AFRIKA – ÄGYPTEN-USA – Lässt Mursis Schicksal das der muslimischen Brüder ahnen? – von Thierry Meyssan – Hervorragende Analyse außerhalb des normalen Schemas und Voraussagen – Zusammefassung von „Ereignisse“ in afrikanischen Ländern – 08.07.13 –

Veröffentlicht: Juli 8, 2013 in Afrika, ÄGYPTEN, Der Westen schweigt, Deutschland, England, EUROPA, Iran, Israel, LIBANON, Mittlerer Osten, Naher Osten, Palestina, POLITIK, Russland, SOMALIEN, SYRIEN, Turkey Politik, USA
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AFRIKA -ÄGYPTEN-USA – Lässt Mursis Schicksal das der muslimischen Brüder ahnen? Hervorragende Analyse außerhalb des normalen Schemas und Voraussagen – Zusammenfassung von Ereignissen in afrikanischen Ländern –

Obwohl Thierry Meyssan über die Geschwindigkeit der Ereignisse überrascht war, feierte er die Absetzung der Muslim-Brüderschaft-Regierung, die er seit einem Jahr erwartete. Während die atlantische Presse Mohamed Mursi unterstützte und Bashar Al-Assad ausbuhte, hielt er an der entgegengesetzten Richtung fest und verurteilte den „arabischen Frühling“ als eine Manipulation. Die ägyptische Straße hat entschieden.

– Am Ende der fünf Tage riesiger Proteste, die den Abgang von Präsident Mursi forderten, hat die ägyptische Armee ihn abgesetzt und den Vorstandvorsitzenden des Verfassungsrates berufen, um die Übergangszeit zu gewährleisten, bis zur Einberufung von Neuwahlen.

– Um die Bedeutung des Ereignisses zu messen, sollte man es in seine eigene Geschichtsschreibung eingliedern.

– Ab Mitte Dezember 2010 gewann eine politische Unruhe einen Teil Afrikas und der arabischen Welt. Die beiden wichtigsten betroffenen Länder waren Tunesien und Ägypten. Dies kann zuerst durch tiefe Ursachen erklärt werden. Ein Generationswechsel und eine Nahrungsmittelkrise. Wenn sich der demographische Aspekt auch weitgehend der menschlichen Kontrolle entzieht, wurde der wirtschaftliche Aspekt in den Jahren 2007/08 und dann wieder im Jahr 2010 teilweise in voller Kenntnis der Sachlage herbeigeführt.

– In Tunesien und Ägypten hatte die Vereinigten Staaten die „Wachablösung“ vorbereitet: neue, ihnen ergebene Führer anstelle von Entwerteten. Das US-Außenministerium hatte junge „Revolutionäre“ ausgebildet, damit sie die örtlichen Machtinhaber ersetzten. Jedoch als Washington bemerkte, dass seine Verbündeten durch die Straße übertroffen wurden, befahl es ihnen, den Platz der Opposition, die es auch fabriziert hatte, zu überlassen. Es ist nicht die Straße, sondern es waren die Vereinigten Staaten, die Zine el-Abidine Ben-Ali und den General Hosni Mubarak vertrieben haben. Und es sind immer noch die USA, die die Muslimbruderschaft als ihre Nachfolger erfolgreich installiert haben. Dieser letzte Punkt ist weniger klar, da die beiden Ländern Wahlen abgehalten wurden, aber eine Wahlabstimmung bedeutet noch keine Aufrichtigkeit. Eine sorgfältige Untersuchung zeigt jedoch, dass ein abgekartetes Spiel stattfand.

– Wenn sie auch in anderen Staaten wie Senegal und der Elfenbeinküste auftreten hätten können, gibt es hier keinen Zweifel, dass diese Ereignisse von Washington vorbereitet wurden und von ihnen geleitet wurden.

– Tatsächlich traten damals Probleme in der Elfenbeinküste anlässlich der Präsidentschaftswahl auf. aber sie werden in der öffentlichen Vorstellung nicht mit dem „arabischen Frühling“ verbunden und enden mit einer französischen, militärischen Intervention unter dem Mandat der Vereinten Nationen.

– Nachdem sich die Instabilität in in Tunesien und Ägypten ausgebildet hatte, starteten Frankreich und das Vereinigte Königreich eine Destabilisierungsbewegung in Libyen und Syrien, gemäß dem Vertrag von Lancaster. Wenn auch ein paar prodemokratische Mikro-Manifestationen stattfinden und von den westlichen Medien aufgebauscht werden sollten, wurden die Störungen von den westlichen Special Forces mit Unterstützung der Tafkiristenführer organisiert.

– Die Elfenbeinküste-Operation wurde mit viel Mühe vom „arabischen Frühling ausgeschlossen (es gibt keine Araber in diesem Land, dessen drittel zwar muslimisch ist), während Libyen und Syrien darin eingeschlossen wurden (obwohl es koloniale Operationen waren). Dieser Zauberstreich war umso leichter realisierbar, als Demonstrationen im Jemen und Bahrain auftraten, deren strukturelle Bedingungen sehr unterschiedlich sind. Die westlichen Kommentatoren haben sie erstmals unter dem Label „Arabischer Frühling“ eingeschlossen, dann aber aus ihrer Argumentation entfernt, weil beide Situationen unvergleichbar waren.

