenken seine Strategie ändern. In der Tat beschloss Ankara den Bruch mit Moskau, annullierte ohne wirklichen Grund den Vertrag über die Ferngasleitung Turkish Stream, schuf zusammen mit der Ukraine eine islamische internationale Brigade, um die Krim zu destabilisieren [1] und ist gerade dem Islamischen Emirat gegen die Kurden der PKK und der YPG zu Hilfe gekommen.

-Entsprechend musste das Weiße Haus seine Strategie ändern, nachdem General John Allen manövriert und sich bei Präsident Recep Tayyip Erdoğan dafür eingesetzt hatte, eine „Sicherheitszone“ für das Islamische Emirat im Norden Syriens zu schaffen [2].

-Miteinander abgestimmt wurde schließlich von Moskau und Washington
- der Rückzug der in der Türkei stationierten Patriot Raketen;
- die Bildung einer russisch-syrischen Militärkommission.

Das Ende der Luftraum-Sperrzone

-Die Patriot-Flugabwehrraketen waren ab Januar 2013 durch die NATO in der Türkei aufgestellt worden, um die Ausbreitung der syrischen Luftwaffe an die Grenze zu verhindern. So konnten die Dschihadisten der al-Nusra-Front (al-Qaida) den Norden des Landes einnehmen. Seit dem Sommer 2014 hält das Islamische Emirat diese Zone, die nicht überflogen werden kann, besetzt.

-Dadurch konnte während des Kampfes um Kobane die syrische Luftwaffe nicht das Islamische Emirat bombardieren und war gezwungen, einen Durchbruchversuch am Boden zu machen, um die Stadt zu retten. Da ihr die Überwindung der letzten 30 Kilometer nicht gelang, stellte die atlantische Presse die kurdischen Streitkräfte der YPG als unabhängig von Damaskus dar, obgleich die Syrische Arabische Republik ihnen die Waffen geliefert und die Soldaten bezahlt hatte.

-Die Patriot-Raketen wurden ursprünglich von Deutschland und den Niederlanden entsandt, heute werden sie von deutschen und spanischen Truppen betrieben. Sie sollen zunächst überholt und modernisiert und dann in Litauen an der russischen Grenze wieder aufgestellt werden.

Der Eintritt der russischen Armee in den Krieg gegen Syrien

-Während Russland sich seit Beginn des Konflikts militärischer Operationen enthielt, hat es nun eine russisch-syrische Militärkommission gebildet. Dabei organisierte die NATO den gesamten Ereigniskomplex, der „arabischer Frühling“ genannt wird – auch der Krieg gegen Syrien ist ein Teil davon – und koordinierte die ausländischen Dschihadisten-Gruppen und ihre libyschen und syrischen Kollaborateure, die sogenannten „Rebellen“, von der türkischen Basis in Izmir aus [3], dem Sitz des LandCom, der Kommandozentrale der Bodentruppen der 28 Mitgliedstaaten des Atlantischen Bündnisses.

-Innerhalb einiger Wochen sind zahlreiche Militärberater in Damaskus eingetroffen.

-Sechs Mikojan-Gurewitsch MiG-31 wurden geliefert. Diese Flugzeuge sind die besten Abfangjäger der Welt. Sie waren in 2007 gekauft worden, aber der Vertrag wurde blockiert. Ihre Lieferung fällt nicht unter den Coup des Waffenembargos, da sie nicht für Operationen zur Aufrechterhaltung der Ordnung geeignet sind, sondern ausschließlich für die nationale Verteidigung im Falle von Übergriffen durch Israel oder die Türkei. Unter verschiedenen Vorwänden haben diese beiden Staaten viele Male in den Verlauf des Krieges eingegriffen, um die Dschihadisten zu unterstützen, wenn sie in Schwierigkeiten waren.

-So hat am 30. Januar 2013 Zahal, die israelische Armee, unter dem Vorwand, für die Hisbollah bestimmte Waffen zu zerstören, das militärische Forschungszentrum von Jemraya bombardiert. In Wahrheit ging es darum, einen von der Syrischen Arabischen Armee aufgegriffen Koffer mit Satellitendatenkommunikation der NATO zu zerstören, ehe die Verschlüsselung geknackt würde [4]. Der Einsatz war von der israelischen Luftwaffe durchgeführt und mit der Freien Syrischen Armee abgestimmt worden, die durch Offiziere der französischen Fremdenlegion – unter Aufsicht des LandCom der NATO – überwacht wurden.

