Archiv für Dezember 16, 2012

– Folgt der französische Gesetzgeber immer schneller den Spuren seiner US-Kollegen in Sachen Einschränkung der Freiheiten und auch der weit verbreiteten Überwachung des „unkonventionell“ eingestuften Verhaltens? Der Soziologe Jaen-Claude Paye analysiert hier von der Nationalversammlung am 12. Dezember 2012 verabschiedete Gesetze über Sicherheit und Terrorismus, auf Vorschlag des sozialistischen Ministers Manuel Valls.

– Die Nationalversammlung verabschiedete definitiv, mit einem fast Quasi-Konsens, am 12. Dezember den Gesetzentwurf für Sicherheit und Terrorismus des Innenministers Manuel Valls. Der Text hatte schon die Zusage der französischen UMP-Partei (Rechte) und wurde auch von den Mitgliedern der Umweltschutzpartei (grüne-Koalitionspartei) akzeptiert. Nur die Linke-Front Partei (Front de Gauche) enthielt sich. Im beschleunigten Verfahren überprüft, erfolgte die Verabschiedung des Gesetzes sehr schnell und ohne echte Opposition.

– Der Text wurde als ein, bei Fall Merah aufgetauchte „Fehler“ Korrigierender angekündigt. Es handle sich besonders, um das Urteil eines Franzosen oder einer in der Regel ihren Wohnsitz im Hexagon besitzenden Person zu ermöglichen „die Terrorakte im Ausland begeht oder ins Ausland geht (…) um sich für Terrorismus auszubilden“. In der Tat ist es aber bereits nach dem Gesetz des 23. Januar 2006 möglich, die genannten Aktionen als Terrorist und die von Franzosen außerhalb des nationalen Hoheitsgebiets begangenen Handlungen zu ahnden. Jedoch müssten die Fakten gemäß dem Gesetz des fremden Landes bestraft und von demselben Land angeprangert werden.

– EIN DEMENTI BESTEHENDER GESETZE –

– Das Gesetz kreiert eine neue Straftat: jene, sich in ein Trainingslager im Afghanistan-Pakistan-Bereich zu begeben. Nicht nur die Akte von 1986, über den „Begriff der kriminellen Verschwörung im Zusammenhang mit einer terroristischen Organisation“ erlaubt bereits ein solches Verhalten unter Strafe zu stellen, sondern auch mehrere Gerichtsverfahren erlaubten Angeklagte, solcher Anschuldigungen zu überführen. Beispielweise wurden fünf der sechs, von den US-Behörden befreite französischen Gefangenen in Guantanamo Bay, bei ihrer Rückkehr nach Frankreich verurteilt. Man beschuldigte sie, an militärischen, Al Qaida zugeschriebenen Trainingslagern, und für einen von ihnen, an einem „Religionsunterricht, der Gewalt predigte“ teilgenommen zu haben. Dieses Gesetz-Projekt arbeitet also an einer Verneinung der bestehenden rechtlichen Möglichkeiten, sowie auch an Verurteilungen, die sie bereits zugelassen haben.

– Die offene Bereitschaft von Manuel Valls erscheint zunächst als Dementi eines bereits bestehenden legislativen Apparates, der bereits alles enthält, was der neue Innenminister einführen möchte. Sein Ansatz erinnert sofort an die Erklärung von seinem Vorgänger, Claude Guéant, der gegenüber der Presse erklärt hatte, Merah sei nicht präventiv verhaftet worden, trotz seiner Überwachung, weil, „vor seinem Verbrechen nichts Unerlaubtes in seiner Handlung ihm von vornherein vorgeworfen werden konnte“. „In Frankreich, bringen wir nicht Menschen vor Gericht für ihre Absichten oder für Salafistische Ideen. Man kann Menschen nur für Fakten verhaften“, fügte er hinzu.

– Der Ansatz der beiden Innenminister ist der gleiche. Es geht zuerst darum, die Entwicklung des Strafrechts in den letzten zehn Jahren, d.h. die Existenz von Anklage- und Strafverfahren, die der Polizei und dem Geheimdienst umfassende Befugnisse geben, abzustreiten. Dann sagen sie, dass auf Grund dieser Lücke, unsere Sicherheit gefährdet sei und dass solche strafrechtliche Bestimmungen, die bereits vorhanden sind oder die in einem administrativen Rahmen verwendet werden, im Gesetzbuch eingeführt werden sollten.