– Letztlich, was den „Arabischen Frühling) (Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien) wirklich ausmacht, ist nicht die Instabilität, noch die Kultur, sondern die von den imperialistischen Mächten ersonnene Lösung: Zugang der Muslimbruderschaft zur Macht.

– Diese geheime, angeblich antiimperialistische Organisation wurde immer schon von London politisch gesteuert. Sie wurden im Kabinett von Hillary Clinton durch Huma Abedin (Ehefrau von dem zurückgetretenen zionistischen Kongressmitglied Antony Weiner) vertreten, deren Mutter Saleha Abedin den weiblichen Zweig der Brüderschaft führt. Das Katar gab die Finanzierungen der Brüderschaft (mehr als 15 Milliarden pro Jahr) und übergab die Mediatisierung der Bruderschaft, welcher das Katar seit Ende 2005 Al-Jazeera anvertraut hatte. Schließlich hat die Türkei das politische Know-how mit Kommunikationsberatern zur Verfügung gestellt.

– Die Muslimbruderschaft ist für den Islam, was die Trotzkisten im Westen sind: eine Gruppe von Putschisten, die für fremde Interessen im Namen eines Ideals arbeiten, das immer auf den nächsten Tag verschoben wird. Nach den zahlreichen Versuchen, Staatstreiche in den meisten arabischen Ländern während des 20. Jahrhunderts auszuführen, wurde sie von ihrem „Sieg“ im Jahr 2011 überrascht. Sie hatte in der Tat kein Regierungs-Programm außerhalb der angelsächsischen Anweisungen. Sie hat sich daher den islamischen Parole angeschlossen: „die Lösung ist der Koran“, „eine Verfassung brauchen wir nicht, wir haben Scharia“, usw…

– In Ägypten, wie in Tunesien und Libyen haben die Regierungen ihre Volkswirtschaft dem liberalen Kapitalismus eröffnet. Sie bestätigen die Einigung mit Israel auf Kosten der Palästinenser. Und suchten, im Namen des Korans, eine nie in diesem Buch registrierte moralische Ordnung zu verhängen.

– Eine Thatcher-artige Privatisierung der ägyptische Wirtschaft sollte ihren Höhepunkt mit der des Suezkanal erreiche, Juwel des Landes und einkommensquelle, der an den Katar verkauft werden sollte. doch der Widerstand der ägyptischen Gesellschaft führte Doha dazu, eine separatistische Region des Kanals zu finanzieren, wie einst die Vereinigten Staaten die Bewegung für die Unabhängigkeit von Panama in Kolumbien geschaffen hatten.

-Letztlich hat die ägyptische Gesellschaft diese Schock-Behandlung nicht ausgehalten. Wie ich in diesen Kolonnen vor drei Wochen schrieb, gingen ihre Augen auf, als sie die Revolte der Türken gegen Brüder Erdogan beobachtete. Sie rebellierte sich und stellte ein Ultimatum an Präsident Mursi. Nachdem sie telefonisch mit dem US-Verteidigungsminister Chuck Hagel festgestellt hatte, dass die Vereinigte Staaten nichts unternehmen würden, um den Agenten Mursi zu retten, kündigte General al-Sissi seine Enthebung an.

– Dieser Punkt verdient eine Erklärung: Mohamed Mursi zeugte sich in seiner letzten Rede an die Nation als „Gehlehrter“. Er ist tatsächlich ein Raumfahrt -Ingenieur, der Karriere in den USA gemacht hat, die US-Staatsangehörigkeit erworben hatte (Exkurs: zwei von vier seinen Kinder auch) und der in der NASA mit einer US-militärischen Geheimhaltung-Akkreditierung gearbeitet hatte. Jedoch wenn Mursi auch vom Pentagon fallengelassen wurde, wurde er dennoch – bis zu seiner Verhaftung – von amerikanischen Außenministerium, entweder durch die Botschafterin in Kairo Anne Patterson, den Sprechern Patrick Ventrell und Jan Psaki oder durch den Staatssekretär John Kerry unterstützt. Diese Inkonsistenz verdeutlich das Durcheinander in Washington: auf der einen Seite will die Vernunft, dass es nicht eingreifen kann, auf der anderen haben, die zu nahen Beziehungen mit der Muslimbruderschaft Washington jeglicher alternative beraubt.

– Der Sturz von Mohamed Mursi markiert das Ende der Herrschaft der muslimischen Bruderschaft in der arabischen Welt. Und das umso mehr, als die Armee seine Enthebung angekündigt hatte, indem sie die lebendigen Kräfte der Gesellschaft daran beteiligte, einschließlich der „Gelehrten“ der a-Azhar-Universität.

– Der Fehlschlag von Mursi ist ein harter Schlag für den Westen und seine Verbündeten, den Katar und die Türkei. Daher kann man sich logisch fragen, ob er nicht das Ende des „arabischen Frühlings“ und neue Umwälzungen in Tunesien, Libyen, und natürlich in Syrien bedeutet.

THIERRY MEYSSAN
Übersetzung: Horst Frohlich aus voltairent.org

Nur zu Information…ich habe über die Geschehnisse in Elfenbeinküste Mehrmals darüber berichtet – siehe unter
mundderwahrheit – AFRIKA -Elfenbeinküste – oder… Elfenbeinküste und UN-Einmischung von 4.Dezember 2011…schauen

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