-Gleichzeitig hat die russische Armee soeben zum ersten Mal an Syrien Satellitenbilder geliefert. Diese Entscheidung, die seit fünf Jahren erwartet wird, kehrt die militärische Situation um. Bislang konnten die Dschihadisten in der Tat häufig dank der Satellitenbilder, die die NATO ihnen in Echtzeit lieferte, der Syrischen Arabischen Armee entkommen. Seit einem halben Jahr allerdings scheint die NATO ihre Erkenntnisse nicht mehr mit dem Islamischen Emirat, sondern nur noch mit der al-Nusra-Front (al-Qaida) zu teilen.

-Die russischen Militärberater führen zahlreiche Informationen zusammen, so dass die Möglichkeit einer internationalen Truppenentsendung unter dem Schutz der Vereinten Nationen geprüft werden kann. Sie werden dem Kreml einen Bericht vorlegen, der sowohl die Möglichkeit eines russischen Einsatzes wie auch eines gemeinsamen Einsatzes der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) untersucht. Die OVKS wird sich am 15. September in Duschanbe, Tadschikistan, versammeln. Eine Entsendung der OVKS war schon im Juni 2012 während der Vorbereitung der „Genf 1-Konferenz“ in Betracht gezogen worden [5]. Dadurch dass dieses Militärbündnis drei Staaten mit moslemischer Bevölkerung – Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan – einschließt, ist es geeigneter als Russland, Terroristen zu bekämpfen, die sich auf den Islam berufen. Zu jener Zeit hatte die OVKS aber noch kein Abkommen mit der UNO, um Friedenseinsätze durchzuführen. Dieses wurde am 28. September 2012 abgeschlossen und könnte in Afghanistan ebenso wie in Syrien angewandt werden [6].

Die Grenzen der Zusammenarbeit zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus

-Wie dem auch sein, die Zusammenarbeit zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus hat ihre Grenzen: Russland möchte die Dschihadisten ausrotten, ehe sie sich gegen dies Land wenden, während die USA wohl hoffen, dass ein Teil von ihnen in anderen Konflikten aktiv werden könnte, wie dies vorher in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina, Tschetschenien und im Kosovo der Fall war.

-Schon jetzt sind einige Teile von Daesh in Cherson in der Ukraine eingetroffen, wo sich bereits eine vorgebliche „Exilregierung der Krim“ befindet.

-Es ist offensichtlich, dass seitens der Vereinigten Staaten der Rückzug der Patriot Raketen eine Falle ist. Washington würde sich freuen, wenn Russland die Zahl der Dschihadisten reduziert, wäre aber auch nicht unzufrieden, wenn es sich in Syrien festfährt. Der russische Bär geht deshalb mit Vorsicht voran.

Übersetzung
Sabine

[1] « L’Ukraine et la Turquie créent une Brigade internationale islamique contre la Russie », par Thierry Meyssan, Réseau Voltaire, 12 août 2015.

[2] „Clinton, Juppé, Erdoğan, Daesh und die PKK“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 3. August 2015.

[3] “Izmir base likely to become NATO’s Land Component Command”, Today’s Zaman, June 6, 2011.

[4] „Die FSA und Israel greifen ein syrisches Forschungszentrum an“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 4. Februar 2013.

[5] „Syrien : Wladimir Putin schlägt eine Friedenstruppe der CSTO vor“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 5. Juni 2012.

[6] „Die OTCS wird „blaue Fellmützen“ im Auftrag der Vereinten Nationen bereitstellen können“, Übersetzung Horst Frohlich, Voltaire Netzwerk, 3. Oktober 2012.

CIA-Veteran McGovern: US-Regierung hält Geheimdienst-Informationen zu MH17 zurück und westliche Medien schweigen dazu

-Ray McGovern war 27 Jahre als CIA-Analyst tätig und in dieser Zeit für die morgendliche präsidiale Berichterstattung im Weißen Haus zuständig. Zudem war er in den 1960er Jahren Chef der Abteilung Außenpolitik/Sowjetunion. Danach war er Deputy National Intelligence Officer für Westeuropa. Nach seiner Pensionierung hat er die Organisation „Veteran Intelligence Professionals for Sanity“ (VIPS) mit aufgebaut. In einer aktuellen Analyse äußert sich der CIA-Veteran zum Fall der abgeschossenen MH-17, der mutmaßlichen Zurückhaltung von Informationen durch die US-Regierung und dem unkritischen Schweigen der westlichen Medien.