– ÜBERWACHUNGSMAßNAHMEN, DIE PERMANENT WERDEN –

– Der andere große Aspekt des Textes betrifft die Internet-Anschlüsse und Datenüberwachung: Internet, Geoposition, detaillierte Telefonrechnungen. Seit 2006 kann diese Überwachung für präventive Zwecke stattfinden, das heißt, in Ermangelung jeglicher Straftat. Aber diese regelmäßig alle zwei Jahre erneuerten Bestimmungen sind zeitlich begrenzt und laufen am 31. Dezember ab. Das Notfallverfahren wurde auch von der Regierung durch den Aufruf auf Notwendigkeit für Verlängerung gerechtfertigt. In dem neuen Gesetz einmal eingetragen, werden diese Maßnahmen dauerhaft. Mit dieser Abstimmung verleugnet die Sozialdemokratische Partei-Fraktion ihre Einstiege Enthaltung bei der Abstimmung dieser Bestimmungen im Jahr 2006.

– Nach dem Fall Merah hatte hatte Nicolas Sarkozy auch ein Gesetz zur Überwachung von Internet-Verbindungen in Betracht gezogen. Die Linke hatte diese Initiative kritisiert. Heute übernimmt sie die gleichen Verfahren und die gleichen Begründungen. Darüber hinaus ermöglicht das am 8. Februar 2011 angenommene LOPPSI 2 (Loi d’Orientation et de Programmation pour la Sécurité Intérieure), (Orientierungs- und Programmierungs-Recht für innere Sicherheit), bereits einen gründlicheren Überwachungstyp. Es bietet mit Genehmigung der Richter die Möglichkeit, ohne Wissen des Benutzers eine technische Vorrichtung zu installieren, die Tastatureingaben, ohne Bildschirm-Aufnahmen aufzeichnet. Um diesen „Spitzel“ einzubauen, haben die Ermittler das Recht, in das Haus oder das Fahrzeug der verdächtigten Person, ohne sein Wissen, und falls erforderlich, in der Nacht einzudringen.

– DEN VERBLÜFFHEITSEFFEKT VERLÄNGERN –

– Wozu dient ein neues Gesetz, das Verhalten, die bereits von den Rechtsvorschriften verfolgt werden, kriminalisiert und bereits verwendete Überwachungsmodalitäten installiert, wenn nicht um ein „Sinnlosigkeitsgefühl“ zu verbreiten und die durch den Fall von Merah hervorgerufenen Betäubung zu verstärken? Die durch diesen Fall verursachte Benommenheit liegt weniger an ihrer gewaltsamen Natur, als an der Konkretisierung der Allmacht der Polizei. Die Bilder gaben nicht zu beobachten oder zu analysieren und die „Informationen“ heben sich gegenseitig auf. Zum Unsinn, der während des Spektakel-Angriffs (in Toulouse) behauptet wurde, heißt es, durch diese neue Gesetz eine automatische Wiederholung des Versteinerungs-Effekts hinzufügen, sowie das Verbot jeglicher Befragung über die Affäre zu pflegen. In einem Nonsens Kreis eingesperrt, kann das Subjekt nur durch eine immer engere Verschmelzung mit der Machtrede seine Zersplitterung vermeiden. Es kann also nur zustimmen und der Annullierung seiner Freiheiten eine zusätzliche Bedeutung geben.

– Wenn die Unterscheidung zwischen innen und außen unterlassen wird, wie es alle Anti-Terror-Gesetze machen, versetzt und diese Gesetz in Psychose. Die von diesem Text bewirkte Verschmelzung zwischen Strafrecht und Kriegsrecht ist ein Beispiel dafür. Jeglicher Akt von Solidarität und Empathie für eine ausländische, militärisch von Frankreich angegriffene Bevölkerung, selbst ohne Kriegserklärung, wird allmählich ein Verbrechen. Dieses Gesetz passt also in das Oxymoron vom „humanitären Krieg“, der des „Guten gegen das Böse“. Die neue Regierung passt sich hier in die gleiche Linie der Vorherigen, eine Bestätigung, dass es sich um einen „Wandel in der Kontinuität“ handelt.