MH17

 von Ray McGovern (Übersetzung von FritztheCat)

-Vor kurzem wurde ich in einem Interview gefragt, welche Schlüsse ich aus dem Abschuss der malaysischen MH-17 am 17. Juli 2014 über der Ukraine ziehen würde. Das hat mich veranlasst, die offiziellen Behauptungen Washingtons nochmal genauer zu betrachten. Sie geben den Rebellen der Ostukraine und Moskau die Schuld – basierend auf lauter fragwürdigen Beweisen zur Schuldfrage dieses schrecklichen Unglücks.

Analyse von Ray McGovern für RT Deutsch zum Gipfel in Elmau: „Hohe Einsätze für die G7″

-Die Analysten der Geheimdienste müssen – anders als professionelle investigative Reporter – den politischen Entscheidungsträgern rasche Einschätzungen liefern. Ohne den Genuss ausreichender Zeit und schlüssiger Beweise. 30 Jahre war ich im Geschäft der nachrichtendienstlichen Analyse und ich stand oft genug vor dieser unangenehmen Herausforderung – zu oft.

-Ich weiß also, vor welcher Aufgabe mit beträchtlichen Konsequenzen angesichts des Abschusses von MH-17 mit 298 Toten man steht. Unter dem hohen Druck, die Beurteilung der von hohen Regierungsmitgliedern gewünschten Propagandamusik anzupassen. Man will den „Feind“ der USA – in diesem Fall die Nuklearmacht Russland und seinen vom Westen dämonisierten Präsidenten Putin – irgendwie dafür verantwortlich machen. In einer solchen Situation ist der einfachste und (karrieremäßig) sicherste Weg, die Analyse der Musik anzupassen oder sich vor dem Tanz zu drücken.

-Aber der Marathon-Tanz mit dem Titel „glaubt uns – es war Putin“ dauert jetzt schon 13 Monate. Und man hat es langsam satt, dass die PR-Leute im Büro des Direktors der Nationalen Geheimdienste (DNI), James Clapper, immer noch behaupten, dass die US-Geheimdienste ihre Analyse zu dem Absturz seit dem 22. Juli 2014, fünf Tage nach dem Abschuss, immer noch nicht überarbeitet oder erneuert haben.

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-In dem Bemühen, Außenminister Kerrys antirussische Vorverurteilung zu untermauern, hat das Büro Clappers buchstäblich krakelige Beweise, hauptsächlich aus sozialen Medien, verwendet. Offensichtlich hat das sehr teure und sehr potente US-Geheimdienstwesen in dieser heiklen Angelegenheit seitdem sehr viel mehr erfahren, aber die Regierung verschweigt es dem amerikanischen Volk und dem Rest der Welt. Das Büro des Direktors der Nationalen Geheimdienste (DNI) verweist Journalisten nach wie vor auf den veralteten Bericht, der über ein Jahr alt ist.

-Ein derartiges Verhalten ergibt keinen Sinn, wenn spätere nachrichtendienstliche Erkenntnisse die hastigen Beschuldigungen gegen Putin und die Rebellen unterstützen würden. Wenn es solidere und überzeugendere Informationen zur Untermauerung der ursprünglichen Vermutungen gäbe – offizielle Regierungsvertreter hätten sich darin überboten, diese Beweise durchzustechen und zu rufen: „haben wir’s nicht gesagt!“ Und die Behauptung des DNI, man wolle der MH-17 Untersuchung nicht vorgreifen, zieht auch nicht: die voreilige Verurteilung hat genau das getan.

-Auch wenn man sich unwohl dabei fühlt, mit wenigen verlässlichen Beweisen ein Urteil zu fällen (man will ja nicht wie der frühere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld klingen): es ist höchste Zeit anzusprechen, was wir wissen und was wir nicht wissen – und wie es sein kann, dass wir nicht wissen, was wir nicht wissen.

-Trotz aller Vorbehalte: ich würde sagen, man kann sicher sein, dass die harten Geheimdienstinformationen (auf die sich professionelle Analysten verlassen) die voreiligen Anschuldigungen von Außenminister Kerry drei Tage nach dem Abschuss nicht unterstützen.

„Ein außergewöhnliches Werkzeug“

-Zum Zeitpunkt des Absturzes waren die Datensammler der US-Geheimdienste scharf auf die ukrainisch-russische Grenze gerichtet wo das  Flugzeug abstürzte.  Neben den Bild- und Sensordaten von Satelliten haben die US-Geheimdienste wahrscheinlich auch Kommunikationsdaten und nachrichtendienstliche Erkenntnisse vor Ort aus den unterschiedlichsten Quellen erhalten.

-Das würde bedeuten, dass hunderte von Geheimdienstanalysten genaueste Kenntnisse über die MH-17-Absturzursache und die Verursacher besitzen. Auch wenn es unter den Analysten des öfteren Meinungsunterschiede zur Interpretation der Beweise gibt – es steht außer Frage, dass die Geheimdienste diese Daten dem Präsidenten, dem Außenminister und den anderen hochrangigen Regierungsmitgliedern vorenthalten würden.

-Daraus kann man nahezu sicher schließen, dass die Obama-Regierung weitaus schlüssigere Beweise hat als Kerry mit seinen Verdächtigungen aus den „sozialen Medien“ gegen die Rebellen und Moskau. Und Kerry drehte nur drei Tage nach dem Crash seine sonntägliche Runde durch die Fernsehshows. Auf NBCs „Meet the Press“ sagte Kerry: „die sozialen Medien“ seien ein „außergewöhnliches Werkzeug“. Fragt sich nur, ein Werkzeug wofür?

-Der DNI-Report zwei Tage später wärmt die von Kerry genannten Social Media-Verweise auf und fügt ein paar ausführliche Tatsachen darüber hinzu, wie Russland den Rebellen unterschiedlichstes militärisches Material zukommen ließ. Aber in dem DNI-Bericht steht nichts über von Russland gelieferten Buk-Systeme, von denen Kerry und der DNI behaupten, dass es die Abschusswaffe gewesen sei.

-Warum also weigert sich die Regierung, über die dubiosen Quellen und wackligen Informationen als Belege für die Absturzursache hinauszugehen? Warum füllt man die vielen Leerstellen nicht mit realen und harten US-Geheimdienstdaten? Das hätte in ein paar Tagen oder Wochen untersucht werden können. Haben die Russen ein Buk-System oder ein anderes Raketensystem geliefert, dass MH-17 aus 10km Höhe vom Himmel holen kann? Ja oder Nein?

-Wenn nicht von den Russen beliefert – haben die Rebellen eine Buk oder Vergleichbares aus den Beständen der Ukrainer erobert? Oder haben Kreise aus der ukrainischen Regierung – womöglich mit Verbindungen zu einem der korrupten ukrainischen Oligarchen – die Rakete abgefeuert? Entweder eine Verwechslung des malaysischen mit einem russischen Flugzeug. Oder aus dem Kalkül, aus der Tragödie propagandistischen Nutzen zu ziehen? Oder war es ein anderes finsteres Motiv?

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-Zweifellos besitzt die US-Regierung Beweise, die die eine oder andere Möglichkeit ausschließen würde. Aber es gibt nicht einmal eine deklassifizierte Zusammenfassung. Warum? Ist es etwa unpatriotisch, darüber zu spekulieren, dass John Kerry die MH-17 Tragödie sofort dazu benutzte, um Washington einen Propagandavorteil zu verschaffen? Ausgerechnet Kerry mit seinem zweifelhaften Ruf bezüglich Wahrheit (siehe Syrien und andere Auslandskrisen). Ein „soft power“-Manöver, um Putin in die Defensive zu drängen und Europa für die amerikanischen Wirtschaftssanktionen zur Bestrafung Russlands zu gewinnen? Weil Russland die Russen auf der Krim und die Ostukrainer im Widerstand gegen die von den USA neu eingesetzte Ordnung in Kiew unterstützte?