– Jean-Claude Paye

Übersetzung: Horst Frohlich – voltairent.org

1) – 15.12.12. – ISRAEL – 40% der Israelis denken an Auswanderungen – PressTv – „Birobidschan, jüdische Autonome Oblast, Russland – 75.413 Einwohner „ – Von Bloggern lernt man eine Menge!! gut so…
– Eine neue Anfrage zeigt mehr als 1/3 der Israelis wollen in andere Länder wegen der wirtschaftlichen Probleme und der steigenden Lebenshaltungskosten in den besetzten Gebieten, einzuwandern.

– Die Zeitung Haaretz hat eine Umfrage gestartet, dass besagt: fast 40% der Israelis für die obigen gesagten Gründen, denken auszuwandern. An 15 Oktober der Knesset wurde aufgelöst und Neuwahlen für Januar 2013 festgesetzt. Die Koalitionspartner konnten sich nicht über der Sparbudget verständigen.
– In den letzten Monaten haben Israelis gegen die Sparmaßnahmen protestiert.
– In Oktober hat eine Studie von der israelischen Hilfsorganisationen festgestellt, dass rund 75% der Israelis fürchten, dass die Wirtschaft zusammenbrechen konnte, was einem enormen Anstieg in der Zahl im Vergleich zu 2010 zeigt.
– Die Umfrage zeigte auch, dass 78% der Befragten gaben an, die Tel Aviv-Regime hat keine Pläne zur Bekämpfung der Armut und zur Überbrückung der wachsenden sozialen Kluft.
– Eine kleine Auswahl aus 58 Mails

a) – Warum wandern sie nicht in der Antarktis, da scheint der einzige Ort, wo sie nicht rausgeschmissen worden sind.
b) – die richtige Lösung für Israelis. Sie wurden keine Besatzermehr sein. Israel ist das Hauptgrund und für die Instabilität in Nahen Osten.
c) – die Juden haben eine Heimat, die ihnen seit der Stalin Ära gegeben wurde – Birobidschan – im jüdischen Autonomen Oblast, Russland. Es hat viel mehr Ressourcen als Palästina und wartet auf sie..
d) – wenn sie Israel verlassen, soll absolut sie nicht erlauben nach USA einzuwandern.
e) – Alle Jude in Israel besitzen entweder UK, Frankreich oder US-Pässe…so die Zionisten wissen, die sie wieder zurück zu…Länder wie Europa oder USA zurück können nachdem sie von Europa-Rassisten vertrieben wurden. Das ist der Grund weil sie aus
Europa vertrieben in der damaligen britische Kolonie Palästina kamen, Ländereien stahlen und jetzt das Gefühl haben, sie müssen das gestohlenen Land zurückgeben und nach Europa und USA zurückkehren.
– Das bemerkenswerte ist, dass mehr Juden in die USA oder Frankreich, UK oder Russland gibt als in der künstliche Staat Israel.
So man soll endlich diese Lüge ein Ende setzen.
f) – Israel ist ein Fehlschlag gewesen. Nach dem das US-Imperium zusammenbricht wird Israel komplett isoliert sein. Es scheint viele Israelis wissen es.
g) – Bitte nicht nach Australien. Sie haben schon unser Parlament korrumpiert.
h) – Wir wollen sie in Polen nicht zurückhaben. Wir hatten sie für 700 Jahren.

2) – 15.12.12 – TÜRKEI – NATO-USA-WEST – Patriot Raketen – warum lässt sich die Türkei so übervorteilen!

(Exkurs: Die Türkei hat alles getan was die NATO befohlen hat. Die Gründe konnten sein: a) der Traum des osmanischen Reich wieder zu beleben – b) Unterwürfigkeit gegenüber sein Herr und Meister, die USA – c) Der dritte Grund wäre, die EU beizutreten.
– Auf jedenfalls sich in die Sache so zu verstricken, war absolut nicht klug.
– Syrien ist ein Nachbar, dieser Verrat wird nicht schnell vergessen, immerhin aus der Türkei kommen die Terroristen, die syrische Bürger ermorden, köpfen und beklauen. In der Türkei leben 15-20 Millionen Kurden, die frei sein wollen und ca. 20 Millionen Alewiten die mit Syrien Verbunden sind. (Die Alewiten gehören die Schiitischen-Glauben-Richtung, sie wurden aber bei unserer westlichen Presse dämonisiert weil ihre Herr und Meister so wollte. Die Türkei war dumm genug die Patriot-Raketen zu „beantragen“. Man fragt sich warum. Jeden mit einem Minimum von Hirnzellen kann sich vorstellen, dass die Regierung in Syrien die gegen Terroristen kämpft wurde völlig „meschugge“ sein, wenn sie anfangen wurde einer Front gegen die Türkei zu eröffnen.
– Daher: Entweder die Anfrage von Erdogan ist eine Fälschung…sie wurde die Türkei aufgezwungen oder Erdogan steht unter Drogen. Wenn unbedingt die NATO die Raketen am Platz haben wollte, Erdogan hätte sich „bitten lassen“ und dann großzügig „Ja“ sagen und die Patriot Raketen im Land kommen lassen.
– Erdogan und die türkische Regierung scheint immer noch nicht begriffen zu haben, dass die NATO von Kriminelle gegründet wurde und wie eine kriminelle Vereinigung geführt wird, genau wie die Mafia: Korruption, Erpressung, Mord – Siehe Libyen, Mali, Elfenbeinküste, Sudan und andere unglückliche Länder das Öl, Uran etc. besitzen).