-Kerry könnte „die Informationen so anpassen, dass sie zur Politik passen“. Zum Draufschlagen auf Putin braucht es nur eine Seite aus dem Bush-Cheney-Blair-Drehbuch. Das wäre nicht schwierig angesichts der grassierenden Einseitigkeit gegen Putin in den Systemmedien. Und so ist es gekommen. Die Nachplapperer/Journalisten des „Mainstreams“ haben die sozialen Medien gerne als eine prima Quelle verwendet – und nie haben sie von der US-Regierung die Herausgabe von nachrichtendienstlichen Informationen verlangt.

-Nach dem Absturz von MH-17 gab es aber von ehrbaren Geheimdienstanalysten Anzeichen dafür, dass sie und andere Kollegen das schlechte Gefühl hatten, wie vor der Irak-Invasion 2003 missbraucht zu werden.

-Um Kerrys wacklige Argumentation zu stützen, arrangierte Clapper (DNI) eine fadenscheinige „Regierungsbewertung“. Diese bestand zumeist aus einer Wiederholung von Kerrys Verweisen auf die „sozialen Medien“. Ein paar handverlesene Reporter aus dem Establishment wurden zwei Tage nach Kerrys Sonntagsauftritten im TV unterrichtet. Kaum einer bemerkte, dass dieser Bericht nicht als „Geheimdienstbewertung“ tituliert wurde (bis dahin war das in solchen Fällen üblich).

-Hauptunterschied zwischen „Geheimdienstbewertung“ und dieser neuen Kreation „Regierungsbewertung“ ist, dass letztere von hochrangigen Beamten des Weißen Hauses und anderen Politikern zusammengestellt wird, und nicht von hochrangigen Geheimdienstanalysten. Ein weiterer signifikanter Unterschied ist, dass in einer „Geheimdienstbewertung“ oft abweichende Sichtweisen enthalten sind, entweder im Text oder in den Fußnoten. Darin werden Widersprüchlichkeiten unter den Geheimdienstanalysten dargelegt und diese zeigen, wo der Fall wacklig oder umstritten ist.

-Das Fehlen einer „Geheimdienstbewertung“ deutet darauf hin, dass ehrbare Geheimdienstanalysten einer blinden Verurteilung Russlands widerstrebten. Das taten sie auch bei der ersten „Regierungsbewertung“, die Kerry am 21. August 2013 aus dem Köcher zog, um die syrische Regierung für die Saringas-Attacken bei Damaskus anzugreifen.

-Kerry benutzte dieses Pseudo-Informationsprodukt (das nicht eine einzige beweisbare Tatsache enthielt), um die Vereinigten Staaten an den Rand eines Krieges mit Präsident Assads Armee zu führen. Eine verhängnisvolle Entscheidung, die in letzter Minute abgeblasen wurde, nachdem Präsident Obama über schwerwiegende Zweifel in Geheimdienstkreisen bezüglich der Urheberschaft erfuhr. Kerrys Sarin-Geschichte ist seitdem in sich zusammengestürzt. [Siehe Consortiumnews: “The collapsing syria sarin case“]

-Der Sarin-Fall und MH-17 zeigen den andauernden Kampf zwischen opportunistischen Regierungsvertretern und den professionellen Geheimdienstanalysten. Wie geht man mit geopolitischen Informationen um, die man entweder zur objektiven Unterrichtung für die US-Außenpolitik einsetzen oder zum Vorteil eines bestimmten Propagandazwecks ausschlachten kann? Dieser Kampf geht sichtbar weiter, nachdem CIA-Analysten dazu gedrängt wurden, Präsident George W. Bush gefälschte – nicht „falsche“ – Beweise für seinen Invasionsgrund 2003 in den Irak zu liefern.

-Und so kurz nach dieser skandalösen Episode riskieren das Weiße Haus und das Außenministerium, dass ein ehrbarer Geheimdienstanalyst alles auffliegen lässt. Noch dazu wo die gefährlich überhebliche Washingtoner Blase die Gefahren einer Eskalation der ukrainischen Konfrontation mit dem nuklearen Russland ignoriert. Betrachtet man den extrem hohen Einsatz: vielleicht finden ein oder zwei Geheimdienstprofis den Mut, diese Herausforderung anzunehmen.

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Auf Linie getrimmt!