– Jetzt präsentiert die NATO die Rechnung… die Gegenleistung – Teilnahme an Afghanistan weitere Besetzung nach 2014 –
– „Die USA/NATO und Proxys versuchen mit allen Mitteln in Afghanistan nach 2014 zu bleiben, wie könnten sie sonst der Drogenhandel beaufsichtigen, und das Land Mineral-Ressourcen ausbeuten?“

– NATO-Generalsekretär Fogh Rasmussen, der größter europäische Kriegstreiber: „Unsere Entscheidung…zeigt, dass NATO mit der Türkei im Geiste der Solidarität steht, und wird sich auch in nächsten Jahr zeigen. Wir werden auch weiterhin im nächsten Jahr zeigen. Wir werden auch weiterhin nach 2014 Afghanistan beraten und unterstützen. Und ich hoffe, dass die Türkei eine wichtige Rolle in diesen wichtige Mission spielen, wie es in der ISAF jetzt tut“.

– Die NATO-Chef Bemerkungen kamen nur 10 Tage nachdem die Türkei Anfrage für die Bereitstellung von Patriot Boden-Luft-Raketen in seinem Hoheitsgebiet.
– Die Vereinbarung entstand aus einem Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel am 4.Dezember trotz der starken Opposition von Russland, Iran und Syrien – hurriyetdailynews –

– E-Mail: Permanenten Interessen aber keine permanenten Freunden. Wenn zwei Elefanten kämpfen, leidet das Grass. West und Osten wollen die Türkei als Schlachtfeld nutzen…aber sie werden dabei versagen. Die Türkei sollte wissen, dass der Westen nicht umsonst tut. Sie präsentiert immer die Rechnung, dieses Mal sogar sehr schnell.

3) – 16.12.12 – SYRIEN – Unsere Alliierten, die Verteidiger der demokratische Werte „weltweit“ rekrutieren Kindersoldaten –
– Neues Filmmaterial ist aufgetaucht, wo gezeigt wird, dass unsere ehrenwerten Alliierten, Kinder rekrutieren und sie an die Front schicken um gegen die Regierungstruppen zu kämpfen. Tiefer könnten wir wirklich nicht sinken…oder?

– Nach dem VIDEO, die „Freie Syrische Armee“ zwingt Kinder ab 12 Jahren sich ihr anzuschließen um Anschläge zu verüben.
– Das Filmmaterial zeigt auch wie Kinder gezwungen werden ihre eigenen Gräber zu graben.
– Sie werden sexuell Missbraucht usw. (ich werde versuchen noch mehr Informationen darüber zu bekommen).
– Es gibt viele Fälle, in denen die Militante in zivile Gebieten Kinder massakrieren…(aber nicht laut sagen unsere Herren und Meister USA/ISRAEL/NATO und Proxys solche Informationen nicht gerne verbreitet sehen wollen).

– 15.12.12 – SYRIEN – ALEPPO – Der Anführer der Liwa al-Tawhid Terrorgruppe, Yusef al-Jader auch als Abu Furat gekannt, wurde während die Kämpfe über die Kontrolle der Muslimiyeh Militärakademie nördlich von Aleppo getötet.
Er war auch in schweren Kämpfen in Aleppo Salaheddin und Saif al-Daula in letzten Monaten verwickelt. Die Kämpfe endeten wenn die syrische Armee die Terroristen aus dem Stadtgebiet jagten.