-Momentan soll sich der Rest von uns mit dem zufrieden geben, was Kerry an seinem Sonntags-Zirkus am 20. Juli 2014 veranstaltete. Unter gütiger Mithilfe willfähriger Experten. Eine Durchsicht der Umschriften der Sonntags-Torheiten von CBS, NBC und ABC zeigt eine bemerkenswerte – vielleicht noch nie dagewesene – Übereinstimmung in der Vorgehensweise von CBS, NBC und ABC. Alle beackerten haargenau das ihnen vorgelegte Drehbuch mit den zwei wichtigsten Stichpunkten: 1. Putin die Schuld geben und 2. den Abschuss als „Weckruf“ (Kerry benutzte das Wort mehrfach) an die europäischen Regierungen zu gebrauchen, damit diese strengeren Wirtschaftssanktionen gegen Russland zustimmen.

-Die Hoffnung der US-Regierung, dass diese Kombination aus Kerrys schnellen Urteil und der „Regierungsbewertung“ des DNI die PR-Schuld für MH-17 Putin und Russland anhängen würde, hat sich erfüllt. Die Vereinigten Staaten haben gegen Russland schwerwiegende Wirtschaftssanktionen verhängt – einen Tag VOR dem Abschuss – aber die Europäer zögerten. Aber nach MH-17 waren die US- und europäischen Medien voll mit wütenden Anschuldigungen gegen Putin, der angeblich für den Tod von 298 Unschuldigen verantwortlich war.

-Kanzlerin Angela Merkel und andere europäische Oberhäupter widerstrebten diese scharfen Wirtschaftssanktionen, da Deutschland und die EU mit Russland lukrativen Handel betreiben. Aber nur zwei Wochen nach dem Abschuss haben sie sich zu den für beide Seiten schädlichen Sanktionen treiben lassen. Schädlich für Russland, aber auch für die wacklige wirtschaftliche Erholung der EU.

-Und so begann eine neue, vergiftete Phase in der aufkeimenden Konfrontation zwischen Russland und dem Westen. Eine Krise, die ursprünglich durch den vom Westen orchestrierten Staatsstreich in Kiew am 22. Februar 2014 ausgelöst wurde. Mit der Vertreibung des gewählten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch wurde der gegenwärtige Bürgerkrieg ausgelöst. Mit einem Blutzoll, wie ihn Europa seit Jahrzehnten nicht gesehen hat.

-Es mag verrückt erscheinen, dass sich Europas Führer so einfach hinters Licht führen ließen. Haben deren eigene Geheimdienste nicht vor den „Informationen“ der sozialen Medien gewarnt? Aber dem Zorn-Tsunami gegen Putin nach MH-17 konnten die westlichen Politiker kaum oder nicht widerstehen.

Nur eine ganz bestimmte Frage?

-Können die Vereinigten Staaten die Informationen über MH-17 auf ewig verschweigen? Einige Dinge brauchen eine Antwort. Zum Beispiel Kerry gegenüber NBC am 20. Juli 2014 (da hat er auch die sozialen Medien als „außergewöhnliches Werkzeug“ bezeichnet): „Wir haben die Bilder vom Raketenstart. Wir kennen die Flugbahn. Wir wissen wo es herkam. Wir kennen den Zeitablauf. Und es war genau zu der Zeit, als das Flugzeug vom Radar verschwand.“

-Es ist seltsam, dass weder NBC noch die anderen „Mainstream“-Papageien daran dachten, Kerry irgendwann zu fragen, ob er nicht sein „Wissen“ mit den Amerikanern und dem Rest der Welt teilen möchte. Und sei es nur aus Achtung gegenüber der Meinung der Menschheit. Hätte Kerry außer seinen „sozialen Medien“ andere Quellen für sein „Wissen“ – Quellen, die seine voreiligen Anschuldigungen gegen Russland unterstützen würden – das Gewicht seiner Anschuldigungen würde eine genaue Beschreibung seines Wissens verlangen. Aber Kerry schweigt dazu.

-Andererseits: wenn Kerrys Argumente zum Abschuss durch die tatsächlichen Erkenntnisse nicht unterstützt würden – also dann wird sich die Wahrheit nicht auf immer verheimlichen lassen. Angela Merkel und andere Regierungschefs mit beschädigten russischen Handelsbeziehungen werden womöglich irgendwann eine Erklärung verlangen. Ist es möglich, dass die regierenden europäischen Politiker mehrere Jahre brauchen, bis sie merken, dass man sie verarscht hat – wieder einmal?

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-Auch die US-Regierung sieht sich womöglich vor einer wachsenden öffentlichen Skepsis, mit den sozialen Medien Moskau die Schuld für MH-17 zuzuschieben. Nicht nur um die Wirtschaftssanktionen zu rechtfertigen, sondern auch weitere Feindseligkeiten gegen Russland anzuheizen.

-Die Regierung Obamas und die Systemmedien spielen uns vielleicht vor, dass kein Zweifel besteht – die „herrschende Meinung“ über die Schuld Russlands steht eisern! Und es sieht so aus, als hätte die offizielle Untersuchung (unter Federführung der US-gestützten Regierung in der Ukraine und anderer US-Alliierter) Probleme damit, die „Putin war es!“-Geschichte mit einem Indizienprozess am Leben zu erhalten.

-Aber alles rächt sich irgendwann.

Venezuelan president Nicolas Maduro (R) speaks during a national broadcast at Miraflores Palace in Caracas, August, 21, 2015. (© AFP)

Venezolanischer Präsident Nicolas Maduro (R) spricht während einer nationalen Übertragung im Miraflores Palast in Caracas, 21. August 2015. (© AFP)

-Aufgrund der Spannung in der Region, Venezuela hat auf unbestimmte Zeit, die Grenze zu Kolumbien, und nach einem 60-Tagen Ausnahmezustand in Teilen der Grenzregion, auf unbestimmte Zeit geschlossen

-Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro kündigte die Entscheidung in einer nationalen Sendung am Freitag, und sagte, dass die Entscheidung „Teil der Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung, Frieden, Ruhe und Gerechtigkeit“, ist.

-Maduro sagte, dass der Notstand in den fünf Gemeinden im nordwestlichen venezolanischen Bundesstaat Táchira helfen würde, die Bekämpfung der paramilitärischen Gruppen und Schmuggler entlang der venezolanischen Grenzgebiet mit Kolumbien zu erhöhen.

„Wir sind dabei eine tief gehende Reorganisation der wirtschaftlichen, politischen, sozialen, kulturellen“ Ordnung  entlang der Grenze durchzuführen, Maduro sagte und fügte hinzu, dass ein Kontingent von 1.500 venezolanische Soldaten im Grenzgebiet, wird sich die bereits die dort stationierten 500 Männer anschließen.

Eine venezolanische Armee-Hubschrauber-Schütze hält sein Maschinengewehr während eines Fluges über der nordwestliche Bundesstaat Táchira, 21. August 2014. (© AFP)

-Maduro hat vor kurzem  eine 72-Stunden-Schließung der Grenze angeordnet, nachdem drei venezolanische Soldaten von Bewaffneten, bei  einer Anti-Schmuggel-Operation in der Stadt  San Antonio Bundesstadt Tachira am Mittwoch angegriffen wurden.

-Entlang die 2.200 km lange (1.400 Meilen)-Grenze zwischen den beiden südamerikanischen Ländern grassieren die Guerilla und Schmuggel-Aktivitäten.

Kommentar: Nie vergessen, Kolumbien ist in Sache Venezuela, ein Proxy der USA.

Tweets auf    http://www.rt.com/news/313136-yemen-aden-al-qaeda-saudi/

Anti-Houthi fighters of the Southern Popular Resistance use a tank in Yemen's southern port city of Aden © Stringer
24.08.15 – JEMEN – Al-Qaida übernimmt Teile der strategischen jemenitischen Hafen, der durch die Saudi-geführte Koalition“befreit“ wurde.
-Durch dem Vorteil ein Machtvakuum im Jemen, das durch Monaten Saudi Luftangriffe und Schlachten zwischen Houthi-Milizen und die Treue zu exilierten Präsidenten Hadi, Al-Qaida-Kämpfer haben angeblich wesentliche Teile der vor kurzem „befreiten“ strategische Hafenstadt Aden besetzt.

-Nach militärischen Quellen und Zeugen am Boden, Al-Qaida-Kämpfer ist jetzt gelungen, mehrere wichtige Nachbarschaften in und um Aden übernommen, AFP und AP berichten.