4) – 16.12.12 – DAMASKUS – YARMOUK – Palästinenser-Lager –
– Der Chef der Volksfront für die Befreiung Palästina-Generalkommando (PFLP-GC) hat angeblich Damaskus und Yarmouk verlassen. Ahmed Jabril und sein Sohn haben Yarmouk in Taqaddum Viertel im Süden von Damaskus für der Stadt Tartus verlassen.
– Syrische Truppen zusammen mit Palästinenser haben 12 Tagen lang schwere Kämpfe geführt, um die Militanten aus dem Lager zu vertreiben. (Im Lager leben mehr als 100.000 Menschen).

– Eine humanitäre Intervention in Syrien? Der humanitäre Vorwand wurde schon im Jahr 1860 angesprochen…und von Frankreich, um Syrien, damals eine osmanische Provinz, militärisch anzugreifen. Der Genfer Akademiker Pascal Herren überprüft in diesem Artikel die wahren Absichten von Frankreich unter Napoleon III, genauso wenig verkraftbar als die von dem Frankreich von Sarkozy oder Hollande. Er erinnert auch an die negativen Auswirkungen, die die Menschen in der Region erdulden mussten.

– Eine humanitäre Intervention in Syrien wird regelmäßig erwähnt, um das Leiden der in Kämpfen seit 2011 zwischen dem Regime und der bewaffneten Opposition ergriffen Bevölkerung zu beenden. Kämpfe, deren Hauptverantwortung – zu Recht oder zu Unrecht – der Regierungspartei zugeordnet wird.

– Diese Hilfsmaßnahme würde daher den Stürz des lokalen Regimes beinhalten. Sie sollte sogar seit mehreren Monaten in indirekter Form begonnen haben, mit Waffen der Aufständischen, sowie mit vor Ort geschickten Agenten und Gruppen von ausländischen Kämpfern. Nun ist Gewaltanwendung auf dem Territorium eines fremden Landes, ohne Zustimmung der zuständigen Behörden, gegen den Grundsatz der Souveränität der Staaten, der in der Charta der Vereinten Nationen verankert ist. Die Anwendung von Gewalt zwischen Staaten ist verboten, außer im Falle von Notwehr oder einer kollektiven, durch den UN-Sicherheitsrat beschlossenen Maßnahme.

– Der Internationale Gerichtshof verurteilte 1986 die militärische Unterstützung durch die Reagan-Administration der Aufständischen nicaraguanischen Contras, die kämpfen, um die Sandinisten zu stürzen. Das Gericht hatte sogar diese Unterstützung als nicht angemessen erklärt, um die Achtung der Menschenrechte sicherzustellen, obwohl Washington das Regime beschuldigte, Gräueltaten begangen zu haben.

– Diese Rechtlichen Hindernisse haben nicht verhindert, dass sich eine einseitige Ausübung von Operationen entwickelt, die offiziell von altruistischen Gründen motoviert wären, wie zum Beispiel die Bombardierung des ehemaligen Jugoslawiens während der Kosovo-Krise 1999 und die Invasion des Iraks im Jahr 2003. Das jüngste Beispiel dafür war die Aktion in Libyen im Jahr 2011, von der einige Staaten bekräftigten, dass sie über die Resolution 1973 des Sicherheitsrates hinausgegangen sei.

– Die Grundlage für diese einseitigen Eingriffe liegt an einem Standard eines höheren, universellen Typs: die Pflicht, das Leben jedes Menschen vor weit verbreiteten, sie gefährdenden Bedrohung zu schützen. aber dieses Prinzip, das als solches, völlig legitim ist, hängt ganz von den guten Willen des Redners ab. Wie kann man aber sicher sein, dass er die immense Kraft nicht für sich benutzt und mit Gewalt gegen einen anderen Staat andere Gründe verfolgt, die anstößig wären? Die Geschichte wimmelt von „gerechten“ Kriegen, die für die betroffenen Bevölkerungen wirklich schlecht endeten. Der große Jurist aus Neuchâtel, Emer de Vattel, verurteilte 1758 die Unterwerfung der amerikanischen Indianer durch die Konquistadoren, unter dem Vorwand, sie von den Tyrannen zu befreien.