-Ein  jemenitischer Beamten sagte AFP anonym, dass Al-Qaida-Kämpfer betraten Aden zwei Wochen danach, nachdem von Saudis unterstützen Kräfte, am 17. Juli die Houthi-Kämpfer aus der Hafenstadt drängten und die im Exil lebenden jemenitische Regierung die „Befreiung“ der Hafenstadt bekannt gab.

-Die Militante ist es gelungen, Teile des Geschäftsviertels der Stadt, Krater zu nehmen. Sie zerstörten auch ein Hauptquartier der Geheimpolizei, und einen vierstöckigen Gebäude im Umkreis Tawahi. Laut Zeugenaussagen Al-Kaida hat versucht bei der Bevölkerung Gewinne zu machen, d.h. ist bisher nicht zur unmenschlichen Behandlung der Einheimischen übergegangen.

-Noch beunruhigender sind die Berichte, dass Al-Qaida auch gelungen ist, ein Militärstützpunkt nördlich von Aden sowie Teile der Stadt von Dar Saad zu erobern. Wie die Dschihadisten die Kontrolle der Armee Basis  übernommen haben, sie haben ein Trainingslager für ca. 200 Kämpfer angerichtet.

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AP-Quellen haben hinzugefügt, dass Al-Qaida auch in den Städten Breiqa, westlich von Aden und al-Khadra präsent ist. Dschihadisten wurden auch in al-Houta, Hauptstadt der Provinz Lahj gesehen. AFP hat behauptet, dass Al-Qaida auch Mukalla, Hauptstadt der östlichen Provinz Hadramawt kontrolliert.

-Inzwischen sind die Saudi-geführten Truppen beschäftigt, eine Koalition von Houthis und Anhänger des ehemaligen jemenitischen Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh aus anderen strategischen Teilen des Landes zu jagen.

-Nach der Eroberung von Aden hat Riad Hunderte von Panzern und anderen schweren Maschinen ins Land gebracht.

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-Eine massive Hadi-Loyalisten-Aufgebot, die aus Panzerwagen, Panzer und MTW bestehend, von Apache Hubschrauber eskortiert, wurde auf der zentralen jemenitischen Provinz Marib verlegt, so der Emirates News Agency, WAM, scheinbar wird einen Angriff auf die Hauptstadt Sana’a vorbereitet.

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-Inzwischen in andere Stelle im Land, die Saudi-geführte Koalition haben die Bombardierung des Jemens weiter geführt, und in seine dritte Stadt, von Houthis kontrolliert, die Bombardierung hat mindestens 80 Menschen getötet, überwiegend Zivilisten, so den Roten Kreuz.

-„Mein Kollege wurde erzählt, dass gestern Mittag gab es 50 getötet; am Abend waren schon 80. Das sind Zahlen, die wir von verschiedenen Seiten erhalten haben“, Rima Kamal, eine Sprecherin für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Jemen, sagte AFP.

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-Da die Zahl der Toten 4.000 übertroffen hat und das Land vor einer verheerenden Hungersnot steht, ein Waffenstillstand Vorschlag von Hadi wurde dem UNO-Gesandten in Jemen in Saudi-Arabien übergeben worden.

-Unter den vorgeschlagenen Bedingungen, der Frieden sollte für ein Minimum von 15 Tagen halten, und könnte erweitert werden, „in Verbindung mit dem Rückzug der Houthi-Saleh-Milizen aus militärischer und ziviler Institutionen des Staates, alle Städte und Provinzen einschließlich Sana’a und Saadah“…..(diese Förderung ist eine alte Kamelle…dieses Hadi-Friendensangebot habe ich schon übersetzt. Anm.d.Ü.).

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-Gewalt im Jemen eskaliert Ende März und fünf Monaten von Saudis Luftangriffe und Boden Kämpfe, haben im Jemen „katastrophale“ Bedingungen verursacht, so hat den Roten Kreuz bestätigt. Der Krieg hat eine humanitäre Katastrophe verursacht und hat mehr als 1,3 Millionen Menschen gezwungen aus ihren Häusern zu fliehen.

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-Nach Angaben von UNICEF, mit durchschnittlich acht Kinder-Opfer jeden Tag seit Ende März, der Konflikt führte zur verbreiteten Zerstörung im Lande. Fast 10 Millionen Kinder gleich rund 80 Prozent des Landes Kinder brauchen dringenden humanitären Hilfe.