– Spezialisten dieser Frage suchten ständig nach dem Präzedenzfall, der eine, von einer eingreifenden Macht perfekt gemachte Aktion zeigen würde. Sie haben lange geglaubt, sie in der Expedition von 1860 gefunden zu haben, die die osmanische Provinz Syrien betraf, welche auch den gegenwärtigen Libanon einschloss. Zwischen Mai und August dieses Jahres wurden 17.000 bis 23.000
Menschen, meistens christlichen Glaubens, in den Bergen des Libanon und Damaskus in interkommunalen Auseinandersetzungen massakriert. Bei der Ankunft in Europa erweckt diese Nachricht in der öffentlichen Meinung große Erregung. Den osmanischen Behörden werden beschuldigt, nichts dagegen gemacht zu haben, oder sogar an den Misshandlungen durch drusische Milizen im Mount Libanon und den Randalierern in Damaskus teilgenommen zu haben.

– Napoleon III beschloss, ein Expeditionskorps von 6.000 Mann am Ort und Stelle zu schicken um die Zustimmung der anderen europäischen Mächte dem „Blutbad“ ein Ende zu setzen. Die französischen Truppen bleiben weniger als ein Jahr vor Ort. Sie zogen sich nach Ruheeintritt zurück und dank der Gründung einer administrativen Reorganisation, wäre die zivile Eintracht bis zum ersten Weltkrieg beibehalten worden. Einige Juristen, die unter die am meisten gegen die Anerkennung des Rechts auf humanitäre Intervention gezählt werden, räumen auch heute noch ein, dass die 1860-Aktion, möglicherweise die einzige „Echte“ humanitäre Intervention des 19.Jahrhunderts sei.

– Bei genauerer Einsicht jedoch, wurden die interkommunalen Kämpfe von 1860 durch die, von den europäischen Mächten bei den lokalen Minderheiten, zurzeit praktizierten Vetternwirtschaft, verstärkt. Es muss gesagt werden, dass immense Interessen auf dem Spiel waren. Es ging um die gemeinsame Nutzung der Provinzen eines zerfallenden osmanischen Reiches, über welches die Großmächte Europas heftig streiten. Syrien befindet sich auf dem strategischen Landweg, der nach Indien führt, das Juwel des britischen Empire. Frankreich wird sein Interesse für dieses Land voller Handelsversprechen nicht leugnen. Russland hat lange versucht, sein Gebiet im Süden zu erweitern. Um seine Ziele zu erreichen, benutzt jeder seine lokale Gemeinschaft, die er manipuliert: die Franzosen sind die Beschützer der katholischer Christen, die Russen verteidigen die Orthodoxen, und die Briten die Drusen.

– In der Zeit nach der Intervention von 1860 erhöht Frankreich seinen wirtschaftlichen Einfluss auf den Libanon, bis zu dem Punkt, 50% der libanesischen Bevölkerung in 1914 für die französische Industrie der Seidenherstellung arbeitet. Dieser Sektor bricht zusammen, als Folge der Entscheidung Frankreich, auf seine libanesischen Lieferanten zu verzichten. Diese verlieren ihre Mittel den Lebensunterhalt.

– Ein Jahr später, 1915, organisieren die Verbündeten Briten und Franzosen die Blockade der syrischen Küste und verhindern, dass die Lebensmittel ihren, für Korn sehr importabhängigen Bestimmungsort dieser Region erreichen. Das Ziel ist, die arabischen Provinzen gegen die Zentralregierung von Istanbul aufzuwiegeln, das im ersten Weltkrieg an Seiten Deutschlands von Wilhelm II teilnimmt. Das Ergebnis ist eine noch nie dagewesene Hungernot, die im Zentrum und Norden Libanon 200.000 Tote verursacht und 300.000 an anderen Stellen in Syrien.

– 1840 hatte Francois Guizot, Botschafter Frankreich in London, bereits die geopolitischen Berechnungen zusammengefasst, die auf den europäischen Höfen vorherrschten, und die in seinen Augen die Politik des britischen Minister für auswärtige Angelegenheiten Lord Palmerston anregten: „Es gibt da, am Boden irgend eines Tales, an der Spitze irgend eines Berges im Libanon, Ehemänner, Frauen, Kinder, die sich lieben und miteinander spielen, die morgen ermordet werden, weil Lord Palmerston, auf der Eisenbahn von
London nach Southampton, sich ausdrücken wird: „Es ist notwendig, dass Syrien sich aufwiegle, ich brauche den Aufstand von Syrien, wenn Syrien das nicht tut, I’m a fool“.

Pascal Herren

Quelle: Le Temps (Suisse) – 6.11.12